Anlegeralphabet ETF: ETF - der Autopilot für die Geldanlage
E wie ETF: Was sind eigentlich "Exchange-traded funds"?
Foto: Getty ImagesFrisch gebackene Aktionäre können schnell den falschen Eindruck bekommen, an der Börse gehe es vor allem darum, den anderen immer um eine Nasenlänge voraus zu sein: Bisher unentdeckte Anlagen ausspähen, die mehr Rendite abwerfen, also Zukunftstrends und Super-Aktien erkennen, bevor der Rest des Marktes es mitkriegt.
Selbst, wer sich das zutraut, sollte lieber noch mal darüber nachdenken. Ja, es gibt wirklich ein paar Koryphäen am Kapitalmarkt, die es immer wieder schaffen. Sie schwimmen gegen den Strom und eilen trotzdem allen anderen davon. Diese seltenen Ausnahmetalente darf man zu Recht bewundern. Doch wäre es für die meisten Privatanleger ein schlechter Ratschlag, die Rezepte dieser Profis nachzuahmen.
Denn bei der privaten Geldanlage endet die fieberhafte Suche nach den unentdeckten Börsenperlen oft in riskanten Wetten, bei denen Anleger alles auf eine Karte setzen oder ihre Depots hektisch umschichten, wenn der Wind sich dreht. Ganz abgesehen davon ist die Suche nach der angeblich genialsten aller Gelegenheiten sehr zeitraubend.
Platz 27: Aktien Nigeria
Euro-Investoren, die im vergangenen Jahr an der kleinen nigerianischen Börse investierten, machten ein sehr schlechtes Geschäft. Das lag gar nicht mal an den Aktien selbst, der Leitindex Nigeria All Share verlor zwar „nur“ sieben Prozent. Das lag vor allem daran, dass der bevölkerungsreichste afrikanische Staat stark von den Öleinnahmen ist. Doch am 20. Juni gab die Zentralbank die Anbindung der heimischen Währung Naira an den Dollar auf. Die darauf folgende deutliche Abwertung der Währung Naira zu vielen Währungen macht die Aktien aber zum weltweit größten Verlustbringer. Wer Anfang des Jahres theoretisch 100.000 Euro an der Börse in Nigeria investierte, hat jetzt nur noch 61.390 Euro auf dem Konto. Privatanleger können jedoch kaum in Nigeria direkt investieren, es gibt auch keine Zertifikate oder börsengehandelte Indexfonds auf den Nigeria All Share.
Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten
Foto: dpaPlatz 26: Ghana
Auch gezielte Investitionen an der Börse in Ghana sind für hiesige Privatanleger kaum möglich. Das ist auch gut so. Denn der Aktienindex der ebenfalls sehr kleinen Börse in Ghana, entwickelte sich sehr schlecht. Die agrarisch strukturierte Wirtschaft des als Musterdemokratie auf dem Kontinent geltenden Landes, schrumpft. Das Land ist stark vom Export von Rohstoffen wie Gold, Öl, Kakao und Edelhölzern abhängig. Dabei steigen zwar im vergangenen Jahr viele Rohstoffpreise, doch der Kakaopreis brach um fast ein Drittel ein. Von 100.000 in Ghana investierten Euro blieben bis Jahresende nur 77.840 Euro übrig.
Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten
Foto: dpaPlatz 25: Aktien Ägypten
Noch dramatischer als in Nigeria schlägt in Ägypten die Währungsentwicklung zu Buche. Dort gab die Zentralbank im November den Wechselkurs des ägyptischen Pfunds frei, das daraufhin abstürzte. Das bescherte Anlegern, die im Januar 100.000 Euro in den Leitindex EGX 30 investierten einen Verlust von 20.430 Euro, so dass nur noch 79570 Euro übrig bleiben. Das fast Tragische dabei: Die Abwertung beflügelten den Aktienmarkt. Der EGX 30 selbst gehört in Lokalwährungen gerechnet mit einem Plus von mehr als 70 Prozent zu den weltweit besten Börsen und stieg auf ein Rekordhoch nach dem anderen.
Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten
Foto: dpaPlatz 24: Aktien China
Der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verunsichert Anleger weltweit seit anderthalb Jahren. Das spiegelt sich auch der Börse wider. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandchinas erfasst, verlor über elf Prozent. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro weiter abwertete, bleiben Anlegern die 100.000 Euro in den Index investiert haben, nur 85.450 Euro übrig.
Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten
Foto: dpaPlatz 23: Britisches Pfund
Das knappe Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union schockte am 24. Juni Europa die ganze westliche Welt. Der britische Aktienmarkt erholte sich – wie auch andere europäische Börsen – von dem Schock zwar recht schnell. Auf Jahressicht hat der Leitindex Footsie deshalb in Pfund gerechnet über 14 Prozent zugelegt und stieg Ende Dezember sogar auf ein Allzeithoch. Doch das britische Pfund selbst steht weiter unter massivem Druck. Zum Euro hat es in diesem Jahr gut 13 Prozent verloren und damit so viel wie keine andere Hauptwährung. Aus 100.000 in Pfund investierten Euro wurden so nur noch 86.980 Euro.
Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten
Foto: dpaPlatz 22: Mexikanischer Peso
Dem mexikanischen Peso – dem zweitgrößten Verlierer der Hauptwährungen zum Euro – machte der Wahlsieg von Donald Trump zum US-Präsidenten zu schaffen. Kein Wunder, die USA sind Mexikos wichtigster Handelspartner, doch Trump will den Handel massiv besteuern und die Grenzen zu Mexiko dichter machen- auch wenn zuletzt vom dem im Wahlkampf propagierten Mauerbau nichts mehr zu hören war. Wer zu Jahresbeginn 100.000 Euro in mexikanischen Peso anlegt, verfügte Ende des Jahres jetzt nur noch über 89.510 Euro. Mexikos Leitindex IPC legte aber um zumindest rund sechs Prozent zu.
Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten
Foto: dpaPlatz 21: Sparbuch
Seit Jahren lässt sich mit dem Sparbuch nichts mehr verdienen. So war es auch 2016. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro anlegt hat einen Gewinn von gerade mal 50 Euro – entsprechend von 0,05 Prozent gemacht. Immerhin verloren Anleger aber zumindest nominal – also ohne Berücksichtigung der Inflation – auch nichts.
Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten
Foto: dpaPlatz 20: Aktien Euro-Zone
Der Euro Stoxx 50 Index für die 50 wichtigsten Werte im Euro-Raum hat in diesem Jahr enttäuscht. Seine massiven Verluste von über zwölf Prozent zur Jahresmitte hat er zwar wieder aufgeholt. Dennoch wurden aus zu Jahresbeginn 100.000 in den Index investierten Euro lediglich 100.770 Euro und damit nicht sehr viel mehr als auf dem Sparbuch. Am schlechtesten in ganz Europa schnitt die portugiesische Börse ab. Das Land zittert um die letzte verbliebene solide Bonitätsnote von der kleinen Ratingagentur DBRS. Portugals Leit-Aktienindex PSI 20 verlor in diesem Jahr mehr als elf Prozent.
Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten
Foto: dpaPlatz 19: Deutsche Staatsanleihen
Die deutlichen Schwankungen bei Aktien und die Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) ließen Investoren weltweit zu deutschen Bundesanleihen greifen. Die Folge: Am 14. Juni fiel selbst die Rendite der viel beachteten deutschen Staatsanleihe mit zehn Jahren Laufzeit erstmals unter null Prozent. im Juli sackte sie auf bis zu minus 0,22 Prozent ab. Seither sind zwar die Kurse gerade von Bundesanleihen mit mittlerer bis längerer Laufzeit zwar wieder etwas gefallen und die Renditen im Umkehrschluss gestiegen. Dennoch: Wer direkt im Januar für 100.000 Euro deutsche Bundesanleihen in allen Laufzeiten kaufte, hat jetzt 104.070 Euro auf dem Konto.
Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten
Foto: dpaPlatz: 18: US-Dollar
Der US-Dollar hat seit der Wahl von Donald Trump einen wahren Höhenflug. Mit dem Wahlsieg Trumps warfen Investoren ihre Skepsis über Bord und setzen darauf, dass der als unberechenbar geltende Amerikaner mit seiner Mischung aus Steuersenkungen und Infrastrukturausgaben die US-Konjunktur kräftig ankurbeln wird. Auf Jahressicht stieg der Dollar zum Euro um 4,11 Prozent. Aus 100.000 in den Greenback investierten Euro wurden so 104.110 Euro. Außerdem steigert der Dollar-Anstieg die Erträge von allen Anlagen, die in Dollar nominiert sind.
Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten
Foto: dpaPlatz 17: US-Staatsanleihen
Seit dem Wahlsieg von Donald Trump sind amerikanische Staatsanleihen nicht mehr in Mode. Investoren fürchten einen Anstieg der Inflation, wenn der neue US-Präsident die Konjunktur über Infrastrukturausgaben ankurbelt, weil in den USA schon jetzt nahezu Vollbeschäftigung herrscht. Zudem hat der gestiegene Ölpreis schon seit dem Sommer die Inflationserwartungen steigen lassen. Außerdem warten Investoren auf weitere Leitzinserhöhungen der US-Notenbank Fed. US-Staatsanleihen haben ihre zeitweise deutlichen Kursgewinne deshalb mehr als komplett abgegeben. Da die US-Treasuries aber zumindest noch etwas Zinsen bringen, lag der Gesamtertrag für US-Anleger aus Zinseinnahmen und Kursverlusten 2016 bei einem knappen halben Prozent. Euro-Anlegern spielte dagegen der Anstieg des Dollars zum Euro in die Hände. Wer im Januar für 100.000 Euro US-Staatsanleihen mit allen Laufzeiten kaufte, hat jetzt 104.170 Euro.
Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten
Foto: dpaPlatz 16: Aktien Japan
Auch Japans Aktienindex Nikkei 225 hat sich beeindruckend vom über 18-prozentigen Verlust des ersten Halbjahres erholt. In japanischen und in japanischen Yen notierte der Index auf Jahressicht gerechnet 0,4 Prozent im Plus. Dazu trägt die Notenbank bei, die nicht nur japanische Staatsanleihen, sondern auch japanische Aktien kauft. Gleichzeitig hoffen auch die Japaner auf einen „Donald Trump light“ und setzen darauf, dass der US-Präsident weniger protektionistisch handeln wird als angedroht. Der japanische Yen verlor jedoch nach der Trump Wahl deutlich gegenüber dem Dollar und liegt auch gegenüber dem Euro seit Beginn des Jahres „nur“ noch sechs Prozent im Plus. Mitte des Jahres waren es noch fast 14 Prozent. Dennoch: Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro in den Nikkei 225 investiert hat, kann sich über einen Gewinn von 6.250 Euro freuen.
Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten
Foto: dpaPlatz: 15: Aktien Deutschland
Der Jahressschlussrally sei Dank. Nachdem der deutsche Leitindex Dax bis Mitte Februar um fast ein Fünftel eingebrochen war, fürchteten Anleger Schlimmes. Der Dax berappelte sich zwar wieder, schaffte es aber erst Anfang des Monats deutlich über den Schlussstand des Vorjahres. Unter dem Strich hat der Dax so im vergangenen Jahr 6,87 Prozent gewonnen. Aus 100.000 Euro wurden so 106.780 Euro. Interessant: Selbst wenn man die im Dax enthaltenden Dividenden herausrechnet kommt der Index auf ein reines Kursplus von zumindest 3,7 Prozent und schlägt somit den als reinen Kursindex berechneten Euro Stoxx 50 deutlich.
Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten
Foto: dpaPlatz 14: Euro-Unternehmensanleihen schwacher Bonität
Mit auf Euro lautenden Anleihen von Unternehmen, denen die Ratingagenturen nur eine schwache Bonität zubilligen konnten Anleger 2016 deutlich mehr verdienen als mit sicheren Bundesanleihen. Die Erträge aus den Kursgewinnen und den höheren Zinseinnahmen der sogenannten Junk-Bonds (Ramschanleihen) summieren sich im Schnitt auf 9,07 Prozent. Aus 100.000 investierten Euro wurden so 109.070 Euro. Anfang des Jahres gerieten wegen des schwachen Ölpreises zwar US-Junkbonds unter Druck. Das belastete auch die Euro-Papiere. Doch die Lage hat sich beruhigt – außerdem greifen im Niedrigzinsumfeld immer mehr Investoren zu Anleihen mit höheren Zinsen. Dazu kommt: Da die Europäische Zentralbank (EZB) Anleihen von Unternehmen mit guter Bonität kauft, drängt sie Anleger förmlich dazu auf andere Bonds auszuweichen.
Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten
Foto: dpaPlatz 13: Magere Schweine
Nicht nur Öl, Industrierohstoffe, Metalle und Agrarrohstoffe können Anlegern an Terminbörsen handeln sondern auch landwirtschaftliche Produkte. Dazu gehören auch an der Chicago Mercantile Exchange gehandelten Terminkontrakte auf Nutztiere. Besonders auffällig erholte sich dabei 2016 der im Vorjahr deutlich gefallene Preis für Magere Schweine. Da gleichzeitig der Dollar stieg, machten Investoren, die an der Chicagoer Terminbörse 100.000 Euro investierten, einen Gewinn von 11.000 Euro. Die Preise für Mastvieh und Lebendrinder fielen dagegen deutlich.
Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten
Foto: dpaPlatz 12: Gold
Nach einer fünfjährigen Talfahrt glänzte Gold im Jahr 2016 wieder. Das gelbe Metall war zwar in Dollar gerechnet mit einem Plus von rund acht Prozent nicht der Top-Performer unter den Rohstoffen. Aus 100.000 investierten Euro wurden aber letztlich 112.040 Euro. Bis zum Sommer war der Goldpreis in Dollar gerechnet sogar um knapp 30 Prozent geklettert. Nach den US-Wahlen schmolzen die Gewinne aber ab Die Aussichten auf eine starke US-Wirtschaft unter Trump und auf drei weitere Zinsschritte der US-Notenbank Fed im Jahr 2017 ließen den Dollar klettern und den Goldpreis fallen.
Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten
Foto: dpaPlatz 11: Aktien Schwellenländer
Die Aktien der Schwellenländer haben gemessen am Dollar-Index MSCI Emerging Markets im Jahr 2016 8,5 Prozent zugelegt. Damit erholten sie sich zumindest zum Teil von ihrem Absturz des Vorjahres – wobei die Spreizung zwischen den einzelnen Emerging Markets groß ist. Wer jedoch 100.000 Euro in den MSCI Emerging Markets oder einen entsprechenden börsengehandelten Indexfonds investiert, machte – ohne Transaktionskosten – dank Index- und Dollar-Anstieg einen Gewinn von 12.710 Euro.
Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten
Foto: dpaPlatz 10: Anleihen Schwellenländer
Wie die Anleihen von Unternehmen mit schwacher Bonität profitierten auch die Anleihen von Schwellenländern von der verzweifelten Suche der Investoren nach höheren Zinseinnahmen. Die zuletzt gestiegenen Kapitalmarktzinsen – sprich Anleiherenditen – in den USA belasteten zwar gerade die auf Dollar lautenden Anleihen der Schwellenländer. Dennoch: Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro in einen auf Dollar-Emerging-Market Bonds lautende Anleihen investierte, kann sich jetzt über ein auf 113.200 Euro gewachsenes Depot freuen.
Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten
Foto: dpaPlatz 9: Aktien USA
Auch die US-Börsen stürzten bis Februar im Sog der Angst um die Entwicklung in China und den fallenden Ölpreis ab. Sie erholten sich aber wesentlich deutlicher als ihre europäischen Pendants. Und mit der Wahl von Donald Trump starteten die US-Börsen noch einmal richtig durch – auch wenn der Dow Jones Index die Rekord-Marke von 20.000 Punkten knapp verpasste. „Die Rally ist davon getrieben, dass es endlich einen Wechsel in Washington gibt“, sagt Ted Weisberg, Chef und Gründer von Seaport Securities an der Wall Street. In Dollar gerechnet hat der Dow im vergangenen Jahr gut 13 Prozent gewonnen – in Euro gerechnet waren es 16,14 Prozent.
Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten
Foto: REUTERSPlatz 8: Silber
Der kleine Bruder des Goldpreises hat Gold im vergangenen Jahr deutlich geschlagen. In Dollar gerechnet stieg der Silberpreis um rund 15 Prozent, in Euro sind es sogar 18,56 Prozent. Dabei profitiert Silber davon, dass es auch als Industriemetall gilt. Und die waren 2016 wegen der insgesamt doch weltweit etwas besseren Konjunktur gefragt. Aus 100.000 in Silber angelegten Euro wurden 118.560 Euro.
Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten
Foto: WirtschaftsWochePlatz 7: Zucker
Die Preise vieler Agrarrohstoffe sind 2016 ebenfalls deutlich gestiegen – am deutlichsten der für Rohrzucker – auch wenn über die Hälfte der Performance seit dem Herbst wieder abgeschmolzen ist. Wer an den Terminbörsen zu Jahresbeginn 100.000 Euro in Zucker anlegte, hat jetzt 132.950 Euro auf dem Konto. Grund für den Anstieg sind Aussichten auf eine sinkende Produktion. Ähnlich ist es bei Kaffee, Baumwolle und Kakao. Ein höheres Angebot ließ dagegen die Preise für Mais und Weizen fallen.
Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten
Foto: dpaPlatz 6: Aktien Russland
Die russische Börse hat schwere Turbulenzen hinter sich. Vom Absturz zu Beginn des Jahres erholten sich aber sowohl der Leitindex Micex als auch der Rubel deutlich. Hauptgründe dafür sind der steigende Ölpreis und nach der Trump-Wahl die Hoffnung auf ein besseres politisches Verhältnis zwischen den USA und Russland. In Rubel gerechnet stieg der Micex in diesem Jahr unter dem Strich um rund Prozent, die Aufwertung des Rubels gegenüber dem Euro machte aus 100.000 in Russland angelegten Euro sogar 152.950 Euro.
Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten
Foto: dpaPlatz 5: Öl
Der weitere Verfall des Ölpreises schockte die Anleger zu Jahresbeginn. Bis auf das Zwölfjahrestief von 27 Dollar fiel der Preis für ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Bren bis zum Februar. Er erholte sich aber deutlich, in der Hoffnung darauf, dass die Ölstaaten die Fördermengen begrenzen. Ende 2016 beschloss die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) dann tatsächlich ab 2017 weniger Öl zu fördern. Das verhalf dem Ölpreis zuletzt auf einen Stand von knapp 54 Dollar. Das machte aus 100.000 in Öl-Terminkontrakte investierten Euro am Jahresende 161.080 Euro.
Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten
Foto: dpaPlatz 4: Zink
Auch Zink kann hübsch verarbeitet werden, gilt aber vor allem als Industriemetall und war 2016 der Rohstoff mit dem höchsten Preisanstieg. Rund die Hälfte allen Zinks wird für Korrosionsschutz verwendet. Zusätzlich wird Zink unter anderem in Batterien oder für Gussformen verwendet. Einer der Gründe für die Hausse ist das anhaltende globale Defizit. So erwartet der Verband der Blei-und Zinkbranche, dass das Angebot auch 2017 hinter der Nachfrage zurückbleiben wird. Im vergangenen Jahr stieg der Zinkpreis in Euro gerechnet um 62,84 Prozent.
Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten
Foto: WirtschaftsWochePlatz 3: Aktien Kasachstan
Gerade mal neun Werte sind im kasachischen Leitindex Kase notiert – doch die hatten es 2016 in sich. Das zentralasiatische Land ist der zweitgrößte Ölexporteur im postsowjetischen Raum und profitierte damit deutlich vom seit Mitte Februar wieder gestiegenen Ölpreis. Dabei gilt generell das die Werte an kleinen illiquiden Börsen deutlich stärker schwanken als an großen Märkten. Im vergangenen Jahr sprach das Pendel dabei für die Anleger: Wer 100.000 Euro in den Kase-Index investierte, machte einen Gewinn von 66,27 Prozent. Dabei entfiel ein mit anderen Ländern vergleichsweise geringer Teil auf die Aufwertung der Landeswährung.
Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten
Foto: dpaPlatz 2: Aktien Peru
Für Investoren war die Wahl ein Traum: Pablo Kuczynski, der im Sommer gewählte Präsident Perus, ein ehemaliger Wall Street Banker und gilt als liberal und wirtschaftsfreundlich. Die Börse in Peru begann schon vor Wochen vor der Wahl zu feiern. Dazu sind im Leitindex Peru General S&P/BVL viele Minenwerte notiert – und die profitierten vom Anstieg der Minenpreise. Der Index stieg im vergangenen Jahr um 59 Prozent. Die Aufwertung des Sols gegenüber dem Euro machte daraus bei einer Investition von 100.000 Euro für hiesige Investoren einen Gewinn von 67.210 Euro. Im vergangenen Jahr hatte die Börse allerdings ein Drittel verloren. Das zeigt wie riskant Einzelwetten auf Schwellenländer sind.
Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten
Foto: REUTERSPlatz 1: Aktien Brasilien
Der brasilianische Aktienmarkt war 2016 kaum zu bremsen. Auch er startete zwar mit den Weltbörsen schwach, startete dann aber richtig durch. Vor allem das Amtsenthebungsverfahren gegen Staatschefin Dilma Rousseff die Aktienkurse nach oben, weil dadurch die Präsidentin abgelöst wurde, die das Land in die Rezession und den größten Korruptionsskandal aller Zeiten getrieben hatte. Dass inzwischen auch gegen die Regierung und Ihren Präsidenten Michel Temer Korruptionsvorwürfe bestehen, bremste die Hausse nicht – ebenso wenig wie die Tatsache, dass das Land immer noch in der Rezession feststeckt. Sei es drum – in der Landeswährung gerechnet stieg Brasiliens Leitindex Bovespa um 39 Prozent. Noch deutlicher wertete die Landeswährung Real auf – auch wenn sie seit den US-Präsidentschaftswahlen wieder etwas verloren hat. Unter dem Strich machten Anleger, die Anfang vergangenen Jahres 100.000 Euro in Brasiliens Leitindex investierten einen Gewinn von 76.160 Euro. So viel gab es in keiner anderen Anlageklasse.
Foto: dpaWas können Privatanleger stattdessen tun? Wer wenig Zeit aufwenden und Nebenkosten sparen will, investiert am besten ausgewogen und standardisiert in die Breite des Marktes. Und genau dafür sind ETFs ein ideales Mittel. Das Kürzel bedeutet Exchange Traded Funds, also börsengehandelte Investmentfonds. Deren Anteile können Anleger wie Aktien oder andere Wertpapiere ohne viel Aufwand jederzeit an der Börse kaufen und verkaufen.
Der Weg über ETFs ist für Anleger bequemer und billiger als der personalintensive Vertrieb klassischer Investmentfonds über Anlageberater oder Finanzvermittler. Über die Börse kommt man einfach rein und auch schnell wieder raus. Es gibt aber noch weitere Charakteristika, die ETFs sinnvoll für viele Nutzer machen können.
Diese Charakteristika lassen sich am besten in Abgrenzung zu klassischen Investmentfonds darstellen. Ein klassischer Investmentfonds – egal ob börsengehandelt oder nicht – investiert das Geld seiner Anteilseigner in viele unterschiedliche Wertpapiere wie Aktien, Anleihen aber auch Rohstoffe oder Währungen. Das Portfolio wird abgetrennt vom restlichen Vermögen des Fonds verwahrt, damit es für die Anleger reserviert und geschützt bleibt.
Bei den herkömmlichen Investmentfonds versuchen Finanzprofis ihr tatsächliches oder vermeintliches Investmentgeschick so einzusetzen, dass das von den Anlegern investierte Geld schneller wächst als der Rest des Kapitalmarktes. Ihre Suche nach der Überrendite, also einer höheren Rendite als der des Gesamtmarkts, lassen sich die Fondsmanager teils fürstlich bezahlen, manchmal auch dann, wenn ihre Leistung nicht so fürstlich war.
Deshalb gibt es Fonds, die auf Investmentmanager weitgehend verzichten. Investiert wird dort nicht nach menschlichem Bauchgefühl, sondern nach einem vorher festgelegten Muster. Solche Fonds werden als passive Fonds bezeichnet. Ihre Personalkosten sind wegen des weitgehenden Verzichts auf Fixgehälter und Boni deutlich niedriger als die von aktiv verwalteten Fonds.
Typische ETFs sind passiv verwaltet, weil vereinfacht gesagt ein Computer das Investieren übernimmt. Die Maschine steckt das Fondsvermögen zum Beispiel ausgewogen in alle 30 Dax-Aktien, also in die größten und wichtigsten deutschen Börsenunternehmen.
Fragt man die Deutschen nach attraktiven Anlageformen, sind sie sich weitgehend einig: Das Eigenheim, die betriebliche Altersvorsorge und Gold. Trotzdem setzt das Gros immer noch auf renditearme Sparbücher, Tages- und Festgeldkonten, wie das Investmentbarometer der GfK zeigt. Hier erfahren Sie, wie groß die Diskrepanz zwischen Einschätzung und Umsetzung ausfällt.
Zur Studie: Seit 1999 untersucht das GfK-Investmentbarometer, wie sich Privatanleger in den USA und Europa verhalten. Für die aktuelle Studie haben die Konsumforscher im November 2016 in Deutschland, den USA, Italien, Frankreich und Großbritannien rund 5000 Menschen danach befragt, welche Finanzanlagen die Menschen besitzen und wie attraktiv sie verschiedene Sparmöglichkeiten und Finanzprodukte finden. Allein in Deutschland wurden 2000 Menschen befragt.
Foto: dpaRang 1: Immobilien
Die attraktivste Form der Geldanlage ist für die Deutschen die eigene Immobilie. 76 Prozent der Befragten gaben an, dass Investitionen in eine private Wohnung oder ein Haus attraktiv oder sehr attraktiv seien. De facto haben hierzulande aber nur 46 Prozent ihr Geld in eine Immobilie investiert. Auch für die Franzosen, Italiener und Briten sind Immobilien die attraktivste Form der Geldanlage.
Foto: dpaRang 2: Betriebliche Altersvorsorge
Um sich auf dem Altenteil nicht auf die gesetzliche Rente verlassen zu müssen, sorgen Millionen Bundesbürger vor. Die beliebteste Form: die betriebliche Altersvorsorge, auf die seit 2002 jeder Arbeitnehmer qua Gesetz Anspruch hat. Arbeitnehmer können einen Teil ihres Gehalts oder Sonderzahlungen als Beiträge in ihre betriebliche Altersvorsorge einzahlen. Der Arbeitgeber wiederum legt diesen Betrag für die Arbeitnehmer an – der Arbeitnehmer spart zudem Steuern und Sozialabgaben. 42 Prozent der Befragten gab an, die betriebliche Altersvorsorge für attraktiv oder sehr attraktiv zu halten. Die Realität zeigt: Aktuell nutzt sie nicht einmal jeder Fünfte. Nur 18 Prozent sind es.
Foto: obsRang 3: Gold
Gold gilt vor allem in unsicheren Zeiten als sichere Anlageform. 38 Prozent der Deutschen finden es als Anlageform attraktiv. Allerdings sind es nur 6 Prozent, die ihr Geld wirklich in Gold anlegen – nirgendwo ist die Diskrepanz zwischen Ideal und Realität so groß.
Foto: REUTERSRang 4: Bausparvertrag
Der Bausparvertrag ist insbesondere bei den Deutschen beliebt – was laut den Autoren das Bedürfnis der Deutschen nach sicheren Anlagen unterstreicht. 32 Prozent geben an, Bausparen attraktiv oder sehr attraktiv zu finden – und 29 Prozent legen ihr Geld auch wirklich so an.
Foto: dpaRang 5: Private Rentenversicherung
Die private Rentenversicherung sagt immerhin 28 Prozent der Deutschen als Form der Geldanlage zu. 21 Prozent der Befragten sorgen tatsächlich privat für ihre Rente vor.
Foto: dpaRang 6: Private Kapitallebensversicherung
Die private Kapitallebensversicherung ist eine Kombination aus Kapitalaufbau und Hinterbliebenenschutz. 21 Prozent der Befragten empfindet sie als eine attraktive Geldanlage – genauso viele legen einen Teil ihres Geldes auch dort an.
Foto: dpaRang 7: Aktien
Trotz der Präferenz der Deutschen zur sicheren Geldanlagen werden Aktien immer beliebter. 20 Prozent der Deutschen finden es attraktiv, einen Teil ihres Vermögens in Aktien zu investieren – immerhin 12 Prozent handeln auch entsprechend.
Foto: dpaRang 8: Investmentfonds
Ebenfalls 20 Prozent sprechen sich für Investmentfonds als attraktive Geldanlage aus. 15 Prozent legen ihr Geld auch de facto entsprechend an.
Foto: gmsRang 9: Tagesgeldkonto
Das Tagesgeldkonto gilt immerhin noch 18 Prozent der Deutschen als attraktive Form der Geldanlage. Der Anteil derer, die ein Tagesgeldkonto führen ist deckungsgleich.
Foto: WirtschaftsWocheRang 10: Zu Hause sparen
Die Großmutter, die ihr gesamtes Ersparnis unter der Matratze aufbewahrt, entspricht nicht nur einem Klischee. 18 Prozent der Deutschen halten es für attraktiv, ihr Geld daheim zu lagern. 23 Prozent verfahren sogar so.
Foto: dpaRang 11: Festgeldkonto
Das Festgeldkonto ist für 17 Prozent der Befragten eine attraktive Geldanlage. 12 Prozent besitzen eines.
Foto: WirtschaftsWocheRang 12: Festverzinsliche Wertpapiere
15 Prozent der Befragten gibt an, festverzinsliche Wertpapiere attraktiv zu finden. Aber nur vier Prozent der Befragten haben tatsächlichen Anleihen und Co. im Depot.
Foto: WirtschaftsWocheRang 13: Sparplan
Den Sparplan halten immerhin noch 14 Prozent für eine attraktive Anlageform. 9 Prozent haben wirklich einen.
Foto: WirtschaftsWocheRang 14: Fondsgebundene Lebensversicherung
13 Prozent der Befragten empfinden fondsgebundene Lebensversicherungen als eine gute Geldanlage. De facto investieren aber nur vier Prozent in eine solche Versicherung.
Foto: dpaRang 15: Sparbuch
In Zeiten des Niedrigzinses hat das Sparbuch stark an Beliebtheit eingebüßt. Nur noch 12 Prozent der Deutschen halten es für attraktiv – trotzdem haben noch 40 Prozent ein entsprechendes Sparbuch. Allerdings nimmt die Nutzung mehr und mehr ab.
Foto: dpaRang 15: Sparbrief
Die unattraktivste Anlageform in Deutschland ist der Sparbrief (10 Prozent). Nur 6 Prozent der Deutschen haben ihr Geld in einem solchen angelegt.
Foto: gmsDiese recht banale aber wirkungsvolle Investmentstrategie bildet den bedeutenden Aktienindex Dax mit einfachsten Mitteln für die Anleger nach. So kommen sie auf einen Schlag an alle Werte im Index, einschließlich deren Dividenden, die dem Fondsvermögen zufließen. Quasi zu Fuß alle Indexwerte einzeln zu kaufen würde dagegen viel höhere Nebenkosten verursachen.
Intellektuell ist die Strategie simpel, möglich wird sie aber erst durch komplizierte digitale Technik. Fonds, die einen Aktienindex wie den Dax nachbilden, nennt man Indexfonds. Passiv verwaltete Indexfonds sind die häufigsten Vertreter der ETF-Familie.
Paradebeispiele für ETFs sind die iShares genannten Fonds, herausgegeben vom US-Investmentriesen BlackRock. Über sie können Privatanleger in internationale Indizes investieren, darunter amerikanische Aktien, Schwellenländeraktien oder europäische Staatsanleihen. Die jährlichen Kosten für Anleger bleiben meist unterhalb der Ein-Prozent-Hürde, bezogen auf den jeweiligen Fondsanteil.
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Allerdings kaufen nicht alle am Markt erhältlichen ETFs auch wirklich die im nachgebildeten Index enthaltenen Aktien. So stellen synthetische ETFs die Indexverläufe über komplizierte Tauschgeschäfte mit anderen Finanzmarktteilnehmern dar. Wie das funktioniert, ist eine Wissenschaft für sich. Es ist daher schwer vorhersehbar, wie solche synthetischen Fonds auf Finanzkrisen reagieren. Obwohl diese Finanzkonstruktionen es erfahrungsgemäß recht zuverlässig schaffen, gängige Indizes nachzuahmen, sollten Privatanleger sie nicht mit echten ETFs verwechseln. Denn nur bei denen wissen sie relativ genau, was wirklich drin ist.
Endgültig als unecht bezeichnen sollte man aktiv gemanagte ETFs. Auch die gibt es, obwohl eines der wichtigsten Merkmale von ETFs gerade darin besteht, standardisiert und nach einem vorgegebenen Muster zu investieren. Dafür braucht es eigentlich keine aktiven Vermögensverwalter.
Wenn sich nicht schon aus der Bezeichnung oder Bewerbung eines ETFs ergibt, ob dieser passiv, vielleicht synthetisch ist oder aktiv gemanagt ist, müssen sich Anleger wohl oder übel den Börsenprospekt dazu genauer ansehen. Üblicherweise wird dieser zum Download angeboten. Allerdings ist die Lektüre meist schwere Kost.