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Sharing EconomyAirbnb rutscht offenbar tiefer in die roten Zahlen

Der Börsengang des Unterkünfte-Vermittlers Airbnb gerät durch die Coronavirus-Krise in Gefahr. Die Buchungen brechen ein und die Verluste steigen. 13.03.2020 - 11:51 Uhr

Weltweit brechen die Buchungen auf der Online-Plattform ein.

Foto: dpa

Der Apartment-Vermittler Airbnb ist Ende vergangenen Jahres laut einem Medienbericht noch tiefer in die Miesen geraten. Das operative Minus habe sich in den drei Monaten bis Ende Dezember im Jahresvergleich beinahe verdoppelt, schrieb der Finanzdienst Bloomberg am Donnerstag (Ortszeit) unter Berufung auf eine eingeweihte Quelle.

Demnach machte Airbnb vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen einen Verlust von 276,4 Millionen US-Dollar (247 Millionen Euro), nach roten Zahlen von 143,7 Millionen Dollar ein Jahr zuvor.

Angesichts des eigentlich für dieses Jahr angekündigten Börsengangs von Airbnb kämen steigende Verluste zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Zudem schlagen sich die Folgen des neuartigen Coronavirus, die die Tourismus-Industrie und das Unternehmen stark belasten dürften, in diesen Zahlen noch gar nicht nieder. Immerhin stieg der Umsatz laut dem im Bericht zitierten Insider im vierten Quartal um 32 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar. Airbnb selbst äußerte sich nicht.

Unterdessen sind nach Erhebungen der Analysefirma AirDNA die Airbnb-Buchungen in großen europäischen Städten und China in den vergangenen Wochen durch die Coronavirus-Krise um 40 Prozent eingebrochen, wie die „Financial Times“ berichtete. 

Unter den aktuellen Airbnb-Investoren gebe es unterschiedliche Ansichten, ob in dieser Situation die Börsenpläne vorangetrieben werden sollten. Einer von ihnen halte den Zeitpunkt angesichts der absehbar niedrigeren Bewertung für ungünstig. Ein anderer großer Geldgeber sagte der Zeitung dagegen, Airbnb sehe das entspannt, weil die Kurse später wieder steigen würden. Die Firma habe aktuell Geldreserven von drei Milliarden Dollar.

Welle von Stornierungen

Airbnb steht aktuell angesichts der Welle von Stornierungen vor der schwierigen Entscheidung, eine Balance zwischen den Interessen von Unterkünfte-Vermietern und Kunden zu finden. Viele Angebote auf der Plattform sehen gar keine oder nur eine teilweise Rückzahlung vor. 

Bisher legte Airbnb fest, dass man bei wegen offizieller Reisebeschränkungen abgesagten Aufenthalten unabhängig von den Buchungskonditionen den vollen Betrag zurückbekommt. Zugleich warb die Firma bei den Gästen für Verständnis für die Lage der Vermieter, die zum Teil auf die Airbnb-Einkünfte angewiesen seien, um über die Runden zu kommen. Die Plattform will aber Angebote mit großzügigeren Stornierungsbedingungen stärker hervorheben und in einigen Fällen auf ihre Service-Gebühr bei Stornierungen verzichten.

dpa
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