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Star WarsDas zweite Erwachen der Medienmacht

Mit dem Videostart des jüngsten Star-Wars-Films beginnt der Medienriese Disney eine neue Vermarktungsrunde für sein erfolgreichstes Produkt. Und sie ist lukrativer als die erste Medienschlacht rund um den Filmstart.Rüdiger Kiani-Kreß 15.04.2016 - 15:22 Uhr

Star Wars - Das Erwachen der Macht.

Foto: dpa

Für jeden Star-Wars-Fan hat der heutige Tag mit einer dicken Überraschung begonnen. Schon jetzt – und damit zwei Wochen früher als angekündigt – gibt es den siebten Teil der erfolgreichsten Weltraumoper als digitales Video. „Das Erwachen der Macht“ steht in den einschlägigen Shops wie Amazon oder Apples iTunes Store zum Download. Damit die Fans über den Preis von fast 17 Euro für die HD-Fassung nicht zu lange nachdenken, wartet der Film mit einigen Extras auf wie zusätzlichen Szenen.

Mit dem zweiten Erwachen des Streifens in den Online-Mediatheken beginnt eine neue Vermarktungsrunde. Und sie ist für den US-Unterhaltungsriesen noch lukrativer als die erste Medienschlacht rund um den Filmstart im vergangenen Dezember.

Zwar hat der Film in den Kinos weltweit bereits fast zwei Milliarden Dollar eingespielt und damit ein Mehrfaches seiner fast 500 Millionen Dollar Kosten für Produktion und Marketing. Dazu kamen mehrere Milliarden Umsatz, weil die Fans und ihre Eltern Spielzeugläden und Kaufhäuser plünderten, wo von Figuren bis zum Kinderbett kein Wunsch unerfüllt blieb. Doch dafür musste der Konzern viel arbeiten.

Erfolgreichste Filmreihe

Star Wars ist die kommerziell erfolgreichste Filmserie der Geschichte. Allein bis 2012 wurden inklusive der Kinotickets geschätzte 24 Milliarden Euro eingenommen.

Foto: dpa

Internationale Begeisterung

„Episode III: Die Rache der Sith“ lief zum Kinostart gleichzeitig in 115 Ländern an – Weltrekord.

Foto: REUTERS

Richtiger Riecher

Niemand wurde durch eine Filmreihe so reich wie Star-Wars-Erfinder George Lucas. Statt sich für den ersten Streifen ein Honorar auszahlen zu lassen, sicherte er sich die Rechte an den Fortsetzungen und den Merchandising-Artikeln. Sein Mut hat ihm laut Schätzungen des Forbes-Magazins mehr als fünf Milliarden Dollar eingebracht.

Foto: AP

Reicher Autor

George Lucas (r., mit US-Präsident Barack Obama) hat als Drehbuchautor auch mehr Geld eingespielt als jeder andere. Rund drei Milliarden Euro gaben Kinozuschauer bisher aus, um seine Filme zu sehen.

Foto: AP

Erfolgreicher Start vorprogrammiert

Kein anderer Trailer eines Films wurde gleich am ersten Tag so oft gesehen wie der zu „Episode VII: Das Erwachen der Macht“. 30,65 Millionen Menschen sahen ihn sich im April 2015 auf YouTube an.

Foto: AP

Ausgezeichneter Filmkomponist

Star-Wars-Komponist John Williams (r.) ist der lebende Mensch mit den meisten Oscar-Nominierungen: 49 an der Zahl. Fünf Mal gewann er, darunter 1978 für den ersten Star-Wars-Soundtrack.

Foto: AP

Erfolgreichste Instrumental-Single

Eine Discoversion des Star-Wars-Titelstücks von 1977 ist die erfolgreichste Instrumental-Single der USA. Sie wurde mehr als zwei Millionen Mal verkauft.

Foto: AP

Wer damals durch die Innenstädte schlenderte, konnte dem Hype kaum entgehen: Mehr als 100 Marketingpartner holte Disney dafür an Bord. C&A lockte Familien mit "Star Wars"-Sweatern und der Kofferhersteller Samsonite bot eine Spezialedition mit Darth Vader. Dazu kamen HP-Computerbauer, Kosmetik und jede Menge Spielfiguren, die selbst Discounter Aldi ins Programm nahm. Und jedes Mal hielt Disney die Hand auf. Wie viel der Konzern genau kassiert, lässt er sich nicht entlocken. Laut Schätzungen sind es im Schnitt zehn Prozent vom Ladenpreis.

Doch der Aufwand für das perfekt inszenierte Spektakel war gewaltig. Am Ende mussten die Mitarbeiter nicht nur die vielen Partner koordinieren und darauf achten dass sie die buchdicken Vorschriften für Verpackung und Verschwiegenheit einhielten. Auch alle Teile des Konzerns hatten mitzuhelfen. Die eigenen Fernsehsender wie ABC oder Disney Channel. Und in den Disneylands von Tokio bis Los Angeles mussten sich selbst klassische Figuren wie Dumpfbacke Goofy unterordnen und dunkle Darth-Vader-Masken überziehen.

Todesstern

Mit über 3800 Teilen gehört der Todesstern-Nachbau aus den Star-Wars-Filmen zu den größeren Sets der „Ultimate Collector’s Series“ (UCS). Trotz des stolzen Preises von mehr als 400 Euro ist das Set ausverkauft, das 2008 erschien.

Der Todesstern ist einer von 28 Lego-Star-Wars-Bausätzen, die Lego seit 2000 als „Ultimate Collector’s Series“ herausbringt.

Foto: PR

Super-Sternenzerstörer

Der Super-Sternenzerstörer Executor ist beeindruckend. Das Modell des persönlichen Flaggschiffs von Darth Vader ist aufgebaut über einen Meter lang, wiegt 3,5 Kilogramm und besteht aus 3000 Teilen. Der Bausatz ist im Lego-Shop vergriffen. Im Netz finden sich allerdings Seiten, wo man ihn für mehr als 1000 Euro erwerben kann.

Foto: PR

R2-D2

Eine der wenigen Figuren der Star-Wars-Saga, die in jedem der ersten sechs Teile eine gewichtige Rolle spielen ist R2-D2. Einen Nachbau des kleinen Droiden hat Lego 2012 auf den Markt gebracht. Das Modell verfügt über ein einklappbares Bein, Frontplatten, die sich öffnen lassen und einen drehbaren Kopf. Aufgebaut ist der kleine Droide 31 cm hoch. Kostenpunkt: 389 Euro.

Foto: PR

X-Wing Starfighter

Der X-Wing Starfighter, das Raumschiff mit dem Luke Skywalker den Todesstern zerstört, wurde von Lego gleich mehrfach in Szene gesetzt. Das Modell, das Teil der „Ulitimate Collector’s Series“ ist, ist das aufwendigste. Es besteht aus 1558 Teilen und kostet 200 Euro.

Foto: PR

TIE Fighter

Der TIE Fighter ist das am weitesten verbreitete Raumschiff des Imperiums. Lego hat ihn 2015 ein aufwendiges Modell gewidmet, das aus 1685 Steinen zusammengebaut ist. Für 200 Euro ist der TIE Fighter im Lego Shop erhältlich.

Foto: PR

Slave I

Ebenfalls 2015 erschien der Slave I, das Raumschiff von Kopfgeldjäger Boba Fett. Der Nachbau verfügt über ein rotierendes Cockpit und versteckten Geschützen. Fast 2000 Teile hat Lego für die Modellierung benötigt. Kostenpunkt: 200 Euro.

Foto: PR

Sandcrawler

Das aus Star Wars Episode IV bekannte Wüstenfahrzeug der Jawas hat Lego 2014 als Bausatz herausgebracht. Die Frontrampe ist verstellbar und auch die Kräne zum Verladen von Droiden sind funktionstüchtig. Der Bausatz besteht aus mehr als 3200 Teilen und kostet rund 300 Euro.

Foto: PR

Tumbler

Auch Batman hat es in die Serie geschafft: Der Tumbler, das schwarze, gepanzerte Fahrzeug, aus der Dark Knight Trilogie verfügt über verstellbare Flügel und einige andere Überraschungen. Fast 2000 Teile braucht es, um das Batmobil zu modellieren. Kostenpunkt: 200 Euro.

Foto: PR

Sydney Opera House

Auch wenn die „United Collecor’s Series“ zu Großteilen aus Modellen des Star-Wars-Universums besteht, haben es wenige andere Bausätze in die Reihe geschafft. Darunter der Nachbau des Opernhauses in Sydney. Um die verwinkelten Wände und komplexen Formen des Opernhauses nachstellen zu können, musste Lego neue Bautechniken anwenden. Das Modell kostet 320 Euro und besteht aus fast 3000 Teilen.

Foto: PR

Das ist im Digitalen anders. Weil der Film bekannt ist, braucht es fast keine Werbung um die Fans wachzurütteln. Dazu liegen die Kosten für den Online-Vertrieb bei fast null. Darum landet der weit überwiegende Teil des Umsatzes in den Kassen – und dem Vernehmen nach bekommt Disney bis zu zehn der fast 17 Euro beziehungsweise Dollar pro verkauftem Film. Bei den DVDs, die dann in zwei Wochen zu haben sind, ist der Schnitt etwas schlechter.

Dafür kann Disney die Aufmerksamkeit gleich für sein nächstes Projekt nutzen. Denn passend zum Verkaufsstart von Star Wars Teil 7 beginnt die Vermarktung des nächsten Films. So tauchten kurz vor dem Video die ersten Werbefilme für Rogue One auf.

Der ist zwar keine Fortsetzung von Teil 7, doch hat er für die Vermarkter einen entscheidenden Vorteil: Der Trailer für den Streifen rund um die Zerstörung des Todessterns durch eine Rebellengruppe spielt geschickt mit den klassischen Helden der Serie und bietet eine Wiederauferstehung für viele der alten Figuren von Obi-Wan Kenobi bis hin zu Darth Vader – und natürlich den Todesstern.

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