718.000 Euro GEZ-Gebühren: Sixt-Chef hat jetzt schon gewonnen

Kommentar718.000 Euro GEZ-Gebühren: Sixt-Chef hat jetzt schon gewonnen

von Hans-Jürgen Klesse

Der Autovermieter Sixt zieht wegen der Rundfunkgebühren vor den Kadi. Egal ob sein Vorstoß juristisch ein Erfolg wird: Gewonnen hat der Grantler aus Pullach auf jeden Fall.

A Hund is er scho, der Sixt Erich! Der größte Autovermieter Deutschlands will das Gebührendiktat der Öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalten nicht akzeptieren und zieht jetzt vor den Kadi. Nicht nur, indem er seine Anwälte lange Schriftsätze in unverständlichem Juristendeutsch bei Gericht einreichen lässt – der Unternehmer geht selbst an die Öffentlichkeit und redet Klartext, mit dem er Millionen normaler GEZ-Gebührenzahler aus der Seele spricht: Notfalls will er gegen die „missratene Gebührenreform“ bis vor das Bundesverfassungsgericht ziehen, es sei höchste Zeit, „den Gebührenwahnsinn“ zu stoppen.

Genauso kennen wir ihn, genau darum lieben wir ihn, den erfolgreichen Selfmade-Unternehmer, der das Spiel mit den menschlichen Emotionen zur tragenden Säule seines Geschäftsmodells erhoben hat. Sixt, der BWL-Abbrecher und Fan griechischer Philosophen, setzt auf die Emotionen seiner Kunden. Bei seinen Werbe-Provokationen sowieso, aber auch, wenn er sich zu politischen Themen wie zum Umweltschutz oder wie jetzt zur Rundfunkgebühr äußert.

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Wenn Sixt sich zu Wort meldet, dann poltert er. Wenn er für oder gegen etwas kämpft, dann nicht mit dem Florett, sondern mindestens mit dem schweren Säbel, besser noch mit der Kanone. Seine Provokationen mögen manchmal geschmacklos sein, manchmal auch nach hinten losgehen, aber das nimmt er in Kauf. Zusammen mit seiner Frau Regine beherrscht er die gesamte Klaviatur emotionaler Aufmerksamkeitserregung perfekt.

Sie schmeißt die besten Parties an den ausgefallensten Locations, um wichtige Kunden zu bezirzen oder eine Bildergeschichte in der „Bunten“ zu bekommen. Sie pflegt ihre diversen Lady-Zirkel auf der Wies’n oder anderswo und tut Gutes für Kinder. Er kümmert sich eher ums Grobe. Darüber mag mancher die Nase rümpfen – aber die Arbeitsteilung funktioniert perfekt.

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Man darf davon ausgehen, dass auch die Sixt-Mitbewerber Europcar, Avis oder Hertz wenig begeistert sind, für jedes Mietauto und jede kleine Niederlassung von der GEZ zur Kasse gebeten zu werden. Aber zu Wort gemeldet hat sich keiner von ihnen, zumindest nicht öffentlich. Sixt hat als einziger erkannt, dass sich das Reizthema hervorragend als Träger einer Imagekampagne für sein Unternehmen nutzen lässt.

Darum ist es ziemlich egal, ob Sixt mit seinem Vorstoß Erfolg hat oder ob er damit tatsächlich bis vor das Bundesverfassungsgericht zieht. Über die GEZ ärgert sich jeder, wer draufhaut, kann sich breiter Sympathien sicher sein. Nicht nur persönlich, sondern auch für das Unternehmen.

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