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Kaffee schadet der UmweltStündlich werfen Deutsche 320.000 Becher weg

Kaffee kann ein Genuss sein – doch aus Kapseln zubereitet oder im Einwegbecher getrunken, belastet er die Umwelt. Für die Unternehmen sind die bunten Einzelportionen ein Riesengeschäft. Dabei gibt es billigere und leckere Alternativen. 27.08.2016 - 09:00 Uhr

Kaffeekapseln schaden der Umwelt.

Foto: dpa

Kaffee ist das Lieblingsgetränk der Deutschen. 162 Liter oder 650 Tassen trinken sie davon im Schnitt pro Jahr. Doch der Genuss der gerösteten Bohnen aus Kapseln oder Einwegbechern gilt als Umweltsünde. Dadurch entstehen Tonnen von Müll. Und nur ein kleiner Teil wird de facto recycelt. Umweltschützer warnen seit langem vor den Folgen, doch die deutschen Kaffeetrinker stört das wenig: Der Marktanteil von Kapseln wächst beständig.

2008 wurden in Deutschland etwa 800 Tonnen Kaffeekapseln verkauft. 2014 waren es nach Angaben des Kaffeeverbandes dann schon 17.750 Tonnen und im vergangenen Jahr 20.600 Tonnen. 2015 hatten Kapseln einen Marktanteil von 5,5 Prozent – ein Plus von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Nahezu jeder große Kaffeeanbieter macht inzwischen auch in Kapseln“, sagt Thomas Fischer von der Deutschen Umwelthilfe. Neben den bekannten Herstellern wie Nespresso und Nestlé bieten auch Discounter wie Aldi und Lidl eigene Kapseln an. Und der Verbrauch wird seiner Ansicht nach weiter steigen: „Die Kapseln sind eine Lizenz zum Gelddrucken.“ Daher bewerben die Unternehmen sie massiv und versuchen, ihnen ein positives Image zu verschaffen.

Dabei bestehe eine durchschnittliche Kapsel aus zwei bis drei Gramm Verpackung und sechs bis sieben Gramm Kaffee, sagt Fischer. „Das bedeutet, die Hälfte des Produktgewichtes ist Verpackung. Das ist ein unglaublich schlechtes Verhältnis.“ Zum Vergleich: Bei einer 500-Gramm-Packung Kaffee mache die Verpackung rund 15 Gramm aus.

Wie trinken Sie Ihren Kaffee?

Die bevorzugte Kaffee-Sorte sagt mehr über die eigene Persönlichkeit aus als man denkt. Die amerikanische Psychologin Ramani Durvasula, die auch „Dr. Ramani“ genannt wird, hat eine entsprechende Studie durchgeführt, bei dem 1000 Personen zwischen verschiedenen Alltagsszenerien wählen konnten. Anhand der Studie hat Durvasula gewisse Persönlichkeitsstile und psychologische Merkmale wie Intro- oder Extrovertiertheit, Geduld oder Perfektionismus untersucht, die auch damit zusammenhängen, welcher Typ Mensch zu welcher Sorte Kaffee greift. Die Ergebnisse hat die Psychologin in einem Buch zusammengefasst.

Quelle: Dr. Ramani Durvasula: You Are WHY You Eat. Change Your Food Attitude, Change Your Life, Skirt!

Foto: dpa

Schwarztrinker

Jemand, der am liebsten schwarzen Kaffee ohne Zucker und Milch trinkt, gilt Durvasulas Untersuchung zufolge als eher konservativ und puristisch.

Positive Charaktereigenschaften: Diejenigen, die schwarzen Kaffee bevorzugen, arbeiten effizient und können geduldig sein...

Negative Merkmale: Sie neigen zu Stimmungsschwankungen, abruptem und abweisendem Auftreten und verweigern sich jeder Art von Veränderung.

Foto: dpa

Milchtrinker (Personen, die ihrem Kaffee Milch, Sahne und Zucker hinzufügen)

Die Menschen, die ihrem Kaffee lieber süß, cremig oder milchig trinken, mögen es komfortabel und sind recht offenherzig. Sie neigen dazu, sich mit Zutaten wie Milch, Sahne oder Zucker nicht nur den Kaffee zu versüßen, sondern im übertragenden Sinne das gesamte Leben.

Positive Charaktermerkmale: Diese Art von Kaffeetrinkern geht recht großzügig mit Zeit um, lässt sich nicht gerne stressen und macht Platz, um anderen Menschen im Leben zu helfen oder den Vortritt zu lassen...
Negative Eigenschaften: Diese Art von Kaffeetrinkern kann vom Leben häufig nicht genug bekommen und geht nachlässig mit der Gesundheit um.

Foto: dpa

Frozen-Coffee-Trinker

Menschen, die gerne kalten oder gemixten Kaffee bevorzugen, probieren häufig neue Dinge aus und experimentieren gerne. Darüber hinaus gelten sie als gesellig und orientieren sich an Trends.

Positive Eigenschaften: So kreativ wie diese Menschen ihren Kaffee trinken, sind sie auch bei der Arbeit, sie sind außerdem spontan und einfallsreich.

Negative Eigenschaften: Das Orientieren an Trends wird bei diesen Menschen auch schnell zum Hinterherlaufen von Trends, manche Exemplare der Gattung Frozen-Coffee-Trinker sind außerdem kindisch.

Foto: dpa

Instant-Kaffeetrinker

Egal, was drin ist, Hauptsache, es geht schnell? Das sind die Freunde von schnellen Lösungen und Instant-Kaffee. Fürs Rösten und Brühen verschwenden sie keine Zeit. Trotzdem sind sie eher die traditionellen Typen.

Positive Eigenschaften: Wer so denkt, ist pragmatisch und ergebnisorientiert. Sie nehmen das Leben, wie es kommt und haben eine entspannte Grundhaltung.

Negative Eigenschaften: Die Instant-Kaffee-Fans treffen nicht immer gesunde Entscheidungen und können leichtsinnig sein. Außerdem leiden sie an Aufschieberitis.

Foto: AP

Sojamilch und sonstige Extras

Wer auf Mandel- oder Sojamilch in seinem Kaffee besteht - beides natürlich fettarm - ist vermutlich Veganer, zumindest aber Hipster.

Positive Eigenschaften: Perfektionisten, die gerne die Kontrolle behalten. Sie machen sich Gedanken um ihre Gesundheit und sind allgemein achtsam.

Negative Eigenschaften: Die "Sojalatte ohne Fett"-Fraktion wird oft für selbstbezogen gehalten. Sie sind übersensibel und obsessiv.

Foto: dpa

Berufsgruppen mit dem größten Kaffeedurst: Journalisten

Wie die Redaktion der WirtschaftsWoche aus eigener Erfahrung bestätigen kann, trinken Journalisten sehr viel Kaffee. Laut dem Kaffee-Ranking der US-Kette Dunkin Donuts und dem Stellenportal CareerBuilder belegen US-Journalisten mit ihrem Kaffee-Konsum nur Platz vier. Insgesamt gaben 46 Prozent der Befragten an, sich ohne Kaffee unproduktiv beziehungsweise weniger produktiv zu fühlen. Von diesen bekennenden Kaffeejunkies brauchen 61 Prozent mindestens zwei Tassen Kaffee am Morgen, sonst geht an der Arbeit gar nichts.

Foto: AP

Lehrer und pädagogische Berater

In den USA brauchen die Jungen übrigens am meisten Koffein, um in die Gänge zu kommen. In der Altersgruppe zwischen 18 und 34 sagen 62 Prozent, dass es ihnen ohne Kaffee an Motivation und Produktivität fehlen würde. Unabhängig vom Alter sind in der Studie Lehrer und pädagogische Berater auf Platz drei gelandet.

Foto: Fotolia

Marketing und PR-Spezialisten.

Schneller, besser, hipper - im Marketing geht jenseits des großen Teichs anscheinend nix ohne Kaffee: Platz zwei vergeben Dunkin Donuts und CareerBuilder an Marketing und PR-Spezialisten.

Foto: Fotolia

Wissenschaftler und Laborassistenten.

Und der goldene Kaffeepott geht an die amerikanischen Wissenschaftler und Laborassistenten. Warum Computerspezialisten und IT-Angestellte nicht im Ranking auftauchen, wird nicht erklärt. Zumindest in Deutschland sagt man den ITlern ja einen enorm hohen Kaffeekonsum nach.

Foto: dpa

Nach Rechnungen der Stiftung Warentest wären 500 Müllwagen nötig, um den etwa 5000 Tonnen schweren Kapsel-Müll aus dem Jahr 2014 abzutransportieren. Auch beim Kaffee für unterwegs fällt die Bilanz ernüchternd aus: Der Kaffeeverband geht davon aus, dass jeder Deutsche im Schnitt 5,8 Liter Kaffee „to go“ pro Jahr konsumiert. Nach Angaben der Umwelthilfe werden so jährlich bundesweit 2,8 Milliarden Einweg-Kaffeebecher verbraucht. Das bedeutet: Jede Stunde werfen die Deutschen durchschnittlich 320.000 Becher weg.

Die Entsorgung ist das nächste Problem: „Coffee-to-go“-Becher werden nur selten wiederverwertet. Denn meistens landen sie nach dem Austrinken in einer öffentlichen Mülltonne und werden dann verbrannt.

Kaffeekapseln dürfen nicht in den Gelben Sack

Kaffeekapseln wiederum sind rein rechtlich gesehen keine Verpackung und dürfen daher nicht im Gelben Sack entsorgt werden. Einige Hersteller haben jedoch inzwischen Lizenzen erworben – das heißt, sie zahlen dafür, dass ihre Kapseln im Dualen System recycelt werden.

In einem Imagefilm im Internet illustrieren Grüner Punkt und Nespresso gemeinsam, wie die Alukapseln wiederverwertet werden. „Wir können das Material der Kapseln zu einem hohen Anteil zurückgewinnen und in den Aluminiumkreislauf zurückführen“, teilte Michael Wiener, CEO (Chief Executive Officer) der Duales System Holding dazu mit. Der Kaffeesatz störe dabei nicht.

Jeder Zehnte in Deutschland trinkt einer Umfrage zufolge mehr als fünf Tassen Kaffee am Tag. Das geht aus einer Studie des Meinungsforschungsinstituts YouGov hervor. Nur eine Tasse am Tag genehmigen sich demnach zwölf Prozent. 20 Prozent der Befragten verzichten ganz auf das schwarze Heißgetränk.

Doch ist das gesund? Oder eher schädlich? Und hilft Kaffee gegen Kopfschmerzen? Diese und weiter Mythen klären wir im Folgenden auf!

Foto: dpa

Kaffee senkt das Darmkrebs-Risiko

Laut einer Studie von amerikanischen und israelischen Forschern erkranken Kaffeetrinker seltener an Darmkrebs – egal ob das Getränke Koffein beinhaltet. Demnach senken bis zu zwei Tassen täglich die Gefahr, zu erkranken, um mehr als ein Viertel. Bei mehr als 2,5 Tassen sank die Wahrscheinlichkeit laut Forschern um 50 Prozent. Die Wissenschaftler konnten jedoch nicht eindeutig beweisen, dass der Kaffeekonsum der Grund dafür ist, dass die Probanden seltener an Darmkrebs erkrankten.

Die Wissenschaftler hatten mehr als 5000 Darmkrebspatienten zum Kaffeekonsum im Jahr vor ihrer Diagnose befragt sowie 4000 weitere gesunde Testpersonen. Die Forscher rechneten Faktoren, die Darmkrebs begünstigen, aus ihren Ergebnissen heraus.

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Gerücht: Kaffeetrinker leben länger

Forscher aus dem amerikanischen Harvard wollen herausgefunden haben, dass Kaffeetrinker länger leben als diejenigen Verbraucher, die komplett darauf verzichten. Wer bis zu fünf Tassen täglich trinke, habe eine geringeres Risiko frühzeitig an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben. Die Wissenschaftler müssen laut Stiftung Warentest aber noch erforschen, welche Inhaltsstoffe für ein längeres Leben verantwortlich sind. Eines sei klar: Koffein sei nicht der Grund. Denn auch diejenigen Probanden, die koffeinfreien Kaffee tranken, lebten laut Studie länger.

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Gerücht: Durch den Klimawandel stirbt der Kaffee aus

Forscher haben herausgefunden, dass die Erderwärmung der Arabica-Bohne - der wichtigsten Kaffeesorte der Welt - besonders zusetzt. Das zu trockene und zu warme Klima könnte dafür sorgen, dass sich der Kaffeemarkt in den nächsten 30 Jahren stark verändern wird, schreiben sie in einer Studie. Zwar wird der Kaffee wohl nicht aussterben, könnte durch die sinkende Verfügbarkeit aber deutlich teurer werden.

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Gerücht: Kaffee schadet dem Herzen

Dieses Gerücht scheint falsch zu sein, denn viele Studien ergaben sogar das Gegenteil: So fanden Forscher der Universität Utrecht heraus, dass täglich zwei bis vier Tassen Kaffee das Risiko eines Herzinfarkts um bis zu 20 Prozent senken können. Südkoreanische Wissenschaftler erklärten zudem, dass wenige Tassen am Tag verstopfte Arterien verhindern können. Auch ihre Forschungsergebnisse zeigten, dass Testpersonen, die drei bis fünf Tassen Kaffee pro Tag tranken, deutlich seltener unter Vorzeichen von Herzkrankheiten litten.

Foto: dpa

Gerücht: Kaffee schützt vor Diabetes

Zumindest senkt Kaffeekonsum das Diabetes-Risiko. Dies hat eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung ergeben. Bei täglich über vier Tassen Kaffee lässt sich das Diabetes-Risiko um ein Viertel senken.

Foto: dpa

Gerücht: Kaffee ist das beliebteste Getränk beim ersten Date

Tatsächlich geht mit 73,3 Prozent die Mehrheit der Deutschen beim ersten Date einen Kaffee trinken. Dies hat eine Umfrage der Online-Partnervermittlung ElitePartner ergeben. Essen gehen liegt mit 72,1 Prozent knapp dahinter. Nur 5,4 Prozent treffen sich beim ersten Date direkt zu Hause.

Foto: Fotolia

Gerücht: Kaffee macht impotent

Sollte dieses Gerücht stimmen, dann wäre Kaffee wohl das falsche Getränk beim ersten Date. Brasilianische Forscher können jedoch alle männlichen Kaffeekonsumenten beruhigen: Ihren Untersuchungen zufolge haben Kaffeetrinker sogar beweglicherer Spermien, als Männer, die auf Kaffee verzichten. Wissenschaftler der Universität  Michigan haben außerdem herausgefunden, dass Kaffeetrinker häufiger Sex haben als Nicht-Trinker.

Foto: dpa

Gerücht: Kaffee macht munter

Mehrere Studien zeigen, dass Kaffee konzentrierter macht. Eine Untersuchung prüfte etwa die Wirkung von Kaffeekonsum bei Autofahrern, die nachts unterwegs sind. 125 Milliliter machten die Probanden dabei genauso fit, wie ein kurzes Nickerchen.

Foto: dpa

Gerücht: Kaffee fördert die Ausdauer

Kaffee macht tatsächlich nicht nur geistig, sondern auch körperlich fit. Geradebei Ausdauersport, wie Laufen, Radfahren und Schwimmen steigert er die körperliche Leistung.

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Gerücht: Kaffee bringt Menschen um den Schlaf

Wenn Kaffeekonsum fit und munter macht, liegt es nahe, dass er Menschen beim Einschlafen hindert. Dies belegen Studien zwar, allerdings schwankt die Wirkung je nach dem, wie häufig Menschen zum Kaffee greifen. Bei Vieltrinkern hat sich der Körper an das Koffein gewöhnt, wodurch die Wirkung bei ihnen weniger stark ist. Sie haben auch nach einer späten Tasse Kaffee weniger Probleme mit dem Einschlafen.

Foto: CLARK/obs

Gerücht: Kaffee macht nervös

Es gibt den Verdacht, dass Kaffee gerade bei gestressten Menschen die Ängstlichkeit fördert. Dies gilt laut wissenschaftlichen Untersuchungen zumindest nicht langfristig. Eine Studie von 2011 mag beispielsweise einen positiven Zusammenhang von Koffein und Angsterscheinungen zeigen.  Ein Versuch ein Jahr später mit Ratten, die ständig unvorhersehbarem Stress ausgesetzt wurden, zeigte jedoch, dass ihre Ängstlichkeit und ihr depressives Verhalten nach einem langfristigen Koffeinkonsum sank.

Foto: dpa

Gerücht: Kaffee schadet in der Schwangerschaft

Dies gilt laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung nur dann, wenn Schwangere zu viel Kaffee trinken. Bis zu drei Tassen täglich sind jedoch unbedenklich für Schwangere und stillende Mütter, sowie für deren Kinder.

Foto: dpa

Gerücht: Kaffee entzieht dem Körper Wasser

Das stimmt, aber laut Deutschem Grünen Kreuz handelt es sich nur um kleine Mengen an Wasser, die Kaffee dem Körper entzieht. Kaffeetrinker scheiden täglich nur drei Prozent mehr Wasser aus als Nicht-trinker.

Foto: dpa

Dass man sie recyceln kann, sei allerdings kein Argument dafür, überhaupt Alu-Kapseln zu nutzen, sagen Experten. Denn Aluminium ist in der Herstellung extrem aufwendig, benötigt Unmengen an Wasser und Energie. Und: „Zur Förderung des Aluminiumerzes Bauxit werden in Australien und Brasilien ganze Landstriche umgegraben und mit Giftstoffen verpestet“, sagt Fischer.

Und wie viele Kapseln landen am Ende überhaupt im Gelben Sack? Zahlen dazu gibt es nicht, wie Günter Dehoust vom Öko-Institut in Berlin sagt. „Jemand, der sich für Kapseln entscheidet, hat meist kein so hohes Öko-Bewusstsein, dass er sich darüber informiert, wie er die Kapseln entsorgen muss.“ Bei Tests herrsche unter Kaffeetrinkern meist „großes Rätselraten“ um die Entsorgung. „Viele schmeißen die Kapseln auch in die Biotonne oder in den Restmüll“, sagt Dehoust. Und was passiert dann damit? Gerhard Kotschik, Verpackungsexperte beim Umweltbundesamt: „Landen die Kapseln in anderen Entsorgungssystemen, wird nur wenig davon zurückgewonnen.“

Umwelthilfe kritisiert selbst abbaubare Kapseln

Ein besonderer Dorn im Auge der Umwelthilfe sind zudem Kapseln aus abbaubarem Kunststoff. „Bei Konsumgütern stehen wir biologisch abbaubaren Kunststoffen kritisch gegenüber“, sagt auch Kotschik vom Umweltbundesamt. „Sie haben aus unserer Sicht in der Regel keine Vorteile.“ Der Abbau führe nur zu Kohlendioxid und Wasser; es entstünden keine wertvollen Bodenbestandteile. Und in der Umwelt sei nicht sichergestellt, dass sie abgebaut werden. In Kompostieranlagen würden sie meist aussortiert und verbrannt.

Damit sich etwas ändert, fordert die Umwelthilfe, dass Hersteller für ressourcenintensive Verpackungen mehr zahlen müssen. Fischer: „In Dänemark gibt es bereits eine Verpackungssteuer für Kunststoffe.“ Hierzulande sei der Verbrauch von Verpackungen in den vergangenen zehn Jahren aber nicht teurer, sondern billiger geworden. „Sonst würde es sicher den einen oder anderen Anbieter geben, der umdenkt.“

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Diesen Kaffee trinken die Deutschen am liebsten

von Holger Geißler

Bei den Kaffeebechern fordert die Umwelthilfe ein Mehrwegsystem. In einigen Städten gebe es dazu bereits erfolgreiche Initiativen. „Von einem Pfand auf Einwegbecher halten wir nichts. Das würde nicht dazu führen, dass Becher eingespart werden.“ Der Handel müsse vielmehr attraktive Mehrwegbecher anbieten, mit denen die Verbraucher „ein Statement setzen“ könnten, wenn sie in der Öffentlichkeit Kaffee trinken. Gleichzeitig sollten Einwegbecher durch eine Abgabe von 20 Cent für Vieltrinker unattraktiver gemacht werden.

Und was können Kaffeeliebhaber selbst für ein besseres Umweltgewissen tun? Eine Alternative zu Alu oder Plastik sind Mehrwegkapseln etwa aus Edelstahl, die um die 45 Euro kosten. Bisher seien diese kaum verbreitet, sagt Fischer. „Dafür macht keiner Werbung, denn damit kann man kein Geld verdienen.“ Und die umweltfreundlichste Art des Kaffeetrinkens überhaupt bleibt das ganz normale Aufbrühen mit Filter – mit Muße zu Hause oder im schönen Café.

dpa
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