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BrandIndexEuronics frischt sein Image auf

Verbraucher hatten bisher nicht den besten Eindruck vom Elektronikmarkt Euronics. Mit einer neuartigen Inszenierung der Marke könnte sich das ändern. Doch es gibt weiter viel zu verbessern.Simon Kluge 19.02.2018 - 15:22 Uhr aktualisiert

Das Euronics-Logo

Foto: imago images

Diesen Claim kannten wir schon: "Für dein bestes Zuhause der Welt". Und das schräge "Eu-dedeu-dedeu-dedeu" ist anscheinend weiterhin notwendig. Doch abgesehen davon fühlen sich die aktuellen TV-Spots von Euronics ganz anders an und sorgen nunmehr für Lacher. In den unterschiedlichen Varianten sieht man als Grundkonstellation immer einen Euronics-Mitarbeiter, der von den Vorzügen neuester Technikprodukte vollends hingerissen ist. In einem Spot sitzt er nach erfolgter Montage mit beim Kunden auf der Couch und heult gemeinsam mit ihm bei einer Naturdoku wie ein Schlosshund, weil sich mit dem neuen Fernseher und Soundsystem jetzt alles "wie mittendrin" anfühlt.

In einem anderen Spot verwandelt er die Szenerie der neuen sprachgesteuerten Küche zu einem romantischen Candlelight-Dinner mit der Dame des Hauses, bis beide und vor allem letztere vom eifersüchtigen Partner mit einem barschen "Licht an!" in die Realität zurückgeholt werden. Es wird deutlich, dass das Unternehmen mit veränderter Kommunikation sein Image aufpäppeln will. Und dass hier reger Bedarf besteht, daran lässt der tägliche YouGov-Markenmonitor BrandIndex keinen Zweifel.

Der Status quo: Euronics erreicht unter Kennern +11 Punkte als Indexwert, den wir auf einer Skala von -100 bis +100 Indexpunkten ausweisen. Und mit dem wir berichten, wie eine Marke bei sechs verschiedenen Imageindikatoren im Schnitt von Kennern bewertet wird. Das ist zwar kein desaströser Wert, doch liegt er auf vergleichbarem Niveau wie bei Rakuten oder Redcoon.

Andere Branchenplayer schneiden deutlich besser ab: Expert kommt auf +15 Indexpunkte, Conrad auf +21. Und die Branchengrößen Saturn und Media Markt liegen mit +26 bzw. +31 Indexpunkten deutlich weiter vorne. Noch besser schneidet Amazon mit +38 Indexpunkten ab, ist allerdings deutlich mehr als eine Einkaufsstätte für Technik.

Zum BrandIndex
Der YouGov BrandIndex gibt das Image bestimmter Marken bei den Konsumenten an. In Deutschland werden dazu täglich Verbraucher zur Wahrnehmung von hunderten Marken verschiedenster Branchen befragt.Im Buzz wird gemessen, wie positiv oder negativ eine Marke im öffentlichen Gespräch wahrgenommen wird. Viele kritische Medienberichte lassen diesen Wert also fallen.

Euronics nutzt hohen Werbedruck an Weihnachten

Die einzelnen Ergebnisse zu unseren sechs Imageindikatoren zeigen, wie zum Beispiel hinsichtlich Qualität, Preis-Leistungs-Verhältnis oder Weiterempfehlungsbereitschaft: Euronics sticht nirgends heraus. Entsprechend stellt sich die Frage, ob die aktuellen Spots mit ihrer merklich frischeren, moderneren und selbstähnlicheren Inszenierung der Marke zu einem deutlich attraktiveren Gesicht verhelfen.

Dafür gibt es in der Tat gute Vorzeichen: Denn an Werbung von Euronics können sich Verbraucher in Deutschland dieser Tage verstärkt erinnern. In der Weihnachtszeit gaben in der Spitze 11 Prozent aller von uns befragten Deutschen ab 18 Jahren an, Werbung des Technikhändlers wahrgenommen zu haben. Und obgleich Expert und Conrad hier im hart umkämpften Weihnachtsgeschäft auf recht ähnliche Werte gekommen sind, konstatieren wir zumindest, dass die neuen Euronics-Spots mit ihrer veränderten Inszenierung deutlich mehr Menschen erreicht haben als sonst.

Platz 15: docmorris.de
Die Versandapotheke DocMorris hat ihren Sitz zwar in den Niederlanden, liefert aber vor allem nach Deutschland. Im Ranking belegt sie mit 317,1 Millionen Euro Umsatz Platz 15.

(Quelle: EHI Retail Institute/Statista)

Foto: CLARK/obs

Platz 14: saturn.de
Der Elektronikriese Saturn hat 2016 338,4 Millionen Euro mit seinem Internetversand umgesetzt. Im Vergleich zu 2015 konnte Saturn den Umsatz seines Webshops verdoppeln. Im EHI-Ranking reicht das immerhin für Platz 14.

Foto: CLARK/obs

Platz 13: apple.com/de
Apple gilt als wertvollstes Unternehmen der Welt. In Deutschland muss es sich gemessen am Umsatz des eigenen Onlineshops (344,5 Millionen Euro) aber mit Platz 13 begnügen.

Foto: REUTERS

Platz 12: baur.de
Der zur Otto Group gehörende Onlineshop baur.de setzte 2016 352 Millionen Euro um. Kerngeschäft sind Mode, Einrichtungsartikel und Lifestyle.

Foto: CLARK/obs

Platz 11: hm.com/de
Das schwedische Modeunternehmen H&M belegt mit seinem Webshop im Ranking Platz 11. Im vergangenen Jahr wurden deutschlandweit 372,9 Millionen Euro umgesetzt.

Foto: REUTERS

Platz 10: alternate.de
Alternate vertreibt in seinem Onlineshop beispielsweise PC-Zubehör, Software und Fernseher. 2016 hat Alternate damit 432,3 Millionen Euro Umsatz gemacht.

Foto: CLARK/obs

Platz 9: tchibo.de
Der Hamburger Kaffeeröster Tchibo verkauft seine Artikel auch im Internet erfolgreich. Mit 450 Millionen Euro Umsatz landet Tchibo auf dem neunten Platz. Der Umsatz blieb im Vergleich zum Vorjahr stabil.

Foto: dpa

Platz 8: conrad.de
Conrad Electronic betreibt neben einigen Filialen in Deutschland auch einen Internetversand. Der sorgte 2016 für einen Umsatz von 471,8 Millionen Euro – und liegt damit deutlich vor dem Konkurrenten Saturn.de.

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 7: cyberport.de
Das auf Unterhaltungselektronik spezialisierten Versandhaus Cyberport gehört zu Hubert Burda Media. Im zurückliegenden Geschäftsjahr erwirtschaftete es einen Umsatz von 517,4 Millionen Euro. Das reicht für Rang sieben.

Foto: Screenshot

Platz 6: mediamarkt.de
Bei MediaMarkt boomt das Internetgeschäft. Im Vergleich zum Vorjahr verdoppelte das Unternehmen den Umsatz des Onlineshops auf 532,8 Millionen Euro.

Foto: dpa

Platz 5: bonprix.de
Mit 586,6 Millionen Euro Umsatz belegt die Otto-Tochter Bonprix Platz 5. Der Onlineshop verkauft neben Bekleidung und Schuhen auch Einrichtung für die Wohnung.

Foto: Screenshot

Platz 4: notebooksbilliger.de
Wie schon im Vorjahr belegt notebooksbilliger.de Platz vier in der Statistik. Der Jahresumsatz des Versandhändlers: 706 Millionen Euro.

Foto: AP

Platz 3: zalando.de
Mit Bekleidung und Schuhen hat der Versandriese Zalando 2016 1,12 Milliarden Euro Umsatz erzielt – allein in Deutschland. Damit belegt Zalando Platz drei im EHI-Ranking.

Foto: REUTERS

Platz 2: otto.de
Über Otto.de kauften die Deutschen im vergangenen Jahr am zweitmeisten ein. 2,7 Milliarden Euro Umsatz brachte das Geschäft ein.

Foto: dpa

Platz 1: amazon.de
Amazon konnte seinen Umsatzvorsprung 2016 weiter ausbauen. 8,1 Milliarden Euro spülte das deutsche Geschäft in die Kassen des Platzhirsches.

Foto: REUTERS

Offen bleibt damit weiterhin die Antwort auf die Frage, ob Euronics mit der neuen Inszenierung als Einkaufsstätten-Marke eine höhere Attraktivität ausstrahlen kann? Machen wir dies vereinfacht an der Entwicklung des Indexwertes für den Technik-Fachhändler innerhalb der vier in 2017 und des ersten laufenden Kalenderjahresquartals in 2018 fest. Befragte, die sich an Werbung für eine Marke erinnern, bewerten diese für gewöhnlich auch häufiger oder positiver.

So überrascht es nicht, dass unter den befragten Euronics-Kennern mit Erinnerung an Werbung die Marke im laufenden ersten Quartal dieses Jahres bisher schon deutlich besser im Index abschneidet, nämlich mit +24 Indexpunkten, statt mit +11 Punkten wie unter allen Kennern der Marke. Die +24 Punkte sind für diese analysierte Gruppe mit Erinnerung an Werbung ein deutlich besserer Wert als in den vorausgegangenen Quartalen, lediglich in Q2/2017 lag er vorübergehend höher. Die aktuellen +11 Indexpunkte unter allen Euronics-Kennern stehen hingegen für den besten von uns gemessenen Wert innerhalb der betrachteten Quartalszeiträume.

Unsere Ergebnisse zu einem anderen Indikator, der nicht in den eigentlichen Indexwert der Marke einfließt, nämlich wie viele Verbraucher sich vorstellen können, Euronics als Einkaufsstätte zu nutzen, liefert weitere Antworten: Von allen Befragten im laufenden ersten Quartal des Jahres können sich 11 Prozent aller Markenkenner vorstellen, bei Euronics einzukaufen. Das ist der beste Wert für die Marke, den wir im gewählten Zeitraum für unsere Analyse ausweisen.

Noch auffälliger ist: Von denjenigen, die sich darunter zudem auch an Euronics-Werbung erinnern, kann sich aktuell fast jeder Vierte einen Einkauf beim Händler mit dem "Eu-dedeu-dedeu-dedeu"-Effekt vorstellen. Auch dieser Wert ist der beste, den wir im gewählten Vergleichszeitraum sehen, vor allem ist er merklich besser als in den letzten beiden Quartalen in 2017.

Und dennoch: Die Konkurrenz schläft nicht! Dank der neuen Inszenierung seiner Marke in der Kommunikation kann Euronics seine Attraktivität als Einkaufsstätte zwar verbessern, die Abstände zu direkten Wettbewerbern hingegen noch nicht entscheidend verkürzen. Hier besteht noch viel Luft nach oben, sollte die Marke ihren Kurs weiter fortsetzen wollen und angriffslustig bleiben.

Die jeweiligen Situationen in den aktuellen Spots bergen schließlich auch noch eine implizite Botschaft, deren Strahlkraft weiter ausgereizt werden könnte: Einen einfühlsamen Kundenberater, der Kunden für seine Technik-Produkte ungeheuchelt begeistern kann und sich mit seinen Kunden ohne jeden Zweifel identifiziert. Dies kann ein noch stärkeres Gegen-Narrativ zum vermeintlich anonymen, gesichtslosen Online-Shopping werden. Und bei Youtube schon jetzt verfügbare, angebliche Outtakes könnten diesen Effekt zukünftig noch steigern.

Euronics hat letztlich mit seiner neuen werblichen Inszenierung die eigene Marke merklich wachgeküsst und hat nun die Chance, diesen eingeschlagenen Weg weiter konsequent zu verfolgen.

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