Preisfrage: Wie sich der Preis des Sportbootführerscheins See zusammensetzt
Die Sommersaison erreicht mit der Urlaubszeit ihren Höhepunkt. Den ein oder die andere treibt es an die Strände der Ost- und Nordsee. Wer vorhat, dort ein Sportboot zu mieten, muss allerdings im Besitz eines Sportbootführerscheins See sein.
Den Sportbootführerschein gibt es in vielen verschiedenen Varianten: See, Bodensee, Binnengewässer, Sportküstenschifferschein (SKS), Sportseeschifferschein (SSS) oder Sporthochseeschifferschein (SHS).
Durchschnittlich rund 722,21 Euro zahlen Sportbootfans für eine Fahrerlaubnis See. Allgemein gilt Motorbootfahren als ein eher kostspieliges Hobby oder Fortbewegungsmittel. Welche Posten den Führerschein besonders teuer machen:
Bodensee
Auf dem Bodensee ist das Bodenseeschifferpatent erforderlich – und zwar für alle motorisierten Boote mit mehr als 4,4 kW (6 PS) Nutzleistung sowie für Segelboote mit einer Segelfläche über 12 Quadratmetern. Die rechtliche Grundlage bildet die Verordnung über die Schifffahrt auf dem Bodensee. Wer bereits im Besitz des Sportbootführerscheins Binnen (SBF Binnen) ist, kann bei den zuständigen Landratsämtern ein sogenanntes Ferienpatent beantragen. Dieses ist für die Dauer von einem Monat gültig.
Sportbootführerschein (SBF) Binnen
Der SBF Binnen ist auf den Bundeswasserstraßen im Binnenland vorgeschrieben. Er wird benötigt, um Sportboote bis zu 20 Meter Länge (ohne Ruder und Bugspriet) zu steuern, wenn deren Motor eine Leistung von mehr als 11,03 kW (15 PS) bei Verbrennungsmotoren oder mehr als 7,5 kW (10,20 PS) bei Elektromotoren aufweist.
In Berlin und Brandenburg ist der Schein auch für Segelboote auf bestimmten Wasserstraßen verpflichtend. Darüber hinaus verlangen viele Bundesländer den SBF Binnen auch für das Befahren ihrer Gewässer – darunter Seen, Flüsse und Kanäle. Für den Bodensee gelten gesonderte Regelungen.
Sportküstenschifferschein (SKS)
Der SKS berechtigt zum Führen von Jachten unter Motor oder Segel in Küstengewässern bis zu 12 Seemeilen vor der Festlandküste. Für den privaten Gebrauch ist er empfohlen, bei gewerblicher Nutzung unter deutscher Flagge jedoch vorgeschrieben.
Sportseeschifferschein (SSS)
Der SSS deckt Fahrten in Seegewässern bis zu 30 Seemeilen Abstand zur Küste ab – unter anderem auf Nordsee, Ostsee, Mittelmeer, im Bristolkanal sowie in der Irischen, der Schottischen und der Schwarzen See. Auch hier gilt: Für private Fahrten wird der Schein empfohlen, bei kommerzieller Nutzung unter deutscher Flagge ist er verpflichtend.
Sporthochseeschifferschein (SHS)
Für weltweite Törns über alle Meere hinweg ist der SHS der höchste amtliche Segelschein. Er wird für das private Führen von Hochseejachten empfohlen und ist bei gewerbsmäßigem Betrieb unter deutscher Flagge vorgeschrieben.
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