1. Startseite
  2. Finanzen
  3. Geldanlage
  4. Anleihetausch bei Katjes: Süße Rendite mit Bauchweh

Anleihetausch bei KatjesSüße Rendite mit Bauchweh

Die Auslandstochter von Katjes will eine neue Anleihe begeben und mit dem Geld auch die alte 45-Millionen-Euro-Anleihe frühzeitig ablösen. Alt-Anleger haben das Nachsehen - wie so oft bei Mittelstandsanleihen.Annina Reimann 06.05.2015 - 11:33 Uhr

Süßwarenhersteller Katjes hat hochverzinste Anleihen begeben - und tauscht diese vorzeitig gegen niedriger verzinste Papiere aus.

Foto: dpa

Man kann die Nachricht drehen und wenden, wie man will - für Anleger bleibt ein fader Beigeschmack: Die Auslandstochter des Lakritz-Herstellers Katjes, Katjes International, will eine neue Anleihe begeben und mit dem Geld die alte frühzeitig ablösen. Für Anleger setzt sich nach Dürr, Helma und Nabaltec damit ein ärgerlicher Trend fort: Mittelständische Unternehmen mit Hochzinsanleihe zahlen für Anleger rentierliche Bonds frühzeitig zurück. Vielen ist das erlaubt: Sie nutzen ein Schlupfloch im Wertpapierprospekt, der oft eine vorzeitige Rückzahlung zu festen Terminen regelt.

Anleger, die die Anleihe womöglich zu einem Kurs über 100 Prozent an der Börse gekauft haben, können so sogar Geld verlieren – denn ihre Rendite hatten sie zum Zeitpunkt des Kaufes bis zum Ende der Laufzeit kalkuliert. Sparer sind also gelackmeiert, wenn sie Bonds zu weit über 100 Prozent kaufen - und ihre Rendite davon abhängt, dass erst am Ende der Laufzeit 100 Prozent zurückfließen. Damit das nicht passiert, lohnt sich ein kurzer Blick in den Prospekt. Dort suchen Anleger nach dem Stichwort „call“, dem Fachwort für die vorzeitige Kündigung.

Was Investoren für die lukrativste Geldanlage halten
Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragt einmal jährlich im Auftrag von pro aurum die Deutschen nach ihren Anlagestrategien. Hier die Ergebnisse vom Juni 2015 - im Vergleich zu den Vorjahren. Zuerst wurden den Bürgern fünf Geldanlagen genannt, mit der Bitte, anzugeben, welche davon aus ihrer Sicht derzeit am besten als langfristige Geldanlage mit mindestens drei Jahren Laufzeit geeignet ist.
Gold platziert sich zum fünften Mal in Folge an erster Stelle, diesmal allerdings deutlicher vor Aktien, die seit 2011 Zuwächse erzielten, aber aktuell in der Anlegergunst gesunken sind: 30 Prozent der Bürger würden sich heute für Gold entscheiden, weil sie vermuten, dass diese Anlage nach mindestens drei Jahren Laufzeit im Vergleich zu den vier anderen Geldanlagen den meisten Gewinn bringt. Gold konnte somit um zwei Prozentpunkte zulegen.
Nur noch 23 Prozent halten Aktien für besonders lukrativ, wenn es um langfristige Geldanlagen geht. Im Vorjahr hatte dieser Wert mit 27 Prozent offenbar einen Gipfel erreicht.
Es folgen Fondsanteile mit zwölf Prozent. Fonds sind in der Gunst der Anleger wieder leicht gegenüber dem Vorjahr gestiegen. 2013 hatte dieser Wert mit 13 Prozent noch ein Hoch erreicht, war aber 2014 auf elf Prozent zurückgefallen.
Fest- beziehungsweise Termingeld hielten sieben Prozent der Befragten für die lukrativste langfristige Geldanlage. Seit 2011 ist diese Anlageklasse deutlich ins Hintertreffen geraten, damals glaubten noch 22 Prozent der Befragten, Termin- und Festgelder würden auf drei Jahre betrachtet den meisten Gewinn abwerfen.
Drei Prozent nannten Anleihen als aussichtsreichste Anlageklasse, im Vorjahr waren es nur zwei Prozent. Anleihen spielen somit für Privatanleger praktisch keine Rolle. Ernüchternd: Knapp jeder vierte Bürger (24 Prozent) kann nicht sagen, welche dieser Anlagen am besten geeignet wäre, um langfristig möglichst viel Gewinn zu erzielen. Die Angaben "weiß nicht" oder "keine davon" kamen bereits in den Vorjahren ähnlich häufig vor.

Am Beispiel Katjes zeigt sich die Krux des Mittelstandsanleihemarktes: Kein Unternehmen zahlt freiwillig Maxikupons. Hochprozenter emittieren Unternehmen immer dann, wenn sie aktuell keine guten Karten bei Banken haben. Viele Unternehmen gehen später Pleite. Brummt ihr Geschäft wider Erwarten wieder, kommen Banker angekrochen und bieten attraktivere Konditionen als der Anleihemarkt an. Gekniffen sind die Anleger.

Statt sieben nur noch 5,5 Prozent Zinsen

Bei Katjes aber sieht es allerdings nicht danach aus, als ob Banken bessere Konditionen geboten hätten: Noch Ende April hatte die Nachrichtenagentur Reuters gemeldet, dass der geschäftsführende Gesellschafter Tobias Bachmüller gesagt habe, dass das Management die vorzeitige Rückzahlung der im Juli 2016 auslaufenden Anleihe wegen der niedrigen Zinsen prüfe. Die Rückzahlung sollte demnach über einen syndizierten Kredit, eine neue Anleihe oder ein Schuldscheindarlehen erfolgen. Dass Katjes nun mit einer Anleihe kommt, ist da kein gutes Zeichen: Denn in der Regel sind Schuldscheindarlehen für Unternehmen deutlich billiger als eine Mittelstandsanleihe.

Anleihemarkt

Mittelstandsanleihen sind nicht wasserdicht

von Annina Reimann

Anleger sollten daher vorsichtig sein. Denn erstens bietet Katjes für die neue Anleihe weniger Zinsen – nur noch 5,5 bis 5,875 Prozent statt 7,125 Prozent wie bislang. Und zweitens hat die Ratingagentur Creditreform das Katjes-Rating im April von BB+ auf BB gesenkt. Das liegt nicht mehr im Investmentbereich. Zugute halten kann man Katjes, dass sich die Anleihe an der Börse bislang immer wacker geschlagen hat und sie immer über 100 Prozent lag. Das spricht dafür, dass Katjes jetzt kein Problem haben dürfte, die nötigen Millionen einzusammeln. Immerhin dürfte die alte Anleihe also nicht ausfallen, so wie viele andere Bonds namhafter mittelständischer Unternehmen wie Windreich oder Zamek.

Platz 30: Ensinger

Die 1966 gegründete Ensinger GmbH verarbeitet Kunststoffe zu Halbzeugen, Fertigteilen, Profilen oder Compounds. Neben dem Hauptsitz im baden-württembergischen Nufringen fertigt Ensinger an zwei weiteren Standorten in Deutschland. Das Familienunternehmen hat außerdem 14 Fabriken in aller Welt, darunter fünf in den USA und eine in China sowie zahlreiche Vertriebsniederlassungen – bis hin nach Indien.

Branche: Kunststoffe
Mitarbeiter 2012: 2181
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 100,00/350,20
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 13,35 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 876,2

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 29: Sennheiser electronic

Die Firma Sennheiser ist vor allem Audio-Fans ein Begriff. Der Mittelständler aus Wedemark-Wennebostel ist vor allem für seine Mikrofone und Kopfhörer bekannt. Im Profi-Bereich bietet das 1945 gegründete Unternehmen Broadcast-Technik, Luftfahrtkommunikationssysteme und Headsets für Callcenter an.

Branche: Audiotechnik
Mitarbeiter 2012: 2100
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 229,10/584,40
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 9,82 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 906,3

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 28: Adva Optical Networking

Der Glasfaser-Spezialist Adva Optical Networking wurde erst 1994 als kleines Start-up im thüringischen Meiningen und in München gegründet. Die Glasfaser-Übertragungstechnik von Adva wird weltweit von mehr als 10.000 Unternehmen eingesetzt. Produziert wird am Unternehmenssitz in Meiningen, die Verwaltung sitzt im bayerischen Martinsried.

Branche: Telekommunikation
Mitarbeiter 2012: 1378
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 88,06/330,10
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 14,13 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 907,3

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Screenshot

Platz 27: Schottel

Die Schottel Gruppe mit Sitz im rheinland-pfälzischen Spay am Rhein entwickelt, konstruiert, produziert und vertreibt steuerbare Schiffsantriebs- und Manövriersysteme sowie komplette Antriebsanlagen.

Branche: Schiffsmaschinenbau/Antriebstechnik
Mitarbeiter 2012: 1100
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 80,00/313,00
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 14,625 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 911,6.

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: PR

Platz 26: Pfeiffer Vacuum Technology

1890 in Wetzlar gegründet, entwickelte sich Pfeiffer schnell zum führenden Unternehmen für Vakuumtechnik. Die 1958 erfundene Turbopumpe macht noch heute in ihrer weiterentwickelten Form 40 Prozent des Konzernumsatzes aus. Der Maschinenbauer ist im TecDax gelistet.

Branche: Vakuumlösungen
Mitarbeiter 2012: 2270

Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 150,90/461,30
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 11,82 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 948,9

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 25: igus

Die 1964 in Köln gegründete Igus GmbH ist ein Spezialist für Spitzguss-Kunststoffteile. Alle Produkte, wie etwa Kunststoffgleitlager oder flexible Spezialleitungen werden in diesem Verfahren hergestellt. Igus ist der weltweit größte Hersteller von Energiekettensystemen mit Spezialleitungen, Steckern und Zubehör.

Branche: Kunststoff-Energieketten
Mitarbeiter 2012: 2175
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 117,00/399,00
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 13,05 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 961,7

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 24: Hansgrohe

Hansgrohe stellt Armaturen, Brausen, Thermostate, Abläufe und Badzubehör her. Das 1901 in Schiltach im Schwarzwald gegründete Unternehmen darf nicht mit der Firma Grohe, die ebenfalls Armaturen herstellt und von Hans Grohes Sohn Friedrich gegründet wurde, verwechselt werden. Die Familie des jüngsten Sohns des Firmengründers hält heute noch 32 Prozent des Unternehmens, 68 Prozent gehören der amerikanischen Masco Corporation.

Branche: Armaturen
Mitarbeiter 2012: 2178
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 360,50/805,00
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 8,37 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 992,6

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: REUTERS

Platz 23: Emka Beschlagteile

Die Emka Beschlagteile GmbH stellt Komponenten für industrielle Schränke und Gehäuse her. Heute fertigt das 1932 in Velbert bei Düsseldorf gegründete Unternehmen weltweit an acht Standorten.

Branche: Verschlusstechnik
Mitarbeiter 2012: 1400
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 42,99/230,00
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 18,26 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1000,5

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 22: Bitzer

Bitzer aus dem schwäbischen Sindelfingen ist ein Spezialist für Klima- und Kältetechnik. Das Unternehmen ist mit über 40 Tochtergesellschaften international aufgestellt und fertigt unter anderem in Deutschland, Portugal, Südafrika, Australien, China und den USA Verdichter, Druckbehälter und Verflüssigungssätze.

Branche: Kältemaschinen
Mitarbeiter 2012: 3046
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 231,58/639,00
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 10,67 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1120,5

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 21: Pöschl Tabak

Pöschl gehört zu den weltweit größten Produzenten von Schnupftabak – in Deutschland hat das Unternehmen nach eigenen Angaben einen Marktanteil von 95 Prozent, weltweit noch von 50 Prozent. Pöschl Tabak hat seinen Sitz in Geisenhausen bei Landshut und befindet sich noch immer im Besitz der Familien Pöschl und Engels. Neben Schnupftabak stellt Pöschl auch Feinschnitt- und Pfeifentabak her.

Branche: Tabakwaren
Mitarbeiter 2012: 800
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 109,60/416,01
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 14,27 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1163,0

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 20: Mapal Dr. Kress

Mapal Dr. Kress zählt zu den international führenden Anbietern von Präzisionswerkzeugen für die Metallbearbeitung. Bei der Feinbearbeitung mit spanabhebenden Werkzeugen sieht sich das Unternehmen aus Aalen als weltweiten Technologieführer. Zu Mapal gehören noch zahlreiche weitere Unternehmen, die allesamt auf besondere Werkzeuge spezialisiert sind.

Branche: Maschinenbau
Mitarbeiter 2012: 4157
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 120,00/440,00
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 13,88 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1173,3

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 19: Maschinenfabrik Reinhausen

Die MR Maschinenfabrik Reinhausen GmbH, so der vollständige Name, fertigt Komponenten für Transformatoren. Bei der Produktion der sogenannten Laststufenschaltern zählt das 1868 im Regensburger Stadtteil Reinhausen gegründete Unternehmen zu den Weltmarktführern.

Branche: Maschinenbau
Mitarbeiter 2012: 2850
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 218,00/630,00
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 11,20 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1190,6

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 18: Viega

Die Viega GmbH & Co. KG stellt unter anderem Sanitär- und Heizungssysteme, Rohrleitungssysteme und Entwässerungstechnik her. Bei der Pressverbindungstechnik sieht sich das Unternehmen selbst als Weltmarktführer. Neben dem Stammhaus in Attendorn fertigt das Familienunternehmen in vier deutschen Zweigwerken in Deutschland und einem in den USA.

Branche: Heizung, Sanitär
Mitarbeiter 2012: 3500

Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 395,00/915,36
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 8,77 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1205,9

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 17: Manz

1987 im baden-württembergischen Reutlingen gegründet, begann die Manz Automation AG mit der automatisierten Produktion von kristallinen Solarzellen. Inzwischen firmiert das Unternehmen nur noch als Manz AG und hat neben den Solarzellen noch die Bereiche Displays (LCD, LED, OLED und Touchscreens) und Lithium-Ionen-Batterien aufgebaut.

Branche: Display- und Solarindustrie
Mitarbeiter 2012: 2000
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 24,00/184,11
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 22,60 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1228,2

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 16: Norma Group

Die Norma Group ist auf Verbindungstechnik spezialisiert. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt rund 35.000 Verbindungssysteme für industrielle Anwendungen. Die Kunden kommen unter anderem aus der Öl- und Gasbranche, der Autoindustrie, Luft- und Raumfahrt sowie Infrastruktur und Bewässerung.

Branche: Verbindungstechnik
Mitarbeiter 2012: 4485
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 197,60/604,60
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 11,83 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1245,3

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 15: Schenck Process

Die Schenck Process GmbH entstand aus der 1881 gegründeten Darmstädter Eisengießerei und Waagenfabrik von Carl Schenk. Heute gilt das Unternehmen als einer der Weltmarktführer im Bereich der Mess- und Verfahrenstechnik. Die Schenck Process GmbH beschäftigt  nach eigenen Angaben rund 3.400 Mitarbeiter an weltweit 33 Standorten.

Branche: Mess- und Regeltechnik
Mitarbeiter 2012: 3400
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 240,00/680,00
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 10,98 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1246,7

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 14: KWS Saat

Das niedersächsische Pflanzenzüchtungs- und Biotechnologie-Unternehmen KWS Saat AG züchtet seit über 150 Jahren landwirtschaftliche Nutzpflanzen. Das Unternehmen ist in mehr als 70 Ländern präsent.

Branche: Saatgut
Mitarbeiter 2012: 3851
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 433,70/986,30
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 8,56 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1256,7

Bildquelle: KWS SAAT AG

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 13: Rimowa

Koffer aus Aluminium und Polycarbonat sind die Spezialität der Rimowa GmbH (kurz für „Richard Morszeck Warenzeichen“). Der Hersteller aus Köln ist bereits seit 1898 im Geschäft. Heute vertreibt Rimowa seine Koffer in 65 Ländern.

Branche: Koffer
Mitarbeiter 2012: 1300
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 25,00/206,00
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 22,54 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1266,0

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 12: Sick

Das 1946 gegründete Unternehmen Sick zählt zu den führenden Herstellern von Sensoren und Sensorlösungen für industrielle Anwendungen.

Branche: Sensortechnik
Mitarbeiter 2012: 6302
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 420,40/971,31
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 8,73 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1272,8

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 11: Rosenberger

Seit mehr als einem halben Jahrhundert entwickelt Rosenberger Verbindungslösungen in der Hochfrequenz- und Fiber-Optik-Technologie.

Branche: Hochfrequenztechnik
Mitarbeiter 2012: 5000

Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 126,50/483,00
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 14,34 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1361,2

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Screenshot

Platz 10: Brückner Technology Holding

Die Brückner-Gruppe aus Siegen gehört zu den führenden Unternehmen im Maschinen und Anlagenbau.

Branche: Maschinenbau
Mitarbeiter 2012: 1676
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 225,20/682,40
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 11,72 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1385,4

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Screenshot

Platz 9: Sirona Dental Systems

Sirona stellt Behandlungs- und Diagnosegeräten für Zahnarztpraxen, zahntechnische Laboratorien und Kliniken her. Das Unternehmen entstand 1997 aus der Dentalsparte der Siemens AG.

Branche: Dentalindustrie
Mitarbeiter 2012: 2979
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 284,00/814,56
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 11,11 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1521,7

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 8: Realtime Technology

Die 1999 gegründete Realtime Technology AG ist ein auf industrielle 3D-Visualisierung spezialisierter Software-Anbieter.

Branche: IT / Software
Mitarbeiter 2012: 689
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 3,35/73,70
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 36,22 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1547,7

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Screenshot

Platz 7: JF Hillebrand Group

Die Spedition J. F. Hillebrand ist der weltweit größte Wein- und Getränkespediteur. Das 1844 gegründete Unternehmen mit Sitz in Mainz transportiert in 83 Ländern weltweit.

Branche: Logistik
Mitarbeiter 2012: 2000
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 335,24/934,70
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 10,8 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1671,4

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Screenshot

Platz 6: Beckhoff Automation

Die Beckhoff Automation GmbH & Co. KG ist ein führender Hersteller von Automatisierungstechnik. Das Unternehmen mit Sitz in Verl realisiert offene Automatisierungssysteme auf der Grundlage PC-basierter Steuerungstechnik. Mit einem durchschnittlichen jährlichen Umsatzplus von rund 18 Prozent in zehn Jahren ist Beckhoff Automation aus Westfalen der erfolgreichste Aufsteiger unter den wachstumsstärksten Weltmarktführern im deutschen Mittelstand.

Branche: Automatisierungstechnik
Mitarbeiter 2012: 2200
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 78,00/408,00
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 17,955 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1712,0

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: PR

Platz 5: Beumer Maschinenfabrik

Die Beumer Maschinenfabrik wurde 1935 als Maschinenfabrik für die Produktion von Förderanlagen gegründet. Erste Aufträge kamen aus der westfälischen Zement- und Kalkindustrie und vom Bergbau des Ruhrgebietes. Heute ist das Unternehmen weltweit tätig und kommt nach eigenen Angaben auf einen Auslandsanteil von mehr als 85 Prozent.

Branche: Maschinenbau
Mitarbeiter 2012: 3700
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 104,04/511,70
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 17,27 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1996,3

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 4: Big Dutchman

Big Dutchman aus dem niedersächsischen Vechta vertreibt Fütterungsanlagen und Stalleinrichtungen für die Haltung von Geflügel und Schweinen.

Branche: Agrartechnik
Mitarbeiter 2012: 2432
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 250,00/858,00
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 13,12 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 2083,9

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 3: Mobotix

Die Mobotix AG aus Rheinland-Pfalz entwickelt und vertreibt netzwerkbasierte Videoüberwachungsanlagen. Das Unternehmen zählt dabei zu den führenden Anbietern weltweit.

Branche: Sicherheitskameras
Mitarbeiter 2012: 336
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 3,00/81,60
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 39,14 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 2137,9

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 2: Lürssen

Die Lürssen Werft GmbH & Co. KG ist eine deutsche Schiffswerft aus Bremen. Mit einem jährlichen durchschnittlichen Umsatzplus von mehr als zwölf Prozent in zehn Jahren ist der Bremer Schiffbauer Lürssen der am zweitschnellsten wachsende Weltmarktführer im deutschen Mittelstand.

Branche: Schiffbau
Mitarbeiter 2012: 1400
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 300,00/984,90
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 12,6 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 2248,5

Bildquelle: Klaus Jordan

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 1: Hirschvogel Holding

Mit einem jährlichen durchschnittlichen Umsatzplus von rund 16 Prozent in zehn Jahren ist der Automobilzulieferer Hirschvogel aus dem bayerischen Denklingen Deutschlands wachstumsstärkster mittelständischer Weltmarktführer.

Branche: Automobilzulieferer
Mitarbeiter 2012: 4000
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 179,90/780,00
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 15,80 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 2601,9

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Andreas Chudowski für WirtschaftsWoche

Zu denken gibt allerdings, dass der schon sportlich verschuldete Konzern seine Schulden bei Anlegern mit der neuen Anleihe noch ausweiten will. Mindestens will Katjes nun 45 Millionen Euro einsammeln, um die alte Anleihe abzulösen - gerne aber auch bis zu 60 Millionen. Mit dem überschüssigen Geld will Katjes sein weiteres Wachstum finanzieren, Unternehmen kaufen oder auch Darlehen an Tochtergesellschaften vergeben. Im September hatte Katjes zuletzt den Forchheimer Schokolinsen-Hersteller Piasten mit 400 Mitarbeitern und einem Umsatz von 92 Millionen Euro erworben. Vorsicht: 2014 summierten sich latente Steuerschulden bei Katjes auf 13,4 Millionen Euro. Die Gesamtschulden lagen mit 139,4 Millionen Euro nur knapp unter dem Umsatz von Katjes. Das ist viel.

Bachmüller hält zehn Prozent an Katjes International, der andere geschäftsführende Gesellschafter Bastian Fassin hält 90 Prozent. Besichert werden soll die neue Anleihe mit Gesellschaftsanteilen, etwa an der Katjes France GmbH. Dass solche Anteile in einer Insolvenz an Wert verlieren können, zeigt aktuell das traurige Beispiel der MS Deutschland. Deren Anleihe war mit dem ZDF Traumschiff besichert, der Insolvenzverwalter hat das Schiff nun verkauft. Über Details des Verkaufs wurde Stillschweigen vereinbart, vermutlich aber dürften Anleger nicht ihr volles Kapital zurückerhalten.

Katjes International hat lange maue Zahlen veröffentlicht. Zumindest die aktuelle Zahlen lassen nun auf bessere Zeiten hoffen: Katjes International setzte 2014 rund 146 Millionen Euro um (Vorjahr: 131). Das operative Ergebnis (Ebitda) stieg auf knapp 50 Millionen Euro (15,8). Als Gründe für den Sprung nannte Bachmüller Reuters den Zukauf Piasten sowie eine Ergebnissteigerung bei der französischen Tochter Lutti und sinkende Zuckerpreise. Letztere jedoch können auch schnell wieder steigen. Die Eigenkapitalquote konnte Katjes International zwar steigern, sie lag Ende 2014 bei 22,1 Prozent. Solide wären allerdings eher 30 Prozent.

Immerhin: 2015 peilt Katjes International nach der Konsolidierung von Piasten einen Umsatz von 205 bis 215 Millionen Euro an. Die operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) soll sieben bis acht Prozent erreichen.

Doch Achtung: Läuft es runder, könnte auch die neue Anleihe gekündigt werden. Katjes darf die Anleihe beispielsweise vom 15. Mai 2018 bis 15. Mai 2019 zu 102 Prozent des Nominalbetrages zurückzahlen, später zu 101. Selbst eine teilweise Kündigung ist möglich - in Schritten von mindestens fünf Millionen Euro und bis zu einem verbleibenden ausstehenden Volumen von 30 Millionen.

Fazit: Wer auf die Kraft des Markennamens Katjes setzt, der durchaus Investoren anzieht und einen unsicheren Schuldner so sicherer macht, kann die neue Anleihe zeichnen. Wer eher ein Zahlenmensch ist, lässt jedoch lieber die Finger davon.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick