"Lilium"-Elektro-Jet: Münchner Tüftler bauen Mini-Flieger

"Lilium"-Elektro-Jet: Münchner Tüftler bauen Mini-Flieger

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Senkrechtstarter für die Stadt: Lilium arbeitet am fliegenden Auto. (Alle Bilder: Lilium GmbH)

von Ruth Herberg

Vier Münchner haben ein E-Flugzeug erfunden, das senkrecht startet und landet. Der Jet soll sogar noch weniger Energie verbrauchen als ein Elektroauto.

Flugzeuge, die beinahe lautlos durch die Luft gleiten, emissionsarm sind und die Menschen schnell von A nach B befördern: eine schöne Vision für das Jahr 2150? Nicht wenn es nach den Gründern von "Lilium Aviation" geht.

Die vier Ingenieure haben ein Flugzeug entwickelt, das senkrecht starten und landen kann – und das beinahe lautlos. Ihre Idee des Lilium-Jets soll eine Antwort auf Staus, Abgase und lange Parkplatzsuchen sein, denn das Flugzeug wird elektrisch betrieben.

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Schwenkbare Triebwerke sorgen dafür, dass das Flugzeug überall starten und landen kann, etwa im eigenen Garten, auf einem Hochhausdach oder einer Wiese. Ähnlich einem Hubschrauber also, nur ohne dessen Lautstärke und Energieverbrauch.

Energieverbrauch: E-Flugzeug schlägt E-Auto

Während herkömmliche Helikopter bei Start und Landung einen ohrenbetäubenden Lärm machen, soll der 2-Personen-Jet beim Start gerade einmal so laut sein wie ein Motorrad – dank des Elektroantriebs.

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Wann Lilium die ersten Modelle anbietet, steht noch nicht fest.

Aber kann das wirklich sein? Während Großunternehmen wie Airbus oder die NASA erste Testflüge absolvieren, soll ein Start-up bereits einen Prototyp für jedermann hergestellt haben? Nun, wann und zu welchem Preis der Jet auf den Markt kommt, kann das Start-up noch nicht verraten. Den nächsten Sommer wird es also noch nicht eng im Luftraum.

Andererseits hat im vergangenen Jahr der erste E-Flieger die Alpen überquert und Airbus will Ende des kommenden Jahres das erste rein elektrisch angetriebene Serienflugzeug abheben lassen - in das allerdings nur eine Hand voll Menschen passen dürfte.

Ultraleicht-Lizenz reicht zum Fliegen

Sollte es für den E-Jet aber so weit sein, sei dieser "tatsächlich an einer normalen Steckdose ladbar“, sagt Mareike Mutzberg von Lilium Aviation. Über Nacht soll er vollgeladen sein, der Akku reiche dann für 300 Kilometer. Nach Einschätzung der Entwickler verbraucht der Jet damit für eine bestimmte Strecke nur halb so viel Energie wie ein Elektroauto der heutigen Generation.

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Gelingt es den Entwicklern, ihre Idee umzusetzen, muss der Luftraum über der Stadt künftig deutlich aufwendiger gesteuert werden.

"Der Jet wird computergestützt sein und das Fliegen für den Piloten so einfach machen wie nie", verspricht Mutzberg zudem. Nach aktuellem Stand werde als "Führerschein" eine LSA-Lizenz reichen, also die Erlaubnis zum Fliegen von Ultraleichtflugzeugen.

Der Jet soll aber noch einen weiteren Vorteil haben: Um bequem von einem Start- oder Landeplatz zum anderen zu kommen, soll er schnell in ein Auto verwandelt werden können. Wie das gehen könnte – was etwa mit den Tragflächen passiert, wenn der Lilium Jet auf der Straße unterwegs ist – bleibt aber ebenfalls noch geheim. Bis das fliegende Auto zur ernsthaften Alternative wird, müssen die Entwickler noch viel Arbeit in ihr Projekt stecken.

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