1. Startseite
  2. Management
  3. Jobsuche
  4. Alltagsforschung: Warum Menschen ihren Beruf hassen

AlltagsforschungWarum Menschen ihren Beruf hassen

Quälen Sie sich jeden Morgen ins Büro? Selbst schuld. Sie könnten sich ja auch einen Job suchen, den Sie mögen. Aber immerhin: Sie sind damit nicht allein. Was Menschen bei der Jobsuche falsch machen.Daniel Rettig 29.01.2017 - 08:15 Uhr

Menschen, die häufig lächeln, haben weniger oft Herzkrankheiten und leben länger, schreibt Ilona Bürgel in ihrem Buch „Die Kunst, die Arbeit zu genießen“. Selbst wenn wir uns zwingen, den Mund zu einem Lächeln zu verziehen, erkennt das Hirn den Unterschied nicht und empfängt die Botschaft, dass wir glücklich sind.

Foto: getty images

Glückliche Menschen verbringen 30 Prozent weniger Zeit vor dem Fernseher und sind lieber mit anderen unterwegs. Kino, Kirche oder Tanzen egal: Das Beisammensein mit anderen Menschen zählt.

Foto: WirtschaftsWoche

Ob Fotos, Steine oder eben Hasen - die Erinnerungsstücke an schöne Momente tragen zu späteren Glücksgefühlen bei und sorgen für die Erwartung weiteren Glücks.

Foto: WirtschaftsWoche

Bewegung baue das Stresshormon Cortisol ab und vertreibe Depressionen, so die Autorin. Wenige Minuten pro Tag reichen bereits. Noch besser ist die Wirkung im Freien, da dann zusätzlich Vitamin D produziert wird, das gesund und glücklich macht.

Foto: WirtschaftsWoche

Bürgel zitiert eine Studie mit 160 Yoga-Lehrern. Diese ergab, dass regelmäßiges Yoga die Glücksblutwerte um 27 Prozent steigert.

Foto: REUTERS

Nicht nur negative Informationen, Gefühle und Haltungen stecken an - Glücklicherweise funktioniert das Prinzip auch umgekehrt. Wer bei der Arbeit positive Gefühle hat, nimmt diese mit nach Hause und überträgt sie so ins Privatleben. Und weiter bewirkt ein glückliches Privatleben auch gute Gefühle im Job - der Kreis schließt sich.

Foto: Handelsblatt Online

Massagen sollen die Abwehrkräfte steigern und Stresshormone im Körper abbauen.

Foto: Handelsblatt Online

Bei negativen oder gar traumatischen Erlebnissen hilft es, mit verständnisvollen Menschen zu sprechen. Das Erlebte wird dabei analysiert, organisiert, besser verstanden und letztlich verarbeitet.

Foto: WirtschaftsWoche

Das Schreiben hat einen ähnlichen Effekt, wie das Gespräch - Erlebnisse werden benannt, aufgearbeitet und abgeschlossen. Werden Gedanken dagegen ständig unterdrückt, führt dies zu Stress, der krank macht.

Foto: WirtschaftsWoche

Dieser Schritt bedeutet, sein Leben selbst in die Hände zu nehmen. Das Gefühl, ausgeliefert zu sein, bedeutet Stress und steht dem Glück im Wege.

Foto: dpa

Geben ist seliger denn nehmen - und macht glücklich. Wir sind soziale Wesen und dann am glücklichsten, wenn wir uns mit anderen verbunden fühlen.

Foto: WirtschaftsWoche

Schokolade bringt das Hirn dazu, Dopamin und Serotonin auszuschütten. Man sollte jedoch die Sorten ab und zu wechseln: Dopamin nutzt sich ab und braucht immer neue Reize.

Foto: WirtschaftsWoche

Vielleicht sitze ich zu oft in Nahverkehrszügen, vielleicht ist es altersbedingt. Fakt ist: Ich entwickle eine Allergie gegen jammernde Menschen. Falls Sie auch zu jenen gehören, die ihre Arbeit oder ihren Chef oder beides unerträglich finden, dann haben Sie ein Problem – und Ayelet Fishbach kennt zumindest schon mal die Ursache.

Die Professorin für Verhaltenswissenschaften an der Booth School of Business der Universität von Chicago befragte kürzlich mit ihrer Doktorandin Kaitlin Woolley knapp 220 Angestellte. Die beiden wollten vor allem wissen: Was mochten die Teilnehmer an ihrem aktuellen Job? Und was wäre ihnen bei einer künftigen Stelle wichtig?

Wir wollen Geld - und Spaß

Dabei entdeckten die Wissenschaftlerinnen eine interessante Diskrepanz. Monetäre Aspekte wie Beförderungen und Gehaltserhöhungen waren den meisten Befragten sowohl in der Gegenwart als auch in der Zukunft wichtig. Was aktuell ebenfalls zählte: Spaß an der Arbeit zu haben und die Kollegen zu schätzen. Doch genau diese vermeintlich weichen Faktoren waren den Befragten im Hinblick auf die Zukunft weniger wichtig. Anders formuliert: Wenn sie an den nächsten Job dachten, schätzten sie vor allem monetäre Kriterien – obwohl in der Gegenwart auch noch andere Aspekte für das Seelenheil wichtig waren.

Worauf die Deutschen bei einem neuen Job Wert legen
97 Prozent der 2014 von forsa befragten 2.001 Bundesbürger sagten, dass sie bei einem neuen Job sehr viel Wert auf angenehme Kollegen legen.
Nur knapp dahinter folgt der sichere Arbeitsplatz, den 96 Prozent als sehr wichtig erachten.
95 Prozent wünschen sich Respekt und Anerkennung durch die Vorgesetzten.
Ein gutes Gehalt ist 93 Prozent wichtig beziehungsweise sehr wichtig.
90 Prozent wünschen sich von der neuen Stelle, dass sie abwechslungsreiche Tätigkeiten mit sich bringt.
Für 89 Prozent ist es wichtig bis sehr wichtig, dass der neue Job unbefristet ist.
88 Prozent der Befragten sagten, dass ihnen die Moralvorstellungen und das Leitbild des Unternehmens wichtig sind. Ebenfalls 88 Prozent legen sehr großen Wert darauf, dass sie Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten im neuen Unternehmen haben.
Flexible Arbeitszeiten wünschen sich 70 Prozent im neuen Job.
Wichtig beziehungsweise sehr wichtig finden 65 Prozent Mehrwertleistungen des Unternehmens wie beispielsweise eine Betriebsrente, Mitarbeiterrabatte oder einen Dienstwagen.
64 Prozent wünschen sich, im neuen Unternehmen für besonders gute Leistungen auch Bonuszahlungen zu bekommen.
59 Prozent wünschen sich im neuen Job Führungsverantwortung zu übernehmen, zumindest aber, Projektleiter zu werden.

Schon seltsam. Wir wissen, dass wir morgens wesentlich leichtfüßiger aus dem Bett hüpfen, wenn wir uns auf den anstehenden Arbeitstag freuen – weil interessante Aufgaben auf uns warten, die wir im Optimalfall gemeinsam mit sympathischen Menschen erledigen dürfen. Doch wenn wir an die Zukunft denken, verblassen diese Details. Dann konzentrieren wir uns stärker auf finanzielle Anreize – und vergessen, dass diese alleine uns nicht glücklich machen.

Die Studie ist ein Plädoyer. Dafür, unserer inneren Stimme genauer zuzuhören; uns stärker danach zu richten, was uns jetzt, aktuell, in diesem Moment Freude bereitet – und unsere beruflichen Entscheidungen danach auszurichten. Ja, das klingt scheinbar esoterisch. Aber Geld allein ist nun mal ein schlechter Motivator. Es ermöglicht uns, unser Leben zu finanzieren, doch es nimmt uns auch den Spaß an der Arbeit. Wenn wir für eine Tätigkeit Geld bekommen, lenken wir unsere Aufmerksamkeit zu sehr auf diese äußere, extrinsische Belohnung.

Wenn der Jo nur Mittel zum Zweck ist

Dann unterschätzen wir die intrinsische, also von innen kommende Motivation. Früher hat uns eine Sache Spaß gemacht, wir erledigten die Aufgabe um ihrer selbst willen, weil sie uns interessierte, faszinierte und inspirierte. Heute tun wir es für Geld. So entsteht vieles, aber sicher keine Leidenschaft. Manche Menschen sehen in ihrer Tätigkeit hauptsächlich einen Job. Sie gehen morgens ins Büro, weil sie wissen, dass sie dadurch die finanziellen Möglichkeiten haben, ihre Miete zu zahlen, Kleidung zu kaufen oder in Urlaub zu fahren.

Andere streben nach einer steilen Karriere, weil sie dadurch Einfluss gewinnen und ihr Selbstwertgefühl steigern wollen. Für beide Gruppen gilt: Arbeit ist nur Mittel zum Zweck, um das Konto oder das Ego aufzublähen. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Es ist völlig in Ordnung, einer dieser beiden Gruppen anzugehören. Aber dann jammern Sie bitte nicht, dass Ihnen die Arbeit keinen Spaß macht.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick