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Chefwechsel bei Goldman SachsSolomon löst Blankfein ab

Mit Goldman-Chef Lloyd Blankfein tritt einer dienstältesten Top-Manager der Wall Street ab. Ablösen wird ihn der etwas jüngere David Solomon, der ein ungewöhnliches Hobby hat: Er ist Elektro-DJ. 17.07.2018 - 17:50 Uhr

David Solomon wird zum Oktober neuer Vorstandsvorsitzender von Goldman Sachs.

Foto: REUTERS

Die Investmentbank Goldman Sachs bekommt einen neuen Chef: Lloyd Blankfein wird Ende September als Vorstandsvorsitzender zurücktreten und zum Jahresende auch den Verwaltungsratsvorsitz abgeben. Das teilte das US-Geldhaus am Dienstag mit. Sein Nachfolger auf beiden Posten wird Vorstand David Solomon, der im Frühjahr bereits zur alleinigen „Nummer zwei“ hinter Blankfein befördert worden war und in seiner Freizeit als DJ auflegt.

Blankfeins Rückzugspläne waren bekannt, er selbst hatte Solomon bereits als Nachfolger angekündigt. Durch den Abgang des 63-Jährigen verliert die Wall Street einen ihrer dienstältesten Top-Manager, seit 2006 steht er an der Goldman-Spitze. Nach der Finanzkrise sah sich Blankfein scharfer Kritik ausgesetzt. Sein Spruch, er sei nur ein Banker, der „Gottes Werk verrichte“, war für viele Beobachter ein Sinnbild für die Überheblichkeit der Finanzelite. 2015 gab Blankfein bekannt, an Krebs erkrankt zu sein, führte die Geschäfte aber weiter.

Blankfeins zweiter Kronprinz, Harvey Schwartz, hatte das Unternehmen im April verlassen. Seitdem ist der 56-Jährige Solomon bei Goldman Sachs alleine für das Tagesgeschäft verantwortlich. Von 2006 bis 2016 war Solomon stellvertretender Leiter des weltweiten Investmentbankings. Der Wall-Street-Manager betätigt sich nebenher als „DJ D-Sol“ – er produziert Elektro-Musik und spielt auch regelmäßig DJ-Sets.

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Geschäftlich lief es für Goldman Sachs zuletzt rund: Im zweiten Quartal schoss der Gewinn im Jahresvergleich um 44 Prozent auf 2,35 Milliarden Dollar (2,0 Mrd Euro) nach oben. Angetrieben von einem brummenden Handel mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen kletterten die Erträge insgesamt um 20 Prozent auf 9,4 Milliarden Dollar. Obwohl die Erwartungen der Analysten mit den Quartalszahlen übertroffen wurden, gab der Aktienkurs im US-Handel spürbar nach.

In den vergangenen Tagen hatten die US-Rivalen JPMorgan, Citigroup und Bank of America deutlich höhere Gewinne als Goldman Sachs gemeldet. Sie profitierten stark vom Kreditwachstum im Zuge der boomenden US-Wirtschaft, das dank höherer Zinsen wieder mehr Geld einspielt. Goldman Sachs ist erst vor kurzem ins Geschäft mit Verbraucherkrediten eingestiegen und kann deshalb bislang nicht mithalten.

dpa
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