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Aktien, Anleihen, FondsAnlagetipps der Woche

Covesto-Aktien boomen dank steigendem Kunststoffbedarf, der niederländische Generikakonzern Mylan wird nach der Übernahme des Konkurrenten Meda spannend. Außerdem: Nebenwerte aus Skandinavien.Anton Riedl, Sebastian Kirsch 27.08.2016 - 08:11 Uhr

Covesto profitiert von steigender Kunststoff-Nachfrage.

Foto: dpa

Aktientipp: Covestro - Aufstiegshoffnung in Leverkusen

Covestro-Aktien sind eine Erfolgsgeschichte. Seit der Neuemission im Oktober vergangenen Jahres ist der Kurs um 88 Prozent gestiegen. Doch selbst für Nachzügler ist die Aktie immer noch interessant – möglichst bei einem Rücksetzer. Covestro profitiert vom steigenden Bedarf an hochwertigen Kunststoffen, vor allem in den Branchen Auto, Elektronik, Bau oder Sport und Freizeit. Nachdem die verkauften Mengen im ersten Halbjahr um fünf Prozent stärker als erwartet gestiegen sind, rechnen die Leverkusener im zweiten Halbjahr mindestens mit einem ebenso hohen Zuwachs.

Preisrückgänge drücken zwar den Umsatz, dafür profitiert Covestro seinerseits von günstigen Rohstoffen. Da in den vergangenen Monaten hohe Kosten wie beim Börsengang 2015 wegfielen und die Produktion optimal ausgelastet ist, kam es im ersten Halbjahr zu einem Gewinnsprung von 54 Prozent.

Fast zwei Drittel der Covestro-Aktien gehören immer noch der Konzernmutter Bayer. Rechnerisch wäre dieser Anteil derzeit 5,9 Milliarden Euro wert – Geld, das Bayer gut brauchen könnte, sollte es zur Megaübernahme des Agrarchemikers Monsanto kommen.

Dass für Covestro die Eigenständigkeit ein Vorteil ist, hat die Entwicklung der vergangenen Monate gezeigt. Sogar 2,1 Milliarden Schulden an Bayer, die Covestro zum Börsengang aufgeladen wurden, konnten zurückgezahlt werden. Und sollte sich bei einem möglichen Rückzug von Bayer der Anteil freier Aktionäre bei Covestro deutlich erhöhen, ist die Aktie reif für den Dax.

Aktientipp: Mylan - Aufbaukurs mit Pillen und Spritzen

Für 7,2 Milliarden Dollar kauft der niederländische Generikakonzern Mylan den schwedischen Konkurrenten Meda. Billig ist das nicht für 2,3 Milliarden Dollar Jahresumsatz. Dennoch sollte sich die keineswegs feindliche Übernahme langfristig auszahlen: Die vor allem in Europa und in den Schwellenländern gut vertretene Meda ergänzt die in Nordamerika starke Mylan. Zudem kann Mylan mit Meda die rentable Sparte Selbstmedikation auf über eine Milliarde Dollar Jahresumsatz ausbauen. Die Nettorendite von Meda (im ersten Halbjahr 6,3 Prozent Reingewinn vom Umsatz) liegt etwa auf dem Niveau von Mylan.

Wenn Entwicklung, Produktion und Vertrieb beider Unternehmen bis nächstes Jahr zusammengelegt sind und bei Mylan dann keine Übernahmekosten mehr anstehen, dürfte die Nettorendite zweistellig ausfallen. Für die Aktie heißt das: Die Kursbewertung für die Gewinne 2017 liegt um elf. Das ist günstig. So gesehen eignen sich Mylan-Aktien besonders für eine mehrjährige Anlage. Mit um die 35 Prozent Eigenkapitalquote sind beide Unternehmen gut finanziert.

Acht Prozent Umsatzplus im zweiten Quartal erzielte Mylan vor allem dank Preiserhöhungen bei EpiPen, einer Fertigspritze gegen gefährliche allergische Reaktionen. Ein ähnliches Produkt, das 2017 von Konkurrent Teva auf den Markt kommen soll, könnte die EpiPen-Erlöse etwas dämpfen. Auf der anderen Seite hat Mylan mehrere Biosimilars – biotechnologisch hergestellte Generika – in der Pipeline, von denen ein neues Präparat gegen Gelenkentzündung besonders vielversprechend ist. Gemeinsam mit der amerikanischen Momenta Pharma und der indischen Biocon arbeitet Mylan derzeit an 15 neuen Biosimilars, die vor allem für den hier überdurchschnittlich wachsenden Markt in den Schwellenländern gedacht sind.

Aktientipp H&R: Dank Ölbaisse läuft das Geschäft wie geschmiert

Erst sieben Monate Seitwärtstrend, und dann gab es auch noch einen scharfen Rücksetzer. Doch der Feinölspezialist H&R, dessen Aktie wir in WirtschaftsWoche 41/2015 „mit großem Aufholpotenzial“ bei 7,75 Euro empfohlen hatten, behauptete sich oberhalb unseres Stoppkurses von 6,48 Euro. Und seitdem, mit der für die Börse erfreulichen Umstellung auf eine Kommanditgesellschaft auf Aktien, geht der Kurs durch die Decke: Bei aktuell 16,30 Euro je Aktie stehen 110 Prozent Gewinn zu Buche.

Hochwertige Spezialöle, Weichmacher, Weißöle oder Paraffine – das sind die Kernprodukte, die H&R herstellt und vertreibt. Seit der Gründung durch Heinrich Hansen und Emil Rosenthal im Jahr 1919 gehört das Hamburger Unternehmen hier zu den führenden Adressen in Europa. Die mehr als 800 verschiedenen Einzelprodukte werden von zahlreichen Kundenbranchen gekauft: von Reifenherstellern, Kunststoffunternehmen, Verpackern oder Medizintechnikern. Entscheidend ist, dass H&R derzeit dank hoher Nachfrage gute Absatzmengen und vergleichsweise gute Preise erzielt.

Der Einkauf des zentralen Rohstoffs – Rohöl – ist hingegen günstig. In den ersten sechs Monaten hat H&R deshalb auch einen deutlichen Gewinnanstieg von 44 Prozent auf 26 Millionen Euro verbucht. Im zweiten Halbjahr rechnen die Hamburger mit einer etwas weniger dynamischen Geschäftsentwicklung. Dennoch sieht derzeit alles danach aus, dass die erzielten Preise weiter stabil sind und am Jahresende operativ etwa ein zehnprozentiger Gewinnanstieg möglich sein sollte. Aktien von H&R sind zuletzt extrem gut gelaufen. Zwischen 16 und 18 Euro könnte es eine längere Korrektur geben, in der Anleger Gewinne mitnehmen könnten.

Anleihe: Goldman Sachs - Rentabler Deal mit den Großen der Finanzwelt

Nach einem Gewinnsprung im zweiten Quartal kann die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs in diesem Jahr netto an die sechs Milliarden Dollar verdienen. Bei einer Bilanzsumme, die zum Jahresende fast 900 Milliarden Dollar erreichen dürfte, wären das mehr als sechs Prozent davon. Im Vergleich dazu schneiden selbst erfolgreiche europäische Großbanken wie die Schweizer UBS (mit 3,6 Prozent) oder die britische HSBC (mit 3,8 Prozent) schwächer ab. Natürlich ist das auch auf das spezielle Geschäft von Goldman zurückzuführen, das stark von Wertpapiermärkten geprägt ist. Dennoch ist es den Amerikanern mittlerweile gelungen, die Abhängigkeit von Börsenschwankungen zu verringern und immer noch gutes Geld zu verdienen.

Goldman ist damit eine interessante Adresse für Zinsinvestoren. Der jüngste Zehnjahresbond der Amerikaner, der sogar in Euro notiert und ein Gesamtvolumen von bis zu zwei Milliarden hat, bringt 1,4 Prozent Jahresrendite.

Beim wichtigsten Problem der Banken, der Kapitalisierung, kommt Goldman voran. Der Anteil des Eigenkapitals an der Refinanzierung der Bankgeschäfte hat sich seit 2007 verdoppelt. Dazu spielen Kundeneinlagen, die in den vergangenen drei Jahren um 75 Prozent auf 124 Milliarden angewachsen sind, eine wichtige Rolle. Beides stabilisiert die Finanzkraft der Bank.

Mit 12,2 Prozent harter Kernkapitalquote, das liegt etwa auf dem Niveau von Großbanken wie JP Morgan oder Citigroup, werden die regulatorischen Anforderungen gut erfüllt. Standard & Poor’s stuft Goldman-Anleihen mit BBB+ noch als Investment ein. Goldman-Sachs-Aktien (Börsenwert: 69 Milliarden Dollar) liegen zu mehr als der Hälfte bei großen Finanzadressen. Führend dabei sind, mit jeweils rund fünf Prozent, Blackrock, Vanguard und State Street sowie – mit derzeit 2,8 Prozent – die Investorenlegende Warren Buffett.

Fondstipp: SEB Nordic Small Cap - Nebenwerte in Schweden mit Wachstumschancen

Dass vor allem Unternehmen in Schweden und Dänemark so stark vom Handel mit Großbritannien abhängig sind, verunsichert Per Trygg kaum. Die Briten gehören zu den wichtigsten drei Exportdestinationen der Länder. Der Fondsmanager des SEB Nordic Small Cap hält es zwar für möglich, dass der Brexit seinen Fondspositionen schaden könnte. Doch selbst mögliche Einbußen durch ein schwaches Pfund sollten überschaubar bleiben. „Langfristig könnten Handelsbarrieren schaden, aber ich halte es für wahrscheinlich, dass die Politik sich gegen solche Hindernisse entscheiden wird, weil dadurch alle Seiten verlieren.“

Trygg investiert in 40 bis 80 Unternehmen aus Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland und Island. Noch sind seine nordischen Nebenwerte Erfolgsgaranten: Über das vergangene Jahr brachten vor allem kleine und mittlere Unternehmen bessere Erträge als Fonds mit breitem Schwerpunkt auf Europaaktien.

Aktuell hält er zu knapp 70 Prozent Aktien in Schwedischer Krone. „Wir finden vor allem unter den schwedischen Nebenwerten viele Unternehmen mit stabilem Geschäftsmodell und hohen Wachstumschancen.“ Gut die Hälfte der Positionen sind Industrieunternehmen, Lagercrantz und Indutrade sind mit 4,3 Prozent die größten. Beides Holdings, die auf Akquisitionen setzen und ein Portfolio an Technologie- und Fertigungsunternehmen verwalten. „Wir investieren in Unternehmen, die langfristig gute Erträge bringen, aus welchem Sektor sie kommen, spielt dabei keine Rolle.“

Schwedische Konzerne haben gute Wachstumsaussichten: Die OECD traut Schweden 2,8 Prozent Wachstum 2017 zu, ein Topwert in Europa.

Allerdings müssen Anleger beim SEB-Fonds eine Performancegebühr zahlen: Auf Erträge, die über der Entwicklung des Referenzindex VINX Small Cap liegen, zahlen sie 20 Prozent Gebühr. Den MSCI Nordic Small Cap hat der SEB-Fonds kaum übertroffen . Nur gibt es auf ihn keine kostengünstigeren ETFs.

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