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SozialdemokratenEx-SPD-Chef Gabriel spricht sich für Pistorius und Köpping als Parteivorsitzende aus

In einem Interview teilt der frühere SPD-Chef gegen seine früheren Stellvertreter aus. Gabriel erklärt auch, welches Kandidatenpaar er favorisiert. 11.09.2019 - 14:03 Uhr aktualisiert

Der Niedersachse war von 2009 bis 2017 SPD-Chef. Von 2017 bis 2018 war er Bundesaußenminister.

Foto: dpa

In der Vorsitz-Suche der SPD hat sich der frühere Parteichef Sigmar Gabriel hinter das Kandidatenduo Boris Pistorius und Petra Köpping gestellt. Er halte die beiden für „das spannendste Duo“. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte Gabriel: „Beide haben feste Wurzeln in der Kommunalpolitik, sind nah am Alltag der Menschen und deshalb gut geerdet. Das braucht die SPD jetzt und es wäre ein echter Neubeginn.“ Der frühere Außenminister stammt wie Landesinnenminister Pistorius aus Niedersachsen.

Mit Blick auf seine eigene Zeit als Parteichef räumte Gabriel Fehler ein. Er habe aber stets mit offenem Visier und ohne die in Berlin verbreitete Heckenschützenmentalität gekämpft. „Ich habe immer gedacht, dass Klarheit wichtig ist und wollte nicht taktisch nachgeben, nur damit sich niemand vergrault fühlt. Aber das war sicher nicht immer gewinnend, um es mal zurückhaltend auszudrücken.“

Kritik äußerte Gabriel an seinen damaligen Vizechefs. „Mein Eindruck war: Ich hatte gar keine echten Stellvertreter“, sagte Gabriel. „Einer fühlte sich mehr als Vertreter des linken Parteiflügels, der nächste saß dort als Statthalter seines großen Landesverbandes, der dritte verfolgte seine eigenen Kanzlerambitionen und so weiter.“ Er selbst sei in seinen letzten Jahren als Vorsitzender immer häufiger mit Magendrücken zu den Gremiensitzungen gefahren.

Zu seinem Posten als niedersächsischer Ministerpräsident sagte Gabriel: „Wenn Sie mit 40 Jahren gefragt werden, ob sie so ein Amt übernehmen wollen, müssen Sie schon übermenschliche Größe haben, um da abzusagen. Die hatte ich zugegebenermaßen nicht.“ Er habe damals leichtsinnig gedacht, das Amt des Ministerpräsidenten sei im Grunde nicht viel anders als das des Fraktionschefs im Landtag. „Das war ein großer Irrtum.“ Gabriel feiert am Donnerstag seinen 60. Geburtstag.

Nach dem Rücktritt von Andrea Nahles sucht die SPD neue Parteivorsitzende. Auf die insgesamt 23 Regionalkonferenzen folgt eine Mitgliederbefragung online und per Brief. Erhält niemand mehr als 50 Prozent der Stimmen, gibt es eine Stichabstimmung. Das Ergebnis soll von den Delegierten des SPD-Parteitags Anfang Dezember in Berlin bestätigt werden.

Mehr: Gewinnen wird das SPD-Kandidatenduo, das den besten Weg für Verbleib oder Ausstieg aus der GroKo aufzeigt - so kommentiert Christian Rothenberg.

dpa
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