DIY-Fahrrad: Hoopy - das Holzbike zum selber bauen

DIY-Fahrrad: Hoopy - das Holzbike zum selber bauen

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Ein Traum für Bastler: Das eigene Do-It-Yourself-Rad (Foto: Woodenwidget)

von Marius Hasenheit

Viel grüner wird's nicht: Ein Tüftler hat Pläne für ein DIY-Holzrad entwickelt. Für Bastler eine Möglichkeit, ein Rad mit Öko-Materialien selbst zu bauen.

Sommerzeit ist Fahrradzeit. Wer einfach mal wieder in die Pedale treten will, braucht nicht unbedingt ein teures Hightechgerät – wie wäre es mit einem simplen, aber selbst gebauten Rad?

Mit den günstigen Bauplänen von Hoopy geht das ohne Probleme. Die detaillierte Beschreibung von über 30.000 Wörtern und mehr als 200 Fotos auf 130 Seiten soll es Bastlern ermöglichen, selbst ein Holzfahrrad zu bauen. Die Pläne gibt es auf Wooden Widget, einer Seite, die vom auf Yachten spezialisierten Restaurator Benjy betrieben wird.

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Der Bauplan kostet 30 britische Pfund, die Materialkosten variieren, je nachdem wie viele Secondhandteile verwendet werden - und wie umfangreich die Ausstattung des Fahrrads aussehen soll. Wer gerade ein altes Fahrrad ausschlachten kann oder auf eine teure Gangschaltung verzichten mag, kommt günstiger weg - sonst dürften immer noch Materialkosten von mehreren hundert Euro anfallen. Als Arbeitsaufwand gibt Benjy etwa 50 Stunden an – abhängig von den Werkzeugen.

Fest steht also: Hoopy baut sich nicht gerade an einem Nachmittag und auch kostet das Fahrrad mehr als günstige Drahtesel aus zweiter Hand. Doch ein Hingucker ist das Holzfahrrad allemal!

Glaubt man den Bastlern, die Hoopy bereits gebaut haben, ist das Fahrrad aber nicht nur geeignet um aufzufallen, sondern auch um entspannt zu zweit zu radeln. Wegen der Struktur des Fahrrads finden zwei ausgewachsene Menschen bequem Platz - dafür muss bei Hoopy kein Gepäckträger überlastet werden. Manche abenteuerliche Radler berichteten sogar, zu dritt auf Hoopy unterwegs gewesen zu sein.

Besonders überzeugt viele Hobbybastler aber die Anpassungsfähigkeit des Fahrrads. Wem das "Hoop"-Design nicht gefällt, der kann die Rahmenteile auch in anderer Form zusägen – welche Teile angepasst werden können, steht ebenfalls im Bauplan. Für das Standortmodell braucht es nur zwei Holzplatten von 1,20 Meter Länge, 0,60 Meter Breite und einem Zentimeter Dicke. Für die kleinen Holzteile reichen, dem Holzfahrradentwickler zu Folge die Holzreste, die nach dem Aussägen der Rahmenteile übrig bleiben.

DIY-Prinzip macht Öko-Rad möglich

Bleibt die Frage: Ist das Holzfahrrad eine nachhaltige Lösung im Vergleich zum normalen Drahtesel? Hier kommt es auf die Herkunft des Holzes an und auch ob viele neue Metallteile benutzt werden. Wie bei anderen Fahrrädern zum selber bauen, wie zum Beispiel dem Bamboo Bike, werden auch beim Hoopy-Fahrrad größere Mengen Epoxidharz benutzt – ein Kleber der nicht gerade für seine Umweltfreundlichkeit bekannt ist. Aus rein ökologischen Gesichtspunkten wäre es sicher sinnvoller, ein altes Fahrrad wieder fit zu machen.

Auch ist die Frage, wie oft das Holz des Fahrrads behandelt werden muss. Schließlich wäre es äußerst unpraktisch wenn der Rahmen nach einem Regenguss aufquillt oder nach länger Benutzungszeit bei Wind und Wetter einfach reißt.

Auf der anderen Seite können Hobby-Bastler die grünsten Bauteile nutzen: Holz aus regionalen Wäldern oder zumindest nachhaltiger Forstwirtschaft, gebrauchte Teile, umweltfreundliche Lacke und vieles mehr. Dazu kann das Rad nicht nur zwei Menschen transportieren - es gibt auch Pläne für einen entsprechenden Anhänger.

Fazit ist: Auch mit Hoopy ist das Rad nicht unbedingt neu erfunden, aber ein schicker und auch praktischer Hingucker ist das Fahrrad allemal.

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