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SAPUmbau von Softwarekonzern zeigt Wirkung

SAP will unabhängiger von der konjunkturellen Entwicklung werden. Deshalb baut der Softwarekonzern seit Jahren sein Geschäftsmodell um. Das zeigt Wirkung. 22.01.2016 - 08:12 Uhr

Logos des Softwarekonzerns SAP.

Foto: dpa

Der Umbau von Europas größtem Softwarehersteller SAP nimmt Form an. Das neue Geschäft mit gemieteter Software (Cloud-Programme) soll im besten Fall in den kommenden zwei Jahren um jeweils ein Drittel steigen, wie der Dax-Konzern mitteilte. Der neue Bereich, den SAP seit einigen Jahren aufbaut, soll dann mit bis zu vier Milliarden Euro fast genauso viel einbringen wie das alte Geschäft mit Softwarelizenzen. 2018 soll die Cloud-Sparte dann sogar größer sein als das Altgeschäft.

SAP ist seit einigen Jahren dabei, sein Geschäftsmodell umzustellen. Statt Softwarelizenzen zu verkaufen, sollen Kunden die Programme vermehrt mieten. Das bringt dem Konzern stetigere Einnahmen. Unter anderem dank diverser Übernahmen und positiver Währungseffekte - zuletzt kaufte SAP unter anderem den Anbieter von Software zur Reisekosten-Abwicklung Concur - hatten die Walldorfer im vergangenen Jahr ihre Ziele übertroffen.

Rimowa

Das Kölner Familienunternehmen ist bekannt für seine hochpreisigen Rollkoffer aus Aluminium. Das Unternehmen mit rund 3.000 Beschäftigten machte im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von rund 350 Millionen Euro und damit rund 28 Prozent mehr als im Vorjahr. Nun hat die französische Luxusgruppe LVMH für 640 Millionen Euro 80 Prozent des Unternehmens übernommen. Rimowa bedeutet „Richard Morszeck Warenzeichen“.

Foto: dpa

Tui

Derzeit verhandeln die angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin und der Reisekonzern Tui über eine Fusion. Stimmt der Aufsichtsrat des Reisekonzerns Tui AG am 26. Oktober zu, wird die Flotte mit 41 Maschinen – immerhin Deutschlands drittgrößte Fluggesellschaft – mehrheitlich an einen neuen Firmenverbund abgegeben, an dem Tui nur noch 25 Prozent der Anteile hält. Die Abkürzung TUI steht übrigens für „Touristik Union International“.

Foto: dpa

Innogy (Energiekonzern, Essen)

Innogy ist ein Produkt der Aufspaltung von RWE. Das Unternehmen umfasst das Ökostromgeschäft, die Stromnetze und den Vertrieb des Energieriesen. Die neue Ökostrom-Tochter Innogy soll knapp 40.000 der 60.000 Beschäftigten aufnehmen. Ende des Jahres sollen zehn Prozent der neuen Gesellschaft im Zuge einer Kapitalerhöhung an die Börse gebracht werden. Der Name kombiniert die Begriffe „Innovation“, „Energy“ und „Technology“ und wird bereits seit längerem im RWE-Konzern verwendet. 2002 übernahm der Energieversorger das britische Unternehmen Innogy, das daraufhin in RWE npower umbenannt wurde. Bereits im Mai hat die WirtschaftsWoche exklusiv berichtet, dass die Ökostromtochter Innogy heißen soll – jetzt hat RWE diese Information bestätigt.

Bild: Innogy

Foto: Screenshot

RWE

Der sogenannte RWE-Tower, Zentrale des Energiekonzerns RWE in Essen. Der Name des Unternehmens steht für Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk.

Foto: dpa

Haribo (Süßigkeitenhersteller, Bonn)

1920 gegründete Johann „Hans“ Riegel in Bonn der Süßwarenkonzern Haribo. Die Unternehmensbezeichnung leitet sich aus den beiden ersten Buchstaben des Vor- und Nachnamens von Hans Riegel sowie den beiden ersten Buchstaben des Standortes (Bonn) ab.

Foto: dpa

e.on

Ein Kunstname, der an E wie Energie und „on“ wie einschalten erinnern soll. Den beiden Vorgängerunternehmen, aus denen Eon entstand, merkte man ihre Vergangenheit als preußische Staats-Holdings noch an: VEBA, die „Vereinigte Elektrizitäts- und Bergwerks AG“ und VIAG, die „Vereinigte Industrieunternehmungen AG“.

Foto: dpa

Uniper

Der Eon-Konzern spaltet sich auf. Die neue Gesellschaft, in der die Kraftwerksaktivitäten gebündelt werden, wird „Uniper“ heißen. Den neuen Namen soll ein Mitarbeiter vorgeschlagen haben. „Uniper“ ist die Kurzform von „Unique Performance“, das zu deutsch „Einzigartige Leistungsfähigkeit“ bedeutet.

Foto: dpa

Rewe

Der Name Rewe setzt sich zusammen aus „Revisionsverband der Westkauf-Genossenschaften“. Der deutsche Handelskonzern wurde am ersten Januar 1927 als Genossenschaft in Köln gegründet.

Foto: dpa

STADA

Stada wurde als Apotheker-Genossenschaft in Dresden gegründet. Der Name ist die Abkürzung für „Standardarzneimittel Deutscher Apotheker“.

Foto: dpa

Audi

Audi ist der - angeblich auf Anregung eines Zwickauer Gymnasiasten - ins Lateinische übersetzte Familienname von August Horch. Horch hatte das von ihm gegründete Unternehmen August Horch & Cie Motorwagenwerke in Zwickau verlassen, musste diesem aber den Namen überlassen. Weil er trotzdem weiter Autos bauen wollte, brauchte er einen neuen Firmennamen. Beide Firmen gingen später in der Auto-Union AG auf. Diese fusionierte 1970 mit NSU (das für den Firmensitz Neckarsulm steht und heute noch im Börsenkürzel von Audi weiterlebt) und benannte sich in Audi um.

Foto: dpa

degussa.

Deutsche Gold- und Silber-Scheide-Anstalt. Das Edelmetall-Geschäft gehört aber schon seit dem Jahr 2000 nicht mehr zum Konzern. Evonik ist ein Kunstname, der angeblich vom lateinischen „evolvere“, „sich entwickeln“ abgeleitet ist.

Foto: dpa

Osram

Der Konzern wurde benannt nach den beiden chemischen Elementen, die anfangs zur Herstellung von klassischen Glühlampen gebraucht wurden - OSmium und WolfRAM. Das Wolfram-Geschäft wurde allerdings 2008 verkauft.

Foto: dpa

DHL

Die drei Buchstaben stehen für die Nachnamen der drei Firmengründer Adrian Dalsey, Larry Hillblom und Robert Lynn.

Foto: dpa

EADS

European Aeronautic Defence and Space Company. Man wählte bewusst einen „neutralen“ englischen Namen für die deutsch-französisch-spanische Fusion. Der deutsche Vorgänger hatte da in elf Jahren schon vier Mal sein Briefpapier ändern müssen: von Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB) zur Deutsche Aerospace AG (Dasa), die dann zur Daimler-Benz Aerospace und schließlich zu DaimlerChrysler Aerospace wurde. Wenigstens die Abkürzung konnte man da noch behalten.

Foto: dpa

BASF

1865 wurde BASF als Badische Anilin- und Soda-Fabrik gegründet. „Badische“, weil der erste Firmensitz Mannheim war. Nach nur einer Woche zog BASF auf die gegenüberliegende Rhein-Seite nach Ludwigshafen, das damals zur bayerischen Pfalz gehörte. Anilin, ein Ausgangsstoff für Farben, und Soda zählten zu den ersten Produkten, die Mitarbeiter werden im Volksmund noch immer „Aniliner“ genannt.

Foto: REUTERS

KUKA

KUKA ist die Kurzform von „Keller und Knappich Augsburg“. Früher hieß das Unternehmen IWKA: Industrie-Werke Karlsruhe Augsburg.

Foto: dpa

SGL CARBON

SGL Carbon war vor dem Börsengang ein Teil des Chemiekonzerns Hoechst AG. Der Name entstand bei der Fusion der SIGRI GmbH (ehemals „Siemens Elektrographit“) mit der amerikanischen Great Lakes Carbon. „Carbon“ steht für Kohlenstoff, den chemische Grundlage für Graphit.

Foto: dpa/dpaweb

SAP

Als fünf IBM-Mitarbeiter 1972 ihr eigenes Software-Unternehmen gründeten, nannten sie es etwas umständlich „Systemanalyse und Programmentwicklung GbR“, kurz SAP. Später wurde daraus die „SAP GmbH Systeme, Anwendungen und Produkte in der Datenverarbeitung“. Auf den Einladungen zur Hauptversammlung fand sich lange noch der Name. Heute heißt der Weltkonzern einfach SAP SE.

Foto: AP

GAGFAH

Was für viele ein Sinnbild für Finanzinvestoren ist, die mit der Renovierung von billigen Arbeiterwohnungen knausern, klang ursprünglich ganz anders: „Gemeinnützige Aktien-Gesellschaft für Angestellten-Heimstätten.“

Foto: dpa

LEONI

Noch vor 14 Jahren hieß der Draht- und Kabel-Hersteller Leonische Werke AG. Angefangen hatte das Unternehmen nämlich mit kleinen Gold- und Messing-Drähtchen, aus denen vorwiegend Schmuck hergestellt wurde - ein Kunsthandwerk, das aus dem französischen Lyon überliefert wurde. Die Produkte wurden als Leonische Waren bezeichnet.

Foto: dpa

infineon

Ein Kunstname, der an INFINity (englisch für Unendlichkeit) und AEON (griechisch für Ewigkeit) erinnern soll. Die ehemalige Schwestergesellschaft Epcos, die zur gleichen Zeit an die Börse ging und inzwischen zum japanischen TDK-Konzern gehört, gab sich weniger Mühe mit der Namensgebung: Epcos steht schlicht für „Electronic Parts and Components“ (Elektronik-Teile und Komponenten).

Foto: dapd

Aldi

Der Name „Aldi“ bedeutet Albrecht Discount, womit der Einzelhandelriese nach dem Familiennamen der beiden Eigentümer der rechtlich selbstständigen Gesellschaften Aldi-Nord und Aldi-Süd benannt ist. Die Brüder Karl und Theo übernahmen nach dem zweiten Weltkrieg den elterlichen Betrieb und expandierten immer mehr. Bis 1950 hatten sie es zu einer Lebensmittelkette von 13 Geschäften gebracht.

Foto: dpa Picture-Alliance

WMF

Die Württembergische Metallwaren-Fabrik besteht bereits seit mehr als 160 Jahren. 1887 ging das Unternehmen an die Börse. Damit zählt es zu einer der ältesten Aktiengesellschaften Süddeutschlands. Der Konzern ist besonders für die Herstellung von Küchengeräten bekannt.

Foto: dpa

Hapag-Lloyd

Hapag-Lloyd ist eine Fusion der HAPAG (Hamburg-Amerikanische Paketfahrt-Aktien-Gesellschaft) und des Norddeutschen Lloyd.

Foto: dapd

Edeka

Edeka schrieb sich früher „E.d.K.“, was Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler im Halleschen Torbezirk zu Berlin heißt. Seit 2005 ist Edeka durch die Übernahme der Spar Handelsgesellschaft der größte Verbund im deutschen Einzelhandel.

Foto: CLARK/obs

MLP

Im Namen stecken die beiden Firmengründer Manfred Lautenschläger und Eicke Marschollek. Der ehemalige Konkurrent AWD (heute SwissLife Select) hieß schlicht „Allgemeiner Wirtschafts-Dienst“.

Foto: dpa

Tschibo

Der Firmenname ist ein Mix aus „Tchiling“ und „Bohne“ – nach dem Firmen-Mitgründer Carl Tchiling-Hiryan und der Kaffeebohne, die die Grundlage des Konzerns war. Die Firma gehört heute übrigens zur Maxingvest AG. Das steht für Max und Ingeburg Herz Investments.

Foto: dpa/dpaweb

Varta

Ursprünglich bekannt wurde die Varta AG für die Herstellung von Batterien. Daraus ergibt sich auch der Name: Der steht für Vertrieb, Aufladung und Reparatur transportabler Akkumulatoren. Heute kümmert sich die Varta AG hauptsächlich um die Verwaltung ihres Vermögens und ihrer Tochtergesellschaften. Das Batteriegeschäft hält sich aber bis heute.

Foto: dpa Picture-Alliance

Aus diesem Grund wird SAP auch für die Zeit bis 2017 optimistischer. In dem Jahr soll der Umsatz auf 23 bis 23,5 Milliarden Euro angestiegen sein. Zuletzt war das Unternehmen noch von 21 bis 22 Milliarden ausgegangen. Für den operativen Gewinn - Währungseffekte und Sonderkosten herausgerechnet - erwartet SAP bei einer Spanne von 6,7 bis 7,0 Milliarden Euro ebenfalls etwas mehr.

2015 hatte der Konzern mit einem Umsatzplus von 18 Prozent auf 20,7 Milliarden Euro seine eigenen Erwartungen übertroffen. Der Umbau drückte aber auf den Gewinn, der unterm Strich auf 3,06 Milliarden Euro zurückging.

Denn im Zuge des Umbaus hat SAP weltweit Stellen in Abteilungen gestrichen, die nicht so wie das Neugeschäft wachsen. Ursprünglich sollten rund 2000 Beschäftigte auf eine neue Position wechseln oder ab einem bestimmten Alter mit einer Abfindung zum Gehen bewegt werden. Tatsächlich nahmen etwa 3000 Mitarbeiter das Angebot an.

Etwa zwei Drittel davon hätten das Unternehmen inzwischen verlassen, sagte Finanzchef Luka Mucic. Ende 2015 beschäftigte SAP mit 76.986 aber trotzdem gut 2500 Mitarbeiter mehr als im Vorjahr. Fast alle davon seien neu zu SAP gekommen, sagte Mucic.

Die Beschäftigten waren trotz des weltweiten Stellenabbaus zufriedener als noch ein Jahr zuvor. Der sogenannte Engagement-Index, mit dessen Hilfe SAP die Stimmung in der Belegschaft misst, stieg 2015 um zwei Prozentpunkte auf 81 Prozent. Die Mitarbeiterbefragung ist bei SAP ein hochsensibles Thema. Der Erfolg der Softwareschmiede hängt von motivierten Entwicklern und Softwareberatern ab.

dpa
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