Automesse Shanghai: BYD ist der Star der chinesischen Elektrofahrzeug-Branche

Automesse Shanghai: Heftiger Gegenwind für E-Autos in China

BYD ist der Star der chinesischen Elektrofahrzeug-Branche

Im September folgte der konkrete Vorschlag, alle Autohersteller sollten im kommenden Jahr acht Prozent ihrer Produktion Elektroautos oder Hybrid-Modellen widmen. Im Jahr 2019 sollten es zehn Prozent sein, ein Jahr später zwölf. Wer diese Ziele nicht einhalte, könne stattdessen auch Zertifikate über Anteile von anderen Unternehmen kaufen, die die Marge überschritten, heißt es.

Wie aus der Branche verlautete, reagierten die Autobauer mindestens zurückhaltend. Die Ziele seien zu ehrgeizig, brachten sie vor. Möglicherweise ruderten die Behörden in einem für dieses Jahr erwarteten, aktualisierten Plan noch zurück, meldeten dann die Medien. Offiziell war dazu noch nichts zu hören.

Elektroautos im Kostenvergleich

  • BMW

    ModellKraftstoffGrundpreisKosten pro MonatKosten pro Kilometer
    BMW i3Strom36.150 Euro598 Euro47,8 Cent
    Mini Cooper SSuper Plus26.600 Euro542 Euro43,4 Cent
    Mini Cooper SDDiesel28.300 Euro519 Euro41,5 Cent

    Quelle: ADAC

  • Citroën

    ModellKraftstoffGrundpreisKosten pro MonatKosten pro Kilometer
    Citroën C-ZeroStrom19.800 Euro433 Euro34,6 Cent
    Citroën C1 Vti 68Super13.900 Euro388 Euro31,0 Cent

  • Ford

    ModellKraftstoffGrundpreisKosten pro MonatKosten pro Kilometer
    Ford Focus ElectricStrom34.900 Euro665 Euro53,2 Cent
    Ford Focus 1.5 EcoBoostSuper25.500 Euro618 Euro49,4 Cent
    Ford Focus 2.0 TDCiDiesel28.100 Euro623 Euro49,8 Cent

  • Hyundai

    ModellKraftstoffGrundpreisKosten pro MonatKosten pro Kilometer
    Hyundai IONIQ ElektroStrom33.300 Euro587 Euro47,0 Cent
    Hyundai i30 1.6 GDISuper22.630 Euro562 Euro45,0 Cent
    Hyundai i30 1.6 CRDi blueDiesel24.030 Euro548 Euro43,8 Cent

  • Kia

    ModellKraftstoffGrundpreisKosten pro MonatKosten pro Kilometer
    Kia Soul EVStrom28.890 Euro526 Euro42,1 Cent
    Kia Soul 1.6 GDISuper19.990 Euro529 Euro42,3 Cent
    Kia Soul 1.6 CRDiDiesel23.490 Euro539 Euro43,1 Cent

  • Mercedes-Benz

    ModellKraftstoffGrundpreisKosten pro MonatKosten pro Kilometer
    Mercedes-Benz B250eStrom39.151 Euro713 Euro57,0 Cent
    Mercedes-Benz B220 4MaticSuper34.076 Euro773 Euro61,8 Cent
    Mercedes-Benz B220dDiesel36.521 Euro728 Euro58,2 Cent

  • Nissan

    ModellKraftstoffGrundpreisKosten pro MonatKosten pro Kilometer
    Nissan LeafStrom34.385 Euro632 Euro50,6 Cent
    Nissan Pulsar 1.2 DIG-TSuper22.290 Euro574 Euro45,9 Cent
    Nissan Pulsar 1.5 dCiDiesel22.690 Euro535 Euro42,8 Cent

  • Renault

    ModellKraftstoffGrundpreisKosten pro MonatKosten pro Kilometer
    Renault ZoëStrom34.700 Euro580 Euro46,4 Cent
    Renault Clio TCe 90Super16.790 Euro433 Euro34,6 Cent
    Renault Clio dCi 90Diesel20.290 Euro454 Euro36,3 Cent

  • Tesla

    ModellKraftstoffGrundpreisKosten pro MonatKosten pro Kilometer
    Tesla Model S 60 Strom71.020 Euro1206 Euro96,5 Cent
    Mercedes-Benz CLS 400Super63.427 Euro1198 Euro95,8 Cent
    Mercedes-Benz CLS 350dDiesel62.178 Euro1156 Euro92,5 Cent

  • VW

    ModellKraftstoffGrundpreisKosten pro MonatKosten pro Kilometer
    VW e-up!Strom26.900 Euro472 Euro37,8 Cent
    VW up! 1.0Super14.255 Euro375 Euro30,0 Cent

Star in der chinesischen Elektrofahrzeug-Branche ist bisher BYD Auto aus Shenzhen. Das Unternehmen versorgt Taxi- und Busflotten in China und im Ausland mit Elektrowagen und findet auch bei chinesischen Autofahrern Kunden. Im vergangenen Jahr stieg der Verkauf nach Angaben von BYD auf 100.183 Fahrzeuge. Damit wäre BYD Auto schon das zweite Jahr in Folge die größte Elektromarke, vor Tesla mit 76 230 verkauften Fahrzeugen.

Die chinesischen Mitbewerber hingegen verbuchen keine anspornenden Erfolge. Die meisten konnten im vergangenen Jahr nur ein paar Hundert Hybrid-Autos veräußern. Grund dafür ist zum einen der im Vergleich zu herkömmlichen Benzinern doppelte bis dreifache Preis - bis zu rund 50.000 Euro -, aber auch die mangelnde Infrastruktur an Ladestationen im Land. „Die größten Sorgen beim Kauf eines Elektroautos sind der fehlende Auflade-Komfort und die armselige Reichweite der meisten Elektroautos“, sagt der Branchenanalyst Zhang Xin.

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Porsche Panamera Turbo S e-Hybrid. Quelle: dpa

Hier zumindest will die Regierung Abhilfe schaffen. Sie hat der staatlichen Stromindustrie die Errichtung zusätzlicher Ladestationen verordnet. Bis zum kommenden Jahr soll die Zahl von gut 50.000 auf 100.000 öffentliche und 800.000 private steigen. Bis 2020 soll ein Netzwerk aufgebaut sein, das fünf Millionen Fahrzeuge versorgen kann. Die Verbraucher sollen derweil mit Steuer- und Gebührenerleichterungen gelockt werden.

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Dennoch rechnen die Autobauer nicht mit einem schnellen Durchbruch. „Auch 2020 wird es noch kein profitables Geschäft“, meint John Zeng von LMC Automotive. Viele Hersteller werden daher erst einmal abwarten, wie die Bedingungen für den Kauf von Zertifikaten ausfallen. Und dann entscheiden, ob sie diesen Ausweg wählen oder doch mit eigener Technologie antreten.

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