Vodafone: Millionenstrafe mit Vorgeschichte
Nach der Sichtung Tausender E-Mails aus dem Innenleben von Vodafone und einer Liste mit 10.000 Geschädigten fragte die WiWo 2023, ob der Telekommunikationskonzern genug tue, um Missbrauch zu verhindern. Die Bundesdatenschutzbehörde BfDI hat diese Frage nun mit einiger Verzögerung beantwortet – in unmissverständlicher Deutlichkeit.
45 Millionen Euro zahlt Vodafone wegen der Verstöße, es ist die höchste je durch die Behörde verhängte Strafe. Kundenkennwörter waren im System des Konzerns ungeschützt. Jeder Kunde von Vodafone habe im Risiko gestanden, durch „böswillig handelnde Mitarbeitende“ betrogen zu werden, so die Behörde.
Konkret ging es um fingierte Verträge und SIM-Swapping, bei dem Hacker die SIM-Karte einer Person austauschen und die Kontrolle über Mobilfunknummer und Onlinekonten übernehmen. Anzeigen gegen den damaligen Spitzenmanager des Konzerns stellte die Staatsanwaltschaft Düsseldorf später wieder ein. Seit vier Jahren ermittelt sie dafür gegen den Whistleblower Inan Koc, den Vodafone der Erpressung bezichtigt. Koc hatte die BfDI 2021 über die Missstände informiert.
Lesen Sie auch: Vodafone statt 1&1 auf den BVB-Trikots: „Ist das ein Joke?“