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RüstungsindustrieRheinmetall auf Wachstumskurs -Dividende steigt kräftig

Nach dem Gewinnsprung schüttet die Düsseldorfer Waffenschmiede Rheinmetall eine höhere Dividende aus. Dank gefüllter Orderbücher erwartet das Unternehmen für 2016 weiteres Wachstum 17.03.2016 - 14:11 Uhr

Der neue Schützenpanzer Puma stammt aus dem Hause Rheinmetall.

Foto: dpa

Rheinmetall -Chef Armin Papperger sieht den Automobilzulieferer und Rüstungskonzern auf dem Vormarsch. Nach einer zweijährigen Durststrecke habe der Traditionskonzern bereits im vergangenen Jahr einen Umsatzrekord und dank der Ertragswende in der Defence-Sparte einen Gewinnsprung verbucht, wie der seit 2013 amtierende Firmenlenker am Donnerstag in Düsseldorf sagte. Das Ende der Fahnenstange sei aber noch nicht erreicht. "Rheinmetall bleibt auf Wachstumskurs." Prall gefüllte Orderbücher im Rüstungsgeschäft und das milliardenschwere Auftragspotenzial durch die Bundesregierung stimmten ihn zuversichtlich.

"Deutschland ist ein wichtiger Markt für uns", sagte Papperger. Hier mache er ein Auftragspotenzial von mindestens 1,5 Milliarden Euro aus. "Wir schauen aber auch nach globalem Wachstum." Einer der wichtigsten Auslandsmärkte sei für Rheinmetall Australien, das über die nächsten zehn Jahre ein Rüstungsprogramm über 127 Milliarden Euro aufgelegt habe. Hoffnung mache er sich auf einen 2,5-Milliarden-Auftrag für den Radpanzer Boxer. Am Freitag werde es eine Vorentscheidung über die letzten beiden Bieter geben, kündigte Papperger an.

Platz 10: L-3 Communications

Der US-Konzern hat 2014 den Aufstieg in die Reihe der zehn größten Waffenhersteller geschafft. In der Rüstungssparte machte das Unternehmen aus New York einen Umsatz von 9,8 Milliarden Dollar. L-3 liefert vor allem Kommunikationssysteme und Navigationssysteme an das Militär. Außerdem stellt der Konzern Körperscanner für Flughäfen her.

Quelle: SIPRI Top 100 Arms-Producing and Military Services Companies, 2014

Foto: Screenshot von Youtube.com

Platz 9: Finmeccanica (Italien)

Die Italiener bauen Flugzeuge, Hubschrauber, Panzer und Schiffsgeschütze, aber auch den Hochgeschwindigkeitszug ETR 500. 2013 wurde Finmeccanica von einem Korruptionsskandal erschüttert, Unternehmenschef Giuseppe Orsi wurde wegen Verdachts auf Bestechung festgenommen und gegen zwei in der Schweiz lebenden Manager wurden Auslieferungsersuche erlassen. Mit einem Umsatz von 10,5 Milliarden Dollar in der Militärsparte ist Finmeccanica nicht nur im internationalen Waffenmarkt bedeutend, die Firma ist auch zweitgrößter Arbeitgeber Italiens.

Foto: AP

Platz 8: United Technologies (USA)

US-Unternehmen dominieren die Top Ten der weltweit größten Rüstungsfirmen. Der Mischkonzern United Technologies hat mit seiner Militärsparte im Jahr 2014 rund 13Milliarden Dollar Umsatz erwirtschaftet. Das Unternehmen produziert Hubschrauber für die zivile und militärische Luftfahrt, Drohnen und Flugzeuge. Andere Sparten von United Technologies stellen auch Brandmelder oder Rolltreppen her. Mit einem Gewinn von 6,2 Milliarden Dollar ist es einer der profitabelsten Rüstungskonzerne der Welt. Darüber hinaus beschäftigt United Technologies mit rund 211.000 die meisten Mitarbeiter im Top-Ten-Ranking der Waffenhersteller.

Foto: REUTERS

Platz 7: Airbus Group (Europa)

Fast wäre aus Airbus, der ehemaligen EADS, und der britischen BAE der größte Rüstungskonzern der Welt geschaffen worden. Doch die Fusion platzte. Das europäische Unternehmen, an dem Deutschland, Frankreich und Spanien künftig direkt beteiligt sind, kommt allein auf Platz sieben im SIPRI-Ranking. Im Jahr 2014 standen Umsätze im Militärbereich von 14,5 Milliarden Dollar zu Buche – über eine Milliarde weniger als im Vorjahr. Der Anteil am Gesamtumsatz betrug weniger als ein Fünftel.

Foto: dapd

Platz 6: General Dynamics (USA)

Flugzeuge, Fahrzeuge und Schiffe für den militärischen Bedarf stellt General Dynamics her. 60 Prozent des Umsatzes im Jahr 2014 wurden mit Kriegsgütern gemacht. Laut SIPRI waren dies 18,6 Milliarden Dollar.

Foto: dapd

Platz 5: Northrop Grumman (USA)

Das US-Unternehmen bedient mit seinen Produkten die Schiff-, Luft- und Raumfahrt. Der Militärbereich macht mit 19,6 Milliarden Dollar über 80 Prozent der Umsätze aus. Bekanntestes Produkt ist der Tarnkappenbomber B-2.

Foto: AP

Platz 4: Raytheon (USA)

Ganz auf Militärprodukte ist das Unternehmen aus Waltham (US-Bundesstaat Massachusetts) spezialisiert. 94 Prozent seines Umsatzes macht Raytheon mit Kriegsgerät. Im Jahr 2014 waren es 21,3 Milliarden Euro. Raketen und Radar-Systeme gehören zu den bekanntesten Produkten. Raytheon stellt auch das Raketenabwehrsystem Patriot her.

Foto: dpa

Platz 3: BAE Systems (Großbritannien)

Der größte Rüstungskonzern Europas erzielte im Jahr 2014 einen Umsatz von 25,7 Milliarden Dollar im militärischen Bereich. Das waren 94 Prozent des Gesamtumsatzes. Damit ist BAE Systems im weltweiten Ranking auf Rang drei.

Foto: dpa

Platz 2: Boeing (USA)

Der nach Auslieferungen größte Flugzeugbauer der Welt findet sich im SIPRI-Ranking mit einem Umsatz von 28,3 Milliarden Dollar auf Platz zwei wieder. Boeing baut hauptsächlich Militärflugzeuge aller Art wie Kampf- und Jagdflugzeuge, Bomber und Tankflugzeuge. Aber auch Waffensysteme und Raketen gehören zur Produktpalette. Die Waffengüter machen 31 Prozent des Konzernumsatzes aus.

Foto: AP

Platz 1: Lockheed Martin (USA)

Lockheed Martin bleibt der größte Kriegsgeräte-Hersteller der Welt. Im Jahr 2014 stand im Militärbereich des US-Unternehmens ein Umsatz von 37,5 Milliarden Dollar in den Büchern. 82 Prozent der Konzernumsätze sind dem Militärsegment zuzurechnen. Lockheed Martin stellt Jagdflugzeuge wie den F-35, aber auch Aufklärungs- und Transportflugzeuge her. Daneben gehören unbemannte Drohnen und Raketen zum Produktprogramm. Deutsche Unternehmen sind nicht in den Top Ten der SIPRI-Rangliste zu finden, machen aber auch große Umsätze, wie im folgenden zu sehen sein wird.

Foto: REUTERS

Weitere bedeutende Märkte für die Rüstungssparte seien Polen und die Türkei. In beiden Ländern kooperiere Rheinmetall mit jeweils ortsansässigen Firmen. In der Türkei sei derzeit ein zweites Joint Venture in der Planung.

Auch in der Autozulieferung stünden die Zeichen auf Wachstum. Hier sorgten neue Technologien für Rückenwind.

Nach seinem Amtsantritt hatte Papperger Rheinmetall einen Konzernumbau verordnet und dafür zwei Jahre lang kräftige Gewinneinbußen in Kauf genommen. Für 2016 peilt der Manager nun einen Konzernumsatz von 5,5 (Vorjahr: 5,1) Milliarden Euro an sowie eine operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) von sechs (5,5) Prozent. Für das Rüstungsgeschäft prognostizierte er eine Ebit-Marge von 4,5 bis 5,0 Prozent bei einem Umsatz von 2,8 Milliarden Euro. Die Automobilzulieferung werde eine konstante Rendite von acht Prozent erreichen.

Platz 10: Indien

Mit 1,2 Prozent der Rüstungsverkäufe schaffen es indische Firmen laut dem Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI für das Jahr 2014 auf den zehnten Platz im Ranking der größten Rüstungsexporteure. Damit lässt Indien Brasilien und die Türkei hinter sich.

Quelle: Sipri Yearbook 2015 Stand: 14.12.2015

Foto: dapd

Platz 9: Deutschland

Insgesamt gingen die Rüstungsverkäufe von westeuropäischen Firmen 2014 um mehr als sieben Prozent zurück. Einzige Ausnahmen: Deutschland und die Schweiz. Deutsche Firmen legten laut SIPRI 9,4 Prozent zu. Grund dafür: ein deutlicher Wachstumsschub bei Thyssenkrupps Schiffbau. Damit landet die Bundesrepublik mit 1,6 Prozent insgesamt auf dem neunten Platz der größten Rüstungsexporteure. Deutschland war bereits zwischen 2009 und 2013 größter Lieferant von U-Booten und nach Russland zweitgrößter Exporteur von Panzern.

Foto: dpa/dpaweb

Platz 8: Südkorea

Sowohl unter den Top 10 Rüstungsimporteuren als auch Rüstungsexporteuren findet sich Südkorea. Bei den Exporten landet der asiatische Staat mit 1,7 Prozent auf Platz acht.

"Fünfzehn asiatische Firmen (China ausgeschlossen) haben es im vergangenen Jahr in die Top 100 geschafft", sagt Siemon Wezeman, Leiter der SIPRI-Forschungsgruppe. "Viele von ihnen haben stabile Verkaufszahlen. Südkoreanische Unternehmen haben ihre Verkäufe allerdings um mehr als zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesteigert."

Foto: dapd

Platz 7: Israel

Mit etwas mehr Exporten erreicht Israel den siebten Platz im Ranking der Rüstungsexporteure. 1,9 Prozent der gesamten Rüstungsverkäufe hatten 2014 ihren Ursprung in Israel. Grund dafür dürfte vor allem die Rüstungsfirma Israel Military Industries (kurz IMI) sein, die zu hundert Prozent dem israelischen Staat gehört.

Foto: REUTERS

Platz 6: Japan

Mit 2,3 Prozent aller Exporte landen die japanischen Rüstungsfirmen knapp hinter der weltweiten Top 5. Bislang war Japan in dem Ranking nicht aufgetreten, denn erst im April 2014 hatte die japanische Regierung das Verbot von japanischen Rüstungsexporten aufgehoben und im Sommer 2014 erlaubte Tokyo die ersten Deals - mit den USA und Katar.

Foto: REUTERS

Platz 5: Italien

Fast doppelt so viel wie die deutschen haben italienische Rüstungsfirmen 2014 ins Ausland exportiert. Auf drei Prozent der weltweiten Rüstungsverkäufe kommen die Italiener und landen damit unter den Top 5. Bei den westeuropäischen Rüstungsnationen bedeutet das für Italien den dritten Platz unter den Exporteuren.

Foto: REUTERS

Platz 4: Frankreich

Mit drei Prozent der Verkäufe machen die französischen Rüstungsunternehmen den vierten Platz weltweit. Damit liegt Frankreich bei den europäischen Exportnationen im Rüstungsmarkt auf Platz zwei. Die Rüstungskonzerne EADS und Dassault Aviation vereinen dabei einen Großteil der Verkäufe auf sich.

Foto: AP

Platz 3: Russland

Entgegen dem weltweiten Trend sind die Waffenverkäufe russischer Rüstungsunternehmen 2013 und jetzt auch 2014 wieder stark gewachsen. Nach Angaben des SIPRI-Instituts ist das vor allem auf das Ausgabenprogramm der russischen Regierung zurückzuführen. Mit 10,2 Prozent landet Russland und seine Rüstungskonzerne so auf dem dritten Platz.

Foto: dpa

Platz 2: Großbritannien

Die europäische Nummer eins ist Großbritannien - allerdings mit 10,4 Prozent nur mit einem Hauch vor Russland. Auch hier gingen die Rüstungsverkäufe zuletzt zurück - dem allgemeinen westeuropäischen Trend entsprechend. Trotzdem sind die Exporte noch so hoch, dass es insgesamt weltweit den zweiten Platz der Rüstungsexporteure für Großbritannien gibt.

Foto: REUTERS

Platz 1: USA

Auch in den USA zeigt sich der Trend, das weniger Waffen verkauft werden. Um über vier Prozent gingen die Verkäufe zwischen 2013 und 2014 zurück - ähnlich wie im Vorjahr. Trotzdem: Mit deutlichem Vorsprung landen die Vereinigten Staaten auf dem ersten Platz der Rüstungsexporteure. Kein Wunder bei einem Anteil von über 54 Prozent am gesamten Rüstungsverkauf weltweit - außer China, denn...

Foto: AP

China außen vor

China wird in diesem Ranking des Friedensforschungsinstituts SIPRI nicht aufgeführt, da es über Exporte und entsprechende Verkäufe keine verlässlichen Informationen gibt. Deshalb verweisen die Friedensforscher darauf, dass China von den Ergebnissen ausgenommen ist, um das Bild nicht zu verwässern. Welche Position das Land im Ranking einnehmen würde, ist Spekulation.

Foto: AP

Nach dem Gewinnsprung des vergangenen Jahres - das Ebit schnellte von 102 im Vorjahr auf 287 Millionen Euro, der Überschuss von 18 auf 151 Millionen Euro in die Höhe - sollen die Aktionäre eine um 80 Cent auf 1,10 Euro angehobene Dividende erhalten.

Papperger, dessen Vertrag Ende 2016 ausläuft, will weitermachen. Es könnte erwartet werden, dass der Aufsichtsrat die Verträge der drei Vorstände für fünf Jahre verlängern wird, sagte der Rheinmetall-Chef.

rtr
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