Automobilclub: ADAC prüft Ausstieg aus dem Geschäft mit Fernbussen

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Es ist noch unklar, wohin die Reise des ADAC Postbus hingehen soll. Die Deutsche Post hofft auf einen Erhalt der Partnerschaft

von Florian Zerfaß, Christian Schlesiger und Franz W. Rother

Die ADAC-Zentrale erwägt, aus dem Geschäft mit Fernbussen auszusteigen. Das Joint Venture mit der Deutschen Post steuert unsicheren Zeiten entgegen.

Der ADAC bereitet seinen Ausstieg aus dem Fernbus-Geschäft vor. Wie die WirtschaftsWoche aus Clubkreisen erfahren hat, will das Präsidium um ADAC-Vizepräsident August Markl den ADAC Postbus loswerden. Markl führt das Präsidium des Autofahrerclubs derzeit kommissarisch, stößt mit seinen Plänen aber auf Widerstand bei den Regionalclubs, die im Verwaltungsrat über strategische Fragen mitentscheiden. Bei einer Sitzung des Gremiums vor zwei Wochen sollen nur die Regionalclubs Nordbayern und Südbayern die Zentrale unterstützt haben. Die 16 anderen Regionalclubs wollen nach Informationen der WirtschaftsWoche am Postbus festhalten.

Marktanteil von Fernbusanbietern in Deutschland Quelle: Iges

Marktanteil von Fernbusanbietern in Deutschland (Klicken Sie für eine detaillierte Ansicht bitte auf die Grafik)

Bild: Iges

Der Verwaltungsrat hat die hauptamtliche Geschäftsführung des ADAC nach Informationen des Magazins nun beauftragt, Zahlen zu unterschiedlichen Szenarien zu erarbeiten. Anhand dieser Daten soll dann entschieden werden, wie es mit dem Busprojekt weitergeht. Bis wann eine Entscheidung fällt, ist offen. Der ADAC teilte auf Anfrage mit, er äußere sich nicht zu Inhalten von Gremiensitzungen. Der ADAC Postbus war erst im November 2013 gestartet. An dem Gemeinschaftsunternehmen halten der Autofahrerclub und die Deutsche Post je 50 Prozent.

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Aktuell fährt der ADAC Postbus auf neun Linien, 60 Busse verbinden rund 30 Städte in Deutschland. In ADAC-Kreisen ist zu hören, dass der Postbus bisher keine Gewinne einfahre. Der Marktanteil nach einem halben Jahr liegt laut der Berliner Verkehrsberatung Iges bei zwölf Prozent – weit hinter MeinFernbus, den Bustöchtern der Deutschen Bahn sowie Flixbus. ADAC-Insider vermuten, dass der Bus geopfert werden könnte, um ein Zeichen zu setzen und nach dem Skandal um gefälschte Autorankings Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen. Die Deutsche Post wollte sich nicht direkt zu den Plänen äußern. Man sei aber mit dem Partner „sehr zufrieden“, eine Evaluierung sei ohnehin für Sommer dieses Jahres geplant.

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3 Kommentare zu Automobilclub: ADAC prüft Ausstieg aus dem Geschäft mit Fernbussen

  • Man ist einfach mit der Premium-Strategie gnadenlos gescheitert. Denn das, was hier als Premium beworben wurde, bieten die anderen Unternehmen auch: kostenloses WLAN, Snacks, bequeme Sitze mit großer Beinfreiheit in neuen Bussen. Und dann die legendäre Kaffeemaschine auf Bodenhöhe (!) im Postbus. Und dann ist das ganze noch wesentlich teurer als die Konkurrenz.

    Das einzige Abhebungsmerkmal ist die kostenlose Mediathek, die man per WLAN erreichen kann.

  • Ich kann meinem Vorschreiber nur zustimmen. Ich vergleiche ja wirklich jede Busfahrt von mir auch http://www.checkmybus.de. Und der ADAC war immer einer der teuersten. Aber das er dennoch keinen Gewinn abwirft finde ich jetzt auch nicht so überraschend. Ich kann mir nicht vorstllen, das Flixbus & Co. schöne schwarze Zahlen schreiben? Und das WLAN im Postbus ist zwar da, aber die Qualität lässt auch zu wünschen übrig.

  • Also ich kann vom ADAC Postbus nur positiv berichten, fahre häufig mit ihm, und habe hingegen bei der 2. Fahrt mit dem Flixbus die Kriese überhaupt bekommen (Verspätung bis 60 min also Fahrtzeit betrug fast 4:30std obwohl nur 3:10std angesetzt waren, kaum WLAN Empfang,Toilette defekt, Steckdose nur jede 2.reihe vorhanden, und nur 2,00 Euro günstiger als der ADAC)!
    Dagegen habe ich mit dem Postbus nur gute erfahrung gemacht (WLAN Empfang immer super, freundliches Personal,Personal wechsel an bestimmten haltestellen damit die Lenkzeiten eingehalten werden, es aber zu keiner verzögerung kommt, Kofferservice, Mediathek, Pünktlich, Steckdose in jeder Sitzreihe, Toilette ging während der Fahrt kaputt, techniker war sofort an der nächsten haltestelle verfügbar, wer musste konnte dem Fahrer bescheid geben das er eine raststätte anfuhr) also Luxus zum kleinen Preis, mit Gutscheincode der anegboten wird, habe ich noch 40 cent weniger bezahlt als beim lixbus, also lohnt sich die Premium strategie ja wohl in jeglicher hinsicht. vor allem sollte man die Preise im internet vergleiche, der mein Fernbus fährt die strecke Essen-Hannover gar nicht und bei anderen veranstalter bezahle ich ab 19,00 Euro aufwärts, BITTE ADAC POSTBUS bleib!!!!!!!!!!!!!!!!!

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