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RüstungsunternehmenBerliner Investor wird neuer Chef des Drohnen-Start-ups Stark

Uwe Horstmann übernimmt die Führung bei Stark. Er hat früh in das Start-up investiert und das Team aufgebaut. Sein Engagement wirft jedoch Fragen auf.Lisa Ksienrzyk 16.10.2025 - 14:07 Uhr
Stark baut Kamikaze- und Unterwasserdrohnen für den Kriegsfall. Vernetzt werden die Geräte über die hauseigene Software. Foto: PR

Der Berliner Investor Uwe Horstmann ist neuer Chef des auf unbemannte Systeme spezialisierten Rüstungsherstellers Stark. Horstmann ist einer der Gründungspartner des Berliner Wagniskapitalgebers Project A und von Beginn an eine zentrale Person bei Stark. Über die CEO-Rolle wurde seit mehreren Wochen spekuliert, Stark stritt die Personalie sogar ab. Nun hat das Start-up die Position bestätigt.

Das Berliner Unternehmen, das der Ukraine die Kamikazedrohne Virtus liefert, teilte mit, Horstmann wolle eine Phase des Wachstums einleiten. Ziele seien der Ausbau der Produktionskapazitäten, eine Erweiterung um Systeme mit größeren Reichweiten sowie der Ausbau der Zusammenarbeit mit internationalen Partnern.

Stark wurde im Februar 2024 von Florian Seibel und Sven Kruck gegründet, den Köpfen hinter dem Drohnen-Unicorn Quantum Systems. Quantum Systems produziert Aufklärungsdrohnen, sowohl für zivile Zwecke als auch für das Militär. Das Duo sei von verschiedenen Vertretern aus der Politik angefragt worden, ob es seine Flugsysteme auch bewaffnen würde, heißt es aus Kreisen. Da die Investoren diesem Zweck nicht zustimmen würden und Quantum Systems seine Sicherheitsvorkehrungen hätte massiv aufrüsten müssen, haben sich Seibel und Kruck für eine Neugründung entschieden.

Erst Investor, dann Chef

Hilfe haben die Münchner Gründer dabei von Horstmann erhalten. Sein VC-Fonds Project A ist früh bei Quantum Systems eingestiegen – noch bevor erste Drohnen an die Streitkräfte verkauft wurden. Er hat auch den Deal verantwortet. Nun war der Investor maßgeblich am Aufbau der Stark-Führungsriege beteiligt, hat das Personal selbst selektiert und die bisherige Geschäftsführung zusammengestellt. Die bestand bis dato aus Johannes Schaback und André Schneider, beides bekannte Namen aus der Gründerszene.

Uwe Horstmann ist neuer CEO von Stark und gleichzeitig Co-Chef des Stark-Investors Project A Foto: PR

Schaback gründete die Produktsuchmaschine Ladenzeile.de und verkaufte die Firma an Axel Springer. Zuletzt war er Technikvorstand beim Bezahldienstleister SumUp. Schneider war acht Jahre lang Chefjurist beim Möbelhändler Home24, bevor er zur E-Commerce-Firma Razor Group wechselte. An der Spitze des Aufsichtsrats sitzt Robert Maier, der gemeinsam mit Schaback Ladenzeile gegründet hatte. Die drei Software-Unternehmer an der Stark-Spitze haben mehrere Überschneidungen, kennen sich teils seit Jahrzehnten aus der Berliner Gründerszene. Militärische Erfahrungen weisen sie aber nicht auf.

Das soll nun Uwe Horstmann übernehmen. Der Berliner Investor war 2022 einer der ersten in Deutschland, der sich für digitale Verteidigungslösungen starkgemacht und sie finanziert hat. Horstmann ist Reserveoffizier, Rüstungstechnologien sind eines seiner Lieblingsthemen. Sein Wagniskapitalfonds Project A ist nicht nur an Quantum Systems, sondern auch an Stark beteiligt, Horstmann selbst soll ebenfalls Anteile an der Rüstungsfirma erhalten haben. Zwar stammt das Geld des ehemaligen Soldaten aus seinem Privatvermögen, dennoch vertritt er als einer der Fondschefs die Interessen seiner Partner. Das könnte für Unmut sorgen.

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Denn einer Mitteilung zufolge bleibt Horstmann bei Project A involviert. Rein rechtlich sei die Doppelrolle kein Problem, erklärt ein Anwalt – solange die Details mit dem Fonds abgesprochen sind. Dem Vernehmen nach behält Horstmann seine Funktion als General Partner, er wird aber weniger ins Tagesgeschäft eingebunden sein. Sein Fokus soll auf Stark liegen. Die Investments in Rüstungstechnologien übernimmt demnach künftig ein anderer Partner von Project A. Ähnliche Produkte wie Stark würde der Wagniskapitalgeber aus Wettbewerbsgründen ohnehin nicht scouten – eine Regel, die auch für andere Portfoliofirmen gilt.

Starks unbemanntes System Virtus gehört in die Kategorie der sogenannten Loitering-Munition. Diese mit Sprengköpfen versehenen Drohnen können über einem Gefechtsfeld kreisen und auf gegnerische Ziele gesteuert werden, auch in einem Verbund mit komplexen Aufklärungssystemen. Derzeit läuft eine Erprobung des Systems in der Bundeswehr. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben zudem in neue Gefechtsköpfe investiert und will bis 2027 eine vollständig zertifizierte europäische Loitering-Munition auf den Markt bringen.

Stark hatte auch unbemannte Boote („Systemfamilie Vanta“) bei einer Nato-Übung in Portugal vorgestellt. Alle Entwicklungen werden über das KI-gestützte Missionsführungssystem Minerva betrieben. Das Unternehmen erklärt, damit sei ein koordinierter Einsatz unbemannter Systeme an Land, in der Luft und auf See möglich.

Mit Material der Nachrichtenagentur dpa.

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