Deutsche Stiftung Denkmalschutz: Wo stecken die Lotto-Millionen?
Blick über die Neiße: Im Waidhaus neben der Kirche St. Peter und Paul fand die Ausbildung zum Kurs "Restaurator im Handwerk" statt.
Foto: dpa/dpawebPenibel sind die Bettdecken der 17 Einzel- und fünf Doppelzimmer im Görlitzer Gästehaus im Karpfengrund übereinandergeschlagen. Darauf liegen frische Handtücher. Eine einzige Einladung zum Verweilen. Und auch die umliegenden Gebäude stehen einladend an der mittelalterlichen Stadtmauer von Görlitz aufgefädelt: das Waidhaus aus dem 12. Jahrhundert und die „alte Lateinschule“ mit ihren farbenfrohen barocken Fresken an den Holzdecken.
Nur eines ist in den aufwendig renovierten Gebäuden kaum zu sehen: Gäste. Schon seit Monaten wird etwa das Gästehaus nicht mehr genutzt.
„Aktiv“ sollte in Görlitz, der östlichsten Stadt der Republik, „Fachwissen und Erfahrungen in Denkmaltheorie und -praxis“ weitergegeben werden. So steht es zumindest im Jahresbericht der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), die 3,7 Millionen Euro für die Restaurierung der drei Görlitzer Gebäude ausgab und dort einen Kurs zum „Restaurator im Handwerk“ förderte.
Das Problem ist nur: So richtig interessiert hat sich in den vergangenen Jahren kaum jemand für die Restaurator-Kurse in Görlitz. Gerade einmal sechs Handwerker waren hier im vergangenen Jahr in Ausbildung. Selbst in den Neunzigerjahren waren es jährlich nicht mehr als 35 Auszubildende. Trotzdem förderte die mit Lotto-Geldern und privaten Spenden großzügig bedachte DSD den für den Kurs zuständigen Verein seit 1991 mit durchschnittlich 200 000 Euro pro Jahr. Erst im November 2015 stoppte die DSD die Kurse wegen Unwirtschaftlichkeit. „Genau zum richtigen Zeitpunkt“, wie die DSD findet.
Millionen aus Spenden
Nicht viele private Initiativen werden derart üppig mit Geldern aus den Töpfen des Lotto-Spiels Glücksspirale finanziert. Von jedem Euro, den die Tipper für das quasistaatlich organisierte Rentenspiel einsetzen, kommen rund 27 Cent gemeinnützigen Institutionen zugute. Rund ein Viertel davon geht jeweils an die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, den Deutschen Olympischen Sportbund, andere gemeinnützige Empfänger und eben die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. 2015 hat Lotto so 15,7 Millionen Euro an die DSD ausgeschüttet. Hinzu kamen 2014 private Spenden in der Höhe von knapp 18,6 Millionen Euro.
Misereor
Das katholische Hilfswerk Misereor unterstützt nach eigenen Angaben Flüchtlinge im Nahen Osten, in Afrika, Asien und Lateinamerika. Für ihre Spendenbriefe holt sich die Organisation Hilfe von der Berliner Werbeagentur kakoii, von Scharrer Social Marketing aus Obernburg am Main und von Fundraising Profile aus Köln. Scharrer besorgt zudem Adressen. Fundraising Profile macht auch Beilagen und Kalender.
Quelle: Misereor
Foto: Presseterre des hommes
Das Kinderhilfswerk terre des hommes will Kindern in Not weltweit helfen. Mit Infoständen lässt sich der Bonner Verein von der Kölner Marketingagentur Pepperminds helfen. Das Telefonfundraising übernimmt der Deutsche Spendenhilfsdienst. Um Mailings kümmert sich die Bertelsmann-Tochter AZ Fundraising Services.
Quelle: terre des hommes
Foto: dpa Picture-AllianceRenovabis
Das katholische Hilfswerk Renovabis aus Freising bei München hat sich auf Osteuropa spezialisiert. Für Beilagen in Zeitungen und Zeitschriften setzen die Bayern auf den Spezialisten Van Acken in Krefeld. Spendenbriefe und Kreativleistungen liefert Bergmoser + Höller aus Aachen.
Quelle: Renovabis
Foto: PresseSOS-Kinderdorf
Hilfe für Familien und Kinder in Not – das verspricht SOS-Kinderdorf. Hilfe beim Telefonmarketing holen sich die Münchener bei Van Acken in Krefeld. Um Straßenwerbung kümmert sich Talk2move Fundraising aus Berlin. Die BonAureus GmbH aus dem bayrischen Ottobrunn sammelt Zahngold für SOS-Kinderdorf.
Quelle: SOS-Kinderdorf
Foto: REUTERSCare
Care setzt sich nach eigenen Angaben in 90 Ländern der Welt dafür ein, dass Armut überwunden wird und Betroffene von Katastrophen überleben können. Damit davon auch Passanten erfahren, holt sich die Organisation Hilfe bei Talk2move Fundraising aus Berlin. Weitere Dienstleister von Care sind die beiden Kölner Agenturen Morefiremedia und Fundango sowie GFS Fundraising Solutions aus Bad Honnef.
Foto: dpaStiftung Menschen für Menschen
Die Münchener Stiftung Menschen für Menschen will die Entwicklungshilfe, das Gesundheitswesen in Äthiopien und die Völkerverständigung fördern. Dazu lässt sie sich von der DFC Deutsche Fundraising Company in Berlin beraten. Online-Spendenaktionen kauft sie bei Altruja in München ein, Adressen bei Acxiom Deutschland in Neu-Isenburg.
Quelle: Stiftung Menschen für Menschen
Foto: CLARK/obsDeutsches Rotes Kreuz
Das Deutsche Rote Kreuz sieht sich als die nationale Gesellschaft der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung in Deutschland. Der DRK Bundesverband ist Kunde bei Van Acken in Krefeld, Adfinitas in Hannover und G&O Dialog-Concept in Stuttgart.
Quelle: DRK Bundesverband
Foto: dpaUnicef
Unicef ist das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UN). Für die Organisation arbeiten unter anderem die Kölner Marketingagentur Pepperminds, die Bertelsmann-Tochter AZ Fundraising Services und Face2Face Fundraising in Wien.
Quelle: Unicef
Foto: dpa Picture-AllianceSeenotretter
Schiffbrüchige aus Seenot retten, Menschen aus Gefahren befreien, Verletzte und Kranke versorgen. Diese Ziele wollen die Seenotretter aus Bremen verfolgen. Hilfe beim Online-Spendensammeln holen sie sich dazu aus Hamburg – von der Internet-Agentur Elbkapitäne. Telefonanrufe bei Spendern übernimmt Van Acken aus Krefeld. Spendenbriefe macht G&O Dialog-Concept aus Stuttgart.
Quelle: Seenotretter
Foto: dpa Picture-AllianceJohanniter-Unfall-Hilfe
Die Johanniter-Unfall-Hilfe ist ein Werk des evangelischen Johanniterordens. Für Spendenbriefe wendet sich die Organisation an P Direkt in Karlsruhe und Adfinitas in Hannover. Die Niedersachsen machen außerdem das Online-Fundraising für die Johanniter. Telefonanrufe bei Spendern wickelt der Deutsche Spendenhilfsdienst in Köln ab.
Quelle: Johanniter-Unfall-Hilfe
Foto: dpaWelthungerhilfe
Die Deutsche Welthungerhilfe steht nach eigenen Angaben für eine Welt ohne Hunger und Armut. Für Newsletter der Bonner Organisation steht die i-gelb GmbH in Köln. Spendenbriefe kreiert GFS Fundraising Solutions aus Bad Honnef. Die Produktion der Briefe übernimmt die Bertelsmann-Tochter AZ Fundraising Services.
Quelle: Welthungerhilfe
Foto: dpaGreenpeace
Greenpeace sieht sich als internationale Umweltorganisation, die mit direkten gewaltfreien Aktionen für den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen von Mensch und Natur und Gerechtigkeit für alle Lebewesen kämpft. Um Unterstützer kämpft die Organisation mit der Greenpeace Infoservice GmbH im bayrischen Kallmünz, der Kölner Agentur Fundango sowie der Petereit Dialog GmbH in Hamburg.
Quelle: Greenpeace
Foto: APWWF
Der World Wide Fund For Nature (WWF) ist nach eigenen Angaben eine der größten Naturschutzorganisationen der Welt und in mehr als 100 Ländern aktiv. Um Förderer mit Spendenbriefen zu gewinnen aktiviert der WWF die Agentur Spinas Civil Voices Zürich. Für Infostandwerbung wendet sich die Organisation an die Berliner Agentur DialogDirect. Bei der Telefonakquise setzt der WWF auf den Deutschen Spendenhilfsdienst.
Quelle: WWF
Foto: dpaVier Pfoten
Vier Pfoten ist eine international tätige Tierschutzorganisation mit Hauptsitz in Wien. Adressen potenzieller Tierfreunde und Spendenbriefe liefert die Agentur Marketwing aus Garbsen bei Hannover. Das Online-Marketing übernimmt die Wiener Agentur DirectMind. Telefonanrufe bei Spendern wickelt die Garbsener Firma Calltocare ab.
Quellen: Vier Pfoten
Foto: dpaChristoffel-Blindenmission
Die Christoffel-Blindenmission sieht sich als internationale Entwicklungshilfe-Organisation, die sich für Menschen mit Behinderungen einsetzt. Auf der Straße lässt das Hilfswerk potenzielle Spender von der Berliner Agentur Talk2move Fundraising ansprechen. Weitere Dienstleister gebe es im Bereich Telefon. Für Mailings beauftragt Christoffel Druckereien, Lettershops und Agenturen, nennt aber keine Namen.
Quelle: Christoffel-Blindenmission
Foto: dpa-dpawebDeutsche Krebshilfe
Das selbsternannte Ziel der Deutschen Krebshilfe ist es, die Krebskrankheiten in all ihren Erscheinungsformen zu bekämpfen. Unterstützung bei Spendenbriefen holt sich die Organisation bei der Kölner Agentur Fundango und bei Spinas Civil Voices in Zürich.
Quelle: Deutsche Krebshilfe
Foto: dpa Picture-AllianceOxfam
Oxfam sieht sich als eine globale Nothilfe- und Entwicklungsorganisation, die für ein Ziel arbeitet: eine gerechte Welt ohne Armut. Um dieses Ziel zu erreichen, lässt die Organisation Spender vom Deutschen Spendenhilfsdienst in Köln anrufen und an Infoständen von Activate ansprechen.
Quelle: Oxfam
Foto: dpaNABU – Naturschutzbund Deutschland
Der NABU engagiert sich nach eigenen Angaben seit mehr als 100 Jahren im Naturschutz, um die Vielfalt der heimischen Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten. Im Spendenmarketing bucht die Organisation unter anderem die Bertelsmann-Tochter AZ Fundraising Services und die Agentur Fundraising Profile aus Köln. Welche Leistungen er konkret einkauft, verrät der NABU nicht.
Quelle: NABU
Foto: dpa-dpawebBrot für die Welt
Brot für die Welt bezeichnet sich als das weltweit tätige Hilfswerk der evangelischen Landes- und Freikirchen in Deutschland. Als „wichtigste Dienstleister“ nennt die Organisation die Bertelsmann-Tochter AZ Fundraising Services und die Deutsche Post. Zu konkreten Leistungen macht Brot für die Welt keine Angaben.
Quelle: Brot für die Welt
Foto: AP
Mit den üppigen Mitteln der Spendengelder und der Glücksspirale lassen sich zwar leicht unrentable Restaurator-Kurse, leer stehende Gästehäuser am Rand der Republik und fragwürdige Projekte finanzieren. Doch offenbar waren nicht alle Vorstandsmitglieder der DSD einer Meinung. Denn im Juni kündigte die Stiftung einem Mitglied des dreiköpfigen Vorstands vorzeitig und verlängerte den Vertrag eines weiteren Vorstandsmitglieds nicht. Doch nicht nur auf Leitungsebene knirscht es bei der DSD. Auch bei den von der Stiftung geförderten Projekten führt die Mittelverwendung zu teils absurden Situationen und stößt auf das Unverständnis mancher, die sich eigentlich über den Geldsegen der Stiftung hätten freuen können.
Leer stehende, aber geförderte Immobilien, Querelen im Vorstand: Die Geschichte der DSD wirft ein Licht auf jenes seltsame Geflecht aus Gebern und Nehmern, das sich im staatlich abgeschirmten Geschäft mit dem organisierten Glücksspiel etabliert hat. Staatliche Gesellschaften nehmen ein, gemeinnützige Einrichtungen profitieren – und gemeinsam schirmt man sich gegen Angriffe von außen, wie etwa regelmäßig durch die EU-Kommission, ab. Erst gerade läuft wieder ein Versuch zum Beenden des Glücksspielstaatsvertrags, der den Markt abschottet. Der Fall der Stiftung Denkmalschutz zeigt, warum mehr Akteure und bessere Transparenz in der Tat nötig sind.
Die Spur der Spendengelder an die DSD führt größtenteils in die ostdeutsche Provinz. Das brandenburgische Schloss Wiepersdorf, wo einst die Romantiker um Ludwig Achim und Bettina von Arnim mittels „progressiver Universalpoesie“ das Leben mit dem Schreiben verschmelzen wollten, ist noch heute ein Ort des künstlerischen Schaffens. Hinter dem Schloss lädt ein Park zum Rundgang unter den Statuen antiker Gottheiten ein.
Unter Göttervater Zeus und Aphrodite sitzen vor allem junge Künstler, die sich hier zumeist mittels Stipendien des Landes Brandenburg für mehrere Monate den Künsten widmen. Die DSD, die das Schloss samt Gästehaus mit rund 40 Betten für einen symbolischen Preis vom Land Brandenburg übernommen hat, sorgt für die Instandhaltung und deckt die Personalkosten.
Auf seiner Reise durch Europa hat der Fotograf Romain Veillon sich auf die Suche nach verlassenen Gebäuden gemacht. "Ich war schon immer fasziniert von einsamen, verlassenen Orten, daher ist es nicht weiter erstaunlich, dass ich nach ein paar zufälligen Kindheitsausflügen beschlossen habe, meine Kamera dorthin mitzunehmen. Ich will Erinnerungen von meinen Ausflügen und Reisen mitbringen", erzählt der Franzose.
Foto: WirtschaftsWocheAuch verlassene Kirchen hat Romain Veillon besucht und festgehalten. Seit gut drei Jahren reist der Fotograf jetzt schon durch Europa, um mystische Orte, wie diese einsame Kapelle, zu finden.
Foto: WirtschaftsWocheAuf seiner Reise macht Veillon unter anderem Halt in Bulgarien, Ungarn, Frankreich, Italien, Österreich und Irland.
Foto: WirtschaftsWocheDies war wohl einst ein gemütliches Wohnzimmer - eigentlich ein ganz gewöhnlicher Ort. Für den Fotografen hat das Zimmer jedoch eine besondere Bedeutung: "Mit der Zeit habe ich den Orten, die ich fotografiere, immer mehr Wichtigkeit und Bedeutung zugemessen. Dadurch habe ich es geschafft, den Geist und die Atmosphäre jedes Ortes einzufangen. Ein tolles Gefühl."
Foto: WirtschaftsWoche"Ich liebe es, wenn die Natur die Macht über menschliche Konstruktionen übernimmt und eine Atmosphäre erzeugen, die irreal und einzigartig zugleich ist", erklärt Romain Veillon. Orte wie diese verlassene Halle faszinieren den Fotograf seit seiner Kindheit.
Foto: WirtschaftsWocheEin exotischer Wintergarten? Nein, auch in diesem ehemaligen Waschraum hat die Natur das Kommando übernommen.
Foto: WirtschaftsWocheWurde hier einst ein Roman geschrieben? Sich auf dem jetzt von Gras bedeckten Bett geliebt? War es ein Studierzimmer, oder Wohnzimmer einer Familie? "Jeder Raum, jeder Ort, den ich fotografiere, hat seine eigene Geschichte und ist deswegen besonders", so der Fotograf.
Foto: WirtschaftsWoche"Silencio" (Stille) betitelte Romain Veillon dieses Bild. "Solche Bilder zeigen unsere Präsenz auf der Erde und erinnern uns daran, dass wir nur Reisende auf der Durchfahrt sind, nicht von Dauer. Für mich ist das Fotografieren solcher Orte daher wie eine Zeitreise", erklärt er seine Beweggründe für die dreijährige Fotoreise.
Foto: WirtschaftsWocheFrüher war diese Disco Treffpunkt für Nachtschwärmer. Wer in Wien etwas auf sich hielt ging dorthin und tanzte bis zum Morgengrauen. Nach ein paar Jahren brach ein Feuer aus, das die Disco vollständig zerstörte.
Foto: WirtschaftsWoche
"Ich versuche, die ästhetische Schönheit festzuhalten, die durch das Chaos des Verfalls entsteht", so der Fotograf.
Foto: WirtschaftsWocheEin verlassenes Asylbewohnerheim, aufgenommen 2014.
Foto: WirtschaftsWoche"Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein", sagte Friedrich Nietzsche einmal. Ein Zitat, das laut Veillon auf diese Ort passt, wie die Faust aufs Auge. Beherbergt in einem Zisternenkloster beherbergt war, konnte dieses Gefängnis als tausend Gefangene gleichzeitig aufnehmen. 2011 musste es wegen Überalterung geschlossen werden.
Foto: WirtschaftsWocheDieses Buzludzha-UFO thront über 1400 Meter über dem Meeresspiegel an der Spitze des gleichnamigen Berges. Die ehemalige Kongresshalle der Kommunistischen Partei gilt heute als einzigartiges, architektonisches Symbol einer längst vergangenen Zeit.
Foto: WirtschaftsWocheDieses Foto wurde in Irland aufgenommen und zeigt den ehemaligen Kontrollraum eines Kraftwerks. Als es 1914 erbaut wurde, war es eines der modernsten der Welt. Seine erhabene Art-Deco-Architektur war eine Hommage an die Kraft der Elektrizität und galt als sehr fortschrittlich für die damalige Zeit.
Foto: WirtschaftsWoche"Von den Überresten der Kommunisten in Bulgarien oder Ungarn, über wunderschöne, verlassene Villen und Paläste in Italien bis hin zu machtvollen Fabriken oder Lagerhallen in Frankreich oder Belgien. Ich versuche die Schönheit all dieser Orte festzuhalten", sagt Romain Veillon.
Foto: WirtschaftsWoche
Wegen solch harmonischer Anmutung ihrer Projekte genießt die DSD, die sich selbst als „größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland“ sieht und ihren Hauptsitz in Bonn hat, eigentlich einen einwandfreien Ruf und ist dazu mit allen Weihwassern der Gemeinnützigkeit gewaschen: Neben dem DZI Spenden-Siegel hat die DSD 2012 auch einen Transparenzpreis von PwC verliehen bekommen. Mehr als 5000 Denkmale hat die Stiftung seit ihrem Bestehen 1985 mit mehr als 560 Millionen Euro gefördert. Prestigereich sind zudem die Namen im Stiftungsrat der DSD: Georg Friedrich Prinz von Preußen sitzt dort ebenso wie Andreas de Maizière, der ältere Bruder von Innenminister Thomas de Maizière. Bundespräsident Joachim Gauck ist Schirmherr der DSD.
Wirrnisse in Wiepersdorf
Doch nicht nur Stipendiaten und prominente Unterstützter schätzen die DSD. So schöne Liegenschaften wie Schloss Wiepersdorf ziehen auch eine Menge Ausflügler an, besonders am Wochenende. Dann trinken sie gerne Kaffee oder nächtigen im Gästehaus der DSD. So war es zumindest früher. Mittlerweile wurde aufgrund von Verlusten laut Jahresbericht 2014 der „wirtschaftliche Geschäftsbetrieb“ im Schloss Wiepersdorf geschlossen. Auf Nachfrage erklärt die DSD, dass sie nur die Orangerie, also das opulente Bewirtungsgebäude, geschlossen habe. Das Gästehaus habe sie aber von 2006 bis „zum heutigen Tage“ betrieben. Doch mehrere Quellen bestätigen, dass die DSD den Gästen nicht nur keinen Kaffee mehr servierte, sondern auch der Betrieb des Gästehauses der Stiftung Schwierigkeiten bereitete. Warum die DSD darüber nicht so gerne spricht, könnte in der teils falschen Abrechnungsweise im Gästehaus in Teilen des Jahres 2015 liegen: Denn statt gegen Rechnung sollen dort Zimmer teilweise gegen „freiwillige Spenden“ vermietet worden sein.
Garten mit Göttern: Hinter Schloss Wiepersdorf liegt der Park mit den Statuen antiker Gottheiten. Auf Bewirtung warten Gäste vergeblich.
Foto: WirtschaftsWoche
Der Hintergrund der Wirrnisse in Wiepersdorf liegt in den Finanzvorschriften für gemeinnützige Stiftungen, mit denen die DSD im Fall Wiepersdorf offenbar nicht zurechtkam. Denn für diese Stiftungen ist eine wirtschaftliche Tätigkeit in eigener Regie stets ein heikles Spiel: Verluste dürfen niemals mit Spendenmitteln ausgeglichen werden. Vermieden werden kann dieses Risiko etwa durch Verpachtung des entsprechenden Betriebs. Das Modell „freiwillige Spende“ für eine eindeutige Gegenleistung taugt jedenfalls nicht. Das musste wohl auch die DSD feststellen. Nachdem ein übereifriger Gast auf seine „Spende“ die Nummer des Hotelzimmers und das Datum der Übernachtung notiert haben soll, musste die Stiftung Denkmalschutz den ganzen Vorgang rückabwickeln.
Wer eine verlassene Ruine sieht, denkt nicht zwangsläufig sofort an ein schönes Foto. Christian Richter tickt da anders. Wenn der Fotograf verlassene Orte betrifft, kommt er ins Schwärmen.
Foto: WirtschaftsWoche„Es fasziniert mich, wie vergänglich alles ist“, sagt der Künstler, „und wie sich die Natur nach und nach unaufhaltsam ihren Weg bahnt.“
Foto: WirtschaftsWocheZur Fotografie kam Christian Richter eher zufällig: Ein Freund schenkte ihm vor vier Jahren eine alte Digitalkamera. Sein erstes Foto schoss Richter dann im Oktober 2011.
Foto: WirtschaftsWocheWarum Christian Richter so gerne verlassene Orte fotografiert? - „Der alte Glanz trifft mit der neuen Macht der Natur zusammen, das ist unglaublich bewegend.“
Foto: WirtschaftsWoche
Auf die Suche nach verlassenen Orten reist Richter quer durch Europa.
Foto: WirtschaftsWocheGanz legal sind die Expeditionen des Fotografen nicht, manchmal muss er auch durch den Keller in die verlassenen Gebäude kriechen oder durch Fenster einsteigen.
Foto: WirtschaftsWocheWo sich die Orte genau befindet, verrät Richter nicht, um sie vor Touristen oder Graffiti-Sprayern zu schützen.
Foto: WirtschaftsWocheFür den Fotografen hat der langsame Verfallsprozess einen morbiden Charme, der Einsamkeit mit Vergänglichkeit vereint und den unaufhaltsamen Vormarsch der Natur dokumentiert.
Foto: WirtschaftsWocheAngeblich wohnt jedem Anfang ein Zauber inne, dichtete einst Hermann Hesse - diese Magie gilt auch für die Aufnahmen von Christian Richter.
Foto: WirtschaftsWocheFür Christian Richter erzählt jeder der verlassenen Orte eine ganz eigene Geschichte. Die Aufgabe des Fotografen ist es, sich auf diese Geschichte einzulassen und sie dem Betrachter der Fotos zu übermitteln.
Foto: WirtschaftsWoche
Die DSD betont, dass es in Wiepersdorf niemals einen „Verkauf“ von Dienstleistungen gegen Spenden gegeben habe, und spricht von „Abrechnungsfehlern“ in 16 Fällen im Jahr 2015 im Beherbergungsbetrieb. Der Grund dafür seien „hausinterne Missverständnisse“ gewesen. „Die DSD-Zentrale in Bonn“, teilt die Stiftung mit, „erlangte Ende September 2015 von der Abrechnungspraxis vor Ort Kenntnis. Danach wurde die Abrechnungspraxis innerhalb von wenigen Wochen abgestellt. Noch im Jahr 2015 hat die DSD von den Betroffenen in allen 16 Fällen die Originale der Spendenquittungen zurückgefordert. Im Gegenzug wurden ordnungsgemäß Rechnungen ausgestellt.“ Verluste aus wirtschaftlicher Tätigkeit würden zudem niemals aus Spenden, sondern durch andere wirtschaftliche Tätigkeiten und Geschäftsjahre kompensiert. Zudem verweist die DSD auf die durch unabhängige Prüfer bestätigte Korrektheit der Jahresabschlüsse.
"Das Schwarzbuch. Die öffentliche Verschwendung 2017/18" wird vom Bund der Steuerzahler Deutschland herausgegeben.
Foto: dpaBayerns Landtagsabgeordnete klagten über fehlenden Durchblick - durch die Fenster ihres Landtags im Münchner Maximilianeum. Das 2014 und 2015 eingebaute "Goetheglas" war zwar historisch stilecht, aber den Abgeordneten nicht durchsichtig genug. Also wurde es wieder ausgebaut und durch modernes Glas ersetzt. Wie teuer der erste Fenstereinbau war, wollte der Landtagspräsident dem Bund der Steuerzahler nicht sagen.
Foto: dpaDie Stadt Hameln - bekannt durch die Legende vom Rattenfänger - hat die schutzwürdigen Bäume in ihren Ortschaften von einem Gutachter erfassen lassen und verkalkulierte sich dabei extrem. Statt 8500 Euro kostet das Gutachten jetzt unfassbare 130.000 Euro. Der Aufwand, aus rund 16.000 Bäumen die schützenswerten zu bestimmen, wurde völlig unterschätzt.
Foto: dpaAuf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise ab Sommer 2015 musste auch das Land Schleswig-Holstein kurzfristig zusätzliche Kapazitäten für die Erstaufnahme von zugewiesenen Migranten schaffen. Dazu hat man unter anderem rund 4200 Wohncontainer für 49 Millionen Euro und Einrichtungsgegenstände für mehr als 13,6 Millionen Euro angeschafft. Jetzt werden nur noch 340 Wohncontainer genutzt. 44 Container wurden bis Ende Juni 2017 verkauft – zu rund 25 Prozent des Einkaufspreises – und 900 Stück kostenlos an gemeinnützige Einrichtungen abgegeben. Auch für die Einrichtungsgegenstände fanden sich bislang kaum Käufer, ganze 150.000 Euro konnten eingenommen werden. Den Vorschlag des Bundes der Steuerzahler, die möglicherweise überhöhten Einkaufspreise durch die staatlichen Preisprüfer abklopfen und gegebenenfalls herabsetzen zu lassen, haben bislang weder das Land noch die Kommunen in Schleswig-Holstein aufgegriffen.
Foto: dpaDie vier Bundestags-Fraktionen (der alten Legislatur) erhalten für dieses Jahr insgesamt 88,1 Millionen Euro. Bis heute wurde die Frage, ob die Fraktionen einen solch hohen Bedarf an Steuermitteln wirklich benötigen, nicht beantwortet. Denn nachvollziehbare Bedarfs-Analysen zum notwendigen Umfang der Fraktionsfinanzierung gibt es nicht. Vielmehr entscheiden die Fraktionen im Rahmen der jährlichen Haushaltsberatungen über die Höhe ihrer Zuschüsse weitgehend selbst – basierend auf einem gesetzlich geregelten Erhöhungsautomatismus.
Foto: dpaDie Stadt Frankfurt am Main wollte eigentlich schon 2010 höhere Einnahmen mit der Nutzung von öffentlichen Werbeflächen durch Werbepartner erzielen. Die Kündigung der alten Verträge war aber nach Ansicht der Werbepartner nicht gültig. Die Stadt ließ sich das gefallen, ohne dagegen vorzugehen. Indem sie ab 2018 neue Verträge zu verbesserten Konditionen abschloss, akzeptierte sie die bisherigen ungünstigen Verträge. Ein Einnahmeausfall im zweistelligen Millionenbereich ist die Folge.
Foto: dpaZu einer gewaltigen Kostensteigerung kam es bei der Sanierung des Ehrenbürg-Gymnasiums in Forchheim. Aus einer zunächst geplanten lediglich energetischen Sanierung des Schulgebäudes wurde schließlich eine Komplettsanierung – mit entsprechenden Kostensteigerungen. Auch führten Mängel in Ausschreibung und Projektabwicklung zu mehrfachen Wechseln im Architekten- und Planungsteam. All dies zog weitere Mehrkosten nach sich, sodass man schließlich bei Gesamtkosten von rund 14,7 Millionen Euro angelangt ist. Ursprünglich waren 5,38 Millionen vorgesehen.
Foto: dpaDie Erweiterung der Gebäude des Deutschen Bundestages wird wegen eines Schadens an der Bodenplatte des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses deutlich teurer als geplant. Über den gesamten Zeitraum belaufen sich die Kosten hierfür auf 13,6 Millionen Euro. Statt wie geplant 2014 verzögert sich die Fertigstellung bis weit in die 19. Legislaturperiode, wodurch zusätzliche Kosten von 47 Millionen Euro für Ersatzbüros entstehen.
Foto: dpaEine 8,4 Millionen Euro teure Umgehungsstraße soll das ostfriesische Bensersiel an der Nordseeküste vom Durchgangsverkehr entlasten. Das konnte sie aber nur kurz, denn seit Monaten ist sie gesperrt. Die 2,1 Kilometer lange Strecke führt nämlich mitten durch ein europäisches Vogelschutzgebiet und ist deshalb für illegal erklärt worden. Möglicherweise muss die Straße auf Kosten der Steuerzahler wieder beseitigt werden.
Foto: dpaSchwarzbuch der Steuerzahler 2016
370.000 Euro hat das gekostet, was auf den ersten Blick eine Drohne zu sein scheint, die über dem hannoverschen Platz Kröpcke schwebt. Es ist aber eine Lichtinstallation, die der Bund der Steuerzahler als unangemessen einstuft. Es ist einer von zehn Fällen der Länder Niedersachsen und Bremen, die das Schwarzbuch 2016 aufführte. Die Luxusleuchten sind zwar mit eigener Heizung und Ultraschallanlage gegen Taubenkot ausgestattet, fallen aber in der Dunkelheit kaum auf.
Foto: dpaEin Mülleimer vom Typ "Toluca", aufgenommen in der Fußgängerzone in Leverkusen. Der Bund der Steuerzahler kritisierte 2016 die Anschaffungskosten in Höhe von 1258 Euro pro Tonne.
Foto: dpaKleines Häuschen, große Kosten. Der Bund der Steuerzahler bemängelte 2016 den ersten Pachtvertrag dieses Toilettenhäuschens in Ahrensburg. Die realen Kosten für die Stadt lagen laut des Bundes der Steuerzahler bei rund 30 Euro pro Nutzung.
Foto: dpaRund 137.000 Euro hätten den Steuerzahlern laut Schwarzbuch 2016 erspart bleiben können, wenn bei diesem Brückenneubau in Schwerins Innenstadt jemand festgestellt hätte, dass sich die Gleise auf unterschiedlichen Fahrbahnen befinden und nicht auf der Brücke treffen. Hat aber niemand. Das musste passieren, als es zu spät war.
Foto: dpaAuf einer der berühmtesten Straßen der Welt, der 5th Avenue in New York, besitzt die Bundesregierung einen hochwertigen Bürokomplex. Und nutzt ihn nicht. 80.000 Euro Kosten entstehen dem Staat dadurch jährlich, monierte der Bund der Steuerzahler im Schwarzbuch 2016. Vormals war hier das Goethe-Institut untergebracht, doch Mängel im Brandschutz, so das Schwarzbuch wären die Ursache, dass es seit 2009 leer steht. Ans Verkaufen denkt wohl auch keiner, nicht mal ein Wertgutachten sei erstellt worden, klagen die Steuerschützer.
Foto: REUTERSYachten und Motorboote sind teuer - Hafenanlagen steigen in den Baukosten. Gleich dreimal so hoch wie ursprünglich geplant sind die Kosten für das Areal in Teltow in Brandenburg, bemängelte der Bund der Steuerzahler 2016.
Foto: dpaDie Sanierung der Oper in Köln hat sich stark verzögert, dadurch wird es deutlich teurer. Der Bund der Steuerzahler bemängelte allein in Nordrhein-Westfalen mehr als 20 Fälle von Kostensteigerungen.
Foto: dpaVier gewinnt! Nein - sie verlieren. Sowohl die JVA Aichach, das Freilichtmuseum Glentleiten, das Staatstheater am Münchner Gärtnerplatz und das Chemikum der Universität Erlangen-Nürnberg kritisierte der Landesverband Bayern vom Bund der Steuerzahler in seinem "Schwarzbuch 2016" wegen Kostensteigerungen bei Baumaßnahmen.
Foto: dpaDiese Schulbushaltestelle in Ratzeburg in Schleswig-Holstein konnte wegen zu geringer Straßenbreite nicht genutzt werden, wie das Schwarzbuch 2016 monierte.
Foto: dpaEine Reise ins Nichts? Nicht ganz, denn sie endet auf der gegenüberliegenden Seite. Der vollautomatische betriebene Bahnübergang an der Bahnstrecke im Kamenzer Ortsteil Gelenau in Sachsen kostete 714.000 Euro, wie das Schwarzbuch 2016 monierte.
Foto: dpaIm April 2016 hat der Bundesrechnungshof Mängel bei der Vergabe von Rüstungsaufträgen durch die Bundeswehr kritisiert. 2012 habe sie 60 Millionen Euro für 30 Lenkflugkörper bezahlt, ohne vorher die Einsatzfähigkeit des Waffensystems für die Korvetten der Marine (im Bild) ausreichend zu prüfen. Ein Jahr später seien zwei Flugkörper bei der Einsatzprüfung ins Meer gestürzt. Eine Wiederholung des Tests habe mehrere Millionen Euro gekostet und ergeben, dass die Lenkflugkörper nur gegen Ziele auf See, aber nicht gegen Ziele an Land eingesetzt werden könnten.
Foto: dpaDoch auch in einem anderen Fall, in dem die DSD aus den Erträgen ihrer Vermögensverwaltung eine Immobilie errichtet hat, scheint die Stiftung Probleme zu haben.
Ausgerechnet in Quedlinburg in Sachsen-Anhalt meinte die DSD den richtigen Ort für die Errichtung eines Tagungszentrums gefunden zu haben. Hinter dem von der DSD restaurierten Palais Salfeldt im Ortskern ließ die Stiftung einen üppigen Konferenzsaal bauen, dessen Lage eine Hochglanzbroschüre als „vernetzt mit den Hauptverbindungen zwischen Hannover, Hamburg, Leipzig, Berlin und Frankfurt und deren internationalen Flughäfen“ beschreibt. Tatsächlich dauert eine Bahnfahrt von Frankfurt nach Quedlinburg, in das kein ICE fährt, gut fünf Stunden. Über einen direkten Autobahnanschluss verfügt Quedlinburg nicht.
Tagen im Abseits
Dass das Tagungszentrum in Quedlinburg bestenfalls schleppend Erträge abwirft, welche die Stiftung im Rahmen ihrer Vermögensanlage aber durchaus erwirtschaften sollte, räumt auch die DSD ein. „Bisher“, so die DSD „haben sich nicht alle ursprünglichen Erwartungen in Bezug auf den Tagungsbetrieb erfüllt.“
Die Stiftung Denkmalschutz spricht von „annähernd ausgeglichenen Jahresergebnissen“ des Tagungszentrums. „Insgesamt“ gehe die DSD allerdings von einer „positiven Gesamtrendite“ des Tagungszentrums aus. So habe das Land Sachsen-Anhalt „eine Förderung über 90 Prozent der Baukosten in Aussicht“ gestellt.
Der edle Spender der Gelder aus den Töpfen der Glücksspirale scheint mit dem Wirtschaften der DSD jedenfalls keine Probleme zu haben: Das bei der Glücksspirale federführende Lotto Bayern weiß von keinen Beanstandungen der Mittelverwendung der DSD. Auch die für die DSD zuständige Stiftungsaufsichtsbehörde, die Bezirksregierung Köln, hat noch nie Probleme festgestellt.
Was die Lotto-Chefs trotz des Persilscheins für die DSD klammheimlich ärgern könnte, ist jedoch die besondere Rolle, die Andreas de Maizière bei der Stiftung spielt: Denn neben seiner Tätigkeit im Stiftungsrat der DSD ist de Maizière auch Aufsichtsratsvorsitzender des im SDax notierten Lotto-Konkurrenten Zeal Network mit Sitz in London.
De Maizière und die DSD sehen darin keinen Interessenkonflikt. Bei der Zeal-Network-Tochter Tipp24 können sogar Wetten auf die Glücksspirale abgeschlossen werden. Mag es auch aus Sicht guter Unternehmensführung merkwürdig erscheinen, so hat dieses Engagement für de Maizière selbst definitiv einen Vorteil: Dort droht kaum Ungemach mit der Mittelverwendung – Tipp24 ist als privater Anbieter nicht der Gemeinwohlförderung verpflichtet.