Wärmepumpe: Beim Heizungstausch ist Wirtschaftlichkeit wichtiger als Fördermittel

Bei der künftigen Förderung des Heizungstauschs gibt es keine Ruhe. Jetzt will CDU-Wirtschaftspolitiker Tilman Kuban die Fördermittel für die Wärmepumpe kürzen. Die eingesparten Mittel sollen die Stromkosten senken. Damit will Kuban das gebrochene Versprechen der Bundesregierung, die Stromsteuer für Privathaushalte zu senken, wieder einlösen. Zuletzt häuften sich die Proteste dagegen, die Entlastung der privaten Stromkunden einzukassieren.
Der Vorstoß von Kuban kommt zu einem Zeitpunkt, an dem noch unklar ist, wie der Ersatz des bisherigen Gebäudeenergiegesetzes aussehen wird. Klar ist nur, das alte Heizungsgesetz soll weg. Die Hauseigentümer wissen weder wie hoch künftig die Förderung des Heizungstausches sein wird, noch wie viel davon gekürzt werden soll. Ihnen fehlt also eine Grundlage zu entscheiden.
Bloß keine Hektik!
Wenn Kuban Hauseigentümer verunsichern wollte, dann hat er sein Ziel erreicht. Leider. Es wäre aber unsinnig, beim Heizungstausch jetzt in Hektik zu verfallen. Denn die energetische Sanierung einer Bestandsimmobilie ist ein Unikat. Viel hängt vom individuellen Zustand des Hauses ab: Wie alt sind die Fenster? Ist das Dach gedämmt? Wie gut isoliert das Mauerwerk der Fassade?
Oft ist es sinnvoll, erst die Energieeffizienz des Gebäudes zu verbessern und danach die Heizung zu tauschen. Denn je weniger Wärme ein Haus verliert, desto weniger muss die neue Heizungsanlage leisten. Eine kleinere Wärmepumpe ist in der Anschaffung günstiger und benötigt weniger Strom. Schon sieht die Gesamtrechnung anders aus.
Insofern wäre es überhastet, nur wegen voraussichtlich geringerer Fördermittel die Heizung jetzt schon zu tauschen. Besser ist es, ein Gesamtpaket zu schnüren, das dem Hauseigentümer den größten wirtschaftlichen Nutzen bringt. Erst danach stellt sich die Frage, wie viel es an Fördermittel für den Heizungstausch gibt.
Willkommenes Extra
Anders sieht es bei Hauseigentümern aus, die ihre energetische Sanierung bereits geplant und durchgerechnet haben. Sie könnten jetzt einen Förderantrag für den Heizungstausch stellen. Je nachdem, ob der Antrag noch unter der alten oder der neuen Gesetzeslage bewilligt wurde, erhalten sie mehr oder weniger Fördermittel.
Wer seine energetische Sanierung konservativ gerechnet hat, sollte unabhängig von der Höhe der Fördermittel zu einem wirtschaftlich akzeptablen Ergebnis kommen. Denn die vergangenen Jahre haben gelehrt, dass bei der Förderung des Heizungstausches nur eines konstant ist: dass sie sich ständig ändert. Das Geld vom Staat ist ein willkommenes Extra. Es sollte aber nicht den Ausschlag geben.
Noch ist die Idee, die Fördermittel für Wärmepumpen zu kürzen, nur der Vorstoß eines einzelnen Politikers. Im Interesse der Hauseigentümer sollte die Bundesregierung zeitnah ein neues Fördergesetz aus einem Guss vorstellen. Wünschenswert wäre auch eine großzügig bemessene Übergangsfrist für laufende Förderanträge. Wer auf das alte Heizungsgesetz vertraut hat, sollte auch nach diesen Vorgaben vom Staat unterstützt werden.
Das schlecht kommunizierte alte Heizungsgesetz hat schon genug Schaden bei deutschen Hauseigentümern angerichtet. Die neue Bundesregierung sollte ein ähnliches Desaster unbedingt vermeiden.
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