1. Startseite
  2. Finanzen
  3. Börse
  4. George Soros: Börsenlegende wettet auf den Trump-Crash

George SorosBörsenlegende wettet auf den Trump-Crash

Star-Investor Soros hat schon früher auf einen Crash der US-Aktien gewettet. Aber jetzt hat er diese Wetten so massiv aufgestockt, dass er sich eines anderen Milliardärs-Schicksals schon sehr sicher sein muss.Andreas Toller 22.05.2017 - 15:47 Uhr

George Soros rechnet mit erheblichen Kursverlusten an der US-Börse.

Foto: AP

George Soros ist berühmt für seine Börsenspekulationen. Oft geht es darum, auf fallende Kurse zu setzen, häufig stellt er seine Investments in einen politischen Zusammenhang und begründet sie öffentlich. So etwa 1992, als er öffentlich gegen das britische Pfund spekulierte und es schließlich aus dem Europäischen Währungssystem und somit zu einer Abwertung zwang. Als aufschlussreich erwiesen sich zuletzt jedoch die Berichte der US-Börsenaufsicht, bei der Fonds ihre größten Positionen im Portfolio quartalsweise melden müssen.

Diesen sogenannten 13F-Filings ist zu entnehmen, dass Soros mit erheblichen Kursverlusten an der US-Börse rechnet. Und insbesondere die unsichere Zukunft von US-Präsident Donald Trump könnte die jüngsten Portfolioänderungen zum Thema haben.

Konkret hat Soros zwei Positionen mit dreistelligen Millionenbeträgen aufgestockt, die er schon länger hat. Es handelt sich dabei um Puts, mit denen der Investor kräftig an Kursverlusten verdienen kann. So hat Soros im ersten Quartal des Jahres Puts gegen den breiten US-Aktienindex S&P 500 – eine Position, die er schon seit 2013 im Fonds hat – um 162 Prozent aufgestockt. Insgesamt setzt er damit 305 Millionen US-Dollar auf fallende Kurse bei den größten und wichtigsten US-Unternehmen.

Platz 10

David H. Koch ist der Vizepräsident von Koch Industries, eines Industriemischkonzerns, der unter anderem im Ölgeschäft tätig ist. Laut Bloomberg Billionaire Index beträgt sei Vermögen zur Zeit 46,9 Milliarden Dollar. Durch fallende Kurse hat er seit dem letzten Börsentag 290 Millionen Dollar verloren. Das Bild zeigt Koch mit seiner Frau Julia bei einer Grundsteinlegung.

Foto: AP

Platz 9

Genau wie sein Bruder David hat auch Charles Koch, Präsident von Koch Industries, laut Bloomberg ein Vermögen von 46,9 Milliarden Dollar. Auch er musste einen Minderung seines Vermögens um 290 Millionen Dollar hinnehmen. Beide Brüder nutzen ihr Vermögen schon seit Jahren, um sich in der Politik zu engagieren. Zuletzt unterstützten sie mit ihrem Geld vor allem die Tea-Party-Bewegung.

Foto: AP

Platz 8

Mit einem Vermögen von 47,6 Milliarden Dollar ist Larry Ellison der zur Zeit der achtreichste Mensch der Welt. Er ist der größte Anteilseigner des Technologiekonzerns Oracle. Zuletzt musste er einen Vermögensminderung von 896 Millionen Dollar hinnehmen.

Foto: dpa

Platz 7

Bernard Arnault landet mit einem Vermögen 51,3 Milliarden US-Dollar auf Platz 7 des "Bloomberg Billionaire Index". Er kontrolliert gut die Hälfte des weltgrößten Luxusugüterkonzerns LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton, dessen Vorstandsvorsitzender er auch ist. Sein Vermögen schrumpfte um 137 Millionen Dollar.

Foto: REUTERS

Platz 6

Carlos Slim besitzt ein Vermögen von 58,6 Milliarden Dollar und kontrolliert Lateinamerikas größten Mobilfunkkonzern America Movil. Sein Vermögen schrumpfte um 1,13 Milliarden Dollar. Er hält außerdem Aktien von Phillip Morris, der New York Times und der Caixabank.

Foto: REUTERS

Platz 5

Facebook-Gründer und -CEO Mark Zuckerberg schafft es mit einem Vermögen von 62,3 Milliarden Dollar auf den fünften Platz des Rankings. Er musste mit gut zwei Milliarden Dollar zuletzt den größten Verlust unter den Mitgliedern des Index hinnehmen.

Foto: AP

Platz 4

Warren Buffet schafft es mit 72,7 Milliarden Dollar auf Platz 4 des Rankings. Der Vorsitzende und größte Anteilseigner der Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway musste einen Verlust von 852 Millionen Dollar verbuchen. Berkshire Hathaway hält unter anderem Aktien von Coca-Cola, American Express und Wells Fargo.

Foto: REUTERS

Platz 3

Der Amazon-Aufsichtsratsvorsitzende und größte Aktionär Jeff Bezos kann ein Vermögen von 81,9 Milliarden Dollar sein Eigen nennen. Er verlor zuletzt gut 1,7 Milliarden US-Dollar.

Foto: dpa

Platz 2

Amancio Ortega ist mit einem Vermögen 83,2 Milliarden US-Dollar der reichste Europäer. Er hält die Mehrheit des Zara-Mutterkonzerns Inditex. Durch fallende Kurse schrumpfte sein Vermögen zuletzt um 355 Millionen Euro.

Foto: REUTERS

Platz 1

Der reichste Mann der Welt, Bill Gates, nennt ein Vermögen von 86,8 Milliarden Dollar sein Eigen. Neben Microsoft-Aktien hält der Co-Gründer des Unternehmens unter anderem Aktien von Canada National Railway. Er verlor zuletzt gut eine Milliarde Dollar.

Foto: AP

Außerdem hat im ersten Quartal 2017 die Puts gegen die Nebenwerte-Aktien im Index Russell 2000 um 36 Prozent aufgestockt. Damit setzt Soros hier 460 Millionen Dollar auf einen Kurseinbruch. Insgesamt wirft er damit knapp 765 Millionen Dollar in die Waagschale für einen Crash.

Auf der anderen Seite setzt Soros verstärkt auf Technologiekonzerne wie Facebook, Activision und Hewlett Packard, Snap und Twitter, Banken wie Goldman Sachs, Fluglinien wie American Airlines und vieles mehr. Seinen Aktienbestand an Microsoft verdreifachte Soros sogar.

Aus Wette gegen breite Indizes wie S&P 500 und Russell 2000 folgern Beobachter nun, dass Soros dabei recht konkret an ein Szenario dachte: das Scheitern des US-Präsidenten Donald Trump. Diese Schlussfolgerung liegt nahe, weil in S&P und Russell im Vorfeld vor allem Aktien der alten Industrien und Branchen gelistet sind. Diese hatten in den vergangenen Monaten deutlich von der Wahl Trumps zum US-Präsidenten profitiert. Pläne zu Importzöllen und Steuererleichterungen hatte gerade diesen Aktien einen Höhenflug beschert. Immer mehr Börsenexperten sehen hier schon Überbewertungen, es gibt also Korrekturpotenzial. Sollte Präsident Trump also mit seiner Wirtschaftspolitik scheitern oder vorzeitig aus dem Amt scheiden, wären hier massive Kursverluste zu erwarten – und Soros könnte sich über satte Gewinn freuen.

Freihandel

Wie deutsche Unternehmer in Mexiko auf Trump reagieren

Siemens, Audi, Daimler: In Mexiko haben deutsche Unternehmen Milliarden investiert. Die Abschottungspläne von US-Präsident Donald Trump gefährden diese Zukunftspläne. Doch nun keimt Hoffnung.

Auf der anderen Seite setzt Soros zunehmend auf jene Branchen, denen Trump skeptisch oder desinteressiert gegenüber steht. Das sind vor allem die Unternehmen aus dem Silicon Valley. Deren Aktien haben unter der Regierungszeit Trumps eher gelitten und sollten wieder kräftig steigen, wenn Trump aus dem Amt scheidet.

Soros war immer offen gegen Donald Trump als US-Präsidenten. Beispielsweise spendete er an das Wahlkomitee der Gegenkandidatin Hillary Clinton. Kurz bevor Trump den Amtseid leistete, bezeichnete Soros Trump als Blender und Hochstapler sowie als Möchtegern-Diktator. Soros glaubt, dass Verfassung und demokratische Kräfte in den USA Präsident Trump letztendlich stoppen werden.  

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick