
Jedes Jahr knabbert der durchschnittliche Deutsche ein Kilogramm Kartoffelchips. Gerade zu Silvester hat die fettige Leckerei wieder Hochsaison. Wer beim Einkauf zu Billig-Ware greift, ist gut beraten, wie die Stiftung Warentest in einer aktuellen Untersuchung von 30 verschiedenen Produkten feststellte. Bio-Ware fiel hingegen durch. Bei den beliebten Paprikachips ging die Marke Chipsfrisch Ungarisch als Testsieger hervor. Kostenpunkt: 96 Cent für 100 Gramm. Fast gleichauf liegen die Chips von zwei Handelsketten (38 Cent pro 100 Gramm des Snacks).
Dass Chips ein fettiges und kaloriengewaltiges Vergnügen sind, ist klar: sie enthalten durchschnittlich mehr als 30 Prozent Fett. Geschmacklich können im Test drei von sechs fettreduzierten Produkten mithalten. Wer lieber auf die Light-Variante setzt, ist mit dem Discounter-Produkt von Aldi Nord namens Feurich Easy Chips am besten beraten. Die um etwa ein Drittel fettreduzierten Kartoffelchips liegen bei 66 Cent pro 100 Gramm. Allerdings sollte man nicht in glauben, dass diese Knabberei dann auch ein Drittel weniger Kalorien hat, denn ihr Gehalt an Kohlenhydraten ist - etwa durch den Zusatz von Mehlen - höher.
Bild: dpaQualitätsurteile aus insgesamt 52 Tests, in denen biologische und konventionelle Lebensmittel unter anderem auf Schadstoffe, Keime, Geruch und Geschmack geprüft wurden, flossen in diese Statistik ein. In den vergangenen sieben Jahren hat die Stiftung Warentest 249 biologische und 1007 konventionelle Produkte getestet. Der Test stammt von 2011.
Bild: dpaNatives Rapsöl als Bioprodukt zu kaufen, ist nicht unbedingt empfehlenswert. Laut Stiftung Warentest fielen die meisten Biomarken wegen sensorischer Mängel durch.
Auch bei Babymenüs aus dem Bioregal hatten die Tester einiges auszusetzen. Zwar waren alle in punkto Schadstoffe und Keime sicher, wurden aber ernährungsphysiologisch beanstandet: zu wenig Fett und Vitamin C.
Bild: dpaBei frischer Vollmich hat Bio hingegen die Nase vorn. Sechs von sieben getesteten Biomarken schnitten "gut" ab, von den zwölf konventionellen Marken erlangten nur fünf diese Note.
Die Milch zeigte auch, dass Bio wirklich Bio ist. Die Kühe, von denen die getestete Milch stammte, wurden nach Ökovorschrift mit viel Gras gefüttert. Labortests ergaben, jede Milch enthielt vergleichsweise viel konjugierte Linol- und Alpha-Linolensäure, was typisch bei Grünfütterung ist.
Bild: dapdAuch der Bioräucherlachs stammte den Anforderungen gemäß aus ökologischer Aquakultur. So konnten natürliche Futterbestandteile sein Fleisch rosa färben, keine zugesetzten Farbstoffe. Die dürfen nur in konventionellen Betrieben genutzt werden.
Auch Bioprodukte aus pflanzlichen Zutaten entsprachen den Richtlinien. Die Produkttester der Stiftung Warentest wiesen in keinem der Produkte Rückstände von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln nach. Dennoch fanden sie zwei Bio-Sojadrinks, die das Biosiegel zu unrecht trugen - sie waren mit Kalziumkarbonat angereichert, was die EU-Ökoverordnung untersagt.
Bild: dpaDie Statistik belegt: Bioware kostet im Mittel meist 30 bis 50 Prozent mehr als konventionelle. Die Begründung liegt nach Meinung der Prüfer darin, dass Ökobauern auf mineralischen Stickstoffdünger, chemisch-synthetische Pestizide und Massentierhaltung verzichten. So seien die zusätzliche Handarbeit, teureres Futter und niedrigere Erträge für die höheren Kosten verantwortlich.
Schwankungen gibt es aber auch bei den Preisen. Während sich die Preise zum Beispiel bei Olivenöl, Bitterschokolade und Eisbergsalat stark ähneln, kosten Margarine, Fischstäbchen und Grillfleisch von Anbauverbänden drei- bis viermal mehr als konventionelle Produkte.
Bild: dpaStiftung Warentest versichert: Verbraucher können frischem Bioobst, Biogemüse und Biotee vertrauen. In 75 Prozent der Proben waren seit 2002 gar keine Pestizide nachweisbar. Dies traf nur für 16 Prozent der konventionellen Ware zu.
Laut EU-Ökoverordnung dürfen Biolandwirte jedoch 27 Pestizide natürlichen Ursprungs nutzen, darunter auch Rotenon. Das Insektizid wird aus der tropischen Derris-Wurzel gewonnen und ist trotz natürlicher Herkunft nicht harmlos, es steht im Verdacht, beim Menschen die Parkinson-Erkrankung zu fördern. Es muss daher wie alle Pestizide bis zur Ernte abgebaut sein.
Bild: dapdAuch bei konventionellem Anbau sinkt die Pestizidbelastung tendenziell. Seit 2008 stellte die Stifung Warentest in Salat, exotischen Früchten und Paprika keine Höchstgehaltsüberschreitungen.
Und Rucola, der 2005 noch Pestizidcocktails aus bis zu sieben Pestiziden enthielt, wies nur noch zwei auf.
Bild: dapdLebensmittel müssen gut aussehen, riechen und schmecken. In der Sensorik testen Prüfer der Stifung Warentest, ob ein Kaffee muffig riecht oder der Schaum auf dem Cappuccino schön cremig ist.
Die Bilanz ist selten "sehr gut". Nur sieben Prozent der Biolebensmittel und acht Prozent der konventionellen erreichten in der Sensorik die Bestnote.
Bild: dpaAuch verderblichen Waren dürfen Bioproduzenten keine Konservierungsstoffe zusetzen, die Mikroorganismen bremsen und so Lebensmittel vor dem Verderben schützen. Dennoch liegen beide in der Statistik der Produkttester beinahe gleichauf.
Mit "sehr gut" wurden 47 Prozent der Bioprodukte im Bereich "Mikrobilogische Qualität" bewertet und 44 Prozent der konventionellen. Doch es gab auch vier Prozent "mangelhafte" Wertungen für konventionelle und sieben Prozent für Biolebensmittel, darunter konventionelles Grillfleisch und Räucherlachs sowie Wiener Würstchen aus beiden Produktionen.
Bild: dpaVermehrt achten Verbraucher auch darauf, ob das von ihnen konsumierte Produkt umweltverträglich, ethisch und nachhaltig hergestellt wurde. Die Stiftung Warentest hat dazu einen so genannten CSR-Test eingeführt, der die Corporate Social Responsibility, also die soziale und ökologische Verantwortung von Unternehmen messen soll. Dabei wird überprüft, wie gut Hersteller und Anbieter ihre Produktionskette kennen und ob sie soziale und ökologische Verantwortung tragen.
Hier konnten die Bioanbieter punkten: Drei Produzenten von Bioschinken kannten die ganze Herstellungskette, was auf nur einen der konventionellen Schinkenbetrieben zutraf. Auch beim Klimaschutz stehen sie besser da, weil Bioprodukte ohne den "Energiefresser" Stickstoffdünger produziert werden.
Qualitätsurteile aus insgesamt 52 Tests, in denen biologische und konventionelle Lebensmittel unter anderem auf Schadstoffe, Keime, Geruch und Geschmack geprüft wurden, flossen in diese Statistik ein. In den vergangenen sieben Jahren hat die Stiftung Warentest 249 biologische und 1007 konventionelle Produkte getestet. Der Test stammt von 2011.
Bio-Chips schmecken einfach nicht
Wer bei seiner Ernährung auf Bio-Ware setzt, hat im Kartoffelchips-Segment allerdings verloren. Alle drei von der Stiftung getesteten Bio-Chips bekamen das Urteil "mangelhaft". Im Geschmackstest konnten sie nicht überzeugen: sie lagen bitter und pappig auf der Zunge. Bei den fettreduzierten Paprikachips von Trafo Bio-Organic fanden sich verkohlte Kartoffelpartikel auf den Chips; sie schmeckten alt und dumpf. Die Alnatura Kartoffelchips waren wenig knusprig, die Original Lantchips schmeckten leicht ranzig und bitter. Außerdem wurden in letzteren beiden Produkten Palmöl oder -fett nachgewiesen - auf der Liste der Inhaltsstoffe wurden diese Zutaten aber nicht aufgeführt.
Erhöhter Schadstoffgehalt
Auch zwei Markenprodukte fielen im Test durch. Die Terra Blue Chips wiesen einen hohen Gehalt an Acrylamid auf, das im Verdacht steht, krebserregend zu sein. Sie waren der einzige Kartoffelsnack im Test, der den europäischen Richtwert überschritt. In den Pringles Paprika fanden die Tester den höchsten Gehalt am Schadstoff 3-MCPD. Diese Substanz entsteht in fett- und salzhalten Lebensmitteln, wenn im Herstellungsprozess hohe Temperaturen wirken; sie findet sich zum Beispiel auch in Brotrinde und Soja-Sauce. Im Tierversuch führte 3-MCPD in hohen Konzentrationen zu gutartigen Tumoren, zu gesundheitsschädlichen Wirkungen auf den Menschen gibt es laut Bundesinstitut für Risikobewertung bislang aber keine Daten.















