1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Handel
  4. Lörrach: Eine ganze Stadt ist verrückt nach Milka

LörrachEine ganze Stadt ist verrückt nach Milka

Die lila Milka-Kuh kennt jedes Kind. Aber kaum jemand weiß, wo die Schokolade eigentlich produziert wird. Im baden-württembergischen Lörrach. Dort ist die ganze Stadt verrückt nach den süßen Tafeln.Nora Jakob 18.12.2013 - 06:41 Uhr

Die Kakaobohne ist der Schlüsselrohstoff für die Herstellung von Schokolade. Deutschland gehört neben den USA und den Niederlanden zu den größten Schokoladenproduzenten der Welt. Die Nachfrage nach Kakao wächst zurzeit vor allem, weil in den Schwellenländern mehr genascht wird. Allein in China wird in diesem Jahr geschätzt 11,5 Prozent mehr Schokolade gekauft als im vergangenen Jahr. Woher kommt die Bohne, die unser Leben versüßt? Wer handelt damit? Wo wird der Rohstoff noch verwendet? Ein Überblick.

Foto: WirtschaftsWoche

Bis aus den Bohnen Schokolade wird, ist es ein langer und komplexer Prozess. Die Bohnen müssen fermentieren, wodurch sie erst ihr Aroma erhalten. Dann müssen die Bohnen getrocknet werden, um transportiert werden zu können.

Der Kakaobaum wächst nicht überall - nur entlang des Äquators ermöglichen Klima und Terrain eine artgerechte Züchtung.

Foto: Reuters

Die westafrikanischen Staaten Ghana und Elfenbeinküste (der Hafen San Pedro im Bild) gehören zu den größten Kakao-Exportländern der Welt. Weltweit sind 30 Entwicklungsländer an der Züchtung und dem Anbau von Kakaobohnen beteiligt.

Foto: REUTERS

Gehandelt wird Kakao an der London International Financial Futures Exchange und der New York Board of Trade (hier im Bild). Zuletzt ist der Preis kräftig gestiegen, immer mehr Spekulanten steigen in das Geschäft ein.

Foto: Reuters

Anthony Ward wird in der Branche auch "Chocfinger" genannt. Von "Chocfinger", der in London lebt und arbeitet, gibt es kein frei verfügbares Bild.

Fakt ist: Ward konnte lange Zeit beim Handel von Kakaobohnen vom Londoner Markt profitieren, weil dieser ihn nicht zwang, seine Deals offenzulegen. Doch seit September 2010 ist damit Schluss. Die Börse in London hat ähnliche Restriktionen eingeführt wie die Warenterminbörse in New York. Nun werden die Positionen der Marktteilnehmer im Kakao-, Kaffee-, und Zuckermarkt aufgeschlüsselt und alle Positionen die 100 Einheiten überschreiten, müssen veröffentlicht werden. Die Londoner Börse sah sich zu diesem Schritt gezwungen, nachdem 16 kakaoverarbeitende Unternehmen sich wegen mangelnder Transparenz beschwert hatten.

Foto: Fotolia

Eine kleiner Geschichtsausflug: Bei den Mayas in Zentralamerika hatte das Schokoladengetränk zu gesellschaftlichen und religiösen Anlässen seinen festen Platz auf dem Getränkemenü. Die Azteken nutzten die Kakaobohne nicht nur als Getränk sondern auch als Medizin und Zahlungsmittel. Als die Spanier die neue Welt entdecken, begriffen sie schnell den Wert der Währung Kakao. Noch heute werden in Zentralamerika Kakaomasse und -bohnen in Reinform verkauft und zum Kochen unterschiedlicher Gerichte verwendet.

Erst im 19. Jahrhundert wurde die Kakaobohne nach Westafrika und in den Rest der Welt exportiert.

Bild: Eine Aztekenskulptur hält eine Kakaofrucht in den Händen.

Foto: GNU

Noch vor der Industriellen Revolution war Kakao vor allem unter Herzögen, Gelehrten und Intellektuellen ein beliebtes Getränk. Der Adel stellte zwecks richtiger Mischung gar Schokoladenköche an den Höfen ein. Vom deutschen Dichter und Denker Johann Wolfgang von Goethe ist überliefert, "dass er seinen Tag in der Regel mit Trinkschokolade, oftmals unter der Zugabe von Zwieback und Biskuits begann", wie im Buch "Kakao - Speise der Götter" von Andrea Durry zu lesen ist, der Kuratorin des Schokoladenmuseums in Köln.

Darin erfährt man auch: Erst durch die Möglichkeit, den teuer importierten Rohr- gegen heimischen Rübenzucker zu ersetzen, wurde es in der Industriellen Revolution möglich, Schokolade billiger zu verarbeiten und somit einer breiteren Masse von Konsumenten zugänglich zu machen.

Foto: dpa

Der Siegeszug der Kakaobohne als Rohstoff ist auch an ihrer Verwendung in der Kosmetik- und Pharmaindustrie zu beobachten: Lotionen und Gesichtsmasken mit Kakaobutter versprechen eine weiche, geschmeidige und entspannte Haut.

Foto: Presse

„Das Herz von Lörrach ist lila“ schrieb die Badische Zeitung kürzlich und zeigt damit die enge Verbundenheit der Marke Milka mit der Stadt Lörrach im Süden Baden-Württembergs. Die berühmte Schokolade mit der lila Kuh wird dort seit über 100 Jahren hergestellt.
500 Mitarbeiter arbeiten in der Schokoladenfabrik – knapp 500 Meter vom Lörracher Rathaus in der Innenstadt entfernt im Dreischichtbetrieb und produzieren täglich drei Millionen Tafeln. Das macht insgesamt 140.000 Tonnen Schokolade im Jahr. Ein Aushängeschild für die über 48.000-Einwohner-Stadt, die sich der Symbolkraft der Marke sehr bewusst ist: "Jeder kennt die Marke Milka“, sagt Marion Ziegler-Jung, Wirtschaftsförderin der Stadt. Kein Wunder: Milka ist in Deutschland Marktführer und produziert die 100-Gramm-Tafeln für das Inland und 50 andere Länder ausschließlich in Lörrach.

„Dass alle 100-Gramm-Tafeln #made in Lörrach# sind, ist für uns durchaus eine emotionale Angelegenheit, die zur Identifikation mit der Stadt, in der man lebt, beiträgt.“

Die enge Verbundenheit zwischen der Stadt und Milka wird nicht nur beim jährlichen Schokofest, bei dem sich die ganze Stadt lila färbt, deutlich. Überall finden sich Spuren der lila Kuh: Auf die Nordfassade der Lörracher Schokoladenfabrik wurde sie aufgemalt. Und zwischen dem heutigen Produktionsstandort und der ehemaligen Schokoladenfabrik schlängelt sich die Milkastraße entlang.

1901 wird die Marke Milka in die Warenzeichenrolle des Kaiserlichen Patentamtes in Berlin eingetragen. Schon damals legte sich der Schweizer Schokoladenhersteller Philippe Suchard auf die Farbe lila fest. Die Farbe der Verpackung mit dem Code 486c ist einzigartig und rechtlich gesichert: 1998 hatte sich Milka das Lila als „Farbmarke für Schokoladenwaren“ eintragen lassen. Zusammen mit der lila Kuh steht es für die Marke und ihre Tradition.

Und zur Tradition gehört auch die Zusammenarbeit mit dem Produktionsstandort: „Gemeinsam mit der Stadt sind schon viele Projekte entstanden, für die es eine solche gute und langjährige Kooperation braucht“, sagt Tanja Schell, Sprecherin des Milka-Mutterkonzerns Mondelez. Dazu zählt die Einrichtung einer betriebsnahen Kinderbetreuung in der ehemaligen Werksleitervilla ebenso wie die gemeinsame Veranstaltungsreihe "Lörracher Gespräche" oder auch die "Stadttafel" für hochrangige Gäste der Stadt. 800 Gramm ist diese Tafel mit dem Schriftzug ‚Lörrach‘, dem Wappentier und der traditionellen Kuh schwer. Alle Exemplare dieser besonderen und stark limitierten Reihe werden von Hand hergestellt.

Platz 7

Chocolatier: Hussel Confiserie

Name: Edelbitter-Schokolade Haselnuss

Preis: 3,98 Euro

Zum gleichen Preis gibt es auch die Vollmilch-Schokolade Konfetti oder die weiße Schokolade Cranberry.

(Preise und Angaben von Hussel und Chocolats de Luxe)

Foto: PR

Platz 6

Chocolatier: Domori

Name: Guasare 70 %

Preis: 5,40 Euro

Foto: PR

Platz 5

Chocolatier: Pacari

Name: Raw 70 %

Preis: 5,80 Euro

Foto: PR

Platz 4

Chocolatier: Madre Chocolat

Name: Triple Cacao

Preis: 9,50 Euro

Foto: PR

Platz 3

Chocolatier: Amedei

Name: Porcelana

Preis: 11,20 Euro

Es handelt sich nach Herstellerangaben um die einzige Schokoladensorte, die auf us-amerikanischen Boden angebaut wird: auf Hawaii.

Foto: PR

Platz 2

Chocolatier: Clement

Name: Cru Sauvage

Preis: 12,50 Euro

Foto: PR

Platz 1

Chocolatier: Pralus

Name: Trois Cru d'Excellence 75 % Chuao, Porcelana, Guyana

Preis: 19,90 Euro

Foto: PR
BrandIndex

Deutsche lieben Schokoladenhersteller

von Holger Geißler

Auch für die Stadt zahlt sich die Kooperation aus: "Milka steht in Lörrach nicht nur für "Milch + Kakao" in lila, sondern für Qualität, Innovation und viele engagierte Mitarbeiter“, sagt die Wirtschaftsförderin Ziegler-Jung. Denn mittlerweile werden jährlich 400 Millionen Tafeln Schokolade sowie 30 Millionen Osterhasen und Weihnachtsmänner verkauft – eine Erfolgsgeschichte auch für Lörrach.

Tradition und Verbundenheit wird in Lörrach und bei Milka eben groß geschrieben. Das Unternehmen entschied sich übrigens damals für eine Kuh, weil sie wie kein anderes Tier, Heimat, Sanftheit und Zärtlichkeit verkörpert und damit verbunden die Alpenwelt und die Alpenmilch. Seit den 90er Jahren ist übrigens immer die gleiche Kuh auf der Verpackung zu sehen: Eine einzelne Kuh der Simmenthaler Rasse wird von links mit leicht geneigtem Kopf und jeweils festgelegtem Schriftzug und Flecken abgebildet.

Im Mittelpunkt steht auf unternehmerischer Seite heute die hohe Spezialisierung – deshalb werden die 100-Gramm-Tafeln ausschließlich in Lörrach hergestellt. Am baden-württembergischen Standort wird ansonsten nur noch Getränkepulver für Kakao produziert. Weitere Werke in Europa gibt es noch in Bludenz, Österreich, sowie in Straßburg (Frankreich). Die Oberbürgermeisterin Gudrun Heute-Bluhm (CDU) lobt die Innovationen, die für eine dauerhafte Standortgarantie sorgen: So ist das Firmengelände kompakt an nur einem Ort – und trotzdem noch zentral zur Stadt und deren Entscheidungsgremien. Auf dem Firmengelände befindet sich eine Kindertagesstätte, die im Zusammenspiel von Mondelez und der Stadt entstanden ist. Für die Mitarbeiter hat er aber den Vorteil, dass sich Arbeit und Familie leichter miteinander verbinden lassen.

Goldeck-Zetti

Die einstige DDR-Marke wird heute vom Süßwarenhersteller Goldeck Süßwaren GmbH produziert. Goldeck erwarb Zetti 1993. Bis dahin entstanden die Schokoladenwaren im Volkseigenen Betrieb VEB Zetti Schokoladen und Zuckwaren Zeitz. Das Unternehmen hatte zeitweise über 1000 Mitarbeiter und war einer der wichtigsten Süßwarehersteller des Landes. Hervorgegangen ist das Unternehmen aus der 1836 gegründeten F.A: Oehler Fabrik für Kakao, Schokoladen und Zuckerwaren im sächsisch-anhaltinischen Zeitz. Goldeck hat zahlreiche ehemalige Ostprodukte wieder aufleben lassen, wie z.B. die Knusperflocken, Bambina, Schokoladenplätzchen und die Schlager-Süßtafel. Sie gab es zunächst als weiße Schokolade, ab 1974 als Schokoladenersatzprodukt, in dem unter anderem gemahlene Erbsen verarbeitet wurden.

Foto: dpa

Berggold "Sturm der Liebe"

Bekannt ist Berggold für seine Pralinenspezialitäten. Seit Februar 2010 stellt das ostdeutsche Unternehmen eine Pralinenauslese zur ARD-Telenovela Sturm der Liebe her. Das Traditionsunternehmen stellt seit 1876 Pralinen und Süßwaren her. Nach der Umwandlung in eine GmbH im Jahr 1990, mit der Treuhandanstalt als Gesellschafter, folgte 1991 die Privatisierung durch die Heinerle Spiel- und Süßwaren GmbH Bamberg. Diese verlegte 1996 ihre Produktionsstätten nach Pößneck. Heute sind dort noch etwas 120 der ehemals 600 bis 900 Mitarbeiter beschäftigt.

Foto: Screenshot

Halloren-Kugeln

Das bekannteste Produkt des ostdeutschen Herstellers sind die Original Halloren-Kugeln, die ihren Namen von den in Halle in früherer Zeit tätigen Salzwirkern, den Halloren, haben. Angeblich weil die aus Sahne und Schokolade bestehenden Pralinen an die Silberknöpfe an den Jacken der Halloren erinnern. Die Halloren Schokoladenfabrik nahm ihren Anfang 1896 in Halle, wo sich noch heute der Hauptsitz des Unternehmens befindet. 2007 wurde das Unternehmen in die Halloren Schokoladenfabrik AG umgewandelt. Das Unternehmen erzielte 2012 89,97 Millionen Euro Nettoumsatz (2011: 68,11 Millionen Euro). Für das laufende Jahr 2013 zeigt sich Halloren durchaus optimistisch: Der Umsatz soll auf 95 Millionen Euro anwachsen.

Foto: dpa

Rübezahl Schokoladen

Das Unternehmen mit Sitz im schwäbischen Dettingen gehört der Familie Cersovsky - im Bild Vater Peter Cersovsky mit den Söhnen Claus und Oliver. Der Süßwarenhersteller befindet sich in Familienbesitz, Gründer war Josef Cersovsky. Der stammte aus dem Riesengebirge und gab seinem Betrieb den Namen des dort der Sage nach umgehenden Berggeistes Rübezahl. Rübezahl produziert jährlich über 100 Millionen Weihnachtsmann- und Osterhasenfiguren. Eigene Schokoladenprodukte bietet Rübezahl Produkte unter anderem unter der Marke Friedel an. Die Brüder Cersovsky haben sich 2008 die Rechte an der Traditionsmarke Gubor gesichert, die zuvor in Besitz der Stollwerck-Gruppe bzw. deren Eigentümer Barry Callebaut waren. 2010 gründeten die Brüder Cersovsky die Weseke Dragees Gmbh. Damit erwarben die Dettinger das Anlagevermögen, das Warenlager und die Marken des in Insolvenz befindlichen Borkener Drageeherstellers Dragees aus Weseke und weiteten ihr Portfolio damit nochmals aus.

Foto: Presse

Trumpf: Edle Tropfen

„Edler Genuss in Nuss“, mit dieser Werbung machte die Marke Trumpf in den 1990 Jahren auf ihr wohl bekanntestes Produkt die „Edlen Tropfen“ aufmerksam – eine mit Weinbrand gefüllte Pralinenmischung. Die Marke Trumpf wird von der Ludwig Schokolade GmbH & Co KG hergestellt, die ihrerseits zur Krüger-Gruppe gehört. Bei Schokofreunden sind auch die kleinen gefüllten Schogetten und die Luftschokolade Aero beliebt. Trumpf beliefert die Discounter Aldi und Lidl und zählt mit rund 1500 Mitarbeitern zu den größten Herstellern für preiswerte Schokolade in Deutschland.

Foto: Screenshot

Moser Roth: Die Aldi-Marke

Moser Roth ist heute ein Tochterunternehmen der Storck-Gruppe, die unter anderem auch Knoppers, Werthers Echte und Merci herstellt und auf Platz neun der weltweit größten Süßwarenhersteller liegt. Moser Roth ist seit 2007 als Premium-Marke des Discounters Aldi bekannt. Die Marke Moser Roth wurde 1902 geschützt und geht zurück auf die Firma Roth, die Konditormeister Wilhelm Roth 1841 in Stuttgart gründete. 1948 kaufte der Stuttgarter Schokoladenfabrikant Karl Haller die Marke, danach wechselte sie mehrfach den Besitzer, war zwischenzeitlich unter dem Dach der Melitta-Gruppe bis sie 2007 an Storck ging.

Foto: WirtschaftsWoche

Stollwerck-Gruppe: Die Markensammler

Stollwerck zählte in der Mitte des 20. Jahrhunderts zu den größten deutschen Schokoladenherstellern in Deutschland. Der Firmenname geht auf Gründer Franz Stollwerck zurück, der 1839 mit der Produktion von Hustenbonbons begann. Stollwerck übernahm zahlreiche Traditionsmarken wie Sarotti mit dem berühmten Mohren-Motiv, Sprengel sowie die beiden Stuttgarter Schokoladenfabrikanten Staengel & Zeller, bekannt für die Eszet-Schnitten (dünne Schokoblättchen die als Belag für Brote und Brötchen gedacht waren) und Waldbaur – bekannt für seine Katzenzungen. Die Ostmarke Rotstern ging nach der Wende in Stollwerck auf. Die Pralinenmarke Gubor (Silbernuss) zählte zwischenzeitlich ebenfalls zur Gruppe bevor sie 2008 an die Brüder Cersovsky verkauft wurde (siehe Rübezahl Schokolade). Seit 2002 gehörte die Stollwerck-Gruppe zum Schweizer Schokoladenhersteller Barry Callebaut. Nun soll sie an die belgische Baronie Gruppe verkauft werden. Der ausgehandelte Vertrag mit dem Familienunternehmen Baronie soll nach der Prüfung durch die Kartellbehörden im Herbst unter Dach und Fach sein. Stollwerck beschäftigt aktuell 1700 Mitarbeiter und kommt mit Marken wie Sarotti, Alprose und Alpia auf einen Umsatz von 500 Millionen Euro.

Foto: dapd

Ritter Sport

Im Jahr 2010 hatte Ritter einen Marktanteil von 17,3 Prozent auf dem deutschen Tafelschokoladenmarkt. Damit steht die Alfred Ritter GmbH & Co KG an zweiter Stelle hinter dem derzeitigen Marktführer, dem US-amerikanischen Unternehmen Kraft Foods mit der Marke Milka. 

Bekannt wurde die Schokoladentafel in den 1970 Jahren mit den Slogan „Quadratisch.Praktisch.Gut“. Aufgrund dieser Werbemaßnahmen wurde der Marktanteil für Tafelschokolade auf zehn Prozent gesteigert. Das Unternehmen Alfred Ritter geht auf die 1912 von Clara und Alfred Eugen Ritter gegründete Schokoladen- und Zuckerwarenfabrik in Stuttgart-Canstatt zurück.

Foto: Screenshot

Veränderungen gibt es bei Milka, wenn überhaupt, nur sehr selten: 2007 wurde die Verpackung von der doppelten Ummantelung durch Papier- und Alufolie auf eine neue, wiederverschließbare Verpackung aus Kunststoff umgestellt. Dadurch konnte nicht nur 60 Prozent weniger Material verbraucht werden, sondern gleichzeitig ging auch der Energieverbrauch in vier Jahren um 25 Prozent zurück. Das Wichtigste für den Erfolg aber sei „die gleichbleibend hohe Qualität“, so der Werksleiter Mario Vangelista in einem Interview mit der Badischen Zeitung im Mai 2013. Der gebürtige Italiener ist erst seit Anfang des Jahres im Lörracher Unternehmen. Die Rezeptur der Schokolade ist bis heute geheim. Der ehemalige Werksleiter Peter Jungbeck verriet in einem Interview mit de "Welt" lediglich die Zutaten: Kakaomasse, Kakaobutter, Milch, Zucker und Emulgatoren.

Der Schokoladenmarkt steht vor Herausforderungen: Obwohl der Schokoladenkonsum vor allem in Osteuropa, Südamerika und Asien zunimmt und damit die Nachfrage nach Kakaopflanzen steigt, drohen Lieferengpässe, die vor allem aus Ernteausfällen resultieren. Außerdem steigen die Preise für die wichtigsten Zutaten - Zucker und Kakao. Allerdings ist es nicht so einfach, gleichzeitig die Preise für die Schokoladentafeln anzuheben. Mittlerweile sind sogenannte Schwellenpreise erreicht, die bei unter einem Euro liegen sollen – mehr bezahlen die Kunden nicht gerne. Deshalb wagen sich die Schokoladenunternehmen aus dem unteren und mittleren Preissegment nicht nach oben – der Konkurrenzdruck könnte zum Umsatzeinbruch führen. Milka scheint von all dem unberührt zu bleiben: Laut dem YouGov-Markenmonitor BrandIndex des Kölner Meinungsforschungsinstitut gehört Milka zu den Gewinnern des Weihnachtsbooms: Für fast jeden achten Kunden ist Milka hier die erste Wahl. Besser ist nur Lindt. Außerdem loben die Befragten dort die Werbung, die von Milka und Lindt am häufigsten auffalle. Bei der Stiftung Warentest schneidet etwa die Milchschokolade von Milka regelmäßig gut ab und rangiert dabei auf den vorderen Plätzen knapp hinter Schokolade von Aldi oder Lidl. Die Nussschokolade hingegen erreichte nur ein befriedigend und landete damit im Mittelfeld sowohl hinter Angeboten vom Discounter als auch der Edelschokolade.

Durch die Aufspaltung von Kraft Foods in die Kraft Foods Group und Mondelez, die nun auf unterschiedlichen Kontinenten agieren, änderte sich für Milka bloß das Kleingedruckte auf der Rückseite der Verpackung. Der neue Mutterkonzern mit dem Kunstnamen Mondelez, der sich als dem lateinischen Wort für ‚Welt‘ und dem Wort deliziös/lecker‘ zusammensetzt, ist dabei mit rund 57 Millionen Dollar Marktkapitalisierung und einem Umsatz von 35 Milliarden Dollar kein kleines Unternehmen. Doch die ersten Geschäftszahlen für Mondelez International sahen nicht gut aus: Der Gewinn des Milka- und Philadelphia-Herstellers im dritten Quartal um 29 Prozent auf unterm Strich 652 Millionen Dollar ein.

Der Umsatz fiel um zwei Prozent auf 12,9 Milliarden Dollar. Detaillierte Geschäftszahlen für Milka gibt es nicht. Auch Marken wie Jacobs und Philadelphia gehören zum Konzern. Das neugeschaffene Unternehmen produziert in weltweit 80 Ländern und hat 126.000 Mitarbeiter.

Derzeit sind von den 500 Mitarbeitern 30 Auszubildende, unter anderem Fachkräfte für Süßwarentechnik oder Mechatroniker – Milka ist ein beliebter Arbeitgeber in der Region und ein erfolgreicher noch dazu: In Berlin wurde erst kürzlich ein Auszubildender für Süßwarentechnik aus dem Lörracher Werk als Bundesbester geehrt.

(Mit Material von dpa.)

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick