Einigung über die Sanierung: Ein Anfang, ja – aber gerettet ist ZF noch lange nicht

Ohne die Kälte des Winters gäbe es die Wärme des Frühlings nicht. Sagt man. Und so ist es tatsächlich ein Meilenstein, dass sich bei ZF jetzt Arbeitnehmer und IG Metall mit dem Vorstand auf ein Paket geeinigt haben, das zur Sanierung des schwer angeschlagenen Autozulieferers beitragen kann.
So sollen allein in der Division E bis 2030 7600 Stellen in Deutschland abgebaut werden. Insgesamt bleiben es, wie 2024 angekündigt, bis zu 14.000 Stellen im Konzern. Erreicht werden soll all das zum Beispiel über ein Abfindungsprogramm, die Absenkung der Arbeitszeit oder Altersteilzeit.
Das nun geschnürte Paket ist dabei zentral und wichtig. Allerdings sichert das allein nicht die Zukunft von ZF. Denn der Konzern ist mit rund 10,5 Milliarden Euro hoch verschuldet. Und auch die Probleme an den Automärkten oder die US-Zölle helfen dem Unternehmen nicht.
Das Paket ist daher nur ein wichtiger Baustein in dem Kampf um die Existenz von ZF. Ein guter Anfang. Viele weitere Bausteine müssen schon bald folgen. ZF braucht jetzt vor allem auch Zugeständnisse seiner Kunden, denn die Lieferung von Bauteilen darf kein Verlustgeschäft sein.
Das richtige Signal ist es dagegen, dass Betriebsrat, IG Metall und Vorstand wieder an einem Strang ziehen, statt gegeneinander zu arbeiten. Zuletzt schien ZF-Gesamtbetriebsratschef Achim Dietrich sich gegen alles zu stellen, was kam. Auf der Straße forderte die Belegschaft lautstark: „Vorstand raus!“ Nichts ging mehr.
Aber das ist vorbei – und das ist gut so. Nach der Demission des glücklosen Ex-CEOs Holger Klein haben die Arbeitnehmer dem neuen Chef Mathias Miedreich jetzt die Chance gegeben, das sinkende Schiff in einem letzten Versuch aus eigener Kraft wieder auf Kurs zu bringen.
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