Betriebliche Altersvorsorge: Warum Angestellte auf Betriebsrente verzichten
Die Ergebnisse einer neuen Studie besorgniserregend. Es droht eine riesige Versorgungslücke und vielen Bürgern eine akute Altersarmut. Den künftigen Rentnern ist dies zwar durchaus bewusst, allerdings tun sie kaum etwas dagegen. Im Gegenteil: Mehr als ein Viertel der Befragten gab an, die Altersvorsorge komplett zu ignorieren. Das zeigt die Studie „Altersvorsorgereport: Deutschland 2014“ der Sparda-Bank in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Jens Kleine vom Research Center for Financial Services der Steinbeis-Hochschule. Sie gibt einen umfassenden Überblick zum deutschen Altersvorsorgemarkt vorgelegt.
Foto: IMAGODas private Vorsorgeverhalten lässt in Deutschland zu wünschen übrig. Die Mehrheit der Bürger will den gegenwärtigen Lebensstandard nicht für die Altersvorsorge einschränken. Dadurch entsteht laut den Berechnungen der Experten eine Versorgungslücke von mehr als 27.000 Euro. Neben einer möglichen Altersarmut des Einzelnen droht in der Gesellschaft ein Generationenkonflikt beim Streit um die Höhe der staatlichen Rente.
Foto: IMAGOVerantwortlich für die Versorgungslücke sind neben dem Lebensstandard zu geringe finanzielle Möglichkeiten. Rund 75 Prozent der Deutschen fehlt schlichtweg das Geld, um privat vorzusorgen. Besonders betroffen sind dabei die Arbeiter. In dieser Berufsgruppe verfügen nur 19 Prozent über ausreichende finanzielle Spielräume für die private Altersvorsorge.
Foto: IMAGODiese Vorsorgeproblematik hat zur Folge, dass die ohnehin schon in der Gesellschaft bestehende Schere zwischen Arm und Reich im Alter noch größer wird. Menschen mit ausreichender Kapitalausstattung sind nämlich in der Lage zusätzlich 325 Euro in die private Altersvorsorge zu stecken. „Das soziale Ungleichgewicht wird sich im Alter weiter verschärfen. Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung wird im Alter gut leben können, wohingegen ein wesentlich größerer Teil mit Einschränkungen oder gar Altersarmut zu kämpfen haben wird“, so Heinz Wings, Vorstandsvorsitzender der Sparda-Bank Hamburg.
Foto: IMAGOTrotz dieser möglichen Scherenbildung herrscht insgesamt nur geringes Interesse für Altersvorsorge-Themen. Viele haken das Thema komplett ab – und das obwohl 82 Prozent der Befragten bewusst ist, dass eine rechtzeitige private Altersvorsorge notwendig ist, wenn der bestehende Lebensstandard im Alter fortgesetzt werden soll.
Foto: IMAGONeben dem Desinteresse spiegelte sich bei den Befragten auch Unkenntnis wider. Die Studie ergab, dass rund 73 Prozent der Bürger zwar von zu niedrigen Rentenansprüchen ausgeht, allerdings kennen auch weniger als die Hälfte deren tatsächliche Höhe. 50 Prozent der Deutschen hat zudem Angst im Alter vom Existenzminimum leben zu müssen. Vor allem junge Menschen treibt diese Angst um – was Wings zufolge ein gutes Ergebnis ist: „Dass die jungen Menschen die Bedeutung der Altersvorsorge erkannt haben, ist ein äußerst positives Zeichen. Sie haben jedenfalls vom Alter her noch Möglichkeiten, um ausreichend vorzusorgen.“
Foto: IMAGODie Versorgungslücke von 27.000 Euro ergibt sich durch die Berechnung des durchschnittlichen Sparverhaltens. So wollen die Befragten bei Renteneintritt circa 96.000 Euro angespart haben. Doch hierfür legen die Bürger in einem Zeitraum von 21 Jahren im Monat lediglich 179 Euro im Monat zur Seite. Die Experten der Studie haben außerdem mit einem recht hohen Zinssatz von vier Prozent gerechnet. Alles zusammengerechnet – die Sparquote und der durchschnittliche Zinssatz – ergeben statt der anvisierten 96.000 nur 69.000 Euro.
Foto: IMAGOBetrachtet man die einzelnen Berufsgruppen gelten selbstständige Handwerker als Risikogruppe. Sie legen privat lediglich 135 Euro im Schnitt zur Seite. Bei Freiberuflern beläuft sich die Sparquote immerhin auf 400 Euro im Monat. Allerdings kann diese Gruppe wegen der fehlenden Rentenversicherungspflicht nicht von einer staatlichen Rente profitieren.
Foto: IMAGODie Studie ergab, dass Familien mit Kindern deutlich weniger Existenzängste haben als Kinderlose. Viele Familien fühlen sich über ihre Kinder abgesichert. Die Experten sprechen hierbei von dem Gefühl „kinder-reich“ zu sein.
Foto: WirtschaftsWocheDie deutschen Vorsorgesparer bevorzugen vor allem Eigentumsimmobilen und die betriebliche Altersvorsorge. Allerdings werden 17 Prozent der Altersvorsorgeverträge ausgesetzt oder vorzeitig aufgelöst. Zusammen mit der potenziellen Versorgungslücke des staatlichen Rentensystems und dem demografischen Wandel erhöht sich dadurch die Problematik in der Altersversorgung. „Durch die hohen Abbruch- und Aussetzungsquoten der Altersvorsorgeverträge wird sich die Situation im Alter, insbesondere für Personen mit einem geringen Einkommen, weiter zuspitzen“, so Wings.
Die geringe Bereitschaft für die Rentenzeit vorzusorgen, ergibt sich laut der Studie aus der Erhaltung des gegenwärtigen Lebensstandards. 73 Prozent der Deutschen sind nicht dazu bereit, ihren Lebensstandard zu Gunsten der Vorsorge einzuschränken. Allerdings ist dieses Ergebnis nicht in Stein gemeißelt. Knapp die Hälfte der Bürger würde nach Lohnerhöhungen mehr in Vorsorgeprodukte investieren.
Foto: IMAGOWenn sich früher der Bergmann zum letzten Mal den Kohlestaub abklopfte und wegen der gesundheitlichen Belastung oft Jahre vor dem gesetzlichen Rentenalter in den Ruhestand wechselte, konnte er zuversichtlich sein. Schließlich war für sein Auskommen durch die gesetzliche Rente sowie die in der Regel üppige Betriebsrente gesorgt.
Aber die Zechen sind längst geschlossen und die gesetzliche Rente wird für Neurentner von Jahr zu Jahr immer geringer. Wer heute nach 45 Arbeitsjahren in Rente geht, bekommt nach Abzug von Steuern, Kranken- und Pflegeversicherung nur noch 48 Prozent eines durchschnittlichen Erwerbseinkommens. 1977 waren es noch fast 70 Prozent, 2028 werden es nur noch 44 Prozent sein.
Wie nun eine repräsentative Umfrage der Beratungsgesellschaft PwC ergab, sind sich meisten Arbeitnehmer der dadurch entstehenden Versorgungslücke durchaus bewusst. Nur zwei Prozent der Arbeitnehmer gehen davon aus, dass die gesetzliche Rente ausreicht, um ihren Bedarf im Alter abzudecken.
Drei Viertel rechnen mit einer gesetzlichen Rente, die nicht einmal 75 Prozent ihres benötigten Ruhestandseinkommens erreicht. Trotzdem gaben 58 Prozent an, noch keine Schritte gegen die absehbare Rentenlücke unternommen zu haben. Für die Untersuchung hat PwC 1000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Deutschland befragt.
Den Ergebnissen zufolge nutzen 43 Prozent der Arbeitnehmer eine betriebliche Altersversorgung (bAV). An zweiter Stelle folgen die Riester-Rente und die private Lebensversicherung. Beide Angebote werden von gut einem Drittel der Beschäftigten genutzt. Es folgen das Sparbuch (32 Prozent), Bausparverträge (31 Prozent), Tages- und Festgeldkonten (30 Prozent), Immobilien (26 Prozent) sowie Aktien, Fonds und Anleihen (22 Prozent).
Die Finanzierungslage der betrieblichen Altersversorgung der Dax-Unternehmen hat sich 2013 positiv entwickelt. Die guten Renditen (5,1 Prozent) ließen die Pensionsvermögen auf 198 Milliarden Euro steigen. Im Vorjahr waren es noch 192 Milliarden, die Pensionsverpflichtungen drohten zur Gefahr für künftige Gewinne zu werden.
2013 sah es schon anders aus, nicht nur die Rücklagen stiegen, auch der Umfang der Pensionsverpflichtungen ist gesunken. Statt 314 Milliarden müssen die Konzerne nur noch 303 Milliarden Euro zahlen. Damit sind 65 Prozent der Pensionsverpflichtungen mit spezifischen Vermögenswerten bedeckt (Vorjahr: 61 Prozent). Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Pensionsvermögen und -verpflichtungen im DAX 2013“ der Unternehmensberatung Towers Watson. Sie basiert auf den Angaben in den Geschäftsberichten der 30 DAX-Unternehmen.
Foto: dpaBei Adidas klaffen allerdings noch große Lücken zwischen dem Vermögen, das 2013 für die betriebliche Altersvorsorge eingeplant war und dem, was ausbezahlt wurde. So betrug das Planvermögen des Sportartikelherstellers 83 Millionen Euro, wogegen die Verbindlichkeiten 325 Millionen Euro betrugen. Damit erreicht Adidas einen Ausfinanzierungsgrad von nur 26 Prozent - die Differenz musste aus anderen Quellen genommen werden. Immerhin: 2012 waren nur 24 Prozent der Pensionsverpflichtungen mit spezifischen Vermögenswerten bedeckt.
Foto: REUTERSDer Versicherer Allianz kann sich dagegen über eine Deckung von 61 Prozent freuen. Das Planvermögen des Konzerns für die betriebliche Altersvorsorge beträgt 11,7 Milliarden Euro, demgegenüber stehen Verpflichtungen in Höhe von 19,1 Milliarden.
Foto: REUTERSMehr als 80, nämlich genau 83 Prozent Deckungsgrad, kann der Chemiekonzern BASF vorweisen. Das Unternehmen muss also nur noch 17 Prozent aus sonstigen Geldern nehmen, um die Lücke zwischen den Rücklagen in Höhe von 17,1 Milliarden und den Verpflichtungen von 20,7 Milliarden Euro zu schließen.
Foto: dpaAuch Bayer erreicht mit 65 Prozent einen ganz ordentlichen Deckungsgrad. Bei dem Pharmaunternehmen stehen Ausgaben in Höhe 20,7 Milliarden Euro für die betriebliche Altersvorsorge einem Polster von 13,4 Milliarden Euro gegenüber.
Foto: dpaDas erfolgreiche Anlage- und Risikomanagement "bringt den Unternehmen Rückenwind für die Überarbeitung ihrer betrieblichen Altersversorgung, die angesichts der demografischen Entwicklung stärker denn je auf die Agenda drängt", sagt Thomas Jasper, Leiter Retirement Solutions bei Towers Watson. Er erwartet, dass in den kommenden Jahren viele Unternehmen ihre Pensionswerke überarbeiten oder neu gestalten werden.
Bei BMW kann man gelassen in die Zukunft schauen: Von 76 Prozent im Jahr 2012 wuchs der Deckungsgrad auf 85 Prozent an. 2013 hatte das Unternehmen ein Planvermögen von 13,5 Milliarden Euro, demgegenüber Pensionsansprüche in Höhe von 15,8 Milliarden Euro standen.
Derzeit sieht nur jedes dritte Unternehmen in Deutschland sein Angebot an Mitarbeiterbenefits wie der Altersvorsorge gut für die Zukunft aufgestellt, wie eine im Februar veröffentlichte Umfrage der Economist Intelligence Unit (EIU) im Auftrag von Towers Watson ergab. Die Beiersdorf AG zahlte ihren Pensionären im letzten Jahr beispielsweise rund 1,3 Milliarden Euro an Altersvorsorge. Zurückgelegt hatte das Unternehmen für diesen Zweck allerdings nur 877 Millionen Euro.
Foto: dpa„Wer als Arbeitgeber attraktiv bleiben will, muss Angebote machen, die den veränderten Anforderungen der Arbeitnehmer gerecht werden – und wer mit guten Leistungen eine Vorreiterrolle einnimmt, hat einen klaren Vorsprung im Wettbewerb um Talente auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft“, stellt Experte Jasper fest. Die Commerzbank kann sich ihre betriebliche Altersvorsorge leisten: Sie erreicht einen Deckungsgrad von stattlichen 91 Prozent. Im vergangenen Jahr hatte die Bank für Pensionsansprüche ihrer Mitarbeiter 6,5 Milliarden Euro zurückgelegt und rund 7,2 Milliarden Euro ausbezahlt.
Foto: APWeniger erfreulich ist dagegen der Deckungsgrad beim Reifenhersteller Continental ausgefallen: 1,9 Milliarden Euro Rücklagen standen im vergangenen Jahr etwas mehr als vier Milliarden Euro an Forderungen gegenüber. Das entspricht einem Ausfinanzierungsgrad von 46 Prozent. Das sind aber immerhin schon vier Prozentpunkte mehr als noch im Vorjahr.
Foto: dpaEbenfalls um vier Prozentpunkte stieg der Deckungsgrad beim Autobauer Daimler: Von 56 Prozent ging es hoch auf 60 Prozent. 2013 hatte der Konzern für die Altersvorsorge seiner Mitarbeiter rund 14,7 Milliarden Euro angespart und musste 24,5 Milliarden Euro aufwenden.
Foto: dpaBei der Deutschen Bank ging es sogar um acht Prozentpunkte nach oben. 15,2 Milliarden Euro musste der Konzern aufwenden, angespart wurden 15 Milliarden Euro. Der Ausfinanzierungsgrad liegt damit mittlerweile bei 99 Prozent.
Foto: dpa344 Millionen Euro fielen bei der Deutschen Börse an. Angespart waren 263 Millionen Euro. Der Ausfinanzierungsgrad liegt damit bei 76 Prozent.
Foto: dpaBeim Luftfahrtkonzern Deutsche Lufthansa wurden 10,3 Milliarden Euro angespart, die Verpflichtungen lagen bei rund 15 Milliarden Euro. Das entspricht einem Ausfinanzierungsgrad von 69 Prozent.
Foto: APBeim Logistik-Profi Deutsche Post liegt der Ausfinanzierungsgrad sogar noch zwei Prozentpunkte niedriger. Es mussten 14,8 Milliarden Euro aufgewendet werden, angespart wurden nur 9,9 Milliarden.
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Doch beim Telekommunikationskonzern Deutsche Telekom tun sich noch ganz andere Gräben auf. Rund zwei Milliarden Euro wurden angespart, aber rund neun Milliarden mussten aufgewendet werden. Der Deckungsgrad liegt damit bei gerade einmal 22 Prozent.
Foto: CLARK/obs77 Prozent Deckungsgrad kann der Energiekonzern E.On aufweisen. Pensionsverpflichtungen in Höhe von 15,2 Milliarden Euro stand ein Planvermögen von 11,8 Euro gegenüber.
Foto: dpaDer Geschäftsbericht von Fresenius Medical Care (FMC) für 2013 liegt noch nicht vor. 2012 lag der Ausfinanzierungsgrad bei 35 Prozent.
Foto: dpaDer Medizinkonzern Fresenius schafft es auf nur 31 Prozent Deckungsgrad. 312 Millionen Euro Planvermögen standen Verpflichtungen von einer Milliarde Euro gegenüber.
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HeidelbergCement schafft 87 Prozent Ausfinanzierungsgrad. Angespart wurden 3,8 Milliarden Euro, 4,3 Milliarden Euro liefen an Verpflichtungen auf.
Foto: dapdKonstant bei 82 Prozent Deckung steht der Konsumgüter-Riese Henkel. Pensionsverpflichtungen von 4,6 Milliarden Euro stehen Ansparungen von 3,8 Milliarden Euro gegenüber.
Foto: dpaDas Halbleiterunternehmen Infineon bringt es auf 64 Prozent, was einer Steigerung von sieben Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr entspricht. 2013 hatte der Konzern 437 Millionen Euro angespart, um die Pensionsansprüche der Mitarbeiter zu bedienen. Tatsächlich ausgegeben hat Infineon 683 Millionen Euro.
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Bei gleichbleibendem Umsatz musste der Düngemittelproduzent K+S im vergangenen Jahr einen Gewinnrückgang von 18,4 Prozent hinnehmen. Auch im nächsten Jahr werden aufgrund sinkender Kalipreise weitere Einbußen erwartet. Dafür ist der Konzern bei der Altersvorsorge top aufgestellt. Ansparungen von 409 Millionen Euro stehen Ausgaben von 499 Millionen gegenüber. Das heißt, dass K+S seinen Ausfinanzierungsgrad von einem Jahr von 72 auf 82 Prozent erhöht hat.
Foto: dpaBeim Spezialchemiekonzern Lanxess beträgt die Deckung nur 59 Prozent. Rund eine Milliarde Euro hat das Unternehmen für die Altersvorsorge seiner Mitarbeiter angespart. Ausbezahlt hat Lanxess 1,8 Milliarden Euro.
Foto: dpaBei Linde stehen Ansparungen von 5,1 Milliarde Pensionsansprüchen in Höhe von 5,8 Milliarden Euro gegenüber. Das entspricht einem Ausfinanzierungsgrad von 87 Prozent.
Foto: dpaBei Merck freuen sich nicht nur Aktionäre über steigende Dividenden, sondern auch die Mitarbeiter über eine betriebliche Altersvorsorge. Im vergangenen Jahr hat Merck dafür 2,7 Milliarden Euro ausgegeben. Im Pensionstopf waren dafür 1,8 Milliarden Euro vorhanden. Der Rest musste auch anderen Töpfen geschöpft werden.
Foto: dpaBei dem weltgrößten Rückversicherer Münchener Rück betrug die Deckung 50 Prozent: 3,9 Milliarden Ausgaben standen einem Planvermögen von rund zwei Milliarden Euro gegenüber.
Foto: dpaAuch der Energiekonzern RWE sorgt für das Alter seiner Mitarbeiter vor. Im vergangenen Jahr kostete das den Konzern 21,8 Milliarden Euro. Angespart hatte RWE allerdings nur 15,6 Milliarden Euro. Das entspricht einem Ausfinanzierungsgrad von 71 Prozent.
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Der Software-Hersteller SAP musste für die Finanzierung der betrieblichen Altersvorsorge kaum auf Unternehmensgewinne zurückgreifen: 835 Millionen Euro Rücklagen hatte das Unternehmen zu diesem Zweck gebildet. 893 Millionen Euro zahlte das Unternehmen an die Mitarbeiter aus.
Foto: REUTERSAuch Siemens steht verhältnismäßig gut da, was den Ausfinanzierungsgrad der Altersvorsorge anbelangt: Rücklagen in Höhe von 24,1 Milliarde Euro standen Pensionsansprüchen von 33,2 Milliarden Euro gegenüber.
Foto: dpaDer Stahlkonzern ThyssenKrupp ist unter den Dax-Konzern das Unternehmen mit dem geringsten Ausfinanzierungsgrad: Nur 23 Prozent der Ausgaben für die betriebliche Altersvorsorge wurden durch extra dafür vorgesehene Rücklagen finanziert. Die Differenz zwischen dem Planvermögen (2,1 Milliarden) und den tatsächlichen Ausgaben (9,1 Milliarden) musste das Unternehmen anderweitig ausgleichen.
Foto: dpaDoch auch Volkswagen steht mit 27 Prozent Deckung nur unwesentlich besser da. Bei VW stehen Ausgaben von 29,7 Milliarden Euro Ersparnissen von rund acht Milliarden Euro gegenüber.
Foto: APDie bAV ist somit die beliebteste Form der zusätzlichen Altersvorsorge. Allerdings erhält nicht einmal ein Drittel der Arbeitnehmer eine komplett vom Arbeitgeber finanzierte Betriebsrente. Den Vorteil einer Entgeltumwandlung, bei der Arbeitnehmer direkt aus dem Bruttogehalt eigenes Geld in eine betriebliche Altersversorgung einzahlen und so Steuern sparen, nutzen gerade einmal 30 Prozent.
Deutschland
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind in Deutschland immer mehr Menschen über 60 auf dem Arbeitsmarkt aktiv, um ihre Rente aufzubessern - vor allem Frauen. Im Jahre 2012 waren es 2,35 Millionen Erwerbstätige über 60. Zehn Jahre zuvor lediglich 1,39 Millionen. Grund für diese Entwicklung sei, dass der Gesetzgeber die Möglichkeiten für den Vorruhestand eingeschränkt habe. Die Erwerbslosenquote der Älteren verringerte sich von 9,5 auf 6,4 Prozent.
Die Arbeitnehmer in Deutschland sind nach Informationen der „Bild-Zeitung“ im vergangenen Jahr so spät in Rente gegangen wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Gleichzeitig sanken die Abschläge wegen vorgezogenen Renteneintritts auf den niedrigsten Wert seit 2003, berichtet die Zeitung unter Berufung auf eine Rentenzugangsstatistik der Deutschen Rentenversicherung.
Danach stieg das durchschnittliche Renteneintrittsalter der Männer 2012 von 60,9 auf 61,2 Jahre. Frauen gingen mit 61 (2011: 60,8) Jahren in Rente. Das waren die höchsten Werte seit mehr als 20 Jahren. Im Jahr 2000 wechselten Männer noch im Schnitt mit 59,8 Jahren aufs Altenteil, Frauen mit 60,5 Jahren.
Frankreich
Auch in Frankreich ist das Renteneintrittsalter gestiegen: 2009 - vor der Anhebung der Altersgrenze - gingen die Franzosen noch mit durchschnittlich 59,3 Jahren in Pension, 2012 waren sie im Schnitt 62 Jahre und 2 Monate alt (2011: 61 Jahre und 11 Monate). Wer vor seinem 20 Lebensjahr angefangen hat zu arbeiten und in die Rentenkasse einzuzahlen, darf bereits mit 60 Jahren aufs Altenteil wechseln, ohne Abschläge befürchten zu müssen.
Foto: APGriechenland
2012 haben sich die griechische Regierung und die Troika aus Europäischer Zentralbank, Europäischer Union und Internationalem Währungsfondsdarauf geeinigt, das Renteneintrittsalter in dem Schuldenstaat anzuheben. Seit dem gehen die Griechen - zumindest nach Plan - mit 67 statt wie zuvor mit 65 Jahren in den Ruhestand. 2011 betrug das durchschnittliche Renteneintrittsalter in Griechenland 61,4 Jahre.
Foto: dpaItalien
Italienische Frauen verbringen inzwischen durchschnittlich 27,3 Jahre im Ruhestand, Männer knapp 23. In Rente gehen die Italiener im Schnitt mit 60,8 Jahren. Wenn sie keine Abschläge hinnehmen wollen, müssten sie eigentlich bis 62 arbeiten.
Foto: APSpanien
2011 hat sich auch die spanische Regierung angesichts eines gigantischen Schuldenberges dazu entschlossen, die Altersgrenze anzuheben: Wie auch in Deutschland und Griechenland soll das Renteneintrittsalter schrittweise auf 67 Jahre angehoben werden. Zuvor gingen die Spanier im Schnitt mit 62,6 statt 65 Jahren in Rente. Beschäftigte, die bereits 38,5 Jahre gearbeitet haben, haben allerdings weiterhin ab dem 65 Lebensjahr einen Anspruch auf volle Rentenbezüge.
Foto: dapdGroßbritannien
Seit 2011 gibt es in Großbritannien kein offizielles Rentenalter mehr. Die Briten können also selbst entscheiden, wann sie in den Ruhestand gehen. Zuvor konnten die Briten mit 60 Jahren (Frauen) beziehungsweise 65 Jahren (Männer) die Arbeit Arbeit sein lassen. Das tatsächliche Eintrittsalter lag vor der Abschaffung des Rentenalters bei 63,1 Jahren.
Foto: AP
Irland
Die Iren arbeiten am längsten: So müssen auf der grünen Insel Männer und Frauen noch bis 65 arbeiten und tun es auch - zumindest bis sie (im Durchschnitt) 64,1 Jahre alt werden. Wegen des Schuldenberges der grünen Insel erhöht die irische Regierung nun schrittweise das Rentenalter von 65 auf 68 Jahre.
Foto: APSchweden
In Schweden betrug das gesetzliche Rentenalter bisher für Männer und Frauen gleichermaßen 61 Jahre. Wer darüber hinaus länger arbeitete, wurde über einen Sonderzuschlag entlohnt, der bis zum 70. Lebensjahr kontinuierlich steigt. Tatsächlich aber arbeiten die Schweden nicht ganz so lange und treten im Durchschnitt mit 63,8 die Rente an.
Vergangenes Jahr hat der schwedische Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt die Rente mit 75 gefordert und damit bei seinen Landsleuten einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.
Foto: APNiederlande
In den Niederlanden sollten Männer und Frauen bislang mit 65 den gesetzlichen Ruhestand antreten - im Durchschnitt arbeiteten sie allerdings etwas weniger und gingen mit 63,2 Jahren in Rente. 2012 beschloss jedoch die Erste Kammer des Parlaments in Den Haag, das Rentenalter stufenweise auf 67 anzuheben.
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Rumänien
Ein ganz anderes Bild zeigt sich in Osteuropa: Im Jahr 2010 hat das rumänische Parlament das Rentenalter auf 65 Jahre erhöht. Die Rente mit 65 soll schrittweise bis 2030 eingeführt werden. Derzeit liegt das gesetzliche Rentenalter in Rumänien bei 63,5 Jahren für Männer und 59,5 Jahren für Frauen. Vorruhestandsregelungen haben jedoch dazu geführt, dass das tatsächliche Renteneintrittsalter bei 55,5 Jahren liegt. In dem Balkanland stehen rund sechs Millionen Rentner 4,9 Millionen Beschäftigten gegenüber.
Foto: REUTERSPolen
Auch in Polen lagen zwischen gesetzlichem und tatsächlichem Renteneintrittsalter jahrelang Welten: So betrug das gesetzliche Rentenalter für Männer im Jahre 2009 für Männer 65 und für Frauen 60 Jahre - das tatsächliche Rentenalter jedoch lag mit 56,6 Jahren weit darunter. Im Juni 2012 unterzeichnete der polnische Präsident Bronislaw Komorowski dann ein entsprechendes Gesetz, das die schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre vorsieht.
Foto: APSo zeigt die Studie, dass ein Viertel der Arbeitnehmer auf die Entgeltumwandlung verzichtet, weil die Mittel zur Eigenvorsorge fehlten. 61 Prozent der Befragten, die keine Entgeltumwandlung nutzen, wissen laut Studie zu wenig von dieser Sparmöglichkeit.
Mehr als die Hälfte derjenigen, die sich prinzipiell dafür eine bAV-Lösung entscheiden würden, glauben, ihr Arbeitgeber biete es nicht an. Offenbar hat sich noch immer nicht herumgesprochen, dass es seit vielen Jahren einen gesetzlichen Anspruch auf eine betriebliche Vorsorgelösung durch Entgeltumwandlung gibt.
Dabei zeigt die Studie auch: Drei Viertel der Arbeitnehmer bekämen lieber 100 Euro in die betriebliche Altersversorgung eingezahlt als ein um 50 Euro höheres Nettoeinkommen.
Der Auswanderungs-Trend
Viele Deutsche träumen davon, Deutschland irgendwann einmal den Rücken zu kehren und ins Ausland zu ziehen. Warum Rente in Deutschland beziehen, wenn man auch unter der spanischen Sonne den Ruhestand genießen kann? Vier von zehn Deutschen (38 Prozent) können sich vorstellen, den Rest ihres Lebens im Ausland zu verbringen, so das Marktforschungsunternehmen Ipsos. Besonders beliebt: Schweiz, Österreich und Amerika. Laut der Deutschen Rentenversicherung werden 220.000 Renten an Deutsche gezahlt, die derzeit im Ausland leben. Doch wer auswandern will, muss sich frühzeitig mit Themen wie Finanzierung, Visum, Krankenversicherung, Steuern- und Rentenregelungen auseinandersetzen.
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Viele Auswanderer lockt das günstige Leben in fernen Ländern. In Ländern wie Thailand oder der Türkei ist die Kaufkraft von Rentnern mit 1.000 Euro deutsche Rente deutlich höher als in Berlin oder Frankfurt am Main. Trotzdem gilt: Wer auswandert, geht immer ein Risiko ein. Das Leben in Deutschland, Haus, Familie und Freunde werden zurückgelassen. Oftmals gehen damit auch finanzielle Sicherheiten verloren.
In der Regel ist auf die Rente trotzdem Verlass. Stefan Braatz von der Deutschen Rentenversicherung Bund erklärt der „Welt“: „Grundsätzlich erhalten Deutsche ihre Rente weltweit ohne irgendwelche Einschränkungen oder Abschläge". Voraussetzung ist, dass Auslandsrentner ihre deutsche Staatsangehörigkeit behalten, sonst büßen sie 30 Prozent der Rente ein. Zusätzlich müssen sie einmal im Jahr für einen „jährlichen Lebensnachweis“ für die Rentenversicherung erreichbar sein.
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Wer im Ruhestand die Sonne genießen will, muss trotzdem seine Rente in Deutschland versteuern. Mit der Reform der Rentenbesteuerung vor knapp zehn Jahren stieg der steuerpflichtige Anteil der gesetzlichen Renten schlagartig von 27 auf 50 Prozent. Dieser Anteil wächst jährlich um zwei Prozentpunkte. Heißt: Wer 2014 in Rente geht, muss schon 68 Prozent seiner Bezüge versteuern.
Viele Rentner müssen Steuern zahlen, weil ihre Rente den Freibetrag übersteigt. Aber es gibt Ausnahmen: „Es gibt mit einigen Ländern Abkommen, denen zufolge der neue Wohnsitzstaat die Rente besteuern darf“, sagt Oliver Braun, Steuerberater bei Ecovis in Grafing bei München. Dazu zählen Spanien, Schweiz, Amerika und Griechenland. In Frankreich, Italien, Kroatien oder Österreich kommen die Auslandsrentner allerdings nicht um den Fiskus herum.
Foto: FotoliaErwerbsminderungs- und Riester-Rente
Grundsätzlich bekommt jeder Auswanderer seine Rente auch im Ausland ausgezahlt. Problematisch wird es allerdings bei Erwerbsminderungsrenten. Da kann es außerhalb der EU-Staaten und der Schweiz zu Zahlungseinschränkungen kommen.
Auch bei der Riester-Rente müssen Auswanderer vorsichtig sein. Wer in der EU bleibt, hat keine Probleme. 2009 hat der Europäische Gerichtshof entschieden, dass Rentner in dem Fall ihre staatliche Förderung behalten dürfen. Schwieriger wird es für die, die ins außereuropäische Ausland wollen. Hier gilt: Die steuerliche Förderung muss vollständig zurückgezahlt werden. Allerdings macht grade die Förderung einen Großteil der Rendite des Riester-Produkts aus.
Foto: FotoliaKrankenversicherung
Neben Steuern und Rente muss auch bei der Krankenversicherung aufgepasst werden. Nach Angaben der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland (DVKA) des GKV-Spitzenverbandes unterliegt jeder Auswanderer im europäischen Ausland den Richtlinien der deutschen Krankenversicherung. Trotzdem beziehen sich die Leistungen auf die Vorschriften des neuen Wohnorts.
Im Klartext heißt das: Wer nach Amerika oder Asien auswandert, verliert seinen deutschen Krankenversicherungsschutz vollständig. Dort muss man sich entweder neu versichern oder eine langfristige (fünf Jahre) Auslandskrankenversicherung abschließen.
Foto: FotoliaPflegeversicherung
Wer einen ambulanten Pflegedienst benötigt, muss im Ausland einiges dafür zahlen. Denn Sachleistungen werden nicht erstattet. Hier muss eine zusätzliche private Pflegeversicherung abgeschlossen werden.
Foto: FotoliaSteuerfreibetrag und Ehegattensplitting
Im Ausland können Auswanderer nicht von allen in Deutschland geltenden Vorteilen weiter profitieren. In Deutschland gibt es einen Freibetrag von 8.354 Euro pro Person. Der fällt im Ausland allerdings weg. Genauso wie das Ehegattensplitting. Deshalb muss jeder Rentner im Ausland Steuern bezahlen – und das nicht erst ab einer bestimmten Höhe.
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Auch um eine Aufenthaltsgenehmigung müssen sich Auslandsrentner früh genug kümmern. In vielen Ländern gibt es spezielle Visa, mit denen Rentner dauerhaft im Wunschland bleiben dürfen. Häufig müssen sie als Voraussetzung einen Rentennachweis liefern. Wer nach Thailand auswandern will, kann mit monatlichen Einkünften von 1.200 Euro ein spezielles Visum bekommen, das jährlich neu beantragt werden muss. Auch für Südafrika gibt es ein ähnliches Visum, wenn die Einkünfte bei knapp 2.000 Euro monatlich liegen. Es kann anfangs für vier Jahre beantragt und danach dauerhaft verlängert werden. Besonders schwierig ist das Auswandern nach Amerika, denn ein Rentenvisum gibt es nicht.
Foto: WirtschaftsWocheAlternative: Zweitwohnsitz
Wer eine finanziell lohnenswerte Alternative sucht, sollte statt auszuwandern lieber einen Zweitwohnsitz im Ausland anmelden. Dort fallen die Nachteile bei Rente und Krankenversicherung weg. Wer also nur vorübergehend im Ausland verweilt, etwa zum "überwintern" im wärmeren Süden, muss die Besonderheiten nicht beachten.
Foto: Fotolia„Unbeschränkte Steuerpflicht“
Auswanderer können eine „unbeschränkte Steuerpflicht“ beantragen, wenn mindestens 90 Prozent der gesamten Einkünfte der deutschen Steuer unterliegen. Damit können sich sämtliche Vergünstigungen gesichert werden. Wer also hauptsächlich von einer gesetzlichen Rente, einer Betriebsrente oder einem berufsständischen Versorgungswerk lebt, kann problemlos „unbeschränkte Steuerpflicht“ beantragen.
Wenn zusätzlich hohe Kapitalerträge kassiert werden, wird es aber eng. Denn Zinsen und Dividenden sind am Wohnsitz im Ausland steuerpflichtig. Unterliegen dennoch weniger als 90 Prozent der Einkünfte der deutschen Steuer, kann die „unbeschränkte Steuerpflicht“ nur beantragt werden, wenn die Auslandseinkünfte unter 8.004 Euro liegen.
Foto: Fotolia"Angesichts des Bedarfs und der Wünsche der Mitarbeiter verpasst es die Mehrzahl der Unternehmen, mit attraktiven Angeboten sowie einer zielgerichteten Kommunikation um ihre Mitarbeiter zu werben. Aus diesem Grund verpuffen bedeutende Mittel in anderen Anlagen, die nicht mal einen Inflationsausgleich sicherstellen können", sagt PwC-Experte Helfen.
Selbst in großen Unternehmen beklagt sich ungefähr jeder dritte Mitarbeiter darüber, dass ihr Arbeitgeber keine Information zur bAV anbietet. Ob es sich tatsächlich um ein Versäumnis der Arbeitgeber handelt, oder ob die Arbeitnehmer Informationsangebote übersehen oder ignorieren, geht aus der Studie nicht hervor.
Klar ist hingegen, dass viele Beschäftigte die betriebliche Altersversorgung falsch einschätzen. Beispielsweise schätzen sie die Beiträge, die ein 30-Jähriger einzahlen muss, um ein bestimmtes Sparziel bis zum Alter von 65 Jahren zu erreichen, um durchschnittlich rund 70 Prozent zu hoch ein.
Offenbar ist das Interesse der Arbeitnehmer und die Bereitschaft, sich mit einer betrieblichen Altersversorgung zu beschäftigen, insgesamt gering ausgeprägt. Dafür spricht auch, dass die Bereitschaft zu einem kostenpflichtigen Beratungsgespräch gering ist. Für eineinhalb bis zwei Stunden Beratungsgespräch würden die Befragten im Durchschnitt nur 45 Euro ausgeben, tatsächlich kostet es eher rund 180 Euro.
Einen Arbeitgeberzuschuss zur bAV wünscht sich jeder zweite Arbeitnehmer. Die komplette Übernahme der Vorsorgebeiträge erwartet hingegen nicht einmal jeder fünfte Beschäftigte. Weitere Voraussetzungen für die Teilnahme an einer betrieblichen Altersversorgung sind eine sichere Verzinsung sowie eine Auszahlung der Betriebsrente bis zum Lebensende. Vier von fünf Arbeitnehmern bevorzugen dabei niedrigere aber sichere Renditen gegenüber einem höheren Anlagerisiko mit besseren Renditenchancen.
Der Wunsch nach einer Beteiligung des Arbeitgebers an den Beiträgen zur bAV ergibt durchaus Sinn. Denn angesichts unsicherer Kapitalmarktentwicklung, eines wohl noch länger anhaltenden Niedrigzinsumfeldes und nachgelagerter Besteuerung der Betriebsrente bei Auszahlung – auch Krankenversicherungsbeiträge sind dann noch fällig – sind Arbeitsgeberzuschüsse fast schon Bedingung dafür, dass sich die betriebliche Altersversorgung für den Angestellten lohnt.
Sonst bleibt nur die Hoffnung, dass die Steuer auf die ausgezahlte Betriebsrente in der Zukunft wegen eines niedrigeren Steuersatzes geringer ausfällt, als die Steuerersparnis in der Einzahlphase.