Autonom auf dem Wasser: Amsterdam testet selbstfahrende Boote

Autonom auf dem Wasser: Amsterdam testet selbstfahrende Boote

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Amsterdam testet kleine, selbstfahrende Boote. Sie könnten den Verkehr auf dem Wasser revolutionieren. (Foto: MIT Sensable City Lab / AMS Institute)

von Ruth Herberg

Fahrerlose Boote sollen den Verkehr entlasten und für sauberes Wasser sorgen - das finden auch andere Städte attraktiv.

Die Zukunft fährt autonom. Zumindest, wenn es nach großen Konzernen wie Google oder Uber geht, die derzeit selbststeuernde Autos testen. Auch in Singapur sind bereits Taxis unterwegs, die nicht mehr von Menschen gefahren werden müssen (wir berichteten).

Auf der Straße könnte der Mensch als Fahrer also bald überflüssig sein – aber geht das auch auf dem Wasser? Amsterdam will das nun ausprobieren: Ab dem kommenden Jahr sind auf den Kanälen der niederländischen Hauptstadt sogenannte Drohnen-Boote unterwegs.

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Nicht nur als Transportmittel geeignet

Die "Roboats", wie die Boote genannt werden, sollen das Fortbewegen in Amsterdam revolutionieren. Ob und wie das funktionieren kann, wird ab 2017 mit Hilfe eines Prototyps getestet.

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Stehen die Logistikzentren der Zukunft an großen Flüssen? (Foto: MIT Sensable City Lab / AMS Institute)

Dabei soll es langfristig gesehen jedoch nicht bleiben: "Stellen Sie sich eine Flotte autonomer Boote für den Transport von Waren und Menschen vor", sagt Carlo Ratti, der am Massachusetts Institute of Technology (MIT) lehrt und das Projekt in Amsterdam leitet.

Es ist eine Kooperation des MIT mit dem Amsterdam Institute for Advanced Metropolitan Solutions (AMS), der Delft University of Technology (TUD) und der Wageningen University and Research (WUR).

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Die Technik für selbstfahrende Boote ermöglicht auch sich selbst zusammensetzende Brücken. (Foto: MIT Sensable City Lab / AMS Institute)

Das 25 Millionen Euro teure Forschungsprogramm ist vorerst auf fünf Jahre angelegt. Dabei sollen die "Roboats" allerdings nicht nur als autonomes Transportmittel dienen. Möglich sei auch eine dynamische und temporär schwimmende Infrastruktur wie etwa On-Demand-Brücken, die innerhalb von Stunden auf- und wieder abgebaut werden könnten, sagt Ratti.

Krankheitserreger früh erkennen

Zudem sollen sie Umweltdaten erfassen. Sensoren an Unterwasserrobotern könnten so etwa Krankheitserreger im Wasser frühzeitig erkennen. "Oder wir benutzen die Roboats, um die Kanäle von umhertreibendem Müll zu befreien", sagt Professor Arjan van Timmeren, wissenschaftlicher Direktor am AMS.

"Roboat" ist weltweit das erste groß angelegte Projekt, das das Potenzial von autonomen Systemen auf dem Wasser testet. Die Ergebnisse, die die Forscher in Amsterdam nach fünf Jahren zusammentragen, sollen nach Möglichkeit auch auf andere Städte und Regionen übertragen werden.

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