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Besser krankenversichertWelche Zusatzversicherungen lohnen

Gesetzlich Versicherte können die Leistungen der Kasse aufstocken, um ein wenig vom Luxus der Privatpatienten abzubekommen. Welche Tarife ihr Geld wert sind.Martin Gerth 16.06.2014 - 05:49 Uhr

Wie Kassenpatienten GKV-Leistungen aufstocken können.

Foto: imago / jochen tack

Über den flauschigen Teppich des Hotelflurs ist es von der geräumigen Suite nur ein kurzer Weg in die Privatklinik. Hier können sich vermögende Gäste des Düsseldorfer Luxushotels Breidenbacher Hof medizinisch behandeln lassen: Edelholz, japanische Kalligrafien und Orchideen in gedämpftem Licht statt aseptischem Einheitsgrau.

Kassenpatienten sehen solche Privatkliniken nur von außen. Im Krankenhaus teilen sie sich in der Regel das Zimmer mit zwei weiteren Patienten. Wer Pech hat, muss sich mit Schnarchern oder Schlafwandlern rumärgern. Meist helfen dann nur Ohropax und Schlaftablette. Wer das verhindern, aber nicht ganz zu den Privaten wechseln will, kann Zusatzpolicen abschließen, die Leistungen auf dem Niveau von Privatpatienten finanzieren.

Die besten Krankenhaus-Zusatzpolicen
Kranken-versichererTarifBettenpro ZimmerErstattungGKV-Eigen-leistung²Beitrag(pro Monatin Euro)Leist-ungs-punkte³NotePreis-Leistungs-Verhältnis⁴InterS22ja16,92 7*****InterS11 bis 2ja23,72 8*****AxaKomfort Start-U1 bis 2nein18,22 6****die BayerischeV.I.P. stat. Prestige1nein25,06 8****JanitosJA stationär plus1 bis 2nein24,14 7****¹ 40-jähriger Versicherter, kein Kündigungsrecht, Leistungen bis Höchstsatz, Zahnersatz wird über Kassenleistung hinaus erstattet² zehn Euro pro Tag³ maximal 9 Punkte⁴ Leistungen gehen zu 70 Prozent, Höhe des Beitrags zu 30 Prozent einQuelle: Softfair AnalyseStand: 14.06.2014
Kranken-versichererTarifBettenpro ZimmerErstattungGKV-Eigen-leistung²Beitrag(pro Monatin Euro)Leist-ungs-punkte³NotePreis-Leistungs-Verhältnis⁴DFV (Dom.)Stationär1ja41,74 9*****Universauni-SZ II2nein33,14 6*****Dt. Ring/SignalKlinikTOP11 bis 2ja50,45 8*****BarmeniaTOPS1 bis 2ja51,70 8****ConcordiaSZ 2, SZ PLUS2ja38,93 6****HallescheCSAW.11nein54,18 8****Arag2622nein34,19 5****AxaKomfort-U1 bis 2nein43,79 6***DEVKST-G11 bis 2ja43,81 6***Alte Oldenb.K 50, K/S (Zu)1nein51,15 7*** ¹ 40-jähriger Versicherter, kein Kündigungsrecht, Leistungen bis Höchstsatz, Zahnersatz wird über Kassenleistung hinaus erstattet² zehn Euro pro Tag³ maximal 9 Punkte⁴ Leistungen gehen zu 70 Prozent, Höhe des Beitrags zu 30 Prozent einQuelle: Softfair AnalyseStand: 14.06.2014

Zusatzversicherte haben in öffentlichen Krankenhäusern in der Regel Zugang zu den besser ausgestatteten Abteilungen für Privatpatienten. Die privaten Extras zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) sind gefragt. Während die Zahl der Mitglieder in der privaten Krankenversicherung (PKV) stagniert, werden Zusatzpolicen immer beliebter (siehe Grafik unten). Derzeit haben die Deutschen etwa 23,5 Millionen solcher Versicherungen. Beliebteste Variante sind die Zahntarife mit 13,8 Millionen. Zusatzpolicen finanzieren Kassenpatienten etwa Zahnersatz oder den Aufenthalt in einer Spezialklinik. Bei reinen Privatpraxen oder Privatkliniken müssen Zusatzversicherte allerdings draußen bleiben. Grund: Die Grundversorgung wird nach wie vor über die gesetzliche Krankenkasse abgerechnet.

Erst warten, dann zahlen

Wer bereits eine Diagnose seines Arztes hat, kann in der Regel nicht nachträglich eine private Zusatzpolice abschließen. Erst wenn die Krankheit drei bis sechs Monate nach Vertragsabschluss aufgetreten ist, zahlt der Krankenversicherer. Anders als bei der Vollversicherung für Privatpatienten können Versicherer innerhalb einer ordentlichen Kündigungsfrist aus dem Vertrag aussteigen. Das dürfte Patienten treffen, die hohe Kosten verursachen. Das Analysehaus Softfair hat bei unserem Check von 220 Tarifen nur Policen berücksichtigt, bei denen der Versicherer auf ein einseitiges Kündigungsrecht verzichtet.

Zusatzpolicen werden immer beliebter. (Zum Vergrößern bitte anklicken)

Foto: WirtschaftsWoche

Das Ranking für Zusatzpolicen unterscheidet zwischen Tarifen mit und ohne Alterungsrückstellungen. Diese Rückstellungen sollen Beitragserhöhungen dämpfen. Tarife mit Rückstellungen haben höhere Einstiegsprämien als solche ohne.

Ambulante Tarife zu teuer

Private Krankenversicherer bieten Zusatzpolicen für drei Bausteine an: Krankenhaus, Zahnschutz und Ambulant. Softfair hat nur Krankenhaus- und Zahnschutztarife bewertet. Die Leistungskataloge der ambulanten Tarife sind so unterschiedlich gestrickt, das sie sich kaum miteinander vergleichen lassen.

So viele Kassenmitglieder wie nie zuvor

Anfang Februar veröffentlichte das Gesundheitsministerium die Mitglieder- und Versichertenzahlen für 2013. Die Gesetzliche Krankenversicherung verfügte danach über insgesamt 52,557 Millionen zahlende Mitglieder – zum Stichtag 1. Januar 2014. Das sei ein neuer Jahresanfangsrekord, wie die Redaktion des Branchendienstes dfg herausfand. Noch nie seien so viele Bürger Mitglied einer Krankenkasse gewesen. „Die anhaltend gute konjunkturelle Lage machte es möglich“, kommentiert der Dienst für Gesellschaftspolitik (dfg).

Foto: WirtschaftsWoche

Vielen Kassen fehlen die Kunden

Die GKV hat zwar rund 387.000 Mitglieder mehr als vor einem Jahr. Doch an diesem positiven Trend haben längst nicht alle Krankenkassen teilgehabt. Knapp die Hälfte davon musste auf Jahressicht einen Mitgliederrückgang hinnehmen. Der Hauptgrund dafür ist die Sterberate. Um diese natürliche Fluktuation auszugleichen, gehen alle Kassen auf Mitgliedersuche. Doch nicht jedes Institut ist dabei erfolgreich.

Foto: WirtschaftsWoche

Geringes Plus bei der AOK

Neben den Ersatzkassen sind die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) die mitgliederstärkste Gruppe. Doch gerade diese Familie hat sich sehr unterschiedlich entwickelt. Unter dem Strich blieb nur ein mageres Mitgliederplus von 4000 Personen. Einige dieser Versorgerkassen könnten ihre Verluste nicht durch Neukundenwerbung wettmachen, kommentiert der Branchendienst dfg, der die Zahlen sammelte und aufbereitete.

Foto: WirtschaftsWoche

Eine Kasse reißt die IKK raus
Auch die kleine Gruppe der Innungskrankenkassen (IKK) bietet viel Schatten. Wenn die IKK gesund plus nicht zu den größten Gewinnern zählen würde, dann hätte die Gruppe wahrscheinlich wieder die Mitgliedermarke von vier Millionen unterschritten, stellt der Branchendienst dfg fest.

Foto: Handelsblatt

G&V BKK

Die G&V BKK zahlte auch in 2013 Überschüsse an Ihre Mitglieder zurück. Mit bis zu 120 Euro im Jahr 2013 gehörte die G&V BKK zu den Kassen mit der höchsten Zahlung, stellt das Institut heraus. Bei der G&V BKK können sich gesetzlich Versicherte, die in Baden-Württemberg leben oder arbeiten versichern.

 

Mitglieder-Bilanz 2013: -36 oder -2,45 Prozent

Fotoquelle: Screenshot der Internetseite

Foto: Handelsblatt

BKK Phoenix
Die Krankenkasse verweist auf einen Bericht der Zeitschrift Focus Money in der Ausgabe 45/2011. Dabei sei das Bonusprogramm der Kasse als eines der zehn besten Programme bewertet worden. Alle Versicherten könnten ohne Einschränkungen daran teilnehmen.

 

Mitglieder-Bilanz 2013: -147 oder -2,10 Prozent

Fotoquelle: Screenshot der Internetseite

Foto: Handelsblatt

BKK Medicus

Die BKK Medicus honoriert gesunde Lebensweise mit bis zu 200 Euro Bonus pro Kalenderjahr. Sogar Kinder und Jugendliche profitierten von dem neuen BKK Bonusprogramm mit bis zu 100 Euro, stellt das Institut heraus.

 

Mitglieder-Bilanz 2013: -157 oder -1,92 Prozent

Fotoquelle: Screenshot der Internetseite

Foto: Handelsblatt

BKK IHV

Gesundheitskurse bringen bei der BKK IHV bis 480 Euro im Jahr. Bewegung, Ernährung, Entspannung oder Suchtprävention bietet das Institut. Erstattet werden 80 Prozent der Kosten bis zum Maximalbetrag. Punkten können Mitglieder auch bei den Bonusprogrammen. Es gibt bis zu 230 Euro im Vorsorgebonus, bis zu 120 Euro im Gesundheitsbonus, bis zu 50 Euro im Kinderbonus und bis zu 210 Euro im Babybonus. Bis zu 900 Euro sind sogar mit den Wahltarifen der BKK IHV drin. Und Gesundheitsreisen bringen bis zu 320 Euro im Jahr.

 

Mitglieder-Bilanz 2013:  -180 oder -1,58 Prozent

Fotoquelle: Screenshot der Internetseite

Foto: Handelsblatt

Esso BKK
Das Credo der Kasse lautet: „EINEN EURO KANN MAN NICHT ZWEIMAL AUSGEBEN.“ Eine seriöse Finanzpolitik sei die Basis. Deshalb begebe man sich „nicht in einen

ruinösen Preis- und Leistungswettbewerb, zum Beispiel um die größte Anzahl von teuren und überflüssigen Wahltarifen“. Jedem Euro Beitrag stehe das Maximum an Leistungen gegenüber. „Wir verzichten auf Dienstwagen, eigene Immobilien und überflüssige Werbung“, heißt es. Dennoch sank die Zahl der Mitglieder 2013.

 

Mitglieder-Bilanz 2013: -220 oder -1,26 Prozent

Fotoquelle: Screenshot der Internetseite

Foto: Handelsblatt

Knappschaft
Kein Zusatzbeitrag 2014 – und dies im sechsten Jahr in Folge. Darauf ist die Knappschaft stolz. Man setze auf eine langfristige finanzielle Stabilität statt auf kurzfristige Prämienauszahlung. Mit aktuell über 1,7 Millionen Versicherten ist die Knappschaft eine große bundesweit tätige Krankenkasse. Seit der Öffnung für alle gesetzlich Krankenversicherten in Deutschland im Jahr 2007 hat sie über eine halbe Million Versicherte hinzugewonnen. Nur 2013 nicht.

 

Mitglieder-Bilanz 2013: -7118 oder -0,50 Prozent                                                                   

Fotoquelle: Screenshot der Internetseite

Foto: Handelsblatt

Novitas BKK

Für jeden neuen Kunden, der durch Empfehlung Mitglied der Novitas BKK geworden ist, gibt es attraktive Prämien. Ein 20-Euro-Gutschein für Amazon oder für Karstadt. Dafür könne man sich zum Beispiel die Reisetasche aus Nylon mit Trolleyfunktion leisten, ein handliches dreiteiliges Grillset im Alukoffer oder ein Strand-Fußballtor - für das nächste Match im Sand.

 

Mitglieder-Bilanz 2013: -7285 oder -2,35 Prozent                                                                   

Fotoquelle: Screenshot der Internetseite 

Foto: Handelsblatt

AOK Plus

Vorsorge und gesunde Lebensweise belohnt die AOK Plus mit bis zu 300 Euro im Jahr. Zum Beispiel:
25 Euro – Gesundheitskurs (bis 3 x im Kalenderjahr)
50 Euro – Sportverein
50 Euro – Fitnessstudio
25 Euro – Sportabzeichen
25 Euro – Erste Hilfe Kurs
25 Euro – Berufliche Tauglichkeitsuntersuchung
25 Euro – Nichtraucherstatus
25 Euro – Mit dem Rad zur Arbeit
25 Euro – Blutspende
25 Euro – Sportveranstaltung

 

Mitglieder-Bilanz 2013: -8.505 oder -0,38 Prozent                                                                  

Fotoquelle: Screenshot der Internetseite

Foto: Handelsblatt

BKK vor Ort
Erwachsene haben bei der BKK vor Ort die Wahl beim Provita-Bonus: Wer sieben von zehn möglichen Punkten erfüllt, erhält 50 Euro als Belohnung. Sammelt man gar neun von zehn Punkten, zahlt die Kasse 100 Euro als Bonus.

 

Mitglieder-Bilanz 2013: -8.993 oder -1,54 Prozent                                                                  

Fotoquelle: Screenshot der Internetseite

Foto: Handelsblatt

AOK Sachsen-Anhalt

Prämien gibt es für neue Mitglieder: Werber können wählen zwischen einem 20 Euro-Einkaufsgutschein der Firma „mysportworld“, einem 20 Euro-Einkaufsgutschein der Firma „DirectChoice“ oder einer Uhr der Marke „Gelu Watch“ im Wert von 20 Euro. Im Osten Deutschlands wirkt dies aber nicht so stark als Anreiz, wie die Mitgliederentwicklung zeigt.

 

Mitglieder-Bilanz 2013: -11.451 oder -1,94 Prozent                                                                

Fotoquelle: Screenshot der Internetseite

Foto: Handelsblatt

Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG)

Die Krankenkasse hat Hersteller, Importeure oder Händler von Maschinen und Geräten für Landwirtschaft, Forstwirtschaft oder Gartenbau im Auge. Diese müssten die Anforderungen der europäischen Richtlinien und der nationalen Gesetze hinsichtlich der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes einhalten. Zur Erfüllung dieser Aufgabe stehe die Kasse als erfahrener Partner unterstützend zur Seite. „Wir bieten seit mehreren Jahrzehnten sicherheitstechnische Prüfungen von Maschinen und Geräten der Land-, Forst- und Gartenbautechnik mit einer eigenen Prüf- und Zertifizierungsstelle an.“ Das reichte jedoch, um den vergleichsweise starken Mitgliederschwund zu stoppen. Das Problem: Die Kasse versichert vor allem Personen in einem aussterbenden Beruf.

 

Mitglieder-Bilanz 2013: -13.246 oder -2,43 Prozent                                                                

Fotoquelle: Screenshot der Internetseite

Foto: Handelsblatt

AOK Nordost

Seit April 2007 erlaubt der Gesetzgeber gesetzlichen Krankenkassen, Wahltarife anzubieten. Die AOK nutzt die neuen Möglichkeiten für innovative neue Tarife, die einen Selbstbehalt und einen Bonus (Prämie) beinhalten. Doch wenn die konjunkturelle Entwicklung nicht mitspielt in einer Region, hilft das wenig.

 

Mitglieder-Bilanz 2013: -21.533 oder -1,50 Prozent                                                                

Fotoquelle: Screenshot der Internetseite

Foto: Handelsblatt

DAK-Gesundheit

„Sparen Sie bis zu 600 Euro jährlich!“ So wirkt die DAK-Gesundheit. Versicherte sollten sich jetzt die Prämie sichern mit drei einfachen gesundheitsfördernden Maßnahmen: Vorsorgeuntersuchungen durchführen, Gesundheitswerte messen lassen, Gesundheits-Fragebogen ausfüllen. Das alles hilft jedoch nur begrenzt gegen den relativ Mitgliederschwund, der bereits einige Jahre anhält. Im Jahr 2013 verlor die drittgrößte Krankenkasse in Deutschland die meisten Mitglieder. Prozentual betrachtet hält sich dieser Schwund jedoch noch in einem Rahmen, der verkraftbar ist.

 

Mitglieder-Bilanz 2013: -61.826 oder -1,24 Prozent.                                                               

Fotoquelle: Screenshot der Internetseite

Foto: Handelsblatt

Viele Gewinner
Die Krankenkassen haben in den vergangenen fünf Jahren gut 2,5 Millionen zahlende Mitglieder hinzugewonnen. Allein in den vergangenen zwei Jahren kamen knapp eine Million neu in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Der Boom folgt auf ein Jahrzehnt, in dem die Mitgliederzahl im Trend stagnierte. Marktführer ist – gemessen an der Zahl der Mitglieder – noch die Barmer GEK aus Wuppertal. Doch vermutlich nicht mehr lange. Denn die Kasse gewinnt längst nicht so viele Mitglieder wie der große Konkurrent aus Hamburg.

Foto: WirtschaftsWoche

TK zieht die Kunden magnetisch an
Ein Unternehmen, die Techniker Krankenkasse (TK), überstrahlt alle anderen. Allein 2013 kamen 353.000 neue Zahler hinzu. Gemessen an der Zahl der Versicherten ist die TK nun bereits Nummer eins – vor der Barmer GEK. Viel fehlt nicht mehr, dann dürfte die TK auch die Führung bei den zahlenden Mitgliedern übernehmen.

Foto: WirtschaftsWoche

Was Wechsler beachten sollten
Bei einem Wechsel seien insbesondere die Kündigungsfristen zu beachten, erläutert die Verbraucherzentrale Sachsen. Die Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenkasse könne mit einer Frist von zwei Monaten zum Ende des Kalendermonats gekündigt werden. Das ist ein relativ kurzer Zeitraum und aus Verbrauchersicht angenehm.

Dies bedeutet: Geht die Kündigung beispielsweise im Februar bei der Kasse ein, wird man zum 1. Mai Mitglied bei der neuen Krankenkasse. Nach einer Kündigung haben Wechselwillige zwei Monate Zeit, einzelne Angebote zu vergleichen und sich eine neue Kasse zu suchen.

Foto: WirtschaftsWoche

Zudem sind nur ambulante Tarife bezahlbar, die lediglich zusätzliche Kosten für Brillen, Hörgeräte und Medikamente übernehmen. Für dieses Paket müsste ein 40-jähriger Versicherter im DKV-Tarif KombiMed 14,30 Euro monatlich zahlen. Soll die Police auch privatärztliche Leistungen abdecken, schießt der Beitrag auf 167,91 Euro pro Monat hoch. Sie wäre damit fast so teuer wie eine Vollversicherung.

Ambulante Zusatzpolicen haben noch einen weiteren Haken: Wer beim niedergelassenen Arzt wie ein Privatpatient behandelt werden will, muss sich bei seiner gesetzlichen Kasse für einen Tarif entscheiden, bei dem er erst zahlt und sich das Geld später wieder holt (Kostenerstattung). Für solche Tarife kassieren die gesetzlichen Kassen zusätzliche Verwaltungskosten; zwischen fünf und zehn Prozent der erstatteten Leistung. Tipp: Brillen, Hörgeräte und Medikamente lieber selbst zahlen.

Die besten Zahn-Zusatzpolicen
Kranken-versichererTarifErstattungssatz (in Prozent)Beitrag(pro Monatin Euro) Leist-ungs-pkt.⁴NotePreis-Leistungs-Verh.²Kassen-leist-ung³Privat-ärztlicheLeistungGothaerMediZBasis5050*5,47 8*****Dt. Ring/SignalZahn-BASISpur50508,79 11*****DKVKombi-MedKDT505050*7,29 9*****InterZ7050557,12 8*****Dt. Ring/SignalZahn-START-pur505010,72 12****InterZ8050659,87 10****BarmeniaAZ+35358,96 9****GothaerMediZPlus5070*8,07 8****HUKZZ3030*7,81 7***JanitosJAdental506011,18 10*** ¹ 40-jähriger Versicherter, kein Kündigungsrecht, Leistungen bis Höchstsatz, Zahnersatz wird über Kassenleistung hinaus erstattet² Leistungen gehen zu 70 Prozent, Höhe des Beitrags zu 30 Prozent ein³ Kassenleistung: GKV zahlt 50 Prozent des medizinisch notwendigen Zahnersatzes, privatärztliche Leistung: PKV zahlt Teil des teureren Zahnersatzes, der nicht medizinisch notwendig ist⁴ Leistungen gehen zu 70 Prozent, Höhe des Beitrags zu 30 Prozent ein* Kassenleistung wird angerechnetQuelle: Softfair AnalyseStand: 14.06.2014
Kranken-versichererTarifErstattungssatz (in Prozent)Beitrag(pro Monatin Euro) Leist-ungs-pkt.⁴NotePreis-Leistungs-Verhältnis²Kassen-leist-ung³Privat-ärztlicheLeistungWürttemb.ZGU3030308,52 9*****CentralvitaZ3U507011,15 10*****HanseMerkurEZ30309,50 8****LVMZG 2525259,80 8****LVMZG 30303012,88 9****AllianzZP02507014,75 10***R + VZahn comf. (Z2U)507015,73 10***SüddeutscheZG 20, ZGB202015,35 9***AragZ702070*16,71 9***AllianzZFN, ZP02507022,65 12*** ¹ 40-jähriger Versicherter, kein Kündigungsrecht, Leistungen bis Höchstsatz, Zahnersatz wird über Kassenleistung hinaus erstattet² Leistungen gehen zu 70 Prozent, Höhe des Beitrags zu 30 Prozent ein³ Kassenleistung: GKV zahlt 50 Prozent des medizinisch notwendigen Zahnersatzes, privatärztliche Leistung: PKV zahlt Teil des teureren Zahnersatzes, der nicht medizinisch notwendig ist⁴ Leistungen gehen zu 70 Prozent, Höhe des Beitrags zu 30 Prozent ein* Kassenleistung wird angerechnetQuelle: Softfair AnalyseStand: 14.06.2014

„Ein Krankenhaus-Tarif ist die wichtigste Zusatzpolice, weil bei Operationen schnell Zusatzkosten in fünfstelliger Höhe zusammenkommen“, sagt Roland Harstorff, Versicherungsberater aus Norderstedt. Nicht alles, was die Krankenhaus-Zusatzpolicen anbieten, hält Harstorff jedoch für notwendig. Verzichtbar sei beispielsweise die Chefarztbehandlung. „Meist drückt der Chef dem Patienten nur die Hand, die eigentliche Behandlung übernimmt ein anderer Arzt“, sagt der Versicherungsberater.

Wichtiger sei, dass die Zusatzversicherung bis zum 3,5-fachen Gebührensatz für privatärztliche Leistungen aufkomme, so Harstorff. Die Police sollte auch Voruntersuchungen und nachträgliche Kontrolltermine sowie ambulante Eingriffe im Krankenhaus einschließen. Einige Tarife deckten diese Leistungen nicht ab.

Bessere Kronen

Richtig teuer wird es beim Zahnarzt, wenn die eigenen Zähne rausmüssen und Lückenfüller aus Edelmetall oder Keramik her müssen. Gesetzliche Kassen zahlen nur einen Festzuschuss für den Zahnersatz, unabhängig davon, wie viel der tatsächlich kostet. Beispiel: Für eine Krone setzen die Kassen derzeit 270 Euro an, davon zahlt die Kasse die Hälfte, also 135 Euro. Eine Krone aus Edelmetall mit Keramikverblendung kostet etwa 500 Euro. Davon müsste der Kassenpatient 365 Euro selbst zahlen.

Sinnvolle Zahnzusatzpolicen stocken nicht nur die Kassenleistung auf, im Beispielfall wären es 135 Euro, sondern finanzieren auch einen Teil der privatärztlichen Leistung, etwa die Keramikverblendung. Softfair hat bei seinem Ranking nur Tarife berücksichtigt, die auch den besseren Zahnersatz bezahlen.

Die Erstattungssätze der Zahnschutzpolicen sind für Laien schwer zu durchschauen. Derzeit werden zwei Varianten angeboten: der Zuschuss der Kasse wird entweder bei der Erstattung der privatärztlichen Leistung angerechnet oder nicht.

Beispiel: Die Tarife Medi Z Basis der Gothaer sowie der ZahnBasispur vom Deutschen Ring zahlen beide 50 Prozent der privatärztlichen Leistung. Die Gothaer trägt von den 500 Euro Gesamtkosten für die Krone nur 182,50 Euro, weil sie 135 Euro Kassenzuschuss zuvor von den Gesamtkosten abgezogen hat. Beim Patienten bleiben demnach 182,50 Euro hängen. Der Deutsche Ring kommt dagegen für 250 Euro auf, weil er auf einen Abzug der Kassenleistung verzichtet. Unter Strich muss der Versicherte nur noch 115 Euro aus eigener Tasche zahlen. Diese Mehrleistung kostet: Statt 5,47 Euro im Monat wie bei der Gothaer, müssen die Versicherten beim Deutschen Ring monatlich 8,79 Euro zahlen.

Zusatz von der Kasse

Gesetzliche Kassen vermitteln Zusatztarife von privaten Versicherern. Allerdings beschränkt sich deren Angebot jeweils auf Tarife eines Kooperationspartners, bei der Barmer GEK sind es etwa die der HUK-Coburg. Die Kassen werben Kunden mit einem Prämiennachlass für Zusatzpolicen. Tipp: Holen sich bei einem unabhängigen Berater mehrere passende Angebote für private Zusatzpolicen ein. Vergleichen Sie deren Preis-Leistungs-Verhältnis mit dem des Kooperationspartners Ihrer Kasse.

Option zum Upgrade

Einige Zusatzpolicen bieten den Versicherten die Option, später in die private Vollversicherung zu wechseln – ohne Gesundheitsprüfung. Für diese Option müssen die Versicherten häufig zusätzlich zahlen. Beim Krankenhaus-Tarif Komfort Start-U von der Axa wären es monatlich sechs Euro für einen 30-Jährigen und 13 Euro für einen 40-Jährigen.

Zwar müssen Versicherte mit Optionstarif mangels Prüfung später nicht mit Risikozuschlägen wegen einzelner Krankheiten rechnen, aber die Versicherung wird das Einstiegsalter bei der Kalkulation der Prämie berücksichtigen. Wer wechseln will, sollte daher nicht lange warten.

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