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ThemenWoche TalkStreitgespräch: Brauchen wir eine grüne Revolution?

Um die künftigen Probleme im Bereich Umwelt, Klima und Ressourcen, wissen wir schon länger: Unsere Wirtschaft verbraucht zu viele Rohstoffe, ihre Produktion ist zu wenig nachhaltig und künftig müssen mit genau dieser Wirtschaft rund drei Milliarden Menschen mehr mit Gütern versorgen als heute. Wenn wir nicht umsteuern, endet das für den Planeten höchstwahrscheinlich in einer Katastrophe.Benjamin Reuter, Meike Lorenzen 06.06.2013 - 10:15 Uhr


Nun ist die Frage: Wie gehen wir mit diesem Problem um? Die Antworten darauf könnten nicht unterschiedlicher sein und seit Jahren streiten Experten, Forscher und Unternehmer um die Lösungen.

Vor allem Vertreter der alten Schule der Umweltbewegung und neuere wachstumskritische Ökonomen predigen den Verzicht. Denn konsumieren wir nicht alle weniger, bekommen wir die Probleme der Zukunft nicht in den Griff.

Die Gesprächspartner:

Einer der einflussreichsten Vertreter dieser Denkrichtung ist der Ökonom Niko Paech, derzeit Gastprofessor am Lehrstuhl für Produktion und Umwelt an der Universität Oldenburg. Er plädiert für eine "Postwachstumsökonomie" und sagt: Unser aktuelles Wirtschaftssystem beruhe nur auf einer Plünderung der Natur und komme mit der sich abzeichnenden Verknappung wichtiger Ressourcen an sein Ende.

Der 51-Jährige streitet deshalb für eine Ökonomie der Bescheidenheit. Darüber hat er auch ein Buch verfasst: "Befreiung vom Überfluss", heißt es.

Paech gehört damit auch zu den schärfsten Kritikern einer Green Economy, die propagiert, dass technischer Fortschritt und nachhaltigere Unternehmen einen gangbaren Weg in die Zukunft ebnen. Der Ökonom lebt zudem vor, was er lehrt: Seine Kleidung kommt aus dem Second Hand Shop, ein Auto hat er nicht, fliegen lehnt er generell ab. Auch um zu Lehrveranstaltungen in der Schweiz zu kommen, nimmt er den Zug.

Einer der wichtigsten Vordenker und Verfechter der von Paech kritisierten Green Economy ist Ralf Fücks, der Vorsitzende der Heinrich-Böll-Stiftung der Grünen in Berlin. Fücks war zuvor Bundesvorsitzender der Partei und Senator für Umwelt und Stadtentwicklung in Bremen. Die Zweifel an der Wachstumsökonomie nennt er "Weltflucht".

In seinem gerade erschienenen Buch "Intelligent wachsen – die grüne Revolution" beschreibt Fücks als Gegenentwurf, wie ein nachhaltigeres Wirtschaftssystem aus seiner Sicht aussehen kann. Zentrale Eckpfeiler für den Sozialwissenschaftler sind dabei: Eine deutlich gesteigerte Energieeffizienz bei der Produktion und in den Haushalten, eine Energierevolution, Zukunftsoptimismus und eine ökologische Steuerreform.

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