Geldpolitik: Stabilitätswächter gehen Schwachstellen im Schattenbankensektor an
Mit den Anpassungen der Werkzeuge will der Finanzstabilitätsrat destabilisierende Situationen in der Finanzwelt verhindern.
Foto: dpaDie globalen Stabilitätswächter wollen Schwachstellen im zuletzt kräftig gewachsenen Schattenbankensektor zunächst durch Anpassung bereits bestehender Vorschriften angehen. Vorgeschlagen werde, existierende Instrumente zu adjustieren statt ganz neue Werkzeuge zu schaffen, schrieb der Finanzstabilitätsrat (FSB) in einem Bericht an die Staats- und Regierungschefs der Gruppe der 20 wichtigsten Industrie und Schwellenländer (G20).
Der FSB werde zu gegebener Zeit prüfen, ob eine solche Anpassung der Werkzeuge ausreiche, um die Risiken im Schattenbanksektor zu adressieren. Zu solchen Finanzfirmen abseits der traditionellen Banken zählen unter anderem Hedge- und Geldmarktfonds, alternative Investmentfonds und spezielle Börsenhändler. Inzwischen stehen sie für rund die Hälfte des weltweiten Finanzsystems.
Sie bieten unter anderem Finanzierungsmöglichkeiten an, die traditionelle Geldhäuser nicht abdecken. Zu den Risiken des Sektors zählt unter anderem, dass ihre Aktivitäten Börsenturbulenzen verstärken und im Extremfall die Stabilität des Finanzsystems untergraben können.
So mussten beispielsweise im Frühjahr 2020 zu Beginn der Corona-Krise sogar die Zentralbanken einschreiten, um die Finanzmärkte zu beruhigen, als Geldmarktfonds in Schwierigkeiten geraten waren. Der FSB koordiniert die Ausarbeitung von internationalen Standards und Finanzregeln innerhalb der G20.
Die Stabilitätswächter wollen im kommenden Jahr ihre Untersuchung der Verwundbarkeiten im Schattenbankensektor vertiefen. Dabei wollen sie den Fokus auf versteckte Hebelwirkungen legen und identifizierte Probleme angehen. Auch sollen Schritte eingeleitet werden, um Ungleichgewichte im Liquiditätsmanagement von Investmentfonds anzugehen. Große destabilisierende Situationen in der Finanzwelt sollen verhindert werden.
„Um dieses Ziel zu erreichen, ist die kontinuierliche Unterstützung durch die G20 von entscheidender Bedeutung“, hieß es in einem Brief des niederländischen Notenbankchefs und FSB-Vorsitzenden Klaas Knot an die Regierungs- und Staatschefs der G20-Länder.