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Ernst Ulrich von Weizsäcker"Die Ausplünderung des Planeten stoppen"

Der neue Co-Präsident des Club of Rome, Ernst Ulrich von Weizsäcker, will grüne Wachstumsoptionen entwickeln und fordert ein Bündnis zwischen Europa und Asien.Dieter Dürand 25.12.2012 - 06:00 Uhr

Schwierige Löschung von Windrad-Bränden

Die schmalen, hohen Windmasten sind bei einem Brand kaum zu löschen. Deshalb lassen Feuerwehrleute sie meist kontrolliert ausbrennen – wie im April in Neukirchen bei Heiligenhafen (Schleswig-Holstein).

Foto: dpa

Tiefflughöhe steigt

Die Bundeswehr hat die Höhe bei nächtlichen Tiefflügen angepasst. Wegen Windradmasten kann die Tiefflughöhe bei Bedarf um 100 Meter angehoben werden. Der Bundesverband Windenergie (BWE) begrüßt, dass dadurch Bauhöhen von bis zu 220 Meter realisiert werden können. Die Höhe des derzeit höchsten Windradtyps liegt bei etwa 200 Metern.

Foto: dpa

Dieselverbrauch durch Windräder

Viele neue Windkraftanlagen entstehen – ohne ans Netz angeschlossen zu sein. Solange der Netzausbau hinterherhinkt, erzeugen die Windräder keine Energie, sondern verbrauchen welche. Um die sensible Technik am Laufen zu halten, müssen Windräder bis zu ihrem Netzanschluss mit Diesel betrieben werden. Das plant etwa RWE bei seinem im noch im Bau befindlichen Offshore-Windpark „Nordsee Ost“.

Foto: AP

Stromschläge für Feuerwehrleute

Solarzellen lassen sich meist nicht komplett ausschalten. Solange Licht auf sie fällt, produzieren sie auch Strom. Bei einem Brand droht Feuerwehrleuten ein Stromschlag, wenn sie ihren Wasserstrahl auf beschädigte Solarzellen oder Kabel halten. Diese Gefahr droht nicht, wenn die Feuerwehrleute aus sicherer Entfernung den Wasserstrahl auf ein Haus richten – aber, wenn sie dabei ins Haus oder aufs Dach gehen. Stromschlagsgefahr gibt es ebenso für Feuerwehrleute, wenn sie nach einem Straßenunfall Personen aus einem beschädigten Elektroauto bergen müssen.

Foto: AP

Störende Schatten

Windräder werfen Schatten – manche Anwohner sehen darin eine „unzumutbare optische Bedrängung“, wie es das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen ausdrückte. Es gab einer Klage recht, die gegen ein Windrad in Bochum gerichtet war. Im Februar wies das Bundesverwaltungsgericht die Revision des Investors ab. Das Windrad wird nun gesprengt.

Foto: dpa

Gestörte Navigation

Auf hoher See wird es voll. Windparks steigern nicht nur das Kollisionsrisiko mit Schiffen. Die Rotoren stören auch das Radarsystem. Der Deutsche Nautische Verein schlägt daher vor, dass Windparks nur genehmigt werden, wenn die Betreiber auch neue Radaranlagen an den Masten installieren.

Foto: dapd

Windrad-Lärm

Windräder drehen sich nicht nur, dabei machen sie auch Geräusche. Je stärker der Wind, desto lauter das Windrad – und das wollen viele Bürgerinitiativen nicht hinnehmen. Ein Beschwerdeführer aus dem westfälischen Warendorf erreichte im September 2011 vorm Verwaltungsgericht Münster zumindest, dass eine Windkraftanlage nachts zwischen 22 und 6 Uhr abgeschaltet wird.

Foto: dpa

Weizsäcker, 73, ist seit Oktober Co-Präsident des Club of Rome. Von 1998 bis 2005 saß der Neffe des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker für die SPD im Bundestag. Von 1991 an baute der Diplom-Physiker das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie auf, das er bis 2000 leitete.

WirtschaftsWoche: Herr von Weizsäcker, sind Sie ein fröhlicher Mensch?

Ernst Ulrich von Weizsäcker: Durchaus.

Dann muss es ja regelrecht eine Qual für Sie sein, einer Institution wie dem Club of Rome vorzusitzen, der beharrlich den Weltuntergang predigt.

Ich versuche, für den Club eine optimistische Perspektive für die Welt zu entwickeln, die, aufbauend auf den leider richtigen Analysen, technologische und politische Vorschläge enthält, die uns aus der Gefahr der Apokalypse hinausführen können.

Im gerade veröffentlichten Nachfolgebericht zum legendären Buch von 1972 über die Grenzen des Wachstums ist davon nichts zu lesen. Im Gegenteil: Danach droht der Erde wiederum der Kollaps.

Jeder Arzt weiß, dass die Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie eine gute Diagnose ist. Und die lautet nun einmal: Die Menschheit stellt sich blind und denkt: Solange sich das Klima noch nicht dramatisch verändert hat, warum sollen wir was tun? Solange man Kupfer und High-Tech-Metalle wie Indium und Neodym noch irgendwo rauskratzen kann, worüber sollen wir uns sorgen? Solange das so ist, rückt die Welt dem Abgrund immer näher.

Und der Club of Rome glaubt, die Menschen mit seiner Katastrophenrhetorik aufrütteln zu können?

Leider ist vielen Menschen die kurzfristige Wohlstandsökonomie immer noch viel wichtiger als das Schicksal unserer Enkel. Und deswegen verdrängen sie die Gefahren kollektiv.

Was heißt verdrängen? Viele der düsteren Annahmen des Club of Rome waren doch schlicht falsch.

Natürlich gab es Fehleinschätzungen. Zum Beispiel ist die angenommene feste Kopplung zwischen industriellem Ausstoß und Umweltverschmutzung geknackt worden. Aber nur, weil die Politik wegen dieser Warnungen aktiv geworden ist. Sie hat in Deutschland und anderswo mit scharfen Umweltgesetzen dafür gesorgt, dass es ökonomisch richtig wehtat, das Wasser weiter zu verschmutzen. Sonst hätte sich nichts gebessert.

Wie sieht Ihr Reformplan für den Club of Rome denn aus?

Fünf Dinge habe ich mir vorgenommen. Wir müssen erstens eine positive Wachstumsoption entwickeln. Zweitens müssen wir Skandale wie die fortgesetzte Subventionierung des Leerfischens der Ozeane oder des Einsatzes fossiler Brennstoffe viel öffentlichkeitswirksamer anprangern. Wir wollen drittens verstärkt Geschäftsideen und Initiativen ermutigen, die das Zeug haben, die Erde zu einem besseren Ort zu machen.

Platz 10: dm

Die Drogeriemarktkette dm kann eine sehr hohe Kundenzufriedenheit aufweisen. Im Nachhaltigkeits-Ranking platzieren die Konsumenten den Drogeriehandel auf dem zehnten Platz. Jedoch hat ein nachhaltiges Image bei Drogerieartikeln auch nur einen Umsatzanteil von 1,1 Prozent.

Foto: AP

Platz 9: Mercedes Benz

Insgesamt hinterlassen Autokonzerne bei den Verbrauchern einen besonders engagierten Eindruck. So auch Mercedes Benz. Der Automobilhersteller liegt im Nachhalitgkeits-Ranking auf Platz 9.

Foto: REUTERS

Platz 8: Otto

Rang acht erarbeitet sich der Onlinehändler Otto. Der Konzern liefert regelmäßig Nachhaltigkeitsberichte, die für Transparenz beim Kunden sorgen.

Foto: Morris Mac Matzen

Platz 7: Audi

Auch auf Rang sieben liegt ein Automobilhersteller. Audi wirkt auf die Konsumenten als ein sozial und ökologisch handelndes Unternehmen. Sieben Prozent der Umsätze in der Automobilbranche sind auf ein nachhaltiges Markenimage zurückzuführen.

Foto: dpa

Platz 6: Landliebe

Der Lebensmittelhersteller Landliebe liegt auf dem sechsten Platz. 3,8 Prozent des Umsatzes mit Molkereiprodukten entstehen aus einem nachhaltigen Image.

Foto: dpa/dpaweb

Platz 5: Bärenmarke

Wie Landliebe ist auch Bärenmarke ein deutscher Produzent von Molkereiprodukten. Der Konzern hat es unter die Top-Fünf im Nachhaltigkeits-Ranking geschafft.

Foto: AP

Platz 4: Miele

Der Hersteller von Haus- und Einbaugeräten kommt bei den Verbrauchern gut an und genießt ein grünes, soziales Image. Im Ranking platziert sich der Konzern damit auf Rang 4.

Foto: dpa

Platz 3: BMW

Auch unter den Top-Drei der nachhaltigsten Unternehmen befindet sich ein Automobilkonzern. BMW wird von den Kunden als besonders engagiert und nachhaltig empfunden.

Foto: dapd

Platz 2: Alete

Den zweiten und ersten Rang nehmen zwei Hersteller von Babynahrungsmitteln in Anspruch. Bei Babynahrung sind 9,5 Prozent des Umsatzes auf ein nachhaltiges Markenimage zurückzuführen. Rang zwei belegt Alete.

Foto: AP

Platz 1: Hipp

Die Babykostmarke Hipp erscheint den Verbrauchern am grünsten und sozialsten. Claus Hipp verfolgt die Themen Verantwortung und Nachhaltigkeit seit Jahrzehnten, wodurch Hipp für die Konsumenten zur nachhaltigsten Marke wird. Sie liegt im Ranking auf Rang eins.

Foto: screenshot

Klimaexperten haben mehr als 400 Methoden zur Bekämpfung des Klimawandels unter die Lupe genommen. Im Fokus der im Wissenschaftsmagazin „Science“ veröffentlichten Untersuchung stand ausnahmsweise nicht der Klimakiller CO2, sondern das Treibhausgas Methan sowie Ruß, der in der Atmosphäre dafür sorgt, dass weniger Sonnenstrahlung ins All reflektiert wird.

Schon mit einigen einfachen Maßnahmen, so die Wissenschaftler, ließe sich der Ausstoß von Methan und Ruß so stark reduzieren, dass der globale Temperaturanstieg bis zum Jahr 2050 um ein Drittel geringer ausfallen würde als bislang vorhergesagt. Die zehn wichtigsten Maßnahmen im Überblick.

Foto: dpa

Durch eine bessere Filterung bei der Entlüftung von Kohleminen würde deutlich weniger Methan freigesetzt.

Foto: dpa

Lecke Gaspipelines sind eine weitere Treibhausgas-Quelle, die sich mit relativ geringem Aufwand schließen ließe.

Foto: dpa

Deponie-Gas, dessen Hauptbestandteil Methan ist, entsteht durch den bakteriologischen und chemischen Abbau von organischen Inhaltsstoffen des Mülls. Seine Freisetzung zu verhindern und es nutzbar zu machen, würde dem globalen Klimawandel entgegenwirken, so die Forscher.

Foto: dpa

Durch unkontrolliertes Abblasen bei der Ölförderung gelangen ebenfalls große Mengen Methan in die Atmosphäre, die durch verbesserte Fördertechnik eingefangen werden könnten.

Foto: dpa

Auch durch eine bessere Aufarbeitung der bei der Nutztierhaltung anfallenden Exkremente – etwa durch Vergärung in Biogasanlagen – ließe sich der Methanausstoß deutlich verringern.

Foto: dpa

Keine andere Kulturpflanze setzt soviel Methan frei wie Reis. Durch verbesserte Anbaumethoden, weniger Dünger und eine weniger intensive Bewässerung ließe sich der Methanausstoß beim Reisanbau reduzieren.

Foto: dpa

Eine deutliche Verringerung der Rußpartikel-Emissionen ließe sich etwa durch die verbindliche Einführung von Abgasfiltern für alle Dieselfahrzeuge erreichen.

Foto: dpa

Ältere Fahrzeuge mit besonders hohem Schadstoffausstoß sollten generell aus dem Verkehr gezogen werden.

Foto: ap

Durch das unkontrollierte Verbrennen von Abfällen aus Landwirtschaft und Gartenbau gelangen große Mengen Ruß in die Atmosphäre. Konsequent machen sich die Forscher daher für ein Verbot dieser Feuer stark.

Foto: dapd

Weltweit sind rund drei Milliarden Menschen auf Holz, Kohle, Torf oder Dung als Brennmaterial angewiesen, um ihr Essen zu kochen. Zumindest einem Teil dieser Menschen den Zugang zu besseren Kochherden zu verschaffen, könnte den Ruß-Ausstoß verringern und damit helfen, den Klimawandel zu verzögern, so die Forscher.

Foto: dpa

Haben Sie ein Beispiel?

Eine Möglichkeit wäre die Kooperation mit Investmentfonds, die ihr Geld nach strengen ökologischen Kriterien anlegen. Das hätte großen Einfluss auf die Märkte.

Und die anderen Reformschritte?

Wir müssen, wie das auch die OECD fordert, weltweit für Regierungen wie Unternehmen verbindliche Regeln einführen, die der Ausplünderung des Planeten ein Ende bereiten. Und schließlich will ich fünftens die Nachwuchsorganisation des Clubs wiederbeleben. Sie soll die modernen Kommunikationsströme nutzen und sich verstärkt in die Diskussion in sozialen Medien wie Facebook und Twitter einschalten.

Soll sich der Club auch in die gesellschaftliche Breite öffnen?

Bisher galt das ungeschriebene Gesetz, dass der Club nie mehr als 100 Mitglieder haben darf. Aber wenn wir künftig ein halbes Dutzend Programme vorantreiben, dann kann es auch Projekt-, Unternehmens- oder Jugendmitgliedschaften geben. So können wir unsere Aktivität sinnvoll verstärken.

Gehen wir in die Details. Welche umweltverträgliche Wachstumsoption schwebt Ihnen denn vor?

Ich behaupte, wir schaffen mehr Wohlstand mit den gegebenen bekannten Ressourcen, wenn wir lernen, diese dramatisch effizienter einzusetzen. Es ist schon mit den heute verfügbaren Technologien möglich, jede Einheit Wohlstand mit einem Fünftel des jetzigen Ressourcenverzehrs zu erzeugen. Langfristig halte ich auch eine Verzwanzigfachung für realistisch. Das würde die Ausplünderung unseres Planeten endlich stoppen.

Das klingt zu schön, um wahr zu sein. Eine einzige Maßnahme rettet die Welt?

Erstaunlich, nicht wahr! Aber es ist so. Noch als Leiter des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie habe ich ausrechnen lassen, wie es sich im Modell des Club of Rome auswirkt, wenn die Ressourcenproduktivität jedes Jahr um vier Prozent steigt. Was war die Folge? Stabilisierung! Der ganze Unterschied zwischen Kollaps und Stabilisierung ist eine Steigerung der Ressourcenproduktivität um vier Prozent pro Jahr.

Und wie bekommen wir diese dauerhafte Steigerung hin?

Indem wir die Preise für Energie und Rohstoffe in Höhe des jährlichen Fortschritts bei der Ressourcenproduktivität per Steuer kontinuierlich erhöhen. Das setzt Hersteller, Handel und Verbraucher unter Handlungszwang.

Industrie und Verbraucher ächzen doch jetzt schon unter galoppierenden Energie- und Rohstoffpreisen. Strom würde für Geringverdiener unbezahlbar, und es gingen Arbeitsplätze verloren.

Mitnichten. Der Ansatz wird weder zu sozialem Elend noch zu Auswanderung von Unternehmen führen – wenn zwei Nebenbedingungen eingehalten werden. Das eine ist ein bezahlbarer Sockeltarif, damit nicht die Hartz-IV-Empfänger die Zeche zahlen. Das Zweite eine Aufkommensneutralität für gefährdete Branchen: Sie bekommen zurückgefüttert, was sie vorher eingezahlt haben.

Platz 9: Gelsenkirchen

Gelsenkirchen kommt auf gut 500 Delikte im vergangenen Jahr bei insgesamt 39 Tankstellen. Mit einer Quote von 13 Betrugsfällen pro Tankstelle liegt die Stadt damit auf dem neunten Platz.

Foto: CLARK/obs

Platz 49: Oberhausen

Oberhausen bietet ihren rund 213.000 Einwohnern insgesamt die zweitschlechteste nachhaltige Lebensqualität. Sowohl bei der Wirtschaftskraft als auch beim Humankapital und der Umwelt erreicht Oberhausen deutlich unterdurchschnittliche Qualitätswerte. Die Ruhrstadt steht bei der Wirtschaftskraft auf Platz 45. Sehr schlecht schneidet Oberhausen auch bei der Betreuung von Kleinkindern ab.

Foto: dpa/dpaweb

Platz 48: Krefeld

Krefeld positive Ergebnisse: Der Anteil der Erholungsflächen am gesamten Stadtgebiet ist mit 8,5 % überdurchschnittlich hoch. Sowohl in der Kategorie Energie und Verkehr als auch Umwelt liegt die Stadt auf dem viertletzten Platz. In der Kategorie Umwelt rangiert die Stadt sowohl bei der Luftqualität als auch beim Abfallmanagement unter den letzten zehn Städten im Nachhaltigkeits-Ranking.

Foto: AP

Platz 10: Herne

Herne erreicht im Betrüger-Ranking den zehnten Platz. Die Stadt im Ruhrgebiet kommt 2014 auf insgesamt 247 Delikte. Statistisch gesehen wurde jede Tankstelle in Herne 12mal Opfer eines Tankbetruges.

Foto: dpa/dpaweb

Rang 46: Hamm

Hamm schneidet noch am besten in der Kategorie Umwelt für Luftqualität, Flächennutzung und Abfallmanagement ab: Platz 23. Im Teilbereich Abfallmanagement kommt die Stadt im Ranking auf Platz 29, die Recyclingquote ist deutlich niedriger als der Durchschnitt. Vor allem bei der Bildung schneidet Hamm mit Platz 44 schlecht ab.

Foto: dapd

Rang 45: Mönchengladbach

Mönchengladbach rangiert im Teilbereich Sicherheit auf einem relativ guten Platz 19. Allerdings schneidet die Stadt in der Kategorie Energie und Verkehr am schlechtesten ab, wo sie das Schlusslicht bildet (Platz 50). Die Stadt ist nicht direkt an das Fernverkehrsnetz der Bahn angeschlossen und das Carsharing-Angebot lässt zu wünschen übrig.

Foto: dpa/dpaweb

Rang 44: Essen

Essen kann lediglich dank ihrer Wirtschaftskraft mit einem zwölften Rang punkten. Bei den anderen Kategorien fällt dagegen die Performance der Stadt deutlich ab. Bei der Arbeitsmarktsituation, der Bildung und der Kinderbetreuung rangiert sie sogar lediglich auf Rang 43. Im Bereich Umwelt ist die Ruhrmetropole weit abgeschlagen an vorletzter Stelle. Essen hat die schlechteste Luftqualität unter den 50 einwohnerreichsten Städten Deutschland.

Foto: AP

Rang 43: Kassel

Kassel ist bei der Ärzteversorgung der über 195.000 Einwohner in der Spitzengruppe. Die Stadt erreicht im Bereich Umwelt jedoch vor allem wegen der schlechten Luftqualität nur Rang 33. Den vorletzten Platz erzielte Kassel im Nachhaltigkeitsbereich Transparenz und Engagement; lediglich die sächsische Landeshauptstadt Dresden bietet ihren Bürgern weniger an Informationen und Engagement.

Foto: REUTERS

Rang 42: Solingen

Solingens Recyclingquote ist mit 39,0 % deutlich niedriger als der Durchschnittswert der untersuchten Städte (46,5 %). Schlechte Noten gab es auch für das schlechte Abschneiden in den Teilbereichen Kinderbetreuung und Bildung Bei den Beschäftigungsmöglichkeiten steht die Stadt immerhin auf Rang 23.

Foto: dpa

Rang 41: Halle

Halle schafft es in keiner der sechs zentralen Nachhaltigkeitskategorien einen Platz unter den besten zehn Großstädten zu belegen. Die größte Stadt Sachsen-Anhalts schneidet mit ihren 233.000 Einwohnern mit Platz 14 noch am stärksten in der Kategorie Energie und Verkehr ab. Jedoch ist die Anzahl der zur Verfügung stehenden Krankenhausbetten pro 10.000 Bürger nach Münster die zweithöchste.

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Rang 40: Dortmund

Dortmund schneidet am besten in der Kategorie Energie und Verkehr ab: Hier reicht es für Platz 16. Bei den sozialen Faktoren bildet die Ruhrstadt mit Rang 50 das Schlusslicht: Die Lebenserwartung ist niedrig, die Anzahl der zur Verfügung stehenden Krankenhausbetten ist mit 75 Betten eine der niedrigsten und der Anteil der Erholungsflächen an der gesamten Stadtfläche ist deutlich geringer als bei den anderen Städten.

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Rang 39: Duisburg

Duisburg schafft es in keiner der sechs zentralen Nachhaltigkeitskategorien einen Platz unter den besten zehn Großstädten zu belegen. Punkte sammeln konnte die Stadt, weil Fernbahnhöfe sehr gut erreichbar sind und das Radwegenetz ebenfalls gut ausgebaut ist In der Kategorie Wirtschaftskraft kommt Duisburg allerdings nur auf Rang 46.

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Platz 1: Berlin

Das heißeste Pflaster für Tankwarte ist Berlin. Mit mehr als 7000 Betrugsfällen ist die Hauptstadt der absolute Spitzenreiter im Betrüger-Ranking. 24mal im Jahr wird jede Berliner Tankstelle statistisch gesehen von Spritdieben heimgesucht. Meist kommen die Täter ohne jede Konsequenzen davon: Laut Untersuchung konnte gerade einmal jeder vierte Betrug von der Polizei aufgeklärt werden.

Foto: dpa

Rang 37: Magdeburg

Relativ weit  vorne liegt Magdeburg mit Platz 4 im Bereich Energie und Verkehr. Dabei kommt Magdeburg bei der Subkategorie Energie sogar auf den ersten Platz und in der Subkategorie Verkehr auf Platz 23. Der Pro-Kopf-Stromverbrauch in den privaten Haushalten liegt deutlich unter dem Durchschnittswert. Allerdings ist der Anteil der Beschäftigten in Forschung und Entwicklung, wissensintensiven Industrien und kreativen Branchen deutlich geringer als in den übrigen Städten.

Foto: dpa

Rang 36: Hannover

Hannover punktet in den Bereichen Demographie, Sicherheit und Luftqualität, schwächelt aber in der Flächennutzung. Überdurchschnittlich ist wiederrum die Produktivität der Stadt, allerdings ist sie auch  überdurchschnittlich hoch verschuldet. Auch bei Energie und Verkehr gibt es ein hohes Verbesserungspotenzial.

Foto: dpa/dpaweb

Rang 35: Lübeck

Lübeck erreicht sogar zwei Top 10-Plätze: In den Kategorien Umwelt, sowie Energie und Verkehr. Allerdings belegt sie auch in zwei Bereichen nur den vorletzten Platz: Bei der Nachhaltigkeit der sozialen Faktoren, unter anderem wegen überdurchschnittlich viele Strafdelikte, und bei der Wirtschaftskraft, wo sich die relativ niedrige Produktivität negativ auswirkt.

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Rang 34: Bochum

Bochum erreicht Rang drei im Bereich Transparenz und Engagement. Beispielsweise hat die Stadt eine EEA-Zertifizierung der Europäischen Kommission, veröffentlicht regelmäßig eine CO2-Bilanz, vergibt Umweltpreise und führt Umwelt- und Klimaschutzaktionen durch. Bei Energie und Verkehr kommt die Stadt jedoch nur auf Rang 45.

Foto: dpa

Rang 33: Ludwigshafen

Ludwigshafen belegt Platz neun in der Kategorie Wirtschaftskraft. Die Brutto-Wertschöpfung pro Erwerbstätigem  ist die dritthöchste unter den untersuchten Städten. Allerdings ist die zweitgrößte Stadt in Rheinland-Pfalzhoch verschuldet. Im Bereich Bildung rangiert die Chemie-Stadt mit 164.000 Einwohnern auf dem drittletzten Rang.  Trotzdem erreicht Ludwigshafen bei den sozialen Faktoren einen guten Platz 16. 

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Rang 32: Leipzig

Der Pro-Kopf-Stromverbrauch in den privaten Haushalten liegt in Leipzig klar unter dem Durchschnittswert. Auch das Hausmüllaufkommen ist erheblich niedriger als in anderen Städten. Jedoch gibt es im Bereich Wirtschaftsleistung nur den vorletzten Platz. Der Grund: In keiner anderen Stadt ist das verfügbare Pro-Kopf Einkommen so niedrig.

Foto: dapd

Rang 31: Köln

Kölns beste Platzierung ist ein Platz 14 in der Kategorie Wirtschaftskraft. In Relation zu 10.000 Bewohnern sind Kölner überdurchschnittlich unternehmerisch. Der Anteil der in kreativen Branchen Beschäftigten ist ebenfalls gut. Jedoch bildet Köln das Schlusslicht in puncto Sicherheit, da dort die wenigsten Straftaten aufgeklärt werden.

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Rang 30: Wuppertal

Die besten Platzierungen erreicht Wuppertal in den Kategorien Wirtschaftskraft und Umwelt mit jeweils Platz 21. Ein besseres Abschneiden verhindert hier vor allem das relativ geringe Bruttoinlandsprodukt deutlich unter dem Durchschnittswert. Im Bereich Humankapital kommt die Stadt auf den fünftschlechtesten Platz.

Foto: dpa/dpaweb

Rang 29: Hagen

Hagen erreicht Platz 10 in der Kategorie Umwelt. Die Flächennutzung der nordrhein-westfälischen Stadt ist unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten die Drittbeste Deutschlands. Dafür ist aber die Recyclingquote deutlich schlechter als der Durchschnitt. Auch das Abschneiden in der Kategorie Wirtschaftskraft ist unterdurchschnittlich.

Foto: dpa/dpaweb

Rang 28: Bremen

Bremen schafft es in keiner der sechs zentralen Nachhaltigkeitskategorien einen Platz unter den besten zehn Großstädten zu belegen. Mit Platz 22 ist die Stadt noch am stärksten im Bereich Humankapital. Den schlechtesten Leistungsausweis liefert Bremen bei den sozialen Faktoren wie demografische Struktur, Sicherheit sowie Gesundheit, Erholung und Gemeinwesen.

Foto: dpa

Rang 27: Leverkusen

Leverkusen schneidet vor allem bei der Innovationsfähigkeit mit einem dritten Platz sehr gut ab. Der Anteil der in Forschung und Entwicklung Beschäftigten ist sehr hoch. Auch die Performance der Stadt im Bereich Gesundheit, Erholung und Gemeinwesen fällt überdurchschnittlich gut aus, während sie in der Kategorie Energie und Verkehr schlecht ist.

 

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Rang 26: Saarbrücken

Saarbrücken erreicht in der Kategorie Energie und Verkehr nur Platz 49. Das schlechte Abschneiden erklärt sich vor allem durch den überdurchschnittlich hohen Stromverbrauch der privaten Haushalte. Jedoch bietet Saarbrücken nachhaltige Lebensqualität in der Kategorie Umwelt (Platz 3), gemessen an der Luftqualität, der Flächennutzung und dem Abfallmanagement.

Foto: dpa

Rang 25: Mühlheim an der Ruhr

Mühlheim an der Ruhr bietet ihren rund 167.000 Bürgern die zweitschlechteste Luftqualität. Einen sehr guten sechsten Platz im bekam die Stadt in der Kategorie Energie und Verkehr. Im Teilbereich Wirtschaftsleistung schneidet Mülheim sogar gut auf Platz 13. Die Produktivität ist deutlich überdurchschnittlich.

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Rang 24: Aachen

Aachen erzielt sehr unterschiedliche Ergebnisse. Ihre beste Platzierung erreicht die Stadt in der Kategorie Umwelt, den schlechtesten Platz in Energie und Verkehr mit Platz 48. Die privaten Haushalte haben den vierthöchsten Stromverbrauch. Die installierte Fläche für Solarthermie ist unterdurchschnittlich, sodass die Stadt insgesamt im Bereich Energie auf Platz 50 steht.

Foto: dpa

Rang 23: Chemnitz

Die Stadt Chemnitz hebt sich vor allem beim Abfallmanagement durch einen hervorragenden dritten Platz überraschend positiv von den übrigen Großstädten ab. Die vergleichsweise schlechte Luftqualität hat eine

bessere Platzierung im Bereich Umwelt verhindert. Chemnitz sticht ebenfalls positiv in Bezug auf die Transparenz und das Engagement im Bereich der nachhaltigen Entwicklung hervor, beispielsweise durch die regelmäßige Veröffentlichung einer CO2-Bilanz.

Foto: dpa-tmn

Rang 22: Dresden

Dresden erreicht ihren besten Rang in der Kategorie Umwelt, den schlechtesten bei Transparenz und Engagement (Rang 50). Die Stadt hat beispielsweise bislang keine EEA-Zertifizierung der Europäischen Kommission und der Internetauftritt der Stadt ist wenig transparent. Jedoch überzeugt Dresden beim Abfallmanagement.

Foto: dpa

Rang 21:Erfurt

Erfurt erzielt  die beste Platzierung in der Kategorie Energie und Verkehr. Die Stadt hat den niedrigsten Stromverbrauch bei den privaten Haushalten unter den 50 untersuchten Städten. Im Bereich Wirtschaftsleistung erreicht Erfurt dabei den viertletzten Platz.

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Rang 20: Nürnberg

Nürnberg hat die beste Luftqualität aller untersuchten Städte. Die zweitgrößte Stadt Bayerns kommt auch bei Wirtschaftsleistung und Innovationsfähigkeit gut weg. Noch nicht optimal sind die Bereiche Bildung und Kinderbetreuung. Auffällig ist, dass der Anteil der Schüler, die die Schule ohne Abschluss verlassen, mit 10,1 % vergleichsweise hoch ist (Durchschnitt 7,5 %).

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Rang 19: Mainz

Mainz erreicht in fünf der sechs zentralen Nachhaltigkeitskategorien überdurchschnittlich gute Leistungen. Im Bereich der Bildungsmöglichkeiten erzielt sie sogar Platz eins. Ihr schlechtestes Ergebnis bekam die Hauptstadt von Rheinland-Pfalz in der Kategorie Umwelt, wegen ihrer schlechten Luftqualität (Rang 46).

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Rang 17: Braunschweig

Braunschweig kann sich in den Kategorien Umwelt und Humankapital jeweils in der Gruppe der zehn Städte mit der besten Nachhaltigkeitsperformance platzieren. In den anderen klassischen Bereichen Energie und Verkehr  erzielt die zweitgrößte Stadt Niedersachsens dagegen nur Platz 33 und damit ihre schlechteste Leistung.

Foto: dpa

Rang 16: Bonn

Bonn bekam gute Noten vor allem im Teilbereich Bildung, wo sie ihren Bewohnern überall überdurchschnittlich viel bietet. Die Stadt bietet außerdem einen sehr hohen Anteil naturbelassener Fläche. Während Bonn bei der Innovationsfähigkeit einen durchschnittlich guten Platz 21 erreicht, steht die Stadt im dritten Teilbereich der Kategorie, den öffentlichen Finanzen, nur auf Platz 36.

Foto: AP

Rang 15: Oldenburg

Oldenburg punktet mit guter Luftqualität und hoher Recyclingquote. Die niedersächsische Stadt erreichte auch eine überdurchschnittliche Platzierung bei Bildung und Kinderbetreuung. Allerdings ist der Stromverbrauch ist mit 2.266 kwh je Bürger der höchste der 50 Großstädte.

Foto: dapd

Rang 14: Wiesbaden

Wiesbaden schneidet in den meisten der sechs zentralen Nachhaltigkeitskategorien im oberen Mittelfeld ab. Die Stadt schneidet sehr gut bei Wirtschaftskraft und Innovationsfähigkeit ab. Besonders sind die überdurchschnittlichen Anstrengungen zur Energieeinsparung. Allerdings könnte bei der Umwelt noch einiges getan werden.

Foto: dpa/dpaweb

Rang 13: Düsseldorf

Düsseldorf erreichte den ersten Platz in der für eine nachhaltig hohe Lebensqualität der Bürger zentralen Kategorie Wirtschaftskraft. Auch bei der Produktivität rangiert die Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen auf Platz eins. Jedoch gibt es ein hohes Verbesserungspotenzial bei Energie, Verkehr und Sicherheit.

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Rang 12: Hamburg

Die Ergebnisse von Hamburg sind recht unterschiedlich. Spitzenplätze erreicht Hamburg in den Kategorien Energie und Verkehr, sowie Wirtschaftskraft. Das Radwegenetz ist, umgerechnet auf die Stadtfläche, das längste aller Städte. Außerdem hat die Hansestadt das höchste verfügbare Pro-Kopf-Einkommen.

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Rang 11: Rostock

Die Nachhaltigkeitsleistung von Rostock ist in den sechs untersuchten Kategorien recht unterschiedlich: Die besten Plätze erzielt die Stadt in den Kategorien Umwelt, sowie Energie und Verkehr. Die Luftqualität der Hansestadt an der Ostsee ist die zweitbeste aller 50 untersuchten Großstädte Deutschlands.

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Rang 10: Osnabrück

Osnabrück schafft es lediglich in der Kategorie Transparenz und Engagement eine Platzierung unter den zehn besten der insgesamt 50 untersuchten Großstädte Deutschlands. Jedoch bekam die drittgrößte Stadt des Bundeslandes Niedersachsen gute Bewertungen für nachhaltige Lebensqualität.

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Rang 9: Kiel

Kiel punktete unter anderem mit einem relativ gut ausgebauten Radwegenetz, hoher Luftqualität und niedrigem Hausmüllaufkommen. Auch in den Bereichen Bildung und Altersstruktur schnitt die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt gut ab.

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Rang 8: Frankfurt

Frankfurt rangiert bei den einzelnen Kategorien meist im Mittelfeld. Eine hervorragende Leistung erreicht die Finanzmetropole bei der Wirtschaftskraft. Keine Stadt erwirtschaftet pro Kopf ein höheres Bruttoinlandsprodukt als Frankfurt. Das verfügbare Einkommen beträgt im Schnitt in der Mainmetropole 19.350 Euro, während die Einwohner in den übrigen Großstädten über durchschnittlich 18.498 Euro verfügen können.

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Rang 7: München

München bekam eine Spitzenplatzierung in der Kategorie Soziales: Die Stadt bietet ihren mehr als 1,4 Millionen Bürgern eine hervorragende nachhaltige Lebensqualität. Bei der Demografie nimmt München im Teilranking den drittbesten Platz ein. Jedoch bleibt die Leistung der Stadt im Bereich Umwelt sowie Energie und Verkehr klar unter dem Durchschnittsniveau der untersuchten 50 Städte.

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Rang 6: Mannheim

Mannheim erzielt in fünf der sechs zentralen Nachhaltigkeitskriterien eine Platzierung unter den Top 10. Besonders im Teilbereich Verkehr punktet die Universitätsstadt. Auch bei der Wirtschaftskraft erreicht Mannheim einen sehr guten Platz. Allerdings gibt es ein hohes Verbesserungspotenzial bei der Luftqualität.

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Rang 5: Bielefeld

Bielefeld und dessen Wirtschaftszentrum erreichte seine Top-10-Platzierung durch gute Flächennutzung und cleveres Abfallmanagement. Die größte Stadt der Region Ostwestfalen-Lippe bietet ihren rund 323.000 Bürgern auch bei den sozialen Nachhaltigkeitsfaktoren demografische Entwicklung, Sicherheit sowie Gesundheit, Erholungsmöglichkeiten und Gemeinwesen einen vergleichsweise guten Standard.

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Rang 4: Karlsruhe

Karlsruhe bekam eine Top-Platzierung in den Bereichen Gesundheit, Erholung und Gemeinwesen. Die Einwohner haben mit 81,3 Jahren eine der zehn höchsten Lebenserwartung der untersuchten Städte. Die baden-württembergische Großstadt punktete auch mit einer hoher Recyclingquote und guter Luftqualität.

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Rang 3: Freiburg

Freiburg erreichte Rang eins bei der für eine nachhaltige Lebensqualität wichtigen Kategorie Humankapital: Die Stadt bietet besonders viele Beschäftigungsmöglichkeiten, Bildungsangebote und Kinderbetreuung. Außerdem punktet die südlichste Großstadt Deutschlands mit hoher Recyclingquote und guter Flächennutzung.

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Rang 2: Münster

Münster verdankt seine gute Platzierung der guten Ärzteversorgung und den vielen Krankenhausbetten. Die Stadt erzielte außerdem den absoluten Spitzenplatz im Bereich Gesundheit, Erholungsmöglichkeiten und Gemeinwesen. Verbesserungspotenzial gibt es jedoch bei der Wirtschaftskraft.

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Rang 1: Stuttgart

Stuttgart schneidet in allen Kategorien - Wirtschaftskraft, Umwelt, Humankapital, Soziales, Energie und Verkehr sowie Transparenz und Engagement - überdurchschnittlich gut ab. Die Landeshauptstadt punktet mit guter Kinderbetreuung und niedriger Arbeitslosenquote. Stuttgarter haben die höchste Lebenserwartung aller untersuchten Städte. Allerdings könnte die Luftqualität besser sein.

Foto: dpa

Ab September müssen Staubsauger ein Energielabel tragen, so wie Waschmaschine und Kühlschrank auch. Die EU-Regelung soll es einfacher machen, energiesparende Geräte zu erkennen. Ab September dürfen die Geräte maximal 1600 Watt verbrauchen, bis 2017 soll diese Grenze auf 900 Watt herabgesetzt werden. Zusätzliche hinweise auf dem Label informieren den Kunden, für welchen Bodenbelag der Sauger geeignet ist. Wichtig ist für Experten allerdings nicht nur die Watt-Zahl, sondern auch die Saugleistung. Muss länger gesaugt werden, ist die Energieersparnis durch geringeren Stromverbrauch hinüber. Deshalb sei das Label kaum mit den Energieeffizienzklassen anderer Geräte zu vergleichen.

Wenn Sie vorhaben, sich einen neuen Staubsauger anzuschaffen, achten Sie nicht nur auf den Stromverbrauch, sondern auch auf die Saugleistung. Diese wird durch die Art des Motors, Saugrohr und vorhandene Filter beeinflusst. Viele Händler bieten mittlerweile "Versuchsparcours" an, auf denen man die Staubsaugermodelle testen kann.

Staubsauger, die bis Ende des Monats in den Handel kommen, werden das Label vorerst nicht bekommen und dürfen auch ohne dieses verkauft werden.

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Für Filter-Kaffeemaschinen mit einer Isolierkanne soll der EU zufolge eine Wartezeit von fünf Minuten gelten. Bei Maschinen ohne Isolierbehälter ist eine Wartezeit von maximal 40 Minuten geplant. Die Hersteller können der Kommission zufolge aber entscheiden, ob sie es den Verbrauchern ermöglichen, die automatische Abschaltung der Warmhaltefunktion wieder abzustellen. „Die Einschränkungen für den Verbraucher sind sehr, sehr gering. Kaffee, der 40 Minuten in der Glaskanne steht, schmeckt ohnehin nicht mehr“, sagte Scholz. Vorteile für die Verbraucher seien Einsparungen beim Stromverbrauch und damit bei den Kosten.

Der Bund der Energieverbraucher schätzt die Einsparungen auf etwa 60 Euro im Jahr, wenn täglich drei Kannen Kaffee gekocht und diese insgesamt acht Stunden warmgehalten werden. „Existierende Modelle, die automatisch abschalten, kosten kaum so viel wie der Warmhaltestrom eines Jahres“, sagte der Vorsitzende des Verbandes, Aribert Peters der dpa. „Wir bekommen die Energiewende nicht hin, ohne Strom zu sparen.“

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Kaffeemaschinen sind nur ein Beispiel für den unnötigen Stromverbrauch im Haushalt. Eine Umfrage von TNS Emnid für den Strom- und Gasanbieter E wie einfach hat ergeben, dass 30 Prozent der Bürger nicht wissen, wie viel Strom sie im Alltag tatsächlich verbrauchen. Vor allem ganz junge sowie ältere Menschen kennen ihren Verbrauch nicht. Um Strom zu sparen, geben 81 Prozent der Befragten an, dass sie ihre Akkuladegeräte vom Netz trennen, den Gefrierschrank abtauen (72 Prozent), und auf Energiesparlampen umgestiegen sind (71 Prozent). Doch sind das wirklich die größten Stromfresser im Haushalt? Wer geben zehn Tipps, wo und wie Sie in Zukunft Strom im Haushalt sparen können.

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Eco-Programme beim Spülen benutzen

Mit 5,1 Prozent Anteil am gesamten Stromverbrauch landet das Geschirrspülen auf Platz 10 der größten Stromfresser im Haushalt. Laut einer Studie der Universität Bonn ist das Spülen in der Maschine übrigens trotzdem günstiger als Handspülen: Im Geschirrspüler werden sowohl weniger Wasser als auch weniger Energie verbraucht. Voraussetzung ist natürlich, dass die Maschine nur voll beladen eingeschaltet wird und dass das Geschirr nicht zusätzlich von Hand vorgespült wird. Auch sogenannte Spar-, Eco- oder Umwelt-Programme sparen Energie. Bei geringerer Temperatur wird das Geschirr dank längerer Spülzeiten genauso sauber wie in "Normal"-Programmen.

Datengrundlage des Rankings: Energieagentur NRW: "Wo im Haushalt bleibt der Strom?"; in der Studie wurde 2011 unter anderem der Stromverbrauch von Ein- bis Sechs-Personen-Haushalten untersucht. Bei allen Punkten gilt: Es handelt sich um Durchschnittswerte. Je nach eingesetzter Technologie, Handhabung, Haushaltsgröße und -zusammensetzung kann der Stromverbrauch im individuellen Zuhause erheblich abweichen.

Tipps zum Energiesparen: Eigene Recherche und Umweltbundesamt-Broschüre "Energiesparen im Haushalt", die als PDF heruntergeladen werden kann.

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Moderne Umwälzpumpen lohnen sich

Die elektrisch betriebene Umwälzpumpe der Heizungsanlage landet mit durchschnittlich 6,0 Prozent Anteil am Stromverbrauch auf Platz neun. Sie transportiert das erwärmte Wasser zu den Heizkörpern in der Wohnung. Laut Stiftung Warentest lohnt sich der Ersatz einer alten Pumpe durch eine moderne, energieeffiziente Pumpe schnell; demnach lassen sich so 100 bis 130 Euro Stromkosten pro Jahr einsparen.

Von den Stromkosten abgesehen (ein Sonderfall sind alte Nachtstromspeicheröfen) macht das Heizen mit 70 Prozent am Gesamtenergieverbrauch des HAushalts den größten Anteil aus. Ohne große Investitionen in eine neue Heizungsanlage kann man auch hier mit einigen Tricks viel Energie sparen. Ihre Heizung sollten Sie im Idealfall nicht durch Möbel zustellen. Achten Sie beim Lüften darauf, die Heizung immer aus zu machen. Die Raumtemperatur sollte zudem auf maximal 20 Grad Celsius eingestellt sein - jedes Grad weniger spart Energie. Moderne Thermostatventile können die Raumtemperatur auch konstant auf dem gewünschten Wert halten, wenn mal die Sonne durchs Fenster scheint. So wird ein überheizen der Räume und Verlust teurer Heizenergie durch zusätzliches Lüften vermieden. Laut Umweltbundesamt können so vier bis acht Prozent Heizenergie gespart werden.

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Trocknen: Nichts ist preiswerter als Sonne und Wind

Beim Trocknen der Wäsche wird das Wasser aus dem Waschvorgang wieder entfernt - das können Sonne und Wind kostenfrei für Sie erledigen, oder eben der elektrische Wäschetrockner. Das Gerät ist allerdings ein wahrer Stromfresser: 6,6 Prozent des Stromverbrauchs entfallen im Durchschnitt auf das Trocknen, das so auf Rang acht landet. Soll ein Trockner zum Einsatz kommen, ist ein Gerät mit Wärmepumpentechnologie besonders Umwelt- und Geldbeutelschonend im Einsatz, die Anschaffungskosten sind allerdings recht hoch. Es gibt auch Trockner, die mit Gas betrieben werden.
Beim maschinellen Trocknen gilt: Das Gerät sollte nur gut befüllt zum Einsatz kommen und die Wäsche sollte so gut wie möglich vorgetrocknet, also zuvor in der Waschmaschine oder Wäscheschleuder mit möglichst hoher Schleuderdrehzahl entwässert worden sein. Als Kompromiss kann man auch die Wäsche im Trockner leicht vortrocknen und dann auf der Leine zu Ende trocknen lassen.
Auch ein kleiner Ventilator, der vor dem Wäscheständer aufgestellt wird, leistet gute Dienste: Er verbraucht wesentlich weniger Strom, macht die Wäsche aber ebenfalls weich und beschleunigt den Abtransport der Feuchtigkeit durch die permanente Bewegung der vorbeistreichenden Luft.
Beim Trocknen der Wäsche im Raum gilt: Der Raum muss unbeheizt und gut gelüftet sein - sonst droht Schimmelbefall. Wäsche im beheizten Wohnraum zu trocknen, ist nicht sinnvoll, denn durch das zusätzliche Stoßlüften um die Feuchtigkeit abzutransportieren geht viel wertvolle Heizenergie verloren.

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Alte Haushaltsgeräte durch neue ersetzen

Diverse elektrische Hausgeräte, darunter zum Beispiel Staubsauger, machen im Durchschnitt 7,7 Prozent des Haushalt-Stromverbrauchs aus und landen sie auf Platz sieben der größten Stromfresser. Bei Staubsaugern gilt: Eine hohe Leistungsaufnahme entspricht nicht einer hohen Saugleistung. Bei der Wahl sollte man also nicht den Sauger mit der höchsten Watt-Zahl auf dem Typenschild wählen, sondern sich über Testergebnisse der tatsächlichen Saugleistung schlau machen. Ab 2014 kommen auch Energieeffizienzklassen-Kennzeichnungen für Staubsauger.
Bei diversen Elektro-Kleingeräten, wie elektrischen Dosenöffnern oder Messern, kann man den Einsatz durchaus hinterfragen. In anderen Fällen kann ihr Einsatz aber auch Energie einsparen, denn ein Brötchen lässt sich auf dem Toaster stromsparender aufbacken als im Backofen, ein Liter Wasser für Tee oder zum Nudeln kochen ist im Wasserkocher schneller und effizienter aufbereitet, als auf dem Elektroherd.

In der Regel gilt die Devise: Setzen Sie die Verschwender vor die Tür. Gerade bei Haushaltsgeräten macht es sich in Sachen Strombilanz bezahlt, alte Geräte gegen neue Technologien einzutauschen.

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Keine überdimensionierten Kochplatten verwenden

Mit durchschnittlich 9,0 Prozent des Stromverbrauchs schlägt das Kochen zu Buche und landet so auf Rang sechs. Je nach eingesetzter Technologie kann der Anteil natürlich auch hier erheblich schwanken, so verbrauchen Omas gute alte Massekochplatten erheblich mehr Strom, als ein modernes Cerankochfeld oder gar ein Induktionskochfeld. Übrigens: Der Topf sollte, im Gegensatz zur Abbildung, immer möglichst genau auf die Herdplatte passen, um Energieverschwendung zu vermeiden. Und ohne Deckel auf dem Topf verbraucht man gleich das Dreifache an Energie. Damit man den Deckel während des Kochvorgangs nicht häufig abheben muss, um den Kochvorgang zu beurteilen, ist ein Glasdeckel praktisch. Kleine Mengen Wasser können Sie auch mit Hilfe eines Wasserkochers erhitzen. Das geht schneller und verbraucht deshalb auch weniger Strom. Mit ein wenig Übung kann die Energiezufuhr auch schon vor dem Ende der Garzeit erheblich reduziert oder ganz abgeschaltet werden. Nudeln müssen nicht bis zum Erreichen des Garpunkts in kochendem Wasser schwimmen, Reis kann auch auf der abgeschalteten Herdplatte oder in eine dicke Decke gewickelt ausquellen. Grundsätzlich sollte immer so wenig Wasser wie möglich erhitzt werden. Nutzen Sie einen Schnellkochtopf, wenn Sie Gerichte mit langen Garzeiten zubereiten.

Viele heizen den Backofen vor Benutzung vor. Darauf sollten Sie in Zukunft verzichten. Statt die Einstellung Ober- und Unterhitze lieber die effizientere Umluft-Lösung wählen. Hier kann die Betriebstemperatur im Schnitt 20 bis 30 Grad Celsius niedriger sein. Prüfen Sie auch, ob Sie mehrere Gerichte gleichzeitig in die Röhre schieben können. Und unterschätzen Sie die Restwärme nicht. Stellen Sie den Backofen ungefähr 15 Minuten vor Ende der Garzeit aus, denn allein die Nachwärme genügt für viele Gerichte wie etwa Aufläufe zum fertiggaren.

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Die Glühlampe als Relikt vergangener Zeiten

Ein immer seltener werdender Anblick: Die Glühlampe. Nicht ohne Grund werden sie in der EU per Gesetz verbannt, denn sie wandeln gerade einmal fünf Prozent des eingesetzten Stroms in Licht um - der Rest geht als Wärme verloren. Effizienter sind Energiesparlampen und Licht emittierende Dioden, die sogenannten LEDs. Durchschnittlich 9,7 Prozent des Stromverbrauchs entfallen im Haushalt auf den Posten Beleuchtung (Rang fünf). Hier lautet die Devise: Abschalten, wenn man nicht im Raum ist, und die verschwenderischen Glühlampen durch neue Technologien ersetzen. Diese sind zwar in der Anschaffung teurer, sie halten aber auch wesentlich länger und rechnen sich so durch den geringeren Stromverbrauch. Das Umweltbundesamt hat ausgerechnet, dass 60-Watt-Glühlampen für 8000 Stunden Licht (dies entspricht der durchschnittlichen Haltbarkeit einer Energiesparlampe) Stromkosten in Höhe von 139 Euro verursacht. Zum Vergleich wurde eine 15-Watt-Energiesparlampe herangezogen, die lediglich Stromkosten in Höhe von 34 Euro verursacht. So lassen sich also mit dem Austausch nur einer Lampe über die Lebensdauer gesehen 91 Euro sparen.
Wer noch alte Glühlampen zu Hause herumliegen hat, muss sie nicht wegwerfen - sie können etwa in Abstellkammern oder Kellerräumen eingesetzt werden, wo das Licht nur unregelmäßig und kurz eingeschaltet wird.

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Stromfresser Kühlschrank

Mit 10,4 Prozent Anteil am Stromverbrauch ist der Kühlschrank der viertgrößte Stromfresser im Haushalt. Lebensmittel müssen gekühlt werden, um ihre Haltbarkeit zu verlängern. Die niedrigen Temperaturen bremsen das Wachstum von Bakterien und Pilzen, die Schuld am Verderb sind. Je niedriger die Temperatur eingestellt wird, desto höher wird aber auch der Stromverbrauch. Experten empfehlen eine Temperatur von sieben Grad Celsius im Kühlschrank und -18 Grad Celsius im Gefrierschrank.
Beim Befüllen des Kühlschranks sollte darauf geachtet werden, niemals heiße Speisen einzustellen - das jagt den Stromverbrauch in die Höhe. Lässt man Tiefgefrorenes im Kühlschrank auftauen, senkt das hingegen den Verbrauch. Die Tür sollte natürlich gut schließen (tauschen Sie beschädigte Türdichtungen sofort aus) und so selten und kurz wie möglich geöffnet werden, damit möglichst wenig warme Luft eindringt, die dann energieintensiv heruntergekühlt werden muss. Da hilft es, die Lebensmittel übersichtlich anzuordnen um langem Suchen vorzubeugen.
Der Kühlschrank sollte so kühl wie möglich positioniert werden. Man sollte also darauf achten, den Kühlschrank nicht unnötig Wärmequellen auszusetzen, ihn also wenn möglich nicht neben dem Herd oder der Heizung aufstellen und zudem vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. Schon ein Grad weniger Raumtemperatur hat einen Einfluss von sechs Prozent auf den Stromverbrauch eines Kühlschranks. Bei Gefriergeräten sind es drei Prozent.

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Elektrische Warmwasserbereitung ist teuer

Die elektrische Warmwasserbereitung ist sehr energieintensiv. Da in vielen Haushalten das Wasser durch Gas, Solarenergie oder andere Technologien erwärmt wird, fällt der Posten im Durchschnitt mit 11,9 Prozent "nur" auf Platz drei. Betrachtet man jedoch ausschließlich Haushalte, die ihr Warmwasser elektrisch bereiten, so macht bei ihnen der Anteil am Stromverbrauch mit 27,7 Prozent den weitaus größten Anteil aus. Deutlich effizienter als elektrische Warmwasserspeicher sind elektronisch geregelte Durchlauferhitzer. Der Vorteil: Das Wasser wird nicht ständig warm gehalten. Mit kleinen Durchlauferhitzern können Sie bis zu 60 Prozent Strom sparen. Untertisch-Warmwasserspeicher verursachen erhebliche Leerlaufverluste, wenn sie rund um die Uhr eingeschaltet sind - eine Zeitschaltuhr kann hier Abhilfe bieten. Laut Berechnungen des Umweltbundesamts lassen sich so je nach Fassungsvermögen rund 38 Euro pro Jahr sparen.

Generell gilt logischerweise: Lieber Duschen als Baden und das Wasser nie länger als nötig laufen lassen. Zudem helfen bestimmte Duschköpfe und Strahlregler dabei, den Wasserverbrauch zu halbieren - und wenn weniger Wasser erhitzt werden muss, sinkt damit auch der Energieverbrauch.

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Hintergrundbeleuchtung des Fernsehers anpassen

Mit ebenfalls 11,9 Prozent Anteil steht der Bereich TV und Audio auf Rang zwei. Der Fernseher verbraucht umso mehr Strom, je heller die Hintergrundbeleuchtung eingestellt ist. Geräte mit LED-Hintergrundbeleuchtung sparen laut Umweltbundesamt gegenüber Plasma-Fernsehern etwa die Hälfte des Stroms. Natürlich gilt auch, je größer der Fernseher, desto höher auch der Stromverbrauch. Überdenken Sie also Ihre Einstellung und passen diese an den Bedarf an.
Besonders leicht lassen sich Standby-Verbräuche vermeiden, indem Fernseher, Stereoanlage, Lautsprecherboxen und Co. einfach vom Netz genommen werden, wenn man sie nicht benötigt. Um nicht jedes Mal den Stecker herausziehen zu müssen, kann man abschaltbare Steckdosenleisten einsetzen. Wer nicht auf den Komfort einer Fernbedienung verzichten mag oder kann, der kann sogenannte Vorschaltgeräte einsetzen. Diese unterbrechen unnötige Energieflüsse, indem sie nach dem Ausschalten des Fernsehers per Fernbedienung das Gerät automatisch vom Stromnetz trennen.
Ob bei Ihnen Leerlaufverluste auftreten, können Sie zum Beispiel überprüfen, indem Sie mal an das Netzteil fassen - bleibt es nach Ausschalten des Gerätes warm, fließt Strom. Auch ein Energiemessgerät kann helfen, Verschwender ausfindig zu machen.

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Gönnen Sie sich und Ihrem Rechner eine Pause

An der Spitze der Stromfresser im Haushalt steht der Heimbüro-Bereich mit 12,9 Prozent Anteil am Stromverbrauch. PC, Drucker, Faxgerät, WLAN-Router und alle damit verbundenen Signallämpchen und Netzteile verbrauchen jede Menge Strom und müssen nicht permanent eingeschaltet sein. Auch hier schaffen abschaltbare Steckerleisten Abhilfe. Und ein Laptop verbraucht übrigens bis zu 70 Prozent weniger Energie als ein Desktop-PC. Sie sparen viel Geld durch Energiesparfunktionen, auch Power-Management genannt. In der Systemsteuerung Ihres Betriebssystems können Sie die Einstellungen vornehmen. Einzelne Systemkomponenten werden automatisch abgeschaltet, wenn diese nicht verwendet werden. Bei kleinen Pausen können Sie den Rechner auch manuell in den Sleep-Modus versetzen - eine Alternative zum kompletten Ausschalten, bei der der Rechner schnell wieder hochfährt und einsatzbereit ist.

Multifunktionsgeräte eignen sich gut, um verschiedene Einzelfunktionen wie Faxgerät, Drucker, Kopierer und Scanner in einem Gerät zu vereinen und Strom zu sparen. Behalten Sie beim Kauf eines neuen Computers auch im Hinterkopf, dass sich die technische Ausstattung des Geräts ebenfalls auf den Stromverbrauch auswirkt. Bestimmte IT-Geräte erfüllen bestimmte Standards an den Energieverbrauch. Diese sind in der Regel mit dem Energy Star ausgezeichnet. Doch Achtung: Selbst bei Geräten, die mit dem Energy Star ausgewiesen sind, gibt es noch erhebliche Unterschiede.

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Warum sie dann nicht gleich von der Zahlung befreien?

Bei einer Befreiung fehlt anders als bei der Rückfütterung jeder Effizienzanreiz. Denn sie schafft Konkurrenz innerhalb der Branche: Wer richtig doll effizient wird, schlägt die anderen aus dem Felde, weil seine Effizienzgewinne mit jeder Preiserhöhung größer ausfallen.

Das ist doch heute schon das tägliche Brot der Unternehmen, effizienter zu sein als ihre Rivalen.

Bisher haben wir vor allem einen Arbeitsproduktivitätswettbewerb. In dem Moment, wo die Energie verteuert wird, verschiebt sich das Rationalisierungsinteresse in Richtung Energieeffizienz. Und das ist ein Strukturwandel, der nicht schadet, sondern Deutschland im Gegenteil wettbewerbsfähiger macht. Die Rückfütterung kann je Arbeitsplatz erfolgen. Das würde den Arbeitsplatzabbau aktiv bremsen, die Unternehmen würden stattdessen ihre Wettbewerbsposition verbessern, indem sie weniger Material und Energie einsetzen.

Nach herrschender Lehre führen solche Preiseingriffe zu schlechteren Marktergebnissen.

Dogmatische Ökonomen haben mit meiner Denkweise Schwierigkeiten. Das respektiere ich auch, die haben die Ablehnung von Staatseingriffen gelernt.

Und was halten Sie ihnen entgegen?

Ich sage ihnen: Ihr lehrt eure Studenten, dass die Effizienzverbesserung des knappen Faktors wichtiger ist als die des nicht knappen Faktors. Arbeitswillige sind im heutigen Europa nicht der knappe Faktor; die Ressourcen sind der eigentliche Engpass.

Wenn Energie und Rohstoffe knapp und teuer werden, entsteht Preisdruck doch auch ohne staatliche Eingriffe.

Zeitweise sah es ganz danach aus.

Und inzwischen ist es anders?

Jetzt brüsten sich die Amerikaner, dass sie mit Fracking riesige Mengen zusätzlichen Gases aus den Gesteinsschichten heraussprengen können, und auch beim Öl hat sich das Angebot vorübergehend enorm ausgeweitet. Alles dem Markt zu überlassen bedeutet, das Problem nicht ernst zu nehmen. Nur wenn der Staat den Ressourcenverbrauch kontinuierlich verteuert, kommen wir in Richtung einer grünen Wirtschaft voran.

Chinesen und Amerikaner werden dabei kaum mitmachen – die deutschen Unternehmen verlören bei einem einseitigen Vorpreschen ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Eine Erfahrung aus den Siebzigerjahren widerlegt diese Annahme. Damals haben die Japaner als Reaktion auf die Ölengpässe ihre Energiepreise schockartig nach oben gejagt. Von 1978 bis 1990 hatte Japan etwa doppelt so hohe Industriestrompreise wie Deutschland und drei Mal so hohe wie die USA. Die Industrie hat natürlich gejammert. Doch was ist passiert? Japan stieg raketenartig zum technologischen Wettbewerbsführer der Welt auf, denken wir nur an Kameras, Industriekeramik, den Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen und Hybridautos.

Aber für die Umwelt brächte nur das koordinierte Vorgehen vieler Länder eine nennenswerte Entlastung. Wen wollen Sie als Verbündeten gewinnen?

Ich plädiere für eine Allianz zwischen Europa und Asien.

Ausgerechnet Asien. China pustet inzwischen mehr CO2 in die Atmosphäre als jedes andere Land.

China ist im Moment immerhin das einzige Land auf der Erde, das die Erhöhung der Energieeffizienz verbindlich festgeschrieben hat. Das sehe ich nur ansatzweise in der EU und überhaupt nicht in den USA.

Woher rührt Ihr Vertrauen in die chinesische Führung?

Ministerpräsident Wen Jiabao und sein designierter Nachfolger Li Keqiang setzen sehr auf ökologische Nachhaltigkeit. Sie haben erkannt, dass Wachstum auf Dauer nur funktioniert, wenn dabei keine Ressourcen vergeudet werden.

Und die Amerikaner ignorieren das?

In den USA will man den Staat aus allen solchen Sachen heraushalten. Das kann auch ein vernünftiger Präsident wie Barack Obama nicht ändern.

Die Weltmacht USA verweigert sich einem Zukunftsdialog?

Unternehmen wie Google, General Electric und sogar Wal Mart sind ökologisch ganz vorn. Und Ökonomen wie Joseph Stiglitz und Paul Krugman sind Weltspitze beim Umdenken. In weiten Kreisen an der Ost- und Westküste denkt man wie wir in Europa. Das ändert aber noch nicht den Kongress, der ökologisch seit Jahren weitgehend untätig ist.

Eine Achse Europa–Asien würde diese Fortschrittlichen in den USA doch nur weiter in die Enge treiben?

Ganz im Gegenteil. Wenn Amerika sieht, wie sich der ungeliebte Machtblock Europa mit dem gefürchteten Machtblock Asien zusammentut, dann ist das eine verdammt gefährliche Nachricht für die Wall Street und für die Amerikaner. Dann krempeln sie die Ärmel hoch und denken: Wir waren auf dem falschen Dampfer.

Ihre Strategie bewegt sich sehr auf der staatlich-politischen Ebene. Warum verbündet sich der Club of Rome nicht viel mehr mit Bürgerbewegungen, um die Mächtigen zum Handeln zu zwingen?

Der Druck von unten wird überschätzt.

Andere sagen: Ohne die neuen sozialen Medien wie Facebook und Twitter hätte es keinen arabischen Frühling gegeben.

Die Idee, dass sich die Welt wegen der sozialen Medien zum Besseren wendet, ist naiv. Es ist doch völlig klar, dass Faschisten, islamische Fundamentalisten und idiotische Exzentriker genauso fähig sind, sich über Facebook und Twitter zu verständigen, um ihren konspirativen Ideen nachzugehen. Wie naiv muss man sein zu glauben, nur der edle Aufbruch könne sich der sozialen Medien bedienen.

Dass sich auch Idioten dieses neuen Kommunikationskanals bedienen, diskreditiert ihn doch nicht per se.

Das sage ich auch überhaupt nicht. Ich bin nicht gegen diese neuen Medien, ich bin nur gegen deren Überschätzung.

Dennoch wollen Sie diese laut Ihrer Reformagenda künftig stärker nutzen. Was erhoffen Sie sich bei aller Kritik?

Ich bin recht optimistisch, dass sich aus einer Mischung von Frustration über das Jetzt und Innovationsgeist, der typischerweise in der jungen Generation herrscht, eine basisgeführte positive Bewegung entwickelt. Nur: Bisher ist die weitestgehend ohne Rezeptur und deswegen orientierungslos.

Warum reichern Menschen wie Sie die Diskussion dann nicht mit Substanz an, statt einfach rumzumäkeln?

Wir liefern ja Substanz; Mäkeln bleibt die Ausnahme.

Sie könnten zum Beispiel Plattformen unterstützen, über die sich Jugendliche zu einem weniger verschwenderischen Konsum verabreden.

Ja selbstverständlich. Es gibt diese Transition-Town-Bewegung, wo Menschen sich auch per Internet besprechen, wie sie ihre Kommunen nachhaltig gestalten können. Und es werden mehr Ökonahrungsmittel gekauft. Aber das alles ist allzu wenig im Vergleich zur Wucht des besinnungslosen Konsumwachstums weltweit.

Welche Maßnahmen würden dann aus Ihrer Sicht, abgesehen von den Preiserhöhungen für Ressourcen, wirklich etwas bringen?

Ganz oben steht bei mir die effizienz- und ökologieorientierte Sanierung der Altbaubestände.

Es muss doch mehr geben, als auf der ganzen Welt Häuser zu dämmen.

Ein anderes Feld sind die Verkehrssysteme. Die Schweizer schaffen es, Taktverkehr bis ins letzte Dorf zu bringen. Die Schaffung von Schnitt- stellen zwischen Individualverkehr und Massentransport ist immer noch völlig unterentwickelt. Dann Re-Manufacturing. Das heißt: Lediglich was verschlissen oder veraltet ist, wird ausgetauscht, aus allem anderen entsteht das Nachfolgeprodukt. Oder das Thema Recycling. Da haben wir speziell bei den kostbaren High-Tech-Metallen Wiederverwertungsraten von weniger als einem Prozent. Künftig müssen die Designer die Produkte von vornherein so gestalten, dass man etwa das in einem Flachbildschirm verwendete Indium am Ende einfach wieder rauszupfen kann.

Gibt es ein Projekt, das Sie ganz besonders fasziniert?

Weltweit gesehen ist die Blue Economy meines Freundes Gunter Pauli wirklich aussichtsreich.

Was müssen wir uns darunter vorstellen?

Es geht um eine Kaskaden-Ökonomie, die einen Rohstoff möglichst vollständig und immer wieder ausnutzt.

Haben Sie ein Beispiel?

Von Kaffeepflanzen werden nur 0,5 Prozent genutzt, nämlich die Bohne. Der Rest verrottet. Doch er gäbe einen idealen Nährboden etwa für die Zucht von essbaren Pilzen. So eingesetzt ist der Bioabfall ein idealer Dünger: Er schafft zudem Arbeitsplätze, Gewinne, soziale Sicherheit und eine Ernährungsgrundlage. Das nenne ich intelligentes Wirtschaften.

Es gibt also doch Grund zur Hoffnung?

Absolut. Nur: Ich bin auch dabei für Realismus, und zu dem gehört auch eine Portion Pessimismusverdacht. Was können die Räuber mit der Erde noch alles anstellen, wogegen wir uns wehren müssen? In diesem Sinne auf der Hut zu bleiben ist ganz wichtig. Alles andere wäre blauäugig.

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