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ARD/ZDFFinger weg von den Olympia-Rechten!

Für die neue ARD-Vorsitzende Karola Wille gibt es "keine finanzielle Obergrenze", um die Übertragungsrechte der Olympischen Spiele 2018 zu sichern. ARD und ZDF sollten Eurosport die Übertragung überlassen, statt Gebührenmillionen zu verplempern. Ein Kommentar.Peter Steinkirchner 16.01.2016 - 09:00 Uhr

Karola Wille, die neue Vorsitzende der ARD, definiert keine finanzielle Obergrenze für die Sicherung der TV-Rechte.

Foto: dpa

Kaum im Amt, lässt die neue ARD-Vorsitzende Karola Wille aufhorchen. In ihrer Antrittsrede sagte die Juristin, für „das Erste“ gebe es praktisch keine „finanzielle Obergrenze“, um doch noch von den Olympischen Spielen ab 2018 zu berichten. Wie bitte? Keine „Obergrenze“?

Tatsächlich sind die stundenlangen Olympia-Übertragungen, die gefühlt schon seit der Steinzeit alle zwei Jahre bei ARD und ZDF die Kanäle verstopfen, bereits bei den nächsten Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang ungewiss: Im Juni hatte der US-Medienkonzern Discovery in einem überraschenden Coup die Olympia-TV-Rechte von 2018 bis 2024 eingesackt. Die Amerikaner, denen hierzulande der Spartensender Eurosport gehört, investierten 1,3 Milliarden Euro in die kompletten Europarechte an den vier Mega-Events.

Platz 18: SV Darmstadt 98

Der Aufsteiger hat den niedrigsten Etat der 1. Liga – und bekommt auch den geringsten Betrag für sein Trikotsponsoring: Die Software AG überweist jährlich 1,5 Millionen Euro an Darmstadt. Der weltweit drittgrößte Anbieter von Integrationssoftware für Unternehmen ist ein treuer Wegbegleiter der „Lilien“. Seit 2008 ziert das Logo die Trikots.

Quelle: Statista

Foto: dpa

Platz 17: FC Ingolstadt

Media Markt versucht sich seit dieser Saison in Sachen Fußball-Sponsoring. Neben Audi und Adidas ist die Elektronikmarktkette einer der drei Hauptsponsoren des FC Ingolstadt 04. Zwei Millionen Euro kassiert der Aufsteiger dafür.

Foto: REUTERS

Platz 16: FC Augsburg

Der FC Augsburg vertraut seit dieser Saison auf die Münchener WWK Versicherungsgruppe und bekommt dafür in den kommenden drei Spielzeiten jährlich mehr als drei Millionen Euro. Zudem hat der Konzern zunächst für zehn Jahre die Namensrechte am Augsburger Stadion erworben.

Foto: dpa

Platz 15: Hannover 96

Das Familienunternehmen Heinz von Heiden baut nicht nur Massivhäuser, sondern sponsort seit 2014 auch Hannover 96. Die Zusammenarbeit ist zunächst für drei Jahre vereinbart worden und bringt den Niedersachsen jährlich vier Millionen Euro.

Foto: dpa

Platz 14: FSV Mainz 05

Die profine GmbH hat ihr bisheriges Engagement beim 1. FSV Mainz 05 ausgebaut und ist seit dieser Saison Hauptsponsor der Rhein-Hessen. Eine der Marken, Kömmerling, wird in den kommenden drei Jahren auf dem Trikot der Rheinhessen beworben. Der FSV bekommt dafür 13 Millionen Euro, ergo etwas mehr als 4,3 Millionen jährlich.

Foto: dpa

Platz 13: TSG 1899 Hoffenheim

Die SAP AG, einst von 1899-Mäzen Dietmar Hopp mitgegründet, ist langjähriger Unterstützer der TSG Hoffenheim. 4,5 Millionen Euro zahlt der Softwaregigant an den Verein, um auf dem Trikot werben zu können.

Foto: REUTERS

Platz 12: 1. FC Köln

Dass sich der 1. FC Köln Spieler wie Yuya Osaka leisten kann, verdankt er auch dem Trikotsponsor Rewe. Der Einzelhandelsgigant überweist fünf Millionen Euro im Jahr.

Foto: dpa

Platz 12: VfB Stuttgart

Ähnlich viel, fünf Millionen Euro, bekommt der VfB Stuttgart vom ortsansässigen Automobil-Hersteller Mercedes Benz.

Foto: dpa

Platz 10: Bayer 04 Leverkusen

LG Electronics ist seit 2013 Haupt- und Trikotsponsor von Bayer 04. Der südkoreanische Elektronik-Konzern zahlt dafür jährlich 5,5 Millionen Euro. 2016 läuft der Vertrag aus.

Foto: AP

Platz 9: Werder Bremen

Als 2012 Werder Bremens Zusammenarbeit mit Wiesenhof bekannt wurde, protestierten vor allem Tierschützer. Dem Verein war's zwar nicht egal. Es überwog jedoch die Meinung, dass Verein und Hauptsponsor gut zusammenpassen. 5,7 Millionen Euro überweist Wiesenhof seither.

Foto: REUTERS

Platz 8: Hertha BSC

„bet-at-home.com“ zahlt in den kommenden drei Jahren sechs Millionen Euro jährlich an die Berliner Hertha. Für den Wettanbieter ist es das erste Trikotsponsoring in der prestigeträchtigen Bundesliga.

Foto: REUTERS

Platz 8: SG Eintracht Frankfurt

Genauso viel wie die Hertha, sechs Millionen Euro, bekommt Eintracht Frankfurt von Alfa Romeo. Der Autohersteller ist Teil der Fiat Chrysler Gruppe.

Foto: AP

Platz 6: Hamburger SV

Der Hamburger SV hatte zuletzt selten Grund zum Jubeln. Trikotsponsor Emirates ist trotzdem treu geblieben und überweist weiterhin 7,5 Millionen Euro im Jahr.

Foto: dpa

Platz 6: Borussia Mönchengladbach

Weitaus erfolgreicher als der HSV spielte zuletzt Borussia Mönchengladbach. Der Lohn: 7,5 Millionen Euro im Jahr von der Postbank, einem langjährigen Partner.

Foto: dpa

Platz 4: Schalke 04

Ein weiterer umstrittener Sponsor ist Gazprom, an dessen Spitze Vladimir Putin steht. Der russische Gaskonzern finanziert die Königsblauen jährlich mit 17 Milllionen Euro.

Foto: REUTERS

Platz 3: Borussia Dortmund

2014 hat Evonik den Trikot-Sponsorenvertrag mit dem BVB vorzeitig bis zum Jahr 2025 verlängert. Die Sponsoring-Einnahmen stiegen auf 20 Millionen Euro jährlich. Insgesamt belaufen sich die Einnahmen bis 2025 auf rund 200 Millionen Euro. Zusätzlich erwarb der Essener Konzern 9,06 Prozent der BVB-Aktien.

Foto: REUTERS

Platz 1: VfL Wolfsburg

Laut Statista ist Volkswagen das Trikotsponsoring des VfL Wolfsburg 30 Millionen Euro wert. Es dürfte jedoch weitaus mehr Geld sein, das der Autokonzern „seinem“ Verein jährlich zur Verfügung stellt.

Foto: dpa

Platz 1: FC Bayern München

Der FC Bayern München ist neben dem VfL der Liga-Krösus. Die Telekom, hier der Geschäftsführer Privatkunden, Michael Hagspihl (l.), mit Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, lässt sich die populäre Präsenz des Leibchens ebenfalls 30 Millionen Euro kosten.

Foto: dpa

ARD und ZDF bleiben jetzt zwei Möglichkeiten. Erstens: Bei Discovery anzuklopfen und für teuer Geld Sublizenzen für die Sportsause einzukaufen. Dazu hat Wille ihren Verhandlern mit der „Obergrenzen“-Äußerung allerdings einen Bärendienst erwiesen – billiger dürften die Rechte dadurch nicht eben werden. Doch was spricht eigentlich dagegen, als ARD auf den Kauf zu pfeifen? Das wäre eine mutige Entscheidung – und besser, als sich erst ausbooten zu lassen und dann doch wieder Gebührenmillionen zu versenken für Übertragungen, die Eurosport mindestens ebenso gut stemmen wird.

Für die Zuschauer wäre ein Verzicht kein Verlust. Eurosport ist frei empfangbar, zudem plaudern die Kommentatoren beim Privatkanal meist weniger hüftsteif als ihre Kollegen im Ersten. ARD und ZDF könnten sich auf ihren Informationsauftrag konzentrieren und für einen Bruchteil der Rechtekosten Reporter gen Olympia schicken. Die machen ihren Job besser, wenn sie hinter den Kulissen des Sport-Business wühlen, statt nichtssagende Interviews mit japsenden Athleten zu führen.

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