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Hillary ClintonE-Mails als "Top Secret" eingestuft

Unmittelbar vor Beginn der Vorwahlen in den USA holt Hillary Clinton erneut ihre E-Mail-Affäre ein. Das Außenministerium will einige ihrer Schreiben unter Verschluss halten - sie gelten jetzt als "Top Secret". 30.01.2016 - 09:08 Uhr

Mehrere E-Mails von Hillary Clinton bleiben unter Verschluss.

Foto: AP

Die US-Regierung hat am Freitag erstmals bestätigt, dass Hillary Clintons privater Email-Server einige der bestbewachten Geheimnisse Washingtons beinhaltet hat. 22 Mails mit geheimen Material werden deshalb unter Verschluss gehalten, wie der Sprecher des Außenministeriums, John Kirby, sagte. Für Clinton kommt das denkbar ungelegen: Am Montag beginnen im US-Staat Iowa die Vorwahlen, bei denen die Demokratin einen weiteren Schritt in Richtung der Präsidentschaft tätigen möchte.

Im Kampf um die Kandidatur der Demokraten gilt die 68-Jährige nach wie vor als Topfavoritin. In Iowa liegt sie jedoch Kopf an Kopf mit ihrem Widersacher Bernie Sanders, der in New Hampshire sogar in Umfragen führt. Dort findet die Vorwahl am 9. Februar statt. Die Republikaner versuchen vermehrt, Kapital aus der Email-Affäre Clintons zu schlagen.

Eine schrecklich mächtige Familie: Der versammelte Bush-Clan beim 90. Geburtstag des ehemaligen US-Präsidenten George H.W. Bush (Mitte). Bush Senior war von 1989 bis 1993 der 41. Präsident der USA. Er ist nicht der einzige US-Präsident a. D. auf dem Bild...

Foto: AP

Der Knurrer aus Texas: Der damalige US-Präsident George W. Bush 2006 in Washington. Die Amtszeit von George W. zwischen 2001 bis 2009 als 43. Präsident der Vereinigten Staaten wird in den USA kritisch gesehen. Der Irakkrieg wird sein größter Fehler bleiben. In letzter Zeit ist er eher durch impressionistische Malerei aufgefallen. Bald könnte er jedoch zum Königsmacher werden...

Foto: AP

Der ehemalige US-Gouverneur Jeb Bush auf Stippvisite in Berlin: Nach Ansicht von Experten könnte der Bruder des 43. US-Präsidenten (George W. Bush) und Sohn des 41. US-Präsidenten (George H. W. Bush) bald seine Präsidentschaftskandidatur für die Republikaner bekanntgegeben. Damit würde er ein Duell der Dynastien bei der Wahl zum 45. US-Präsidenten befeuern...

Foto: AP

Jeb Bush würde dann womöglich gegen Hillary Rodham Clinton antreten, die für die Demokraten bereits auf Stimmenfang. Die ehemalige First Lady hat sich bereits als Außenministerin ihre politischen Tantiemen verdient. Als Nachfolgerin Obamas würde sie eine weitere US-Polit-Dynastie aus der Taufe heben: Möglicherweise wiederholt sich bald die Geschichte. In den USA könnte es zu einem weiteren Duell der Dynastien Bush und Clinton kommen. Zuletzt setzten sich die Clintons durch.

Foto: AP

Der US-Präsident a. D. und bald First Husband? Dann heißt es Clinton-Clan gegen Bush-Dynastie. Die Präsidentschaftswahl am 3. November 1992 entschied Bill Clinton mit 43 Prozent für sich. Der amtierende Präsidenten George H. W. Bush konnte lediglich 38 Prozent der Stimmen ergattern. Clinton-Clan gegen Bush-Dynastie

Foto: AP

Die Kennedy-Brüder John Fitzgerald Kennedy (JFK), Robert Kennedy und Edward Kennedy (v.l.) 1963: Der Kennedy-Clan ist ein ganz besonderes Beispiel für eine US-Polit-Dynastie. Eine Vielzahl von ungewöhnlichen Schicksalsschlägen traf die Familie und ihren Umkreis. Edward starb als einziger der Brüder eines natürlichen Todes. JFK kam indes unter mysteriösen Umständen um...

Foto: AP

Am 22. November 1963 wurde JFK auf einer Wahlkampfreise gegen 12:30 Uhr an der Dealey Plaza in Dallas, Texas mit mehreren Gewehrschüssen während einer Fahrt im offenen Wagen ermordet. Knapp eineinhalb Stunden nach dem Attentat wurde ein Verdächtiger namens Lee Harvey Oswald verhaftet und dann der Öffentlichkeit präsentiert. Er wurde in Polizeigewahrsam erschossen.

Foto: REUTERS

Neben den prominenten Familien spielen auch in den einzelnen Bundestaaten Familien eine entscheidende Rolle: Zum Beispiel die Daleys in Illinois. William Daley gehörte als Spross der Daley dem Kabinett von Präsident Bill Clinton als Handelsminister (Secretary of Commerce) an und diente im Kabinett Obama von 2011 bis 2012 als Stabschef des Weißen Hauses.

Foto: REUTERS

US-Senator Tom Udall in Havana: Die Udall-Familie erlangte politische Prominenz in Arizona. Die gegenwärtige Generation entsendet jedoch drei Udall-Cousins aus den Bundesstaaten Colorado, New Mexico und Oregon in den US-Senat.

Foto: AP

Das State Department veröffentlichte am Freitagabend (Ortszeit) einen weiteren Satz Emails aus Clintons Zeit als US-Außenministerin. Wie die Nachrichtenagentur AP zuvor aus beteiligten Kreisen erfuhr, wurden aber sieben Email-Kommunikationsketten vollkommen zurückgehalten, weil sie Informationen enthielten, die als „top secret“ eingestuft worden seien. Es handelt sich um insgesamt 37 Seiten.

Vertreter des Außenministeriums wollten nicht sagen, ob einige der Dokumente Informationen aufwiesen, die bereits beim Versenden geheim gewesen seien. Verschiedene Behörden gingen dieser Frage nach.

„Die Dokumente wurden auf Anfrage der Geheimdienste hochgestuft, weil sie eine Kategorie an Top-Secret-Informationen enthalten“, sagte Kirby. Das Zurückhalten von schriftlichem Material sei nicht ungewöhnlich. Unabhängig davon sagte Kirby, sein Ministerium halte acht Email-Kommunikationen mit 18 Nachrichten zwischen Clinton und US-Präsident Barack Obama zurück. Diese blieben vertraulich, um die Fähigkeit des Präsidenten zu schützen, Ratschläge einzuholen.

Clinton besteht darauf, dass sie auf dem privaten Server niemals Material verschickt oder bekommen hat, das zu dem Zeitpunkt geheim gewesen wäre.

„Wir lehnen das komplette Blockieren der Veröffentlichung dieser Emails nachdrücklich ab“, sagte Wahlkampfsprecher Brian Fallon. Clinton habe seit der Bereitstellung der Nachrichten an das Außenministerium vor mehr als einem Jahr gefordert, dass sie für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollten. Diese Meinung vertrete die Demokratin auch heute noch.

AP
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