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Luxus-CampingWenn Camper Grillwürstchen gegen Gourmetküche tauschen

Einfaches Zelt, Schlafsack und die pure Natur? Die Zeiten sind vielerorts vorbei. Mit dem „Glamping“-Trend erobert auch ungewöhnliche Luxusausstattung die Campingplätze. 07.06.2016 - 10:39 Uhr

Ein Luxuszelt mit Badewanne und Himmelbett wird auf der Reisemesse CMT in den Hallen der Messe Stuttgart ausgestellt.

Foto: dpa

Statt auf dem Boden liegen die Camper in Himmelbetten, haben eigene Toiletten und Küchen im Zelt, selbst das Frühstücksbrötchen bekommen sie geliefert. Was früher als Billigurlaub für Spontanreisende galt, ist heute eine hart umkämpfte Branche. „Glamping“ - glamouröses Camping - ist in Europa seit einigen Jahren im Trend. Nur die Deutschen finden erst allmählich Gefallen daran.

„Camping ist immer noch mit vielen Klischees verbunden: Mücken, versiffte Duschen und jede Menge Bier“, sagt Jeroen Callewaert von der Plattform Vacansoleil. Europaweit bietet das Portal rund 450 „Glampingplätze“ an, in Deutschland sind es jedoch lediglich 13.

Nur zögerlich investieren die Betreiber der Campingplätze in Golfplätze, 24-Stunden-Service oder Pool-Anlagen. „Viele Campingplätze haben noch keine „Glamping“-Standards. Ein Pool ist zum Beispiel in unserem Angebot Pflicht. „Glamping“ ist in Deutschland immer noch ein Nischenprodukt“, berichtet Callewaert.

Sie sind die Königsklasse des Reisemobil-Baus, nicht nur in den Abmessungen, die teilweise denen eines ausgewachsenen Reisebusses ähneln. Die prestigeträchtigen Aushängeschilder der Branche bieten auch allen nur denkbaren Luxus, bis hin zu Garagen, in denen locker ein Kleinwagen – oder bei entsprechendem Geldbeutel auch ein hochpreisiger Sportwagen – Platz finden.

Die Preise in dieser Klasse starten bei etwa 70.000 bis 80.000 Euro. Nach oben ist die Preisskala offen. Auch Millionen-Euro-Beträge werden für die Dickschiffe verlangt – und bezahlt.

Foto: Presse

Bei Bürstner war dem Grand Panorama keine allzu lange Verweildauer an der Spitze der Modellpalette gegönnt. Nach seinem Ausscheiden steht jetzt wieder der Elegance an der Spitze der Hierarchie der Kehler. Mit seinem Vorgänger hat er jedoch – ebenso wie der Aviano – beinahe nur noch den Namen gemeinsam ...

Foto: Presse

Zwischen 699 und 861 Zentimeter lang sind die vier Modelle des Elegance, basierend auf dem Fiat Ducato mit Tiefrahmen von Al-Ko.

Foto: Presse

Zwei Grundrisse bieten Einzelbetten im Heck, die beiden anderen offerieren Queensbetten. Die Preise starten bei 80.990 Euro.

Foto: Presse

Der Aviano, von Bürstner zwischen den Einsteiger-Integrierten Viseo und dem Elegance platziert, wird bei der Schwestermarke LMC im Münsterland gebaut.

Foto: Presse

Der Aviano bekommt neue, helle Möbel. Er tritt in der 3,5-Tonnen-Klasse an und ist ab 67.190 Euro zu haben.

Foto: Presse

Nach eigenen Angaben ist Carthago Marktführer bei den Integrierten in der Preisklasse ab 80.000 Euro. Aber auch die Einsteiger vernachlässigen die Aulendorfer nicht. Der C-Tourer Sport kommt auf der Basis des Fiat-Ducato- Flachrahmens mit etwas abgespeckter Ausstattung zum Kunden.

Für 2016 kommt ein drittes Modell mit Queensbett im Heck dazu: Der C-Tourer Sport 144. Das Fahrzeug ist 699 Zentimeter lang und kostet 75.290 Euro. 

Foto: Presse

Kaum verändert geht der Chic C-Line, der Bestseller von Carthago, ins neue Modelljahr. Im Innenraum überarbeitet haben die Aulendorfer auch die Chic E-Line (auf Basis des Fiat Ducato) und den auf dem neuen Iveco Daily basierenden S-Plus. Eingestellt hat Carthago den Liner De Luxe, das neue Top-Modell ist jetzt der Highliner.

Bei Challenger gibt es die Integrierten der Sirius-Baureihe – zumindest bei drei von fünf Modellen – jetzt optional auch mit dem Al-Ko-Chassis des Fiat Ducato, das einen höheren, jetzt 24 Zentimeter messenden Doppelboden ermöglicht. Serienmäßig ist künftig eine Warmwasser-Heizung von Alde. 

Foto: Presse

Ein neues Spitzenmodell gibt es auch bei Knaus. Mit dem Knaus Sun I greifen die Jandelsbrunner in der Klasse um 100.000 Euro an. Das 8,82 Meter lange Fahrzeug bietet ein spektakuläres Außendesign und ist in zwei Grundriss-Versionen zu bekommen. Als 900 LX mit einem im Heck angeordneten Mittelbett und als 900 LEG mit Einzelbetten. Basis ist der Fiat Ducato mit Tandemachser-Chassis, das zulässige Gesamtgewicht liegt bei fünf Tonnen. 

Foto: Presse

Das 8,82 Meter lange Fahrzeug bietet ein spektakuläres Außendesign und ist in zwei Grundriss-Versionen zu bekommen.

Foto: Presse

In der Version 900 LX hat der Knaus Sun I ein im Heck angeordnetes Mittelbett. Als 900 LEG (im Bild) nächtigen die Luxus-Camper in zwei Einzelbetten.

Foto: PR

Luxus vom Feinsten, das ist das Kennzeichen der Fahrzeuge von Vario Mobil. Die Fahrzeuge sind Unikate, gefertigt nach den Wünschen der Kunden und damit höchst individuell. Sieben bis acht Meter lang sind die maximal 5,3 Tonnen schweren Integrierten der Baureihe Star auf Basis des Mercedes-Benz Sprinter.

Foto: Presse

Der Perfect 850 basiert auf einem MAN TGL, er ist so etwas wie der Klassiker in der Perfect-Baureihe und bringt auf 8,8 Metern Länge einen 180 Liter fassenden Kraftstofftank, 350 Liter Frischwasser, 250 Liter Abwasser und 220 PS sowie eine Lounge in Dickleder, ein dreiseitig begehbares Queensbett, Raumbad, Küchentechnik und Multimedia vom Feinsten mit. Die Preisliste beginnt bei 354.450 Euro.

Foto: Presse

Jedes Reisemobil von Vario Mobil ist ein Unikat. So auch das zwölf Meter lange Alkoven-Modell 1200 auf Basis des Mercedes Actros. Knüller des 25-Tonners sind gleich zwei ausfahrbare Erker, die den Wohnraum vergrößern. Der Preis des Luxus-Mobils liegt bei rund 575.000 Euro. 

Foto: Presse

Dafür gibt es im Inneren mehr als großzügige Platzverhältnisse, die wohl kaum Wünsche offen lassen. Selbst auf das eigene Auto müssen die Besitzer eines Vario Mobil 1200 nicht verzichten: In den Camper-Lkw ist eine eigene Pkw-Garage integriert.

Foto: PR

Normale Campingplätze erreichen beinahe jedes Jahr neue Bestwerte. Insgesamt verzeichneten die Betreiber nach Angaben des Bundesverbandes der Campingwirtschaft 2015 mehr als 29 Millionen Übernachtungen - das waren 4,8 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Acht Prozent aller Deutschen geben laut dem Statistischen Bundesamt an, im Sommer das Zelt dem Hotel-Pool zu bevorzugen - am liebsten in Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen.

Luxus und Hotelservice sind dennoch nur an wenigen Plätzen in Deutschland Standard. Die Campingbetreiber hätten besonders in den vergangenen fünf Jahren an der Qualität ihrer Plätze gearbeitet, sagt Viktoria Groß vom Deutschen Camping Club (DCC), der rund 110.000 Campingtouristen zu seinen Mitgliedern zählt. Nur an ausgewählten Campingplätzen gibt es WLAN, Flachbildschirme oder Gourmetköche, die am Lagerfeuer Mehr-Gänge-Menüs zubereiten.

Platz 10: Portugal

1,6 Prozent der befragten Ferienhaus-Urlauber planen 2016 ihren Urlaub in Portugal zu verbringen.

Quelle: fewo-direkt.de; Befragung des Ferienhausportals unter mehr als 4.700 Urlaubern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 9: USA

3,1 Prozent der Befragten wollen Urlaub in einem Ferienhaus oder einer Ferienwohnung in den USA machen.

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 8: Niederlande

Im Nachbarland Niederlande wollen 3,2 Prozent der Ferienhaus-Urlauber ihren Urlaub verbringen.

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 7: Kroatien

3,6 Prozent der Befragten wollen in ein Ferienhaus nach Kroatien.

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 6: Dänemark

4,6 Prozent der Befragten wollen im Urlaub in ein Ferienhaus oder in eine Ferienwohnung in Dänemark.

Foto: dpa

Platz 5: Österreich

In ein Ferienhaus oder eine Ferienwohnung in Österreich wollen 4,8 Prozent der Befragten.

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 4: Frankreich

In ein Ferienhaus oder in eine Ferienwohnung in Frankreich wollen 8,6 Prozent der Befragten.

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 3: Italien

Nach Italien zieht es 10,1 Prozent derjenigen, die Urlaub im Ferienhaus oder in der Ferienwohnung machen wollen.

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 2: Spanien

15,2 Prozent der Befragten wollen in ein Ferienhaus oder in eine Ferienwohnung in Spanien.

Foto: Fotolia

Platz 1: Deutschland

33,2 Prozent der Ferienhaus-Urlauber wollen ihre Ferien in Deutschland verbringen. Besonders beliebt: Nord- und Ostseeküste sowie die Alpenregion.

Foto: dpa

Gründe für das Umdenken seien lange Schlechtwetter-Perioden in Südeuropa oder Terrorgefahr an beliebten Reisezielen, sagt Groß. Vielen wollten deshalb nicht mehr lange um Voraus buchen, sondern lieber von heute auf morgen etwa mit ihren Wohnmobilen losziehen.

Trotzdem wollen etliche Camping-Urlauber nicht auf den Komfort der Hotels verzichten. Darauf setzen auch die Betreiber und Outdoor-Hersteller mit immer ausgefalleneren Angeboten: Fest installierte Holzhäuser in Fassform oder riesige Luxus-Wohnmobile mit eingebautem Whirlpool am Dach sind gefragt. „Campen und nebenan der eigene Golfplatz oder auch ein eigener Spa-Bereich - dabei hätte man vor ein paar Jahren noch den Kopf geschüttelt“, sagt Groß.

Haben Sie sich eigentlich schon um Ihren Sommerurlaub gekümmert? Der neue Trend geht in Richtung glamourösem Camping. Das könnte auch Unerfahrene begeistern.

Dafür seien die Deutschen auch bereit, einiges auszugeben. Ließ ein Urlauber laut einer Studie noch vor zehn Jahren durchschnittlich knapp 27 Euro am Tag auf dem Campingplatz, waren es 2010 schon knapp 46 Euro. Heute sind es bis zu 70 Euro, schätzt Groß. Bei Anbietern wie Vancansoleil ist es sogar das Doppelte. Im Schnitt gibt eine „Glamping“-Familie rund 1500 Euro für eine Woche in einem 80 Quadratmeter großen Safarizelt aus.

Zur wichtigsten Zielgruppe zählen die Familien - doch auch Skeptiker würden immer mehr Gefallen am „Glamping“ finden. „Durch das „Glamping“ kommen Menschen mit Camping in Berührung, die sonst damit nichts anfangen konnten“, erklärt Groß. „Die meisten wollen es einfach mal ausprobieren, langfristig aber sind die Deutschen noch weit entfernt, „Glamper“ zu sein. Dafür sind sie zu naturverbunden.“

dpa
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