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ItalienDas Geschäft mit dem Strand

Baden im Meer kann in Italien teuer werden. Das gute Geschäft der Strandbadbetreiber beflügelt Schwarzbau und Korruption. Nun will die EU den Pächtern ihre Konzessionen abspenstig machen.dpa 13.08.2016 - 09:05 Uhr

Ein Strandbad in Ostia bei Rom.

Foto: dpa

Hier muss es sein: Das Meer. Zu sehen ist es nicht. Betonmauern und Zäune versperren vielerorts in Italiens Badeorten die Sicht auf das ersehnte Nass. Badeanstalt reiht sich an Badeanstalt. Wer sich hier unter den Sonnenschirm legen will, muss zahlen.

An den offenen Stränden tobt ein Handtuch-Krieg um die besten Plätze: Medien zufolge beschlagnahmt dort die Küstenwache gnadenlos zur Reservierung ausgelegte Handtücher und Liegen. Für seinen „regulären“ Platz muss der Badegast also in die Tasche greifen.

Für einen Sonnenschirm mit zwei Liegen blättert man in einer Badeanstalt um die 25 Euro hin, es können auch mal 50 Euro sein. Die Pächter dagegen entrichten relativ geringe Beträge an den Staat, laut Berichten 50 Cent monatlich pro Quadratmeter. Dicht an dicht haben sie Hunderte Schirme in den Sand gerammt. Eine Konzession zum Gelddrucken.

Diese Nationen verreisen am meisten
Die Kanadier landen auf Platz 6 der Nationen, die am meisten Reisen außerhalb ihres Landes machen. Auch bei den Ausgaben für ihre Urlaube landen die Kanadier auf Platz 6.
Platz 5 geht an die reisefreudigen Franzosen. Allerdings reisen Franzosen günstiger als andere Nationen: Betrachtet man die Ausgaben der Urlauber aus den unterschiedlichen Ländern, landet Japan auf Rang 5.
Rund 1,37 Milliarden Chinesen gibt es auf der Welt, immer mehr von ihnen reisen in andere asiatische Länder, aber auch nach Europa oder Amerika. Damit erreichen die Chinesen Platz 4 der Nationen mit den meisten Reisen. Was die Urlaubsausgaben angibt, erreichen die Chinesen sogar den zweiten Rang.
Die Briten lieben ihren All-Inclusive-Urlaub. Das bringt ihnen Rang 3 der reisefreudigsten Nationen. Bei den Ausgaben allerdings landet Großbritannien nur auf dem vierten Rang.
Kaum eine Nation ist häufiger im Ausland anzutreffen als die Amerikaner: Die USA erreicht mit ihren rund 320 Millionen Einwohnern Rang zwei der Nationen mit den meisten Urlaubsreisen. Bei den Ausgaben rücken die Amerikaner sogar auf den ersten Platz.
Urlaubsweltmeister aber bleiben die Deutschen: 80 Millionen Einwohner machen rund 70 Millionen Urlaubsreisen im Jahr - allerdings vor allem günstige. Beim Umsatz mit Auslandsreisen erreicht Deutschland nur Rang 3.

Rund 30.000 Badeanstalten gibt es in Italien, Tendenz steigend. Viele Pächter bauten. Auch gerne mal schwarz. Luxuriöse Wohnungen für den eigenen Gebrauch. Restaurants, Kioske. Hotels. Seit langem kritisiert die Umweltorganisation Legeambiente die zunehmende Verbauung. Nach dem jüngsten Bericht, der sich unter anderem auf Satellitenaufnahmen stützt, sind von untersuchten 1800 Kilometern Küste mehr als 55 Prozent verbaut. Seit 1985 seien trotz gesetzlicher Beschränkungen 160 Kilometer zubetoniert worden. Irreversibel sei Natur zerstört worden.

In Ostia, dem Strand der als unregierbar geltenden Hauptstadt Rom, blühten Schwarzbau und Erpressung, Bestechung und Korruption. Immer wieder berichteten Zeitungen über Razzien und Beschlagnahmungen in mehrstelliger Millionenhöhe. Es gab Schießereien verfeindeter Familien, die um die Macht buhlen - auch um das Geschäft am Strand. Vor einem Jahr wurde die Verwaltung des zu Rom gehörigen Vororts aufgelöst und einem Kommissar unterstellt. Die Polizei griff durch. Strandbäder wurden geschlossen, die Betreiber mussten Strafen zahlen.

Kein Urlaubsverzicht

Die Wahl des Sommerurlaubsziels mag sich in diesem Jahr zwar verschieben, einen generellen Reiseverzicht hält die Leiterin von Travel & Logistics Germany bei GfK - Dörte Nordbeck -, jedoch aufgrund des guten Konsumklimas, der Beschäftigungslage und der Einkommenszuwächse für höchst unwahrscheinlich. Ihrer Meinung nach unterstreichen die Zuwächse bei mehrtägigen Urlaubsreisen und sonstigen Privatreisen von fast sechs Prozent "die Bedeutung, die Reisen und Urlaub bei den Deutschen genießen". Immerhin haben die Deutschen für Urlaubsreisen insgesamt mehr als 58 Milliarden Euro springen lassen.

Quelle: GfK-Analyse zum Reiseverhalten der Deutschen

Stand: Ende Januar 2016

Zur Studie: GfK hat die Buchungsdaten von rund 1200 Reisebüros und 19.000 Privathaushalten, die monatlich zu ihrem Reise- und Buchungsverhalten befragt wurden, ausgewertet. Aussagen im Text beziehen sich auf das abgelaufene Kalenderjahr 2015.

Foto: dpa

Verunsicherte Urlauber

Terroranschläge, Kriege im Nahen Osten und die anhaltende Flüchtlingskrise in Europa haben Spuren hinterlassen. In der Tourismusindustrie äußern sich die Krisen in Form von Umsatzeinbrüchen. Viele deutsche Urlauber warten derzeit - wie es scheint - erst einmal ab, wie sich die Sicherheitslage und die anhaltenden Flüchtlingsströme im Mittelmeerraum entwickeln, bevor sie ihre Urlaubsentscheidung treffen. Insbesondere Familien, die mit Kindern verreisen, sind vorsichtig.

Im Vergleich zum Vorjahr haben bisher fast eine Million Bundesbürger weniger ihren Sommerurlaub für 2016 gebucht. Besonders betroffen von den Einbußen ist der östliche Mittelmeerraum, wie eine aktuelle GfK-Analyse zum Reiseverhalten der Deutschen offenlegt.

Foto: dpa

Junge Erwachsene und Best Ager besonders reiselustig

Auch die demographische Entwicklung spiegelt sich in den Reisetrends wider: Die Altersgruppe ab 50 Jahren steht bei Urlaubsreisen bereits für 55 Prozent der Gesamtausgaben.

Besonders zugenommen hat die Reiselust bei jungen Erwachsenen im Alter von 20 bis 34 Jahren. In dieser Referenzgruppe lässt sich eine steigende Reiseintensität von 15 Prozent beobachten. Zudem ist die Zahl Alleinreisender überproportional stark gewachsen (plus 10 Prozent), ebenso die der Kleinfamilie mit einem Kind (plus 12 Prozent).

Foto: CLARK/obs

Badeurlaub am beliebtesten

Spitzenreiter bleibt - in Bezug auf die Urlaubsform - der Badeurlaub am Meer oder See mit einem Umsatzanteil von 35 Prozent. Auf Basis der Ausgaben folgen darauf Pauschalreisen, die knapp die Hälfte aller Urlaubsreisen ausmachen. Sehr gut entwickeln sich Bausteinreisen, bei denen Flug, Hotel und gegebenenfalls weitere Reisebausteine spontan zusammengestellt werden. Sie wachsen mit 18 Prozent überdurchschnittlich. Ebenfalls wachsender Beliebtheit erfreuen sich Rund- und Studienreisen, die einen Anteil von 20 Prozent ausmachen. Urlaub in den Bergen und Wellnessreisen haben dagegen leicht an Bedeutung verloren.

Foto: gms

Nahziele

Was die Urlaubsziele betrifft, sind im Sommer 2016 - nicht zuletzt wegen des hohen Anteils bei der Eigenanreise mit dem Auto - Nahziele bei deutschen Urlaubern sehr beliebt: Laut GfK-Studie zum Reiseverhalten der Deutschen machen sogenannte "erdgebundene Reisen" einen Umsatzanteil von neun Prozent aus. Das entspricht einem Zuwachs von zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch einen Urlaub im eigenen Land ziehen viele Deutsche in Betracht: Unter den gebuchten Veranstalterreisen wächst der Deutschlandurlaub aktuell um 12 Prozent.

Foto: dpa

Kreuzfahrten

12 Prozent des Umsatzes von Reisebüros geht auf von Deutschen gebuchte Kreuzfahrten für den Sommer 2016 zurück. Diese Reiseform konnte ein Umsatzplus von vier Prozent verzeichnen. Der Trend lässt vermuten, dass die Deutschen diese Reiseform für sicherer halten als andere.

Foto: CLARK/obs

Fernreisen

Mit einem Umsatzanteil von 14 Prozent sind Fernreisen neben Urlaub am westlichen und östlichen Mittelmeer in diesem Jahr die drittbeliebteste Reiseform. Allerdings zeichnet sich in Bezug auf die Reiseziele ein sehr durchwachsenes Bild ab: Mit den Trendzielen Kuba (Umsatzplus von 27 Prozent) und Dominikanische Republik erlebt die Karibik einen regelrechten Boom. Auch die afrikanischen Reiseländer – allen voran Südafrika und Namibia – erholen sich nach den Einbrüchen während des Ebola-Ausbruchs zunehmend (plus 12 Prozent).

Starke Fernreiseziele wie die USA, die Malediven oder Thailand sind bei den deutschen Urlaubern jedoch weniger nachgefragt als noch vor einem Jahr. Mit Umsatzrückgängen zwischen 11 und 21 Prozent sorgen diese volumenstarken Fernreiseziele dafür, dass die Fernreisen insgesamt zum aktuellen Buchungsstand eine negative Entwicklung von -6 Prozent aufweisen.

Foto: CLARK/obs

Östliches Mittelmeer

Unter der Buchungszurückhaltung der Deutschen leiden in erster Linie die Urlaubsländer im östlichen Mittelmeer: Für Sommerurlaube in der Türkei, Ägypten und Tunesien stehen die fehlenden Buchungsumsätze im stationären Reisevertrieb für mehr als 500 Millionen Euro. Die Umsatzrückgänge für alle drei Urlaubsländer bewegen sich im Bereich 40 Prozent und mehr. Auch auf Online-Reiseportalen sind die Buchungen für Ägypten um mehr als die Hälfte zurückgegangen, die Türkei büßt hier mit einem Fünftel ihrer Vorjahresumsätze weniger ein als im Reisebüro.

Trotz der starken Umsatzeinbrüche (-31 Prozent) bleibt die Region des Östlichen Mittelmeers mit einem Umsatzanteil von 26 Prozent auch in diesem Jahr das zweitbeliebteste Reiseziel der Deutschen.

Foto: REUTERS

Westliches Mittelmeer

In erster Linie profitieren Urlaubsländer in der westlichen Mittelmeerregion davon, dass die Deutschen unbeschwerte Ferien verbringen möchten. Länder in dieser Region verzeichnen die höchsten Umsatzzuwächse aus dem deutschen Markt (12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Insbesondere die Kanaren und Portugal sind beliebte Urlaubsziele für den Sommer 2016. Reisen zum Westlichen Mittelmeer machen insgesamt einen Umsatzanteil von 33 Prozent aus und sind damit das mit Abstand beliebteste Reiseziel in diesem Jahr.

Foto: dpa

Jetzt sind die Bäder wieder geöffnet. Schließlich ist Hauptsaison. Das Geschäft brummt. Kaum ein Sonnenschirm ist am Wochenende noch frei. Versiegelte Einrichtungen zeugen jedoch von der Arbeit der Ermittler. Gelbes Flatterband mit der Aufschrift „Polizei“ sperrt einen Imbiss ab. Die Betreiber des zugehörigen Strandbads: nicht zu sprechen.

Durchschnittlich 27,4 Tage

Endlich Urlaub: Der Flug gebucht, die Koffer gepackt und ab geht's für drei Wochen in die Sonne. Nur: Drei Wochen Urlaub entspricht 15 Arbeitstagen. Da bleibt für manche nicht mehr viel vom Jahresurlaub übrig, um im Herbst oder Winter nochmal groß zu verreisen. Im Schnitt haben die Deutschen nämlich - über alle Branchen und Positionen hinweg - 27,4 Tage Urlaub im Jahr. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Beratungsunternehmens Compensation Partner, die Arbeits- und Urlaubszeiten von 256.347 Angestellten verglich. Demnach haben zwar 58 Prozent der untersuchten Arbeitsverhältnisse einen Urlaubsanspruch* von 30 Tagen - einige müssen sich jedoch mit deutlich weniger zufrieden geben.

*es handelt sich hierbei nur um den vertraglich garantierten Urlaubsanspruch. Aus den Daten geht nicht hervor, ob die jeweiligen Angestellten ihren Urlaub auch vollständig genommen haben.

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Mindestanspruch 20 Tage

Per Gesetz ist ein Mindesturlaubsanspruch von 20 Tagen geregelt. "Für eine fünftägige Arbeitswoche gilt ein geregelter Urlaubsanspruch von mindestens 20 Tagen", heißt es im Bundesurlaubsgesetz (BUrlG). Und tatsächlich bekommen 1,6 Prozent auch nur genau diesen gesetzlichen Mindestanspruch. Wer sechs Tage die Woche arbeitet, hat laut BUrlG übrigens ein Anrecht auf 24 Tage frei. Laut der Analyse trifft das auf acht Prozent der Deutschen zu. Die wenigsten freien Tage haben demnach Friseure. Sie bekommen im Schnitt 24 Tage Urlaub.

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25 Tage für Kellnerinnen, 26 Tage für Köche und Putzfrauen

Auch in anderen Branchen gilt: Wenig Lohn geht mit wenig Urlaub einher. So kommen Kellner auf 25 Tage, Putzfrauen, Köche, Callcenter-Angestellte und Fotografinnen haben im Schnitt 26 Tage im Jahr frei. Allerdings verzichten gerade Arbeitnehmer aus eher schlecht bezahlten Branchen häufig auf den ihnen zustehenden Urlaub, wie eine aktuelle Befragung des Deutschen Gewerkschaftsbundes zeigt. Demnach verzichtet jeder dritte Arbeitnehmer in Deutschland auf Urlaubstage und geht stattdessen lieber arbeiten. Oft seien das Beschäftigte, die den Verlust ihres Arbeitsplatzes fürchteten. Besonders häufig sind Reinigungskräfte und Bauarbeiter darunter.

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24 bis 29 Tage - je nach Einkommen

Ganz allgemein zeigt die Analyse, dass der Urlaubsanspruch etwas mit dem Gehalt und der Position innerhalb eines Unternehmens zu tun hat: bei einem Gehalt ab 61.000 Euro brutto pro Jahr bekommen Angestellte durchschnittlich etwas mehr als 29 Urlaubstage. Bei einem Gehalt von unter 20.000 Euro im Jahr haben Arbeitnehmer dagegen nur rund 24 Tage frei.

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26,5 Tage im Osten, 28 Tage im Süden

In Relation zu den Gehältern lassen sich entsprechende regionale Zusammenhänge erkennen: In reichen Ländern mit einem hohen Lohnniveau bekommen Arbeitnehmer im Schnitt mehr Tage frei als in eher strukturschwachen Regionen. Den kürzesten Urlaub mit 26,5 Tagen im Schnitt haben demnach Menschen in Ostdeutschland, den höchsten Urlaubsanspruch mit durchschnittlich 28 Tagen Arbeitnehmer in Baden-Württemberg.

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28 Tage für Metall- und Fahrzeugbauer

Für die Beschäftigten der Metallindustrie gibt es im Jahr durchschnittlich 28,2 Tage frei. Ganz ähnlich ist der Wert bei den Fahrzeugbauern: Hier können Angestellte mit durchschnittlich 28,3 Urlaubstagen pro Jahr rechnen.

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28,5 Tage für Ver- und Entsorger

Platz sieben und sechs im Ranking gehen an die Energiebranche, Wasserwerke, Entsorgungsbetriebe sowie die Kunststoff verarbeitende Industrie. Hier dürfen die Angestellten durchschnittlich 28,5 Tage frei nehmen.

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1,4 Tage mehr für Banker, Händler, Autobauer

In der Regel arbeiten Personen der höheren Einkommensklassen und einem damit verbundenen höheren Urlaubsanspruch in Industriebranchen und größeren Firmengrößenkategorien, heißt es in der Studie. Entsprechend bekommen Angestellte in der Industrie (Halbleiter- und Automobilindustrie), bei Banken und Großhandelsunternehmen im Schnitt 1,4 Urlaubstage mehr, als der Durchschnittsdeutsche. Sie können 29 Tage pro Jahr zu Hause bleiben.

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29 Tage für die Investitionsgüterbranche
Urlaubsspitzenreiter sind Angestellte in der Investitionsgüterbranche, also Vertriebsingenieure, Account Manager, Außendienstmitarbeiter, technische Einkäufer oder Einkaufsleiter. Sie haben durchschnittlich 29,3 Tage frei.

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30 Tage plus

Mehr als 30 Urlaubstage im Jahr bleiben jedoch die Ausnahme. Nur rund 3,4 Prozent der Deutschen haben mehr als 30 Urlaubstage im Jahr. Darunter sind unter anderem Oberärzte, Pharma-Referenten, Ingenieure oder Geschäftsführer. Ob die ihren Urlaub vollständig nehmen, sei dahingestellt.

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Jetzt kommt auch noch eine Entscheidung des Gerichtshofs der Europäischen Union (EuGH) von Mitte Juli hinzu. Demnach ist die italienische Vergabepraxis für Strandbad-Konzessionen unrechtmäßig. Die Konzessionen wurden bisher einfach automatisch verlängert. „Eine solche von den italienischen Rechtsvorschriften vorgesehene Verlängerung verhindert eine neutrale und transparente Auswahl der Bewerber“, argumentierte der EuGH. Die Genehmigungen müssten regelmäßig ausgeschrieben werden - europaweit.

Die Strandbadbetreiber sind sauer. Schließlich hätten sie gehörig investiert. „Wir lassen unsere Strände nicht globalisieren“, lautet die Parole. Am Ende übernähmen das ureigene italienische Geschäft Norweger, Franzosen oder gar Chinesen, die in Italien längst viele Läden betreiben und Fußballclubs und Reifenhersteller kaufen.

„Sollen uns Chinesen zeigen, wie man ein Strandbad betreibt? Das kann es nicht sein“, erbost sich Luigi. „Das ist italienische Tradition.“ Seinen Nachnamen will Luigi nicht nennen, er ist der Lebensgefährte der Betreiberin, die nicht zu sprechen ist.

Längst nicht zum ersten Mal gibt es Stress am Strand. Oft wurde im Strandbad auch derjenige abkassiert, der nur ans Meer wollte - ohne Sonnenschirm und Liege. Dabei ist der freie Zugang zum Wasser wenigstens auf einem schmalen Streifen gesetzlich festgeschrieben.

In Ostia kontrolliert die Polizei das inzwischen streng. Die Betreiber haben sich gefügt. Der Zugang zum Wasser sei ausdrücklich frei, ist auf Italienisch, Englisch und Deutsch an einem kürzlich zeitweise von den Behörden geschlossenen Strandbad zu lesen. Ein fünf Meter breiter Streifen zum Meer müsse frei gehalten werden.

Die Badegäste bekommen von all dem wenig mit. Ja, die Mafia sei aktiv, heißt es in Ostia. Aber, sagt Badegast Teresa della Vecchia, und so sehen es viele, die aus der Hauptstadt nach Ostia strömen: „Es war immer gut hier. Und es ist weiter gut.“

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