Staatsverschuldung: S&P stuft Kreditwürdigkeit Frankreichs wegen steigender Schulden herab
Die Ratingagentur S&P hat wegen der steigenden Staatsverschuldung die Kreditwürdigkeit Frankreichs herabgestuft. Die Bonitätsnote werde auf „A+/A-1“ von zuvor „AA-/A-1+“ gesenkt, teilte S&P am Freitag mit. Zur Begründung hieß es, die Haushaltskonsolidierung werde langsamer als erwartet ausfallen, da es an zusätzlichen Maßnahmen zur Senkung des Defizits fehle.
„Wir gehen davon aus, dass die politische Unsicherheit die französische Wirtschaft beeinträchtigen wird, indem sie die Investitionstätigkeit und den privaten Verbrauch und damit das Wirtschaftswachstum bremst“, hieß es in der Mitteilung. Den Ausblick für das Land änderte die Agentur jedoch von „negativ“ auf „stabil“.
S&P zufolge wird die Schuldenlast bis Ende 2028 auf 121 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) steigen, verglichen mit 112 Prozent Ende 2024. Die Unsicherheit über die öffentlichen Finanzen bleibe vor den Präsidentschaftswahlen 2027 hoch, erklärte S&P.
Bereits im September hatte die Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit des Landes gesenkt. Frankreich steckt in einer politischen Krise, die es der Regierung erschwert, einen Haushalt zu verabschieden und notwendige Einsparungen vorzunehmen. Der neu ernannte Premierminister Sébastien Lecornu hatte am Donnerstag zwei Misstrauensvoten im Parlament überstanden.
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