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ZinsvergleichHier gibt es das beste Festgeld

Die Deutschen horten Unsummen auf unverzinsten Girokonten. Festgeld – auch mit kurzer Laufzeit – ist eine bessere Alternative. Wo es die besten Zinsen gibt.Jessica Schwarzer 14.05.2025 - 12:05 Uhr
Die Deutschen haben viel Geld auf dem Girokonto rumliegen. Anderswo wäre es besser aufgehoben. Foto: imago images

Die Deutschen machen ihrem Ruf als fleißige Sparerinnen und Sparern mal wieder alle Ehre. Die Sparquote war im vergangenen Jahr mit 11,5 Prozent extrem hoch. Nur in den Corona-Jahren 2020 und 2021 sparten die Deutschen mehr. Das ist das Ergebnis von Berechnungen der DZ Bank. „Inflation, Energiewende, Ampel-Aus und geopolitische Krisen verunsichern die Verbraucher“, sagt Analyst Michael Stappel. „Deshalb halten viele ihr Geld zusammen.“ Es liegt auf Girokonten, Tages- und Festgeldkonten, mitunter auf dem guten alten Sparbuch – mit fast 37 Prozent machen Bargeld und Einlagen weiterhin die größte Vermögensklasse der Haushalte aus.

Auf dem Tages- oder Festgeldkonto liegt das Geld auf jeden Fall besser, als auf dem in der Regel unverzinsten Girokonto. Festgeld ist zudem oft besser verzinst als Tagesgeld. „Grundsätzlich kommt Festgeld für Menschen in Frage, die ihr Geld kurz- oder mittelfristig sicher anlegen wollen“, sagt Ralf Scherfling, Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Gruppe Finanzen und Versicherungen, Verbraucherzentrale NRW. Laufzeiten für Festgeld gibt es von einem Monat bis zu zehn Jahren. Während des vereinbarten Zeitraums kann der Sparer allerdings nicht über sein Geld verfügen.

Bis zu 2,8 Prozent Zinsen für kurzfristige Laufzeiten

Exklusiv für die WirtschaftsWoche hat die FMH-Finanzberatung die Tagesgeld-Angebote von 38 Anbietern ausgewertet. Die besten Zinsen für kurzfristiges Festgeld bieten ISBank, Openbank, Weltsparen, Bigbank und Stellantis Direktbank. Die Zinsen liegen für dreimonatiges Festgeld zwischen 2,45 Prozent p.a. bei der ISBank und Weltsparen sowie 2,8 Prozent p.a. bei der Openbank. Bigbank und Stellantis zahlen 2,5 Prozent p.a.. Wer sich für eine Laufzeit von sechs Monaten entscheidet, kann bis zu 2,6 Prozent Zinsen bekommen. Wer sich für ein Jahr festlegen möchte, bekommt bis zu 2,56 Prozent p.a..

Foto: WirtschaftsWoche

Damit liegen alle ausgezeichneten Angebote über der aktuellen Inflationsrate von 2,1 Prozent in Deutschland. Das ist wichtig für Sparer, denn nur so ist ihr Realzins – der Zins minus der Inflationsrate – positiv und ihr Vermögen wächst. Doch nicht immer gibt es die Top-Zinsen ab dem ersten Euro. Die Mindestanlage kann stark variieren. Während es bei der Openbank schon mit einem Euro losgeht, müssen Sparer bei der ISBank 2500 Euro anlegen. Bei Weltsparen und Bigbank sind es 1000 Euro und bei Stellantis 500 Euro.

Laufzeit je nach persönlicher Zinsprognose

Die Frage der Laufzeit, für die man sein Geld festlegt, ist immer auch eine Frage der persönlichen Zinsprognose. Nach Ausbruch des Ukraine-Krieges war die Inflation stark angestiegen. Um sie zu bekämpfen, erhöhte die Europäische Zentralbank die Zinsen ziemlich schnell von Null auf 4,5 Prozent. Doch die Inflation hat längst wieder nachgelassen und die Euro-Währungshüter haben die Zinsen bereits wieder gesenkt. Nach dem jüngsten Zinsschritt im April liegt der Leitzins bei 2,25 Prozent. Noch Anfang Juni 2024 hatte der Leitzins vier Prozent betragen. Und damit ging es auch mit den Sparzinsen wieder abwärts. Und nach den jüngsten Inflationsdaten für die Eurozone, aber auch für Deutschland rechnen Experten damit, dass die Zinsen noch weiter sinken.

Es gibt aber auch Befürchtungen, dass die Inflation angesichts der Strafzölle von US-Präsident Donald Trump wieder steigt und damit vielleicht auch der Leitzins der EZB. „Es könnte eine gute Überlegung sein, sein Geld nur kurzfristig fest anzulegen, denn im Falle einer aufkeimenden Inflation und dann vielleicht sogar im Extremfall eine nicht auszuschließende EZB-Leitzinserhöhung in einem halben Jahr oder später zu verpassen, wenn man sein Geld zulange fest angelegt hat“, sagt Max Herbst, Gründer und Chef der FMH-Finanzberatung. Und das heißt übersetzt, sich nur für einige Monate oder auch nur ein Jahr festzulegen. „Wer sich steigende Leitzinsen in nächster Zeit vorstellen kann steht vor der schwierigen Entscheidung, ob man trotzdem heute ein Festgeld abschließt oder das Geld lieber noch auf dem Tagesgeldkonto parkt“, sagt auch Verbraucherschützer Scherfling. Eine Alternative ist aber auf jeden Fall auch das Festgeld mit kurzer Laufzeit.

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