Schneller Verschleiß: Studie: Elektrogeräte werden absichtlich schlecht gebaut

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Schneller Verschleiß: Studie: Elektrogeräte werden absichtlich schlecht gebaut

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Ausrangierte Fernseher und Monitore in einem Sammelcontainer für Elektroschrott. Die Grünen fordern schärfere Vorschriften für die Hersteller, um "eingebaute Schwachstellen" in Elektrogeräten zu vermeiden.

Schon wieder ist der Föhn durchgebrannt, die Waschmaschine verweigert den Dienst, der Drucker streikt: Alles reines Kalkül, ergab eine Studie. Hersteller bauen demnach absichtlich "Schwachstellen" in ihre Produkte ein, um Verbraucher schneller zum Ersatz-Kauf zu zwingen.

Was Verbraucher immer wieder am eigenen Leib erfahren müssen, nämlich dass etwa die erste Waschmaschine 20 Jahre ihren Dienst getan hat, die nächste dann nur noch fünf - dass also Elektrogeräte früher einfach länger hielten - hat nun seine Bestätigung gefunden. Eine Studie im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion, über die die "Saarbrücker Zeitung" berichtet, hat ergeben, dass Hersteller absichtlich "Schwachstellen" in ihre Produkte einbauen. Geräte wie Kopfhörer, elektrische Zahnbürsten oder Drucker verschleißen dadurch schneller, gehen kaputt - und zwingen die Konsumenten so, immer häufiger Ersatz kaufen zu müssen.

In der Untersuchung listen die Experten zahlreiche Beispiele auf, bei denen die Industrie täuscht oder trickst: Angeprangert werden etwa nicht austauschbare Akkus oder verklebte Gerätegehäuse, die sich nicht öffnen lassen und eine Reparatur so unmöglich machen. So enthalten beispielsweise Elektrozahnbürsten fest verbaute Akkus, deren Ladefunktion rasch erschöpft ist und die dann nicht erneuert werden können. Bei Kopfhörern sei minderwertige Verarbeitung mittlerweile der Normalfall, so dass es selbst bei normaler Nutzung häufig zu Kabelbrüchen an den Verbindungsstellen komme. Bei Waschmaschinen zählen demnach kaputte Heizstäbe durch Materialermüdung inzwischen zu den "häufigsten Reparaturfallen".

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Auch würden Hersteller absichtlich Bauteile und technische Tricks anwenden, die einen frühzeitigen Defekt des Geräts auslösen und die Nutzungsdauer so erheblich verkürzen. Als Beispiel werden Drucker angeführt, in die manche Hersteller Zähler einbauen, die nach einer bestimmten Anzahl gedruckter Seiten das Gerät lahmlegen - obwohl kein tatsächlicher Defekt vorliegt. Denn stelle man den Zähler zurück, funktioniere das Gerät wieder einwandfrei, so die Experten.

Der Leidtragende ist der Kunde, der in immer kürzeren Abständen neue Produkte kaufen muss. Und die Industrie reibt sich die Hände, denn laut dem Gutachten kostet dieser künstliche Verschleiß die Verbraucher mehrere Milliarden Euro im Jahr.

Die Grünen fordern in der Konsequenz schärfere Vorschriften für die Hersteller, um diese eingebauten Schwachstellen zu vermeiden. Erforderlich seien "klare Vorgaben für die Reparierbarkeit und Austauschbarkeit von Einzelteilen und die Überarbeitung des Gewährleistungs- und Garantierechts“, sagte die verbraucherpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Nicole Maisch, am Mittwoch. Die Grünen-Politikerin Dorothea Steiner nannte das Vorgehen der Hersteller eine "Schweinerei". Frühzeitiger Verschleiß verursache "auch immense Müllberge".

Einer der Autoren der Studie, der Verbraucherexperte Stefan Schridde, sagte der Zeitung, er habe in den letzten Jahren etwa 2000 Hinweise auf verdächtige Produkte ausgewertet. Im Internetportal seiner Bürgerinitiative "Murks? Nein Danke" können Verbraucher Produkte melden, die kurz nach Ablauf von Garantie oder Gewährleistung kaputt gegangen sind. Er wolle so "ein Bewusstsein für das Problem schaffen“, sagt Schridde. "Wir leben nicht in einer Wegwerf-Gesellschaft, wie immer gesagt wird, wir haben nur eine Wegwerf- Produktion."

Mit Material von dpa

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