Studie zur Lebenserwartung : Vegetarier und Fleischesser leben ungefähr gleich lang

Studie zur Lebenserwartung : Vegetarier und Fleischesser leben ungefähr gleich lang

Vegetarier leben nicht unbedingt länger als Fleischesser, ist das Ergebnis einer Langzeitstudie. Stattdessen zeigte sich, die Krankheiten mit Todesfolge seien je nach Ernährungstyp unterschiedlich häufig.

Die Lebenserwartung von Vegetariern und Fleischessern ist ungefähr gleich lang. Das ist das Ergebnis einer Langzeitstudie von Wissenschaftlern der Universität Oxford, an der 60.000 Briten teilnahmen. Damit stellt die Erhebung in Frage, ob die vegetarische Ernährung gesünder ist als die von Fleischessern. Denn: Das Risiko, zu sterben, sei sowohl bei Vegetariern als auch bei Fleischessern im Untersuchungszeitraum in etwa gleich hoch gewesen.

20.000 Briten aßen regelmäßig Fleisch, genauso viele ernährten sich vegetarisch, 13.000 verzehrten zwar Fleisch – aber weniger als sonst, und 8.000 aßen hauptsächlich Fisch. Während des Erhebungszeitraumes starben 5.000 Teilnehmer. Unabhängig von der Todesursache starb in allen Gruppen laut Studie ungefähr die gleiche relative Anzahl an Menschen.

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Die Mär vom guten Fleisch? Wie es nutzt und wo es schadet

  • Was steckt Gutes im Fleisch?

    Fleisch liefert hochwertiges Eiweiß, essenzielle Aminosäuren sowie die Vitamine B1, B6 und B12. Das Spurenelement Eisen ist wichtig für die Blutbildung. „Fleisch trägt dazu bei, den Protein- und Eisenbedarf zu decken“, erläutert der Präsident des Max-Rubner-Instituts für Ernährung und Lebensmittel, Prof. Gerhard Rechkemmer. „Mit Ausnahme von Vitamin B12 können wir alle essenziellen Nährstoffe aber auch aus pflanzlichen Lebensmitteln bekommen.“ Wer als Vegetarier Milch und Eier esse, sei nicht automatisch unterversorgt.

  • Was ist nicht so gut?

    Gerade geräuchertes Fleisch und Wurst enthalten relativ viel Salz - wer viel davon isst, überschreitet schnell die empfohlenen Mengen. Nicht schmecken kann man dagegen Rückstände von Antibiotika und resistente Keime. Um den Medikamenten-Einsatz in der Massentierhaltung wird seit langem gerungen. Beanstandet wird aber nur relativ wenig mit Antibiotika belastetes Fleisch, wie aus dem Bericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) von 2012 hervorgeht. Durch verunreinigtes Futter wurde in Fleisch auch schon Quecksilber nachgewiesen. Viren auf Fleisch gelten als schwer nachzuweisen. Der Anteil lebensmittelbedingter Virusinfektionen lässt sich laut DGE nicht abschätzen.

  • Sind solche Funde auch gesundheitsgefährdend?

    Sind Höchstgrenzen überschritten, dürfen Produkte nicht in den Handel gelangen. Verkaufsverbot gilt europaweit auch für Fleisch von Tieren, die mit Wachstumshormonen behandelt wurden. „Der Standard der Lebensmittelsicherung in Deutschland ist so hoch, dass man sich um die Gesundheit keine Sorgen machen muss“, sagte der Epidemiologe Heiner Boeing vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE). Durch resistente Keime auf Fleisch wird allerdings eine Resistenz gegen Antibiotika auch für Krankheitserreger des Menschen befürchtet.

  • Wie sicher ist weißes Fleisch?

    „Zu weißem Fleisch hat man bisher in keiner epidemiologischen Studie einen Zusammenhang mit Krebs gefunden“, sagte Boeing. Generell bewertet auch die DGE Geflügel unter gesundheitlichen Gesichtspunkten günstiger als rotes Fleisch. Aus Angst vor Krebs nun vermehrt auf Geflügel umzuschwenken, ist Boeing zufolge aber nicht der logische Schluss aus der WHO-Empfehlung. Er empfiehlt auch aus ethischen Gründen eine gesündere Menge: „Wir bräuchten ernährungsphysiologisch gar nicht so viel Fleisch.“ Hinzu kommt: Antibiotika-resistente und andere potenziell krankmachende Keime werden insbesondere auf Geflügel gefunden. Hygiene bei der Zubereitung ist daher wichtig.

  • Was sollte man beachten, wenn man kein Fleisch mehr essen will?

    Auf Fleisch kann man gut verzichten, sind sich Experten einig. Vegetarier müssten sich aber mit Nährwerten und abwechslungsreicher Ernährung befassen, um beispielsweise Eisen optimal auszunutzen. Denn Eisen aus Gemüse, Hülsenfrüchten oder Vollkornprodukten kann der Körper nicht so leicht aufnehmen wie tierisches. Kombiniert mit Vitamin C lässt sich die Aufnahme aber verbessern, wie Rechkemmer schildert.

  • Wer braucht Nahrungsergänzungsmittel?

    Vitamin B12 ist für Veganer ein kritischer Nährstoff, weil er nicht in pflanzlichen Quellen vorkommt: Es müsste durch Nahrungsergänzungsmittel oder angereicherte Lebensmittel ersetzt werden. Wer zu Pillen greifen will, solle aber gezielt einen Stoff einnehmen, anstatt auf den Streueffekt zu setzen: „Von Multinährstoffpräparaten halte ich gar nichts“, sagte Rechkemmer.

  • Welche schädlichen Seiten hat Fleischkonsum noch?

    Massentierhaltung steht schon lange in der Kritik: Viehtransporter und dunkle, enge Ställe voller Tiere - das ist für viele Vegetarier und Veganer Anreiz genug zum Fleischboykott. Aber auch der Verzicht dem Klima zuliebe ist begründet: Die Umweltstiftung WWF etwa sieht hohen Fleischkonsum als „Brandbeschleuniger“ für die globale Klimaveränderung. Denn für eine fleischreiche Ernährung sind viel mehr Flächen nötig als für eine pflanzliche. Werden etwa Wälder in Südamerika für den Anbau von Tierfutter wie Soja abgeholzt, wird Kohlendioxid aus Bäumen und Böden freigesetzt.

Die Todesursachen traten in den einzelnen Gruppen allerdings laut den Wissenschaftlern unterschiedlich häufig auf: Fischesser seien öfter als Fleischesser oder Vegetarier an Kreislaufleiden gestorben– dagegen habe Krebs bei Fischessern im Vergleich mit den anderen Gruppen seltener zum Tod geführt.

Verzerrende Faktoren – wie etwa Übergewicht, Rauchen oder Geschlecht – konnten die Wissenschaftler herauskalkulieren. Die Ergebnisse veränderten sich dadurch laut Erhebung allerdings kaum.

Viele Vegetarier hoffen, dass durch den Verzicht tierischer Fetter Herz und Gefäße geschont werden – das konnte die britische Studie nicht bestätigen.

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2 Kommentare zu Studie zur Lebenserwartung : Vegetarier und Fleischesser leben ungefähr gleich lang

  • Sekundär, wer länger lebt.

    Es geht um das Wohl der Tiere.

  • Das Gleichgewicht wird sich erst ändern, wenn Fleischesser beginnen Vegetarier zu essen.

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