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  4. Netflix: Künstliche Intelligenz soll Filme und Serien besser machen

Video-StreamingNetflix will Kurs-Höhenflug mit KI absichern

Netflix ist die klare Nummer eins beim Video-Streaming. Davon profitiert auch der Aktienkurs. Künstliche Intelligenz soll die Führungsposition sichern. 18.07.2025 - 07:45 Uhr
Das Logo des Streaming-Dienstes Netflix. Foto: AP

Videostreaming-Gigant Netflix trumpft bei den Geschäftszahlen auf und nährt gleichzeitig Befürchtungen in der Filmbranche. Die Bilanz am Ende des zweiten Quartals kann sich sehen lassen: mehr Umsatz und mehr Gewinn. Davon profitierte auch der Aktienkurs, seit dem Jahreswechsel hat das Papier damit über 40 Prozent zugelegt.

Im vergangenen Quartal wuchs der Umsatz im Jahresvergleich um 16 Prozent auf 11,08 Milliarden Dollar (9,55 Milliarden Euro) und übertraf damit leicht die Erwartungen der Analysten. Der Quartalsgewinn sprang um über 45 Prozent auf 3,13 Milliarden Dollar. Mit Blick auf das Gesamtjahr könnte Netflix damit erstmals unter dem Strich 10 Milliarden Dollar an Gewinnen einfahren, bei einer operativen Marge von 29,5 Prozent.

Damit derartige Erfolgsmeldungen auch in Zukunft möglich sind, will der Streaming-Dienst künftig mehr KI-generierte Aufnahmen nutzen. Künstliche Intelligenz biete die Chance, Filme und Serien nicht nur günstiger, sondern auch besser zu machen, argumentierte Co-Chef Ted Sarandos.

Er verwies auf die argentinische Serie „El Eternauta“, in der eine Szene mit dem Zusammenbruch eines Gebäudes in Buenos Aires mithilfe von KI erzeugt worden sei. Sie sei dadurch viel billiger und zehnmal schneller produziert worden als mit herkömmlichen Spezialeffekten. Es sei die erste mit KI generierte Szene in einer veröffentlichten Produktion bei dem Videostreaming-Marktführer gewesen.

Netflix als Vorreiter

Chatbots wie ChatGPT können Text formulieren – ebenso gibt es auch KI-Software, die Video generiert. Dabei können Umgebung oder Lichtverhältnisse verändert werden, ohne dass man auch nur eine Kamera benutzt hat. Zugleich steht die Frage von Urheberrechten im Raum, denn die Software erzeugt ihre Bilder auf Basis einer gewaltigen Menge von Videos, mit denen sie angelernt wurde.

Die Nutzung von KI war auch ein Auslöser der jüngsten Hollywood-Streiks, weil Drehbuchautoren und Schauspieler befürchten, dass Studios sie in Zukunft durch Software ersetzen könnten. Mit dem Vorstoß in die KI-Produktion könnte Netflix den Druck auf rivalisierende Streaming-Dienste und Studios erhöhen.

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Schon jetzt hat Netflix mit einer Marktkapitalisierung von über 500 Milliarden Dollar mehr Börsengewicht als Disney, Comcast und Warner Bros. Discovery zusammengenommen. Während die Konkurrenz zudem spart, setzt der Primus weiter auf Wachstum.

Star-Regisseur James Cameron („Titanic“, „Avatar“) sagte vor einigen Monaten, der Einsatz von KI in Hollywood könnte zwingend notwendig sein. Wenn es weiter Blockbuster mit Spezialeffekten geben solle, müsse man die Produktionskosten halbieren. Ob die KI-Strategie für Produktionsfirmen, Sender und Streaming-Unternehmen am Ende tatsächlich Kosten einspart, oder zu einem riskanten rechtlichen Hürdenlauf wird, bleibt abzuwarten.

Wichtiger Erfolgsmaßstab nun geheim

In der Vergangenheit wurde der Erfolg von Netflix von Investoren gern an der Zahl der neu hinzugewonnenen Kunden gemessen. Aktuell ist jedoch nur noch bekannt: Die Kundenzahl wuchs – aber Netflix macht seit diesem Jahr keine konkreten Angaben mehr dazu.

Zum Umsatzplus hätten auch erhöhte Abo-Preise und höhere Werbeeinnahmen beigetragen, hieß es. Die Anzeigenerlöse sollen in diesem Jahr in etwa verdoppelt werden. Der Streaming-Riese hob zudem die Umsatzprognose für das laufende Jahr an, verwies als Grund aber vor allem auf den geschwächten Dollar.

Netflix rechnet nun für 2025 mit einem Umsatz zwischen 44,8 und 45,2 Milliarden Dollar. Die bisherige Spanne lag bei 43,5 bis 44,5 Milliarden Dollar. Durch den schwächeren Dollar wird der Betrag der Auslandseinnahmen höher, wenn sie zur Bilanzierung in die US-Währung umgerechnet werden.

Bessere Vorschläge

Netflix punktete bei den Zuschauern im vergangenen Quartal unter anderem mit der dritten Staffel der südkoreanischen Erfolgsserie „Squid Game“. Das vergangene Jahr hatte Netflix mit 301,6 Millionen Kundenhaushalten abgeschlossen.

Netflix stellte vor Kurzem eine neue Bedienoberfläche vor, die unter anderem den Nutzern durch bessere Vorschläge helfen soll, schneller etwas für sie Interessantes zu finden. „Das Netflix, das man an einem Dienstagabend zu sehen bekommt, ist anders als das, das man an einem Sonntagnachmittag sieht“, beschrieb der zweite Co-Chef Greg Peters die Pläne zur stärkeren Anpassung.

dpa, ssc
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