Location-based Services: Wie das Smartphone die Einkaufsmeile retten soll

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Location-based Services: Wie das Smartphone die Einkaufsmeile retten soll

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von Niklas Dummer

Shopping-Apps, die den Standort des Konsumenten berücksichtigen, sollen Kunden aus dem Internet locken. Ein Feldversuch in einer typischen Mittelstadt soll zeigen, was an dem Heilsversprechen dran ist.

Ein paar Schritte über die gepflasterte Durlacher Einkaufsstraße und schon ploppen die ersten Push-Mitteilungen auf: „Schipper’s: Frische Smoothies für je 2€ im ‚Schipper’s’. Schauen Sie vorbei!“; „Modehaus Nagel: Kleider machen Leute! Entdecken Sie die neue Frühlingsmode und erhalten 10% Rabatt auf ihren Einkauf!“; „Meißburger Hans GmbH: Jetzt kostenlosen Sehtest und Hörtest machen.“

Das Smartphone ist gleichermaßen Rabattkarte, Empfänger maßgeschneiderter Informationen und  Navigator durch die Einkaufsmeile einer Kleinstadt. Sieht so die Zukunft des Einkaufens und die Rettung für den gebeutelten stationären Handel aus? Das wollen die Gelben Seiten herausfinden gemeinsam mit der Hochschule der Medien Stuttgart und Bitplaces, einem Berliner Unternehmen.

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In Durlach, dem größten Stadtteil Karlsruhes - 30.000 Einwohner, eine typische deutsche Mittelstadt - veranstalteten sie deswegen am vergangen Wochenende einen einzigartigen Feldversuch: Mehr als 50 Einzelhändler nahmen teil, darunter Buchhandlungen, Möbelgeschäfte, Restaurants, ein Spielzeugwarengeschäft – all das, was sich in kleinen, verschlafenen Einkaufsstraßen eben so tummelt.

Die beliebtesten Händler in Deutschland

  • Über die Studie

    Der Proposition-Index 2015 der Unternehmensberatung OC&C analysiert die Leistungsversprechen von über 850 Handelsunternehmen (darunter 95 aus Deutschland) auf Basis einer internationalen Konsumentenbefragung. Insgesamt wurden über 300.000 Kundenbeurteilungen aufgenommen, 26.000 davon allein in Deutschland. Für jedes Handelsunternehmen wurden die Kunden zur Gesamtwahrnehmung und den Elementen des Leistungsversprechens befragt. Neben der Kundensicht zu Preisstellung, Qualität, Auswahl, Einkaufserlebnis und Service wurden auch die Preis-Leistungs-Wahrnehmung des Kunden und das Kundenvertrauen ermittelt. In die Bewertung fließen hierbei nur diejenigen Konsumenten ein, die das entsprechende Handelsformat in den vergangenen drei Monaten besucht oder dort eingekauft haben. Die vom Kunden wahrgenommene Stärke des Gesamtleistungsversprechens, der „Proposition“, und die einzelnen Elemente des Leistungsversprechens werden jeweils in einem Index gemessen, dessen Maximalwert 100 ist.

  • Platz 10

    Platz 10: Douglas

    Kategorie: Drogerien

    Bewertung: 79,6

    Veränderung zu 2014: -0,8

  • Platz 9

    Platz 9: Aldi

    Kategorie: Lebensmitteleinzelhandel

    Bewertung: 79,6

    Veränderung zu 2014: +1,8

  • Platz 8

    Platz 8: Tchibo

    Kategorie: Multisortimenter/Warenhäuser

    Bewertung: 80,0

    Veränderung zu 2014: +0,8

  • Platz 7

    Platz 7: Drogerie Müller

    Kategorie: Drogerien

    Bewertung: 80,0

    Veränderung zu 2014: +0,2

  • Platz 6

    Platz 6: Rossmann

    Kategorie: Drogerien

    Bewertung: 80,5

    Veränderung zu 2014: -0,3

  • Platz 5

    Platz 5: Otto

    Kategorie: Multisortimenter/Warenhäuser

    Bewertung: 81,1

    Veränderung zu 2014: +3,3

  • Platz 4

    Platz 4: Thalia

    Kategorie: Andere

    Bewertung: 81,4

    Veränderung zu 2014: +1,1

  • Platz 3

    Platz 3: IKEA

    Kategorie: Möbelhäuser

    Bewertung: 81,8

    Veränderung zu 2014: n/a

  • Platz 2

    Platz 2: Amazon

    Kategorie: Multisortimenter/Warenhäuser

    Bewertung: 86,5

    Veränderung zu 2014: +1,5

  • Platz 1

    Platz 1: dm

    Kategorie: Drogerien

    Bewertung: 87,7

    Veränderung zu 2014: +1,2

Ihre Filialen wurden über das verkaufsoffene Wochenende kostenfrei mit virtuellen Umkreisen ausgestattet. Nähert sich ein Smartphone-Besitzer, der die Gelbe-Seiten-App installiert und Bluetooth sowie die Ortungsdienste aktiviert hat, dem Geschäft auf 30 Meter, schickt ihm der Händler automatisiert Text- und Bildnachrichten, Coupons oder QR-Codes zu. Zudem können Händler festlegen, ob Kunden beim Betreten oder Verlassen des Geschäfts eine Nachricht erhalten.

Location-based Services (LBS) heißen die Tools, die so etwas ermöglichen, zu Deutsch: standortbezogene Dienste. Das Smartphone dient dabei als Sender und Empfänger. Über GPS, WLAN, Bluetooth und Daten des Netzbetreibers lässt sich ein Smartphone-Nutzer auf Meter genau orten.

Im Alltag sind solche Dienste bereits angekommen: Google Maps etwa schafft es so, Staus und ihre Länge zu erkennen, Apps wie Runtastic wissen dank dieser Daten, wie viele Kilometer wir joggen. In den USA experimentieren größere Handelsketten mit solchen Tools und auch hierzulande macht der Handel erste Versuche. Allerdings sind es eher größere Ketten wie Saturn oder Obi, die mit Shopkick kooperieren. Warum also das Experiment in Durlach? „Hier findet sich ein lebendiger, authentischer Einzelhandel“, sagt Stephan Theiß, der Geschäftsführer der Gelbe Seiten Marketing Gesellschaft. „Durlach soll zeigen, dass diese Technologie auch einem mittelständischen Händler mit wenig Aufwand neue Kunden bringen kann.“

Den Ansatz, standortbezogene Dienste auch für kleinere Geschäfte zugänglich zu machen, ist spannend, sagt Klaus Goldhammer, Honorarprofessor an der Freien Universität Berlin und Unternehmensberater: „Dawanda und Google AdSense dienen als Plattformen, die viele Klein- und Kleinstanbieter zusammenführen.“ Ähnlich wie diese das im Netz machen, könnte es über Apps wie der von den Gelben Seiten für den Filialhandel funktionieren. 

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