Züchtung: So haben sich unsere Nahrungspflanzen verändert

Züchtung: So haben sich unsere Nahrungspflanzen verändert

von Jana Reiblein

Wer vor 9000 Jahren einen Maiskolben schälen wollte, brauchte dafür einen Hammer. Diese beeindruckenden Infografiken zeigen, wie sich unsere Nahrungsmittel durch Jahrtausende menschlicher Züchtung verändert haben.

Ein saftiger, süßer Maiskolben ist ein Genuss - und eine moderne Errungenschaft: Wer 7000 Jahre vor Christi Geburt Mais essen wollte, brauchte zunächst ein hartes Objekt wie zum Beispiel einen Stein, um an das Innere zu kommen. Hier erwarteten einen dann gerade einmal fünf bis zehn harte Körner.

Auch geschmacklich hatte Mais nichts mit dem zu tun, was heute in den Supermarktregalen liegt: Er schmeckte wie eine rohe und noch dazu sehr trockene Kartoffel. Ein Maiskolben ist heute nicht nur leckerer, sondern auch 1000 Mal größer als sein Urahn - dank menschlicher Züchtung.

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Durch die Jahrtausende, seit Menschen sich dem Ackerbau widmen, haben sich unsere Nahrungspflanzen drastisch verändert. Der australische Chemielehrer James Kennedy hat in einigen Infografiken eindrucksvoll veranschaulicht, wie stark sich unsere saftigen, großen Früchte von ihren genetischen Ahnen unterscheiden.

So nahm er auch den Pfirsich unter die Lupe, der nicht mehr viel mit seinem Vorgänger zu tun hat. Der wilde Ur-Pfirsich schmeckte demnach erdig, süß-sauer und ein bisschen salzig - eher wie eine Linse, erklärt Kennedy. Die Schale war dick und wachsig, der Stein machte mehr als ein Drittel der Frucht aus. Im Gegensatz dazu besteht unser moderner Pfirsich zu 90 Prozent aus essbarem, süß-saftigem Fruchtfleisch.

"Nach 6000 Jahren künstlicher Selektion ist der Pfirsich nun 16-mal größer, 27 Prozent saftiger und vier Prozent süßer als sein wilder Vetter."

Eine krasse Veränderung hat die Wassermelone hingelegt: Hatte die Ur-Melone gerade einmal einen Durchmesser von 50 Millimetern und wog nicht mehr als 80 Gramm, bringen die Wassermelonen, die heute über das Kassenband im Supermarkt rollen, zwei bis acht Kilogramm auf die Waage. Die wilde Melone, erstmals etwa 3000 vor Christus gefunden, musste mit einem Hammer oder einem scharfen Objekt geöffnet werden. Der Geschmack war sehr bitter - hauptsächlich bestand die Frucht aus 18 bitteren, nussigen Samen. Heute bekommt man durch die künstliche Züchtung hingegen sogar Wassermelonen ohne Kerne.

Auch der Nährwert hat sich geändert: bestand die wilde Wassermelone zu nur 1,9 Prozent aus Zucker, ist die moderne Melone um mehr als das Dreifache süßer. Sie enthält auch mehr Vitamin C - und während die Ur-Melone sogar entzündungsfördernde Stoffe enthielt, hat der moderne Nachfahre hingegen entzündungshemmende Wirkung. Die Wassermelone, die wir kennen, ist außerdem nahezu frei von Fett und Stärke.

Die Grafiken machen den hohen Wert der Pflanzenzüchtung deutlich. Über tausende Jahre sind durch stetige, bewusste Auswahl und gezielte Kreuzung unzählige Sorten entstanden, die uns mit lebenswichtiger Energie und Nährstoffen versorgen und noch dazu deutlich besser schmecken. Mit der ursprünglichen Pflanze haben unsere heute angebauten Kulturpflanzen meist kaum noch etwas zu tun.

Das bringt aber auch Nachteile mit sich: Viele Nutzpflanzen können außerhalb der bewirtschafteten Äcker nicht mehr überleben - etwa, weil die für die Fortpflanzung wichtigen Kerne oder etwa Schutzstoffe gegen Insektenfraß, die auch für Menschen schädlich sind oder zumindest unangenehm schmecken, weggezüchtet wurden.

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