Gentechnik: Was hinter den Kulissen von Monsanto passiert
Die Monsanto-Forscher sind überzeugt von dem, was sie tun. Besonders eifrige Mitarbeiter haben die hehren Ziele sogar schriftlich festgehalten: Mehr Nachhaltigkeit und höhere Produktivität für die Bauern dieser Welt.
In seinen Laborräumen experimentiert Monsanto mit Mikroben. Dabei wird das Saatgut mit Pilzsporen behandelt, damit gelangt mehr Phosphor in die Wurzeln der Pflanzen. Der Landwirt muss dann weniger düngen. Wenn es denn alles so funktioniert.
Jay Silverman, Biologe und IT-Spezialist, arbeitet seit fünf Jahren für Monsanto. Er untersucht das Saatgut von Pflanzen, ob es über eine geeignete DNA verfügt, um widerstandsfähigere und ertragreichere Pflanzen zu bilden.
In speziellen Wachstumskammern züchten die Monsanto-Forscher Pflanzen unter verschiedenen klimatischen Bedingungen. Temperatur und Luftfeuchtigkeit können automatisch eingestellt werden.
Um Schadinsekten zu töten, schleusen die Monsanto-Forscher in Sojapflanzen entsprechende Proteine ein. Die Sojapflanze ganz oben wurde allerdings nicht mit einem Protein behandelt, die Insekten hatten leichtes Spiel.
Um Platz zu sparen, hat Monsanto 36 neue Gewächshäuser auf dem Dach seines Forschungszentrums errichtet. Die Einweihung war im November. Nachts leuchten die Gewächshäuser im Dunkeln.
Jedes einzelne Gewächshaus ist ungefähr so groß wie ein Handballfeld. Hier werden unter anderem neue Pflanzenschutzmittel für Mais getestet. Licht, Temperatur und Belüftung können variiert werden.
Monsanto-Manager Ed Fischer erklärt die nächsten Versuche. Künftig sollen die Monsanto-Manager noch enger zusammenarbeiten. Über eine Brücke sind die Gewächshäuser mit den Laborräumen verbunden.
Ein Teil im neuen Gewächshaus-Komplex ist für Bienen reserviert. In diesem Fall will Monsanto den Bienen sogar helfen. Der US-Konzern testet ein neues Verfahren, um einen gefährlichen Parasit, die Varroa-Milbe, unschädlich zu machen. Die Milbe soll hauptverantwortlich für das Bienensterben sein.
Erbgutschnipsel, vermischt mit Zuckerwasser, sollen den gefährlichen Bienen-Parasiten zur Strecke bringen. Statt Gifte wollen die Monsanto-Forscher künftig Biomoleküle versprühen, um gefährliche Schadinsekten auszuschalten.
Monsanto-Manager Mike Stern will die Digitalisierung der Landwirtschaft vorantreiben. Satelliten überwachen Felder, Sensoren werten Daten zu Pflanzen und Böden aus. Algorithmen werten die Informationen aus. Und am Ende teilen sie den Bauern mit, wo auf ihren Feldern sie wieviel Saatgut, Dünger oder Pflanzenschutzmittel einsetzen sollen.
Gefahrstufe Rot: Das iPad zeigt den Umriss einer Farm in Green Valley im US-Bundesstaat Illinois. An den roten Stellen sollen die Bauern mehr Saatgut und Pflanzenschutzmittel verwenden. Von seinem Digitalprojekt verspricht sich Monsanto ein großes Geschäft. Bislang nutzen die meisten Bauern allerdings bloß die kostenlose Basisversion.