Quartalszahlen: Gewinn bei Mercedes-Benz bricht um mehr als die Hälfte ein
Der Gewinn bei Mercedes-Benz ist im ersten Halbjahr um mehr als die Hälfte eingebrochen. Das Konzernergebnis sackte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 55,8 Prozent von rund 6,1 Milliarden Euro auf rund 2,7 Milliarden Euro ab, wie der Autobauer mitteilte.
Als Gründe dafür führten die Stuttgarter unter anderem die stark gestiegenen US-Importzölle, das schwache China-Geschäft und Aufwendungen für Effizienzmaßnahmen an. Damit sind etwa Sondereffekte wie die Kosten des angelaufenen Personalabbaus gemeint.
Mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr rechnete Mercedes nun mit einem Konzernumsatz deutlich unter dem Vorjahresniveau. Die bereinigte Umsatzrendite der Pkw-Sparte soll 2025 nur noch zwischen vier und sechs Prozent liegen. Im ohnehin schon schwachen Vorjahr betrug sie 8,1 Prozent. Auch der Absatz werde voraussichtlich deutlich niedriger ausfallen.
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Mercedes' Umsatz geht zurück
Der Umsatz fiel im ersten Halbjahr um 8,6 Prozent von 72,6 Milliarden Euro auf rund 66,4 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) ging um rund 55 Prozent von 7,9 Milliarden Euro auf rund 3,6 Milliarden Euro zurück. Angesichts des „dynamischen Geschäftsumfelds“ sei das ein robustes Finanzergebnis, erklärte Mercedes-Chef Ola Källenius.
Schon im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte Mercedes-Benz einen deutlichen Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Vor allem wegen des schlecht laufenden Geschäfts in China. Das Konzernergebnis brach 2024 im Jahresvergleich bereits um gut 28 Prozent auf 10,4 Milliarden Euro ein. Der Umsatz fiel im Gesamtjahr um 4,5 Prozent auf 145,6 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern rutschte um fast ein Drittel auf 13,6 Milliarden Euro ab.
Seit April galt für Autoimporte in die USA – bei Mercedes zum Beispiel für die Luxuslimousine S‑Klasse – ein Aufschlag von 27,5 Prozent nach zuvor 2,5 Prozent. Die Schwaben gaben die Erhöhung Analysten zufolge nicht über die Preise an die Kunden weiter. Damit drückte der Zoll den Gewinn.
Von April bis Juni verkaufte die Marke mit dem Stern knapp 454.000 Fahrzeuge, das waren neun Prozent weniger. Am stärksten war der Rückgang auf dem wichtigsten Markt China mit 19 Prozent. Dort tobt ein harter Konkurrenzkampf bei Elektroautos, wo Mercedes im Kompaktsegment noch nichts zu bieten hat. Luxuswaren aller Art finden kaum noch Abnehmer wegen der Konjunkturflaute.
Mercedes spart gegen Absatzprobleme an
Um die Profitabilität und den Absatz in den nächsten Jahren wieder zu steigern, hatte der Vorstand im Februar ein Sparprogramm ausgerufen. Demnach sollen bis 2027 die Produktionskosten um zehn Prozent im Vergleich zu heute sinken. Zudem würden die Materialkosten optimiert, und auch die Fixkosten sollen um weitere zehn Prozent bis 2027 sinken.
Auch der Abbau von Tausenden Stellen ist geplant. Mit dem Gesamtbetriebsrat einigte sich das Unternehmen auf ein umfangreiches Maßnahmenpaket, das auch ein Abfindungsprogramm für Beschäftigte in indirekten Bereichen, also nicht in der Produktion, vorsieht.
Konzernweit fielen für die Restrukturierung im zweiten Quartal 560 Millionen Euro an.
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