Diplomatie: Putin und Xi betonen Einigkeit – gut 20 Abkommen besiegelt
Die Präsidenten Russlands und Chinas haben bei einem Treffen in Peking ihr gutes Verhältnis betont. Die Beziehungen hätten die Prüfung des internationalen Wandels überstanden und könnten noch ausgebaut werden, sagte Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping laut der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua. Demnach unterzeichneten beide Seiten mehr als 20 Kooperationsabkommen, unter anderem in den Bereichen Energie, Luftfahrt, Künstliche Intelligenz sowie Landwirtschaft. Putin sagte laut Kreml, die russisch-chinesischen Beziehungen seien auf „beispiellos hohem Niveau“.
Was Xi und Putin zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sagten, blieb unklar. Angaben aus Peking zufolge unterhielten sich beide über „regionale Fragen von gemeinsamem Interesse“.
Putin bei Parade mit Kim
Putin und Xi betonten außerdem, zur Militärparade anlässlich des 80. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkrieges der jeweils anderen Seite gekommen zu sein. Wie auch Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un wird Putin am Mittwoch in Peking Chinas Militärparade beiwohnen.
Erwartet wird, dass es am Rande der Zusammenkunft in Peking auch um Fragen der Sicherheit gehen wird. 2024 hatten Russland und Nordkorea einen militärischen Pakt unterzeichnet. Eine ähnliche Vereinbarung besteht auch zwischen Nordkorea und China. Kim ist ein wichtiger Akteur im Ukraine-Krieg. Der nordkoreanische Machthaber hat mehr als 15.000 Soldaten zur Unterstützung von Putins Angriffskrieg entsandt. Nach Angaben des südkoreanischen Geheimdienstes wurden etwa 600 nordkoreanische Soldaten bei Kämpfen in der russischen Region Kursk getötet. Im Jahr 2024 empfing Kim zudem den russischen Präsidenten in Pjöngjang. Es war der erste Gipfel dieser Art seit 24 Jahren und wurde weithin als Affront gegen Xi gewertet.
Zudem werfen westliche Länder China vor, Russland mit Gütern, die auch für militärische Zwecke einsetzbar sind, zu beliefern und damit die russische Rüstungsindustrie zu unterstützen.
China und Russland für neue Weltordnung
Am Montag hatten sich Xi und Putin beim Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) für eine neue Weltordnung ausgesprochen. Die russlandfreundliche SOZ gilt als Gegengewicht zu westlichen Bündnissen. Putin hatte erklärt, das eurozentrische und euroatlantische Modell habe sich überlebt.
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