Hillary Clinton: Demokratin will bald wieder in den Wahlkampf einsteigen
Steuern
Hillary Clinton: Sie will Spitzenverdiener stärker besteuern. So sollen Zusatzeinnahmen von 1,1 Billionen Dollar zusammenkommen. Das Geld soll u.a. in Kinderbetreuung fließen.
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Donald Trump: Er hat eine gewaltige Steuersenkung versprochen, profitieren würden aber vor allem die Reichen. Der Plan würde innerhalb von zehn Jahren ein 9,5-Billionen-Dollar-Loch in den Staatshaushalt reißen.
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Hillary Clinton: Die Demokratin setzt auf Kontinuität und Verlässlichkeit. Sie ist aber eher bereit, amerikanische Interessen militärisch durchzusetzen als Präsident Obama, etwa in Syrien, wo sie eine Flugverbotszone fordert.
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Donald Trump: Das Doktrin des Republikaners lautet: America First. Er will für Freund und Feind „unberechenbar“ sein, befürwortet Folter und malt sich eine gute Zusammenarbeit mit Wladimir Putin aus.
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Hillary Clinton: Im Vorwahlkampf hat Clinton Handelsabkommen kritisiert. Sie fordert Nachbesserungen zugunsten der Mittelschicht – ohne den Freihandel jedoch grundsätzlich in Frage zu stellen.
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Donald Trump: Er will die gesamte internationale Wirtschaftsstruktur umkrempeln, Freihandelsverträge aufkündigen und China mit Strafzöllen belegen. Experten warnen vor einem Wirtschaftskrieg.
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Hillary Clinton: Sie gibt das Ziel aus, die Energiewende fortzusetzen und den Kampf gegen den Klimawandel zu verstärken. Wind- und Solarstrom sollen ausgebaut, die Kohleverbrennung beendet werden.
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Donald Trump: Trump setzt auf Schieferöl und Schiefergas und verspricht eine Renaissance der Kohle. Umweltregulierungen will er schleifen und den Pariser Klimaschutzpakt aufkündigen.
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Hillary Clinton. Die Demokratin fordert einen Stopp der Deportationen von Migrantenfamilien. Eine Einwanderungsreform soll illegalen Einwanderern eine Bleibeperspektive, teils sogar einen Weg zur Staatsbürgerschaft eröffnen.
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Donald Trump: Er will Amerika abschotten. Einwanderer, die keine Papiere vorzuweisen haben, sollen abgeschoben werden, Muslime vorerst nicht mehr einreisen dürfen. Eine Mauer soll die Grenze zu Mexiko schützen.
Foto: REUTERSBegleitet von kritischen Fragen nach ihrem Gesundheitszustand will Hillary Clinton Mitte der Woche wieder in den US-Wahlkampf einsteigen. Das teilte ihr Sprecher Brian Fallon mit. Sie selbst sagte am Montagabend (Ortszeit) in einem Interview des Senders CNN, sie fühle sich schon sehr viel besser und wolle so bald wie möglich wieder Wahlkampfauftritte absolvieren. Clinton hatte am Sonntag eine Gedenkfeier zum 15. Jahrestag der Anschläge vom 11. September in New York vorzeitig verlassen. Beim Einsteigen in ein Auto wurde sie gestützt. Kurz danach teilte ihre Ärztin Lisa Bardack mit, bei Clinton sei bereits am Freitag eine Lungenentzündung festgestellt worden. Ihr Team sprach am Sonntag von einer „Überhitzung“ der Politikerin. Clinton erklärte, sie habe sich bei der Gedenkfeier schwindelig gefühlt und kurzzeitig das Gleichgewicht verloren. Bewusstlos sei sie aber nicht gewesen.
Zugleich wies sie Vorwürfe zurück, ihre Erkrankung verschwiegen und nicht transparent gehandelt zu haben. „Ich habe nicht geglaubt, dass es eine große Sache ist.“ Clintons Sprecher hatte zuvor gesagt: „Ich glaube, wir hätten besser mit der Situation umgehen können. Wir hätten schneller mehr Informationen herausgeben können.“ Man sei aber so mit Clintons Wohl beschäftigt gewesen, dass die Öffentlichkeit zu kurz gekommen sei.
Eine für Montag und Dienstag geplante Reise nach Kalifornien hatte Clinton abgesagt. Ihr republikanischer Rivale Donald Trump (70) wünschte Clinton gute Besserung. „Ich hoffe, dass es ihr bald besser geht“, sagte er im Sender Fox News. Er hoffe, dass Clinton bald wieder auf den Beinen und zurück im Rennen sei.
Trump und andere Republikaner streuen seit Wochen, dass Clinton auch aus gesundheitlichen Gründen ungeeignet sei, die Präsidentschaft zu übernehmen, ohne dies aber zu belegen. Fallon kündigte an, in Kürze würden zusätzliche medizinische Informationen über Clinton veröffentlicht. Man wolle das auch tun, um allen Fragen in Bezug auf die Ereignisse vom Sonntag zu begegnen. Was in New York geschehen sei, habe nicht das Geringste mit Clintons Erkrankung von 2012 zu tun. Auch das werde das zu veröffentlichende Material belegen. 2012 war bei Clinton ein Blutgerinnsel infolge einer Gehirnerschütterung festgestellt worden.
Der Demokratin macht im Wahlkampf auch der Vorwurf zu schaffen, sie sei zu verschlossen und nicht vertrauenswürdig. Die späten Informationen vom Sonntag lieferten ihren Kritikern neue Nahrung. Trump hat zu seinem eigenen Gesundheitszustand bisher nur das dürre Statement eines Arztes veröffentlicht, das dieser nach eigenem Bekunden binnen fünf Minuten aufschrieb, während vor der Tür eine Limousine wartete. Die Reaktionen der US-Medien auf dieses Attest waren belustigt, aber nicht kritisch. Trump kündigte nun an, er werde sehr bald umfassende Untersuchungsberichte vorlegen.