Russell 2000: Holen die US-Nebenwerte bald zur Spitzengruppe auf?
In den US-Nebenwerte-Index Russell 2000 investieren hauptsächlich jene, die von den Wachstumsaussichten kleiner und mittlerer Unternehmen profitieren wollen. Einmal im Jahr wird die Liste neu bewertet. Das ist jetzt passiert und bleibt nicht folgenlos: Gut zu beobachten ist das an dem KI-Primus Palantir.
Wer in Palantir investiert hat und sich am Freitag wunderte, weshalb der Börsenliebling um satte 11 Prozent nachgab, darf sich bei Indexanbieter FTSE bedanken – und bei der Kursrally des vergangenen Jahres. Aufgrund des Kursanstiegs um mehr als 460 Prozent flog der Titel aus dem Russell 2000. Klein ist an Palantir aus Börsensicht inzwischen wirklich nichts mehr. Passive Investoren, die sich am Russell 2000 orientieren, nahmen das Papier entsprechend aus ihrem Portfolio. Darauf wurde bereits im Vorfeld spekuliert.
Insgesamt sind 236 neue Unternehmen dem Russell 2000 beigetreten. Darunter 25 Absteiger aus dem Schwergewichte-Index Russell 1000 und 82 Börsenneulinge. Insgesamt sank die Marktkapitalisierung dadurch von zuletzt 2,9 auf nun 2,7 Billionen Dollar. Die große Frage ist: Können die Neumitglieder in den nächsten zwölf Monaten einen ähnlichen Kurslauf hinlegen wie Palantir, oder bleibt der Russell 2000 ein Mahnmal für die Schwäche in der breiten US-Wirtschaft?
Wirft man einen Blick auf die Bilanz des vergangenen Jahres, fällt auf: Die US-Nebenwerte haben sich nach dem Startschuss für Donald Trumps großangelegten Zollkrieg im April deutlich schwächer entwickelt als der Rest des Marktes. Von neuen Höchstwerten wie im Nasdaq 100 und im S&P 500 kann keine Rede sein. Trotz der Erholung liegt der Nebenwerte-Index stattdessen mit 2175 Punkten mehr als zehn Prozent unter dem jüngsten Hoch von Ende November 2024.
Wichtig für einen neuen Schub wären zwei Branchen: Gesundheit und Finanzen. Von den Neuzugängen kommen 66 aus dem Gesundheitsbereich – wie das Biotech-Unternehmen CRISPR Technologies – und 58 aus dem Finanzbereich.
Gerade hier dürfte die Politik der US-Regierung entscheidend sein. Sowohl im Gesundheitsbereich als auch bei der Finanz- und Geldpolitik hat die Regierung von Donald Trump seit Amtsantritt für Wirbel gesorgt. Es bleibt abzuwarten, wie sich das im nächsten Jahr auf die dahinter stehenden Branchen auswirken wird.
Lesen Sie auch: Wettrüsten bis zur Pleite