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EnergieEnergiekonzern EnBW schraubt Prognose für 2022 zurück

Höhere Aufwendungen für die Netzstabilität und für Gas setzen dem Unternehmen zu. Das Ökostromgeschäft aber sorgt für Gewinne und erweist sich derzeit als wichtige Stütze. 11.11.2022 - 10:56 Uhr

Ursprünglich sollte dem Leipziger Unternehmen durch die geplante Gasumlage geholfen werden, die aber von der Bundesregierung zurückgezogen wurde.

Foto: dpa

Der Energiekonzern EnBW hat nach den ersten neun Monaten seine Jahresprognose gesenkt. Der Versorger rechne für 2022 nun mit einem operativen Gewinn (Adjusted Ebitda) von 2,7 bis 2,9 Milliarden Euro statt bislang 3,03 bis 3,18 Milliarden, wie die Karlsruher am Freitag mitteilten.

Im vierten Quartal erwarte EnBW deutlich höhere Aufwendungen für die Stabilität der Netze beim Einsatz von Reservekraftwerken. Hinzu kämen die Verluste der Gashandelstochter VNG bei der Beschaffung von Ersatzmengen für die ausgebliebenen Gaslieferungen aus Russland. Bislang sei unklar, wie diese zumindest teilweise kompensiert werden sollen.

Die VNG, an der EnBW rund 74 Prozent hält, gehört neben dem vor einer Verstaatlichung stehenden Konzern Uniper zu den größten deutschen Gasimporteuren. Die VNG hatte im September beim Staat einen Antrag auf Stabilisierungshilfe gestellt, dessen Ausgang bislang offen ist. Ursprünglich sollte dem Leipziger Unternehmen durch die geplante Gasumlage geholfen werden, die aber von der Bundesregierung zurückgezogen wurde.

Die Energiespar-Vorgaben der Bundesregierung
- Durchgangsbereiche wie Flure, Foyers oder Technikräume werden nicht mehr geheizt – außer, es gibt dafür sicherheitstechnische Gründe.- Öffentliche Gebäude werden nur noch bis höchstens 19 Grad geheizt - bei körperlich leichter und überwiegend sitzender Tätigkeit. Bisher lag die empfohlene Mindesttemperatur laut Ministerium bei 20 Grad. Für Arbeitsräume, in denen Menschen leichte Tätigkeiten „überwiegend im Stehen oder Gehen” oder mittelschwere und überwiegend sitzende Tätigkeiten verrichten, gilt eine Obergrenze von 18 Grad. Für mittelschwere Tätigkeiten überwiegend im Stehen oder Gehen sind es 16 Grad und für körperlich schwere Tätigkeiten 12 Grad. Für Kliniken, Pflegeeinrichtungen oder andere soziale Einrichtungen gilt die neue Regelung nicht.- Boiler und Durchlauferhitzer dürfen nicht mehr für die Warmwasserbereitung am Waschbecken genutzt werden – es sei denn, das ist aus hygienischen Gründen vorgeschrieben.- Die Beleuchtung von Gebäuden und Denkmälern aus rein ästhetischen oder repräsentativen Gründen wird ausgeschaltet. Ausgenommen sind kurzzeitige Beleuchtungen bei Kulturveranstaltungen und Volksfesten.
- Die Verordnung schreibt nicht vor, dass zum Beispiel in Büros die Raumtemperaturen verringert werden müssen – es werde aber ermöglicht, dass Arbeitgeber auch im gewerblichen Bereich rechtssicher weniger heizen dürfen und Gelegenheit haben, dem Beispiel der öffentlichen Hand zu folgen. Dies sei Grundlage für Selbstverpflichtungen von Betrieben und betrieblichen Vereinbarungen zur Energieeinsparung.
- Klauseln in Mietverträgen, die eine bestimmte Mindesttemperatur vorsehen, werden vorübergehend ausgesetzt.- Private Pools, ob drinnen oder draußen, dürfen nicht mehr mit Gas und Strom geheizt werden.- Gasversorger und Besitzer größerer Wohngebäude müssen ihre Kunden beziehungsweise Mieter frühzeitig informieren – über den erwarteten Energieverbrauch, dessen Kosten und Einsparmöglichkeiten. Das soll spätestens zum Beginn der Heizsaison passieren.- Leuchtreklame und Werbetafeln werden von 22.00 Uhr abends bis 16.00 Uhr am Folgetag ausgeschaltet – wenn dies nicht zur Verkehrssicherheit nötig ist wie etwa an Bahnunterführungen. Der Gedanke dahinter: Weil es tagsüber ohnehin hell ist, soll die Beleuchtung erst am Nachmittag wieder für sechs Stunden eingeschaltet werden dürfen.- Ladentüren oder sonstige „Eingangssysteme” zu beheizten Geschäftsräumen im Einzelhandel dürfen nicht mehr dauerhaft offen stehen – außer das ist für das Offenhalten eines Fluchtwegs erforderlich.

In den ersten neun Monaten konnte EnBW das operative Ergebnis mit rund 1,97 Milliarden Euro in etwa stabil halten. Der Konzernüberschuss schrumpfte auf 163 Millionen Euro nach 363 Millionen im Vorjahreszeitraum. Das Vertriebsgeschäft konnte operativ leicht auf rund 321 Millionen Euro zulegen.

Die gestiegenen Beschaffungskosten für Strom und Gas seien durch Ergebnisbeiträge hinzugekommener Gesellschaften der Tochter Senec kompensiert worden. Das Ergebnis des Netzgeschäfts sei mit rund 944 Millionen Euro um etwa drei Prozent schwächer ausgefallen.

Starke Stütze war das Ökostromgeschäft, das seinen operativen Gewinn um 54 Prozent auf rund 840 Millionen Euro steigern konnte. Der Bereich habe von höheren Preisen, besseren Windverhältnissen und neu in Betrieb genommenen Solarparks profitiert.

rtr
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