Millionenbetrug: Leoni AG wird um 40 Millionen Euro geprellt

Millionenbetrug: Leoni AG wird um 40 Millionen Euro geprellt

, aktualisiert 16. August 2016, 16:31 Uhr
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Opfer von Betrügern: die Nürnberger Leoni AG.

Der börsennotierte Autozulieferer und Kabelspezialist Leoni ist um rund 40 Millionen Euro betrogen worden. Das gab der MDax-Konzern am Dienstag in einer Pflichtmitteilung bekannt. Leoni prüft nun Schadenersatzansprüche.

Kriminelle sollen die Leoni AG um rund 40 Millionen Euro erleichtert haben. Das gab der in Nürnberg ansässige Autozulieferer und Kabelhersteller, der im Auswahlindex der Börse für mittlere Unternehmen (MDax) notiert ist, am Dienstag in einer Pflichtmitteilung bekannt.

Der Leoni-Vorstand habe daraufhin Anzeige erstattet und prüfe derzeit Schadenersatz- und Versicherungsansprüche. Zu weiteren Einzelheiten wollte sich ein Sprecher auf Anfrage nicht äußern.

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Am Freitag hatte das Unternehmen erstmals bemerkt, Opfer von Betrügern zu sein. Diese fälschten offenbar Dokumente und nahmen fremde Identitäten an, um Unternehmensgelder auf ausländische Konten zu transferieren. Die IT-Infrastrukur sei jedoch nicht von den kriminellen Aktivitäten betroffen. In welchem Umfang der Schaden das prognostizierte Jahresergebnis beeinflusst, könne derzeit nicht abgeschätzt werden, so das Unternehmen.

Wissenswertes zu Leoni

  • Gründung, Umsatz, Produkte

    Gründung: Leoni wurde 1917 gegründet und ist seit 2002 im deutschen MDax notiert.

    Konzernumsatz 2014: 4,1 Mrd. Euro

    Mitarbeiter: rund 75.000 in 31 Ländern

    Produkte: Drähte, optische Fasern, Kabel und Kabelsysteme; hauptsächlich für die Automobilindustrie von der einadrigen Fahrzeugleitung bis zum kompletten Bordnetz-System mit integrierter Elektronik. Darüber hinaus umfasst das Leistungsspektrum Drähte und Litzen, Glasfaserkabel, standardisierte Leitungen sowie Spezialkabel und komplett konfektionierte Systeme für Anwendungen in unterschiedlichen industriellen Märkten.

  • Im Jahr 1569...

    begann der Franzose Anthoni Fournier mit einer Handvoll Mitarbeitern in Nürnberg die Herstellung feinster Gold- und Silberdrähte. Seine Söhne führten die Produktion fort und erweiterten sie.

  • Im Jahr 1917...

    ...ging aus diesen Anfängen die Leonische Werke Roth-Nürnberg AG hervor.

  • 1999...

    ...firmiert das Unternehmen dann in die AG um.

Die Liquiditätslage des Konzerns ist jedoch nicht wesentlich beeinträchtigt: „Das operative Geschäft von Leoni läuft prognosekonform“, heißt es in der Mitteilung.

Der Aktienmarkt hingegen reagierte prompt auf die schlechten Nachrichten: Die Leoni-Titel rutschten am Dienstagnachmittag um gut acht Prozent ab und waren damit die größten Verlierer im MDax.

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